Der Schachzug…
... Im Dampf!
Da ich nicht wusste, was ich auf die Frage des Mannes reagieren sollte, sagt ich etwas verunsichert: „Ähm, da ist mir nichts von bekannt, dass ich seine Geliebte sein sollte!“ Und das sagte ich in dem Moment sehr unbedarft und spürte, dass mir diese Worte viel zu schnell über die Lippen purzelten.
Meine Stimme klingt heller als beabsichtigt, fast atemlos, und ich sehe, wie Manfred Konrads Mundwinkel realtiv schnell nach oben zuckte. Das Blau seiner Augen verdunkelt sich, als würde ein Schatten über Wasser gleiten, und dann breitet sich dieses breite, fiese Grinsen auf seinem Gesicht aus. Süffisant. Als ob er gerade eine Tür aufgestoßen hatte, wusste er, dass sie unverschlossen ist.
„Katharina...“ , sagt er, und seine Hand legt sich auf meine Schulter. Warm. Fest. Die Finger drücken sich durch den feuchten Stoff meines Bikinioberteils, als wären sie es gewohnt, sich Zugang zu verschaffen. „...Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir vielleicht bei einem Gläschen Champagner im Whirlpool etwas Gesellschaft leisten würden. Und wir zwei uns dabei vielleicht etwas genauer und näher kennenlernen könnten.“
Seine Hand setzt sich in Bewegung, während er spricht. Langsam. Streichelnd. Von meiner Schulter aus den Rücken hinab, als würde er die Konturen meiner Wirbelsäule auswendig lernen. Jeder Finger ein eigenes Versprechen.
Soll ich seine Hand wegschieben? Oder sie einfach weiter machen lassen? Eine Gänsehaut breitet sich auf meinem Körper aus. Nicht aus Kälte. Nicht aus Angst. Dieses Kribbeln, das unter meiner Haut loszieht, kenne ich inzwischen.
Verdammt. Ich werde wieder so erregt. Die Hitze sammelt sich in meinem Unterleib, pulsiert dort, als würde ein zweiter Herzschlag schlagen, und ich spüre, wie sich meine Brustwarzen unter dem trockenen weißen Bikini weiter aufstellen. Der Stoff spannt. Was soll ich jetzt bloß sagen?
Ich mustere diesen Manfred Konrad, während seine Hand weiter über meinen Rücken wandert. Ich schätze ihn vom Alter her so auf 35 bis 40 Jahre vielleicht. Sein Körper war gut trainiert, die Schultern breit, die Arme durchtrainiert und kräftig unter der gebräunten Haut. Dunkelblonde Haare, im vorderen Teil aufgestylt, und diese blauen Augen, diese wunderschönen blauen Augen, die mich aber gerade abschätzen wie ein Räuber seine Beute.
Zu meinem Scham muss ich mir eingestehen, dass er mir wesentlich besser gefällt als Herr Bramm. Viel viel besser sogar. Diese markanten Züge, diese sportliche Statur, diese charmante Kunst, wie er mit mir redet. Als würde er mich tatsächlich sehen. Nicht nur meine Titten, nicht nur meinen Körper. Obwohl sein Blick immer wieder zu meiner Dekolleté zurückkehrt, wie ein Magnet, der nicht anders kann, als Eisen anzuziehen.
Nur weiß ich da ja leider noch nicht, dass er eigentlich ein sehr gefährlicher und auch sehr berüchtigter Zuhälter aus Frankfurt am Main ist und das er gerade mit mir ein gefährliches Spiel gespielt hat.
„Nun, Herr Konrad...“ , sage ich und meine Stimme ist jetzt fester, schnell herausfordernd, „... warum denn auch nicht!? Sehr gerne trinke ich mit Ihnen ein Glas Champagner im Whirlpool! Auf alle Fälle wesentlich besser als irgendwo rumzustehen.“
Sein Grinsen vertieft sich. Die Zähne blitzen weiß zwischen seinen Lippen. „Nicht weglaufen, Katharina. Ich bin sofort wieder da.“ Und schon dreht er sich um und läuft mit schnellen Schritten in Richtung Poolbar, die Schultern zurück, der Gang eines Mannes, der ein Ziel hat.
Ich schaue ihm nach, wie er – in meinen Augen, ein sehr geiler Typ – sich durch die Menge der Gäste bewegt, und spüre das Pochen zwischen meinen Beinen. Das Liquid Ecstasy, das man mir heimlich in die Cocktails gemischt hatte, trug seinen Teil dazu und liegt mein Blut jetzt regelrecht pulsieren.
Alles wirkt weicher, wärmer, intensiver. Die Farben des Gartens leuchten gesättigter, die Stimmen der Gäste verschmelzen zu einem warmen Summen, und mein Körper fühlt sich an, als würde er von innen heraus schmelzen.
Herr Berg steht noch neben mir, und ich wende mich ihm zu. Er ist kleiner als Manfred, stämmig, und sein Gesicht hat etwas Verlorenes. „Doreen ist die Geliebte von Dr. Richter“ , sage ich beiläufig, ohne darüber nachzudenken. Und sein Gesichtsausdruck fällt regelmäßig zu Boden. Seine Mundwinkel sinken, die Augen verlieren ihre letzte Funken Hoffnung, und er schluckt, als hätte er einen zu großen Bissen hinuntergewürgt. Er hatte sich eine andere Antwort erhofft. Ich sehe es an der Kunst, wie seine Hände sich ballen, an der Kunst, wie sein Blick kurz zu den Rosensträuchern schweift, als würde er dort eine Erklärung suchen, die es nicht gibt. „Ach so“ , sagt er nur. Mehr nicht. Die Enttäuschung hängt schwer in der Luft zwischen uns, und ich wende mich von im ab.
Neufeurig schaue ich zur Poolbar, wo Manfred gerade eine Flasche Champagner aus dem Kühlfach zieht. Zwei Gläser in der anderen Hand. Sein Blick findet meinen suchenden Blick über die Köpfe der Gäste hinweg. Dabei grinst er mich schelmisch und frech an.
Dann passiert es.
Herr Bramm tritt in Manfreds Weg. ER hatte wieder seinen Anzug angezogen, der im Licht der untergehenden Sonne, in Anthrazit schimmerte, die Krawatte perfekt gebunden, die Haltung aufrecht wie immer. Er sagt irgendetwas zu Manfred Konrad, und ich sehe, wie Manfreds Schritt stockt. Die Flasche in seiner Hand. Die Gläser. Sein Körper dreht sich halb zu Herrn Bramm, und ich kann die Mimik von hier aus nicht genau lesen, aber die Körpersprache spricht Bände. Bramm steht breitbeinig, die Hände vor dem Körper verschränkt, die Stimme tief und ernst.
Ich bin zu weit entfernt, um die Worte zu hören, aber ich sehe, wie Manfreds Grinsen schmaler wird. Wie er die Flasche fester greift. Wie Bramm etwas sagt, das den Kopf des Zuhälters zum Nicken bringt.
Dann geht Bramm zurück zu Dr. Richter, der hinter einem Busch am Rand des Gartens steht. Die beiden versinken im Gespräch, und Bramm zieht sein Handy aus der Innentasche seines Jacketts. Tippt. Wischt. Aktiviert etwas.
Manfred kommt auf mich zu. Sein Grinsen ist zurück, aber es ist jetzt ein anderes. Schärfer. Bewertender. Die Augen eines Jägers, der die Konkurrenz ausgemustert hat und jetzt seinem Instinkt folgt.
„Auf Katharina, ab in den Whirlpool!“ Er reicht mir ein Glas und hält die Flasche schräg, als würde er einem Königreich huldigen. Der Champagner perlt golden im Licht, und ich nehme das Glas. Unsere Finger berühren sich. Seine Haut ist heiß und trocken. „Prost“ , sage ich und nehme einen Schluck. Die Bläschen prickeln auf meiner Zunge, und das Liquid Ecstasy in meinem Blut singt.
Ich weiß nicht, dass Bramm gerade Ansprüche auf mich angemeldet hat. Dass er zu Manfred sagte: „Ich möchte dich darauf hinweisen, dass ich eigentlich bereits meine Ansprüche an Katharina habe!“ Dass er betont hat, ich sei extra für ihn von seinem Sohn auf der Schule klar gemacht worden. Dass er versucht, dass ich mich ihm bereitwillig aushändige.
Ich weiß nicht, dass Manfred geantwortet hat: „OK. Aber du kennst die Spielregeln. Wer zuerst zum Zug kommt, hat gewonnen. Und der andere kommt dem nicht mehr in die Quere.“ Dass Bramm nickend zugestimmt und „Ja, ich kenne unsere Spielregeln. Viel Glück!“ Gesagt hat. Dass Bramm grinste und fügte hinzu: „Mani, einer von uns beiden wird Katharina heute ficken! Vielleicht du, vielleicht ich. Und wer weiß, vielleicht hast du ja jetzt schon Glück und kannst sie für dich klar machen!“
Ich weiß nicht, dass Manfred entgegnete: „Ich leihe sie dir bestimmt auch mal für deinen Escort Service aus. Wenn sie erst mal in meinem Eroscenter in Frankfurt gelandet ist! Dann kannst auch deine Kunden sie nach Herzenslust ficken!" Dass Bramm amüsiert sagte: „Bin mal gespannt, wie weit du jetzt kommst, wenn du mit ihr im Whirlpool Champagner trinkst. Aber ich denke mehr wie Küssen, ihre nackten Titten kneten, wie sie noch nicht zulassen! Vielleicht lässt sie sich auch von dir fingern. Mehr denke ich ist noch nicht so früh am Abend drin! NOCH NICHT!“
Ich weiß nicht, dass Manfred frech grinste und erwiderte: „Küssen, die Titten kneten, etwas fingern. Wer weiß schon, ob ich Katharina nicht auch gleich schon ficken kann. Damit Katharina schon bald in meinem Eroscenter in Frankfurt ihre Gäste begrüßen kann!" Dass Bramm lachte und sagte: „Na dann. Möge der Bessere gewinnen. Viel Spaß mit ihr im Whirlpool!“
Von alldem weiß bzw. ahne ich ich nichts.
Unvoreingenommen trinke ich Champagner mit einem Mann - aus meiner Sicht ein verdammt geiler Typ - der mich ansieht, als wäre ich eine Prinzessin, die es zu erobern gilt, und mein Körper antwortet auf diesen Blick mit einer Wärme, die jeden rationalen Gedanken in mir ertränkt.
Manfred legt seine Hand auf meinen unteren Rücken. Und er führt mich.... durch den Garten... vorbei am Pavillon... an der Grillstation... den ganzen Kiesweg entlang... der hinter das Poolhaus führt. Meine Hüften schwingen unter seiner Berührung, die Brüste strecken sich nach vorn, als würden sie ihm entgegenragen. Ich spüre die Blicke der Gäste, die an ihm und mir haften bleiben, wie Finger, die über meine Haut gleiten. Begierig. Bewertend. Begehrend.
Und dann sehe ich den Whirlpool.
Er steht abseits. Hinter dem Poolhaus, leicht versteckt hinter einer dichten Bambushecke, deren Blätter im Wind rascheln wie geflüsterte Geheimnisse. Alles rund um den Pool ist rosarot ausgeleuchtet, nur das Wasser schimmert bläulich von den Unterwasserleuchten, Dampfschwaden steigen auf und bilden einen Vorhang aus bläulich und rötlichen Wolken, die zwischen uns und dem Rest des Gartens wie ein dichter Vorhang aussehen. Je näher wir gerade an den Whirlpool kommen, um so mehr kann ich die feuchte Wärme des Wassers spüren.
Mein Verstand sagt „Nein..“ . Mein Verstand schreit regelrecht „Nein...“ . Denn dieser Ort ist so versteckt, so abgelegen und durch die Dampfschwaden so uneinsehbar, dass niemand von den anderen Parygästen uns hier sehen wird. Niemand wird uns sehen oder hören, was hier passieren wird. Die Bambushecke ist zu hoch, die Dampfschwaden zu dicht und das große Poolhaus versperrt die Sichtlinie zum Rest des Gartens.
Aber Verdammt... Mein Verstand sagt zwar "Nein.." Doch mein Körper sagt ja... Er lechzt gerade zu danach. Mein Körper schreit ja, und mein Körper ist lauter. Um längen lauter.
Das Liquid Ecstasy hat jeden geistigen Widerstand in mir aufgelöst, jede Hemmung weggespült wie eine Flutwelle, die einen Sandkasten wegspült. Ich spüre nur noch dieses geile Kribbeln. Dieses unbeschreiblich irre geile Gefühl, von allen Männern so begehrt zu werden. Meine Cousine Doreen hatte Recht. Sie hatte so recht. Diese Gefühle, die in mir ausgelöst wurden, die ich bisher lustvoll erleben durfte, sie obsiegen gänzlich.
Ich bin nicht mehr in der Lage klar zu denken, geschweige denn rational zu urteilen.
Manfred hilft mir galant in den Whirlpool. Seine Hand greift nach meiner Hüfte, fest, bestimmt, und ich steige über den Rand. Das Wasser schließt sich um meine Beine, warm, angenehm warm nicht zu heiß, und ich lasse mich gleiten. Der Dampf hüllt mich ein, das weiße Bikini-Oberteil wird nass und klebt jetzt noch enger an meiner Haut, und ich sehe, wie Manfreds Blick auf meine Brüste fällt, die im Wasser auf- und abwippen.
Er steigt zu mir ins Wasser. Setzt sich neben mich. Nahe genug, dass ich seine Körperwärme durch das heiße Wasser spüre. Sein Arm legt sich um meine Schultern, und er reicht mir mein Glas, das er am Rand abgestellt hatte.
„Auf uns...“ , sagt er, und seine Stimme ist jetzt tiefer, rauer. Die Worte vibrieren in meinem Ohr, und ich nehme einen großen Schluck. Der Champagner rinnt kalt meine Kehle hinab, und das Prickeln vermengt sich mit der Hitze des Wassers, mit der Hitze seines Körpers, mit der Hitze, die sich in meinem Unterleib zusammenballt.
Ich weiß nicht, dass hinter der Bambushecke, jenseits des Poolhauses, Herr Bramm und Dr. Richter hinter einem Busch stehen und grinsen. Dass Bramm sein Handy in der Hand hält und auf dem Display eine App steuert, die die Überwachungskameras im Garten bedient. Dass er die Kameras, die hinten am Poolhaus montiert sind, jetzt genauer auf den Whirlpool ausrichtet. Dass er die Tonaufnahme einschaltet.
„Ich glaube, es ist nicht verkehrt, wenn ich mal die beiden Überwachungskameras da hinten genauer etwas auf den Whirlpool ausrichte und auch die Tonaufnahme mit einschalte“ , sagt Bramm zu Dr. Richter, während er auf dem Display zwei Schieberegler nach rechts verschiebt. Das Bild auf dem Bildschirm zoomt heran. Der Whirlpool. Die Dampfschwaden. Zwei Körper im Wasser. „Natürlich wird alles nur zum Schutz von Katharina rein vorsorglich in Bild und Ton festhalten. Und wer weiß, wozu wir das noch gebrauchen können.“

Und dann lachen die beiden. Lauthals. Fast hätten sie sich durch ihr Lachen in ihrem Versteck verraten. Aber das Rascheln der Bambusblätter und das Plätschern des Whirlpools übertönen jedes Lachen, und ich höre nichts davon. Ich höre nur das Wasser. Manfreds Atem. Mein eigenes Herz, das in meiner Brust hämmert.
Bramm und Richter gehen zurück an die Poolbar. Sie lass mich jetzt alleine alleine... mit diesem Manfred Konrad.
In mir wühlen die Gefühle. Die Versicherung. Die Angst. Aber auch das Verlangen nach mehr. Es ist ein Sturm, der mich hin- und herwirft, und ich kann nicht entscheiden, welchen Wind ich tragen soll. Mein Verstand hat abgeschaltet. Meine Gefühle haben obsiegt. Unbedingt wird mein Körper jetzt wieder diese irren geilen Gefühle erleben. Und ja, ich muss zu meiner Schande stehen, ich werde jetzt herausfinden, welche Gefühle dieser geile Typ, dieser Manfred Konrad gleich in mir auslösen wird. Die ich dann ausgiebig erleben und auskosten werde.
Eigentlich hätte dieser Manfred Konrad vom Alter her auch fast schon mein Vater sein können. Und unter normalen Umständen würde ich so jemanden links liegen lassen. Aber durch die ganzen Cocktails, die ich bis jetzt getrunken habe, in die man mir immer heimlich dieses Liquid Ecstasy gemischt hat, bin ich jetzt entsprechend recht euphorisch.
Das Liquid Ecstasy wirkt bei mir bereits verdammt gut und sorgt dafür, dass ich immer entspannter und entthemmter werde. In mir kommt eine sexuelle Stimulation hoch, die ich bis jetzt noch nicht gekannt habe. Eine Wärme, die nicht nur unter meiner Haut liegt, sondern aus ihr herausdrängt, als würde mein Körper von innen heraus geschmolzen. Daher verschwende ich jetzt auch keine Gedanken mehr daran, dass dieser Mann fast mein Vater sein könnte.
Manfreds Hand liegt auf meiner Schulter. Sein Daumen zeichnet kleine Kreise auf meiner Haut. „Erzähl mir was über dich, Katharina“ , sagt er, und seine Stimme ist wie Honig, der sich über mein Bewusstsein legt. „Was macht eine so hübsche junge Frau auf einer Party wie dieser?“
Ich nicke. Beginne zu reden. Worte, die aus mir herausfließen, als hätte jemand einen Staudamm geöffnet. Die Schule. Meine Eltern. Doreen. Die Worte vermengen sich mit Champagner und Liquid Ecstasy, und ich merke nicht, wie Manfred mein Glas immer wieder nachfüllt. Wie er mich zum Trinken animiert. Wie der Alkohol mit dem Liquid Ecstasy eine Verbindung eingeht und dabei auch noch meine letzten Hemmungen auflöst.
Seine Hand wanderte. Von der Schulter den Arm hinab. Zurück. Über das Schlüsselbein. Die Berührung ist leicht, schnell beiläufig, aber jeder Finger hinterlässt einen Spur aus Feuer auf meiner Haut. Ich bebe. Nicht vor Kälte. Das Wasser ist heiß, schnell zu heiß, und die Dampfschwaden, die zwischen uns hängen, machen alles verschwommen, unwirklich, wie ein Traum, aus dem ich nicht aufwachen will.
„Du hast einen wunderschönen Körper, Katharina“ , sagt Manfred, und seine Stimme ist jetzt so nah, dass ich seinen Atem auf meine Wange spüre. Champagner und Sandelholz. „So jung. So frisch. So geil.“
Das Wort hängt in der Luft. Geil. Er hat es ohne Zögern gesagt, ohne Beschönigung, und es trifft mich wie eine Ohrfeige, die mir nicht weh tut, sondern mich aufstachelt. Mein Körper reagiert, bevor mein Verstand es kann. Die Brustwarzen drücken sich gegen den Bikini-Stoff. Zwischen meinen Beinen pulsiert es, heiß und nass, und nicht nur vom Wasser.
Ich trinke. Noch einen Schluck. Noch einen. Die Flasche ist halb leer, und ich merke nicht, dass Manfred kaum betrunken ist. Dass er mich abfüllt. Dass er mich vorbereitet hat. Dass er in seinen düsteren Gedanken bereits sieht, wie ich in seinem Eroscenter in Frankfurt lande, um dort als sein neustes Pferdchen im Stall für ihn anzuschaffen.
Ich merke nur, wie seine Hand von meiner Schulter abrutscht. Unter dem Wasser. Über meine Rippen. Zur Seite. Und dann liegt sie auf meiner Brust.
Nicht darüber. Darauf. Die Handfläche schließt sich um mein rechtes Bikini-Oberteil, und die Finger drücken sich in das weiche Fleisch, das unter dem dünnen Stoff hervorquillt. Fest. Besitzergreifend. Als würde er Besitz von etwas ergreifen, das ihm bereits gehörte.
Ich keuche. Der Laut entweicht mir, bevor ich ihn zurückