Ein verführerische Hüftschwung…
… mit unabsehbaren Folgen.
Im Pool-Haus schaue ich mich genau um. Überall liegen Handtücher – gefaltete, weiße, flauschige Stapel auf einer Holzbank neben der Dusche, als hätte jemand erwartet, dass wir hierherkommen. Das Licht fällt hier durch die Panoramafenster und zeichnet goldene Rechtecke auf den hellen Holzvertäfelungen. Die Luft drinnen ist warm und schwer, nach Chlor, Sonnencreme und dem süßen Duft exotischer Blumen, der vom Garten hereindrängt.
Doreen greift nach einem Handtuch und wirft mir eins zu. Ich fange es, halb benommen, halb noch benommen von allem, was draußen passiert ist. Meine Finger zittern leicht, als ich das Tuch an mein Gesicht drücke und das Wasser von der Stirn wische. Mein nasses Bikinioberteil noch immer in meiner Hand, meine Brüste entblößt, rot und gezeichnet von Dr. Richters gierigen Fingern.
Doreen rubbelt sich trocken, ihr nasses Blondhaar tropft auf ihre Schultern. Sie fängt an, meinen Rücken abzutrocknen, und ich lasse sie. Ihre Hände sind schnell und fest, das Handtuch schrubbt über meine Wirbelsäule, über meine Schulterblätter, hinunter bis zum Ansatz meines Bikinihöschens. Ich nehme ihr das Tuch ab und mache dasselbe bei ihr – über ihre Schultern, über die roten Abdrücke, die Herr Bramms Hände auf ihrer Haut hinterlassen haben. Sie zuckert nicht zusammen. Als wäre das schon Routine.
„Katharina...“ , sagt sie, und ihre Stimme ist verändert – tiefer, direkter, ohne das Kichern von vorhin. „...Du hast so einen geilen sexy Körper.“
Ich halte inne, das Handtuch noch auf ihrem Rücken.
„Wenn du es richtig anstellst und deine Reize gekonnt einsetzt, dann musst du dir in den nächsten Jahren keine Sorgen mehr ums Geld machen.“ Sie dreht sich zu mir herum, das Handtuch rutscht von ihrer Schulter. „Hier laufen mehr als genügend reiche Geldsäcke rum, die dich nur allzu gerne lieber heute als morgen zu ihren Geliebten machen würden. Allen voran Herr Bramm.“
Erschrocken lasse ich das Handtuch sinken. Mein Mund öffnet sich, aber nichts kommt heraus. Doreen grinst mich an – dieses Freche, schiefes Grinsen, das ich von unzähligen Schulpausen kenne, wenn sie etwas weiß, was ich noch nicht weiß.
„Ja, du hast richtig gehört. Ich bin doch nicht blind auf den Augen.“ Sie lehnte sich gegen die Wand, verschränkte die Arme unter ihrer Brust, genau so, wie sie es draußen gemacht hat. „Der alte Bramm ist richtig geil auf dich. Also vergiss mal schnell seinen dämlichen Sohn. Dieser Schwuchtel Marcel. Der ist doch schon lange komplett ans schwule Ufer gewandert!“
Marcel. Der Name trifft mich wie ein Klaps. Ich sehe sein Gesicht vor mir – dieses halbe Lächeln, diese warmen Haselnussaugen, wie er den Kopf neigt, wenn er zuhört. Und dann das Bild, das sich in mein Gedächtnis gebrannt hat: Marcel, der Juan küsst, seine Hände in seinem Haar, sein Mund auf einem anderen Mund. Marcel ist ein Lüge. Alles was er bisher gesagt oder getan hat war eine Lüge. Ich war nie mehr als Requisite in einem Stück, das sein Vater inszeniert hat.
„Ja, das habe ich auch schon bemerkt“ , sage ich, und meine Stimme klingt dünn und unsicher, wie ein Faden, der reißt. „Aber – aber ich kann mich doch nicht zur Geliebten von Herrn Bramm machen lassen. Und was sagt denn seine Frau dazu, wenn die das erfährt!?“
Doreen Lacht. Nicht das Kichern von vorhin. Ein echtes, hartes Lachen, das von den Holzvertäfelungen zurückgeworfen wird.
„Die alte Bramm. Diese Saufnase.“ Sie schüttelt den Kopf. „Die liebt doch nur noch ihren Cognac. Bei den beiden läuft schon lange nichts mehr im Bett! Und die ist doch froh, wenn sie Ruhe vor ihrem Mann hat. Vielleicht war oder ist das auch der Grund, warum du von ihr eingeladen wurdest!? Damit sie sich in aller Ruhe ihrer Cognacsucht widmen kann!“
Ich starre sie an. Die Worte hängen in der Luft zwischen uns, schwer und greifbar. Frau Bramm, die mich eingeladen hat, mit diesem müden, distanzierten Lächeln, während sie ihr Glas mit Cognac gefüllte und wieder gefüllte. Hat sie es gewußt? Hat sie das alles geplant?
„Katharina, und ob du das kannst!“ Doreen richtet sich auf, und ihr Blick verändert sich – es ist nicht mehr nur die Cousine, die da steht. Es ist jemand, der etwas verkaufen will. „Der Bramm wird dich garantiert auf Händen tragen und wird dir ein Leben ermöglichen, was du dir bis jetzt in deinen kühnsten Träumen noch nicht vorstellen kannst!“
Mit offenem Mund schaue ich in ihr Gesicht. Ich sehe die blaue Kälte in ihren Augen, die Überzeugung, die Sicherheit. Als hätte sie das alles schon einmal durchgespielt, als hätte sie das Drehbuch gelesen, bevor der Film überhaupt angefangen hat.
„Katharina, was meinst du denn, wie es bei mir vor knapp 1 Jahr war, wo ich gerade mal achtzehn geworden bin?“ Sie sagt es leise, schnell zärtlich, als würde sie sich an etwas erinnern, das gleichzeitig schön und schmerzhaft ist. „Im ersten Augenblick war ich auch total verunsichert. So wie du jetzt. Aber ich versichere dir — du gewöhnst dich sehr schnell dran, und es wird dir auch sehr viel Spaß machen.“
Sie macht eine Pause. Ich höre meine eigenen Atmen, und irgendwo draußen am Pool lacht jemand.
„Unter der Woche hast du immer deine Ruhe und vor allem kannst du da machen und tun, was du willst. Aber von Freitagnachmittag bis Sonntagabends stehst du dann als deren Geliebte auf Abruf parat, wenn sie Lust auf dich bekommen und sich dann ausgiebig mit dir vergnügen wollen!“ Sie zählt es auf wie die Punkte einer Stellenanzeige. „Und glaube mir — jedes Wochenende schön essen gehen, in edlen Bars rumhängen, wo du viele neue und interessante Leute kennenlernst, und vieles mehr. Das macht tierisch Spaß.“
Dann verändert sich ihr Tonfall. Der Schwung verschwindet, und was bleibt, ist etwas Flaches, Sachliches.
„Ja, und dazu gehört dann aber auch, dass du dich dann von demjenigen immer wieder anfassen und natürlich auch bereitwillig ficken lassen musst. Denn nichts aber auch rein gar nichts ist umsonst im Leben!“
Ich muss kräftig schlucken. Mein Hals ist trocken, obwohl ich gerade aus dem Pool komme. Das Wort — ficken —, wie sie es so selbstverständlich sagt, als spräche sie über eine Steuererklärung oder einen Handyvertrag. Doreen grinst wieder, als sie ins Schwärmen kam, und sagt dann lachend zu mir: „Ja, Katharina, was meinst du denn, warum ich in den letzten Monaten so wenig Zeit für uns hatte!“
Sprachlos. Völlig sprachlos. Ich starre auf die Holzdielen unter meinen bloßen Füßen und versuche, die Bilder zu sortieren, die sich in meinem Kopf überschlagen. Doreen, die in teuren Restaurants sitzt. Doreen, die im Hotelbetten liegt. Doreen, die sich von einem Mann wie Dr. Richter – mit seinen langen, präzisen Fingern und seinem Lächeln, das nie seine Augen erreicht – berühren lässt... und ficken lässt.
„Katharina, du bist echt so naiv süß. Noch...“ Sie sagt es mit einem Unterton, der liebevoll gleichzeitig und herablassend klingt. „... es wird langsam Zeit, dass du anfängst, das Spiel der Erwachsenen zu spielen.“
Sie löst sich von der Wand und tritt einen Schritt auf mich zu. Deine Hand greift nach meiner Kinn und hebt es an, bis ich ihr in die Augen schauen muss.
„Also pass auf. Egal wo, egal wie und egal bei wem — betone immer schön deine geilen Brüste, indem du sie weit rausstreckst.“ Sie drückt mir das Kinn etwas höher, und automatisch richte ich mich auf, ziehe die Schultern zurück, und meine Brüste heben sich. „Und mach immer sexy einen Hüftschwung, also wackele schön mit deinem Arsch. Du wirst dann recht schnell bemerken, dass all die Geldsäcke, die heute hier sind und keine Begleitung dabei haben — dass die dich wie irre anglotzen werden und auch alles versucht werden, um mit dir in aller Ruhe ins Gespräch zu kommen. Denn die wollen dich bestimmt alle flachlegen!“
Wieder dieses Wort. Flachlegen. Ich schlucke erneut. Mein Magen zieht sich zusammen, aber es ist nicht nur Unbehagen. Es ist etwas anderes, etwas Dunkleres, etwas, das sich wie eine heiße Welle durch meinen Unterleib rollt. Die Erinnerung an Dr. Richters Hände, die meine Brüste kneten, ein seinen Atem in meinem Nacken, eine Herrn Bramms Stimme in meinem Ohr – du geiles Luder. Mein Körper hat auf diese Worte reagiert, hat sich angeboten, hat sich gedrückt. Und jetzt steht hier Doreen und sagt mir, dass ich das bewusst einsetzen soll. Dass ich das Material bin und die Männer dieses Material bearbeiten wollen.
„Süße, sei doch nicht so naiv.“ Doreen seufzt, als sie Geduld mit einem Kind hatte. „Willst du vielleicht dein Leben lang irgendwo als Verkäuferin, 0815-Sekretärin oder sogar als billige Putzfrau schuften? Ich bestimmt nicht!“
In dem Moment, wo sie das sagt, muss ich an meine Mutter denken. Mit ihren Händen greifen die Morgen um fünf den Putzlappen. An den Geruch von Reinigungsmittel, der in ihrer Haut hängt, auch wenn sie abends auf dem Sofa sitzt. An die Falten in ihrem Gesicht, die nicht vom Alter kommen, sondern von der Müdigkeit. An das Geld, das nie reicht, und an die Diskussionen, die immer um dasselbe drehen – Miete, Strom, Lebensmittel. Und ich frage mich, ob meine Mutter jemals die Wahl hatte, die Doreen mir jetzt anbietet. Ob sie jemals etwas anderes hätte tun können.

„Ja, irgendwie hast du schon Recht, Doreen“ , sage ich, und meine Stimme ist schüchtern, schnell ein Flüstern.
Doreen grinst mich amüsiert an. *„ ** Katharina, hier auf der Pool-Party hast du die besten Chancen, dir einen dieser reichen Geldsäcke oder sogar den Bramm zu angeln. Egal für wen du dich dann entscheidest – du wirst es bestimmt nicht bereuen.“*
Ich muss laut lachen und auch grinsen, wie sie mir das sagt. Denn immer, wenn wir beide irgendwo unterwegs waren, da hielten wir bloß Ausschau nach Typen, die nach Geld aussahen. Auf dem Schulhof, in der Stadt, im Freibad – überall. Doreen hatte dieses Spiel erfunden, und ich war immer gut darin gewesen, die richtigen herauszufiltern. Der Schuh von Prada. Die Uhr von Rolex. Der Schnitt eines Maßanzugs. Wir hatten uns die Sprache des Reiches angewöhnt wie eine zweite Muttersprache.
„Na siehst du, also komm, lass wir die Geldsäcke nicht warten!“ Doreen richtet ihre Schultern auf und wirft ihr Handtuch über die Bank. „Aber nicht vergessen – Dr. Richter gehört mir!“
Und da muss ich erneut laut lachen. „Nein, keine Angst, das ist dein!“
Ich muss lachen, als sie das so unverblümt zu mir sagt. Als wäre das alles so einfach. Als wäre es das Normalste der Welt, sich einen Mann wie ein Paar Schuhe auszusuchen und zu sagen: Der ist meiner. Ich bin zwar immer noch verunsichert, aber jetzt bin ich hier, also warum sollte ich das Spiel mit dem Feuer nicht auch mal ausprobieren?
„OK, Doreen, dann lass uns mal etwas mit dem Feuer spielen!“ sage ich zu meiner Cousine.
Doreen gibt mir einen frechen Klaps auf meinen schnellen nackten Hintern – die Handfläche trifft auf nackte Haut, und der Klatsch hallt durch das Pool-Haus. „Ja, Katharina, so ist es richtig. Also komm, mach jetzt mal die Männer richtig ordentlich wild auf dich!“
Ich nicke grinsend, als sie das zu mir sagt. Ich spüre das Brennen auf meiner Haut, wo ihre Hand mich getroffen hat, und es ist wie ein Siegel. Ein Startsignal.
Dass Doreen mich nur an Herrn Bramm und seinen Escort Service verschachern will, damit sie keinen Analverkehr mehr machen muss – dass das ein ganz perfides Spiel gerade von ihr ist, was mich angeht – das kommt mir da gar nicht in den Sinn.
Zusammen mit ein paar der anderen jungen Frauen, die sich auch bereits mit ihren Liebhabern im Wasser vergnügt hatten, schminkten wir uns neu und schlüpften in unsere anderen trockenen G-String Mini Bikinis. Bevor wir das Pool-Haus wieder in Richtung Poolbar verließen.
Sie lachen und tuscheln, ihre Haut glänzt und braun, ihre Bikinis genau so knapp wie meine. Eine von ihnen – eine Rothaarige mit einem Lächeln, das zu breit ist, um echt zu sein – hat ihre Hand auf den Arm eines grauhaarigen Mannes gelegt, der sie schnell sanftmütig ansieht, als hätte er gerade ein Kunstwerk erkannt. Die anderen gehen voraus, und Doreen und ich bleiben etwas zurück.
Doreen geht jetzt mit mir extra langsamer als die anderen Frauen. Sie werden mich gewissenhaft von ihnen trennen, das merke ich. Sie werden mir beweisen, dass sie mit ihrer Aussage recht hat.
Und sie hat recht. Kaum dass wir das Pool-Haus verlassen haben, merke ich, wie mich einige der Herren unverhohlen lüstern anvisieren. Ein Mann am Grill, der eine Wendezange in der Hand hält, dreht den Kopf so weit, dass ihm schnell das Fleisch verbrennt. Ein anderer, der an der Bar steht und sein Glas hebt, lässt die Bewegung mittendrin einfrieren, als hätte jemand die Zeit angehalten. Ihre Blicke wandern über meinen Körper – von meinen Füßen in den High Heels über meine Beine, über die Rundung meiner Oberschenkel, über den schmalen Schnitt meines Bikinihöschens, über meinen flachen Bauch, über meine Brüste, die sich mit jedem Atemzug heben und senken, über meine Schultern, über mein Gesicht.
Jetzt, da wir so langsam zur Poolbar gehen, habe ich endlich die Chance, mich richtig an diese krass geilen High Heels zu gewöhnen. Was mir auch schnell gelungen ist. Die Absätze sind 10 Zentimeter hoch, spitz und silbern, und sie zwingen meine Füße in eine Position, die meine Waden spannt und meine Hüfte nach vorne schiebt. Aber ich bin ja bereits 6 Zentimeter hohe Absätze gewohnt. Somit ist die Umstellung auf die 10 Zentimeter doch gar nicht so sehr schwierig, wie ich zuerst angenommen habe. Bereits nach wenigen Metern laufe ich sehr sicher in diesen geilen High Heels.
Schnell bin ich in der Lage, meinen Hintern mit einem richtig schönen, geilen, sexy Hüftschwung zu präsentieren. Mit jedem Schritt wackelt mein Arsch – links, rechts, links –, und ich spüre, wie die Backen sich gegeneinander bewegen, wie der Stoff meines Bikinihöschens sich in die Ritze schiebt und wieder löst. Der Hüftschwung ist nicht gezielt, nicht erzwungen. Er entsteht aus den Absätzen, aus der Haltung, aus dem Rhythmus. Aber ich verstärke ihn, so gut ich kann.
Mein Gang ist jetzt wesentlich erotisch geworden, was natürlich dafür sorgt, dass jetzt noch mehr Männeraugen auf mich fixiert sind. Ein Mann, der gerade aus dem Wasser steigt, bleibt stehen und starrt so offen, dass sein Freund ihn anstupst. Zwei Männer am Pavillon drehen sich gleichzeitig, als ein unsichtbarer Dirigent ihren Kopf bewegt hätte.
Zu meiner Schande muss ich mir eingestehen, dass ich es gerade total auskoste. Dieses Gefühl, so begehrenswert von den Männern angestarrt zu werden. Es ist ein irre geiles Gefühl. Meine Haut prickelt, und zwischen meinen Beinen pulsiert etwas, das nicht nur von der kühlen Luft kommt, die über meinen feuchten Bikini streicht.
Doreen bleibt mit mir halbwegs kurz stehen. Sie werden sich noch einmal darüber im Klaren sein, dass ich auch entsprechend gut in den High Heels stehen kann.
Aber kaum dass wir beide stehen geblieben sind, da kommen direkt schon zwei männliche Gäste in unsere Richtung gelaufen.
Man kann sehr gut erkennen, dass einer der beiden mich mit seinem sexhungrigen Blick fest taxiert hat und bei mir Lüstern meinen Hintern und meine Brüste in Augenschein nimmt. Seine Augen wandern langsam über mich, als würde er eine Speisekarte lesen und jedes Gericht einzeln bewerten. Der zweite Mann wirft einen Blick auf Doreen, dann wieder auf mich, dann wieder auf Doreen, als würde er sich entscheiden.
Gerade habe ich den Bogen rausgehabt, entsprechend im Stehen auf diesen High Heels meinen Hintern und meine Brüste in Szene zu setzen und mich einigermaßen aufreizend zu präsentieren. Was mir offenbar gerade auch sehr gut gelungen ist.
Denn wo ich jetzt hier gerade auf dem halben Weg zur Poolbar stehe, mit meiner Cousine Doreen, und mich darin versuche, mich von meiner sexy Seite zu zeigen, da fängt Doreen zu grinsen an und flüstert leise zu mir: „Katharina, du machst das perfekt. Schau mal — die zwei geilen Böcke, die da zu uns. Sorry, nein — zu dir kommen. Die sind rattenscharf auf dich!"
Ich muss da doch etwas grinsen, als sie das so zu mir sagt. Und dann, in ganz leisem Gekicher, flüstert sie mir noch zu: „Schau doch mal, wie sich bereits ihre Badehosen ausbeulen, wenn sie dich auch nur betrachten!“
Ich muss lachen, als sie das zu mir sagt. Und ich kann es auch selbst sehen – die Stoffe spannen sich, bei dem einen Links, bei den anderen rechts, und die Beulen sind nicht zu übersehen. Bis heute war mir gar nicht so richtig bewusst gewesen, welchen Einfluss ich doch mit meiner Erscheinung bei Männern hatte und was ich bei ihnen alles damit bewirken konnte. Eine einfache Bewegung meiner Hüfte, ein leichtes Heben meiner Brust – und die Männer reagieren wie auf einen unsichtbaren Knopf, den ich drücke.
Als die beiden Männer bei uns stehen, grinst mich Doreen amüsiert an und sagt einmal: „Äh... Katharina, ich habe da was im Poolhaus vergessen. Bin gleich wieder da.“
Und schon steht ich mit den beiden Herren allein da.
Doreen schlendert zurück in Richtung Pool-Haus, ihre blonden Haare schwingend, ihre Hüften sexy wackelnd, und ich sehe, wie der kleinere der beiden Männer ihr nachblickt, enttäuscht, als hätte er auf eine Chance bei ihr gehofft.
Entsprechend den Ratschlägen von Doreen stelle ich mich jetzt mit weit ausgestreckter Brust vor die beiden hin. Ich ziehe die Schultern zurück, richte meine Wirbelsäule auf, und meine Brüste heben sich, voll und rund, die Brustwarzen hart durch den dünnen Bikinistoff. Meine Füße in den High Heels stehen schulterbreit, und ich spüre, wie die Spannung durch meine Waden und Oberschenkel bis in meine Hüften steigt.
Der größere der beiden Männer – ca. 30-35 Jahre nur alt, braungebrannt, kräftige Statur, ein kräftige schwarze Haare, der ihm Kultiviertheit verleiht – reicht mir die Hand. Seine Hand ist warm und trocken, der Händedruck fest, aber nicht zu fest. Ein Mann, der weiß, wie man eine Hand schüttelt.
„Guten Tag, Katharina. Ich bin Manfred Konrad, ein sehr, sehr guter Freund von Herrn Bramm, und das hier ist sein Gast Herr Klaus Berg.“
Sein Lächeln ist charmant, aber seine Augen – dunkelbraun, schnell schwarz – wandern über meinen Körper, als hätte er sich vorgenommen, jedes Detail zu speichern. Sein Blick bleibt einen Moment lang an meiner Dekolleté hängen, bevor er ihn wieder auf mein Gesicht richtet.
Ich bin nett. „Angenehm, ich heiße Katharina. Aber das wissen Sie ja schon.“
Herr Berg – kleiner, gedrungener, mit einem Bauch, der über seinem Badehosenbund ragt – sieht etwas enttäuscht meiner Cousine Doreen hinterher. Scheinbar hatte gedacht, mit ihr auch ins Gespräch zu kommen. Er hält sich aber dezent zurück und reicht mir schüchtern die Hand, sein Händedruck schwächer, schwitziger.
Manfred Konrad grinst mich süffisant an, und ich sehe, wie sein Blick wieder wandert – über meine Beine, über meine Hüften, über meine Brüste, zurück zu meinem Gesicht. Er stellt mir auch gleich schon eine sehr direkte und prekäre Frage.
„Sie sind offensichtlich die neue Geliebte von Herrn Bramm. Oder täusche ich mich da etwa!?“
In dem Moment weiß ich nicht, was ich sagen soll und werde jetzt doch etwas nervös. Mein Herz schlägt schneller, und ich spüre, wie mir die Hitze in den Kopf steigt. Meine Finger kribbeln, und ich weiß nicht, wohin mit meinen Händen.
Geliebte.. . Das Wort hängt in meinem Kopf, schwer und ungreifbar, und ich sehe, wie Konrads Grinsen breiter wird, als er meine Unsicherheit bemerkt.
Was soll ich jetzt bloß antworten?
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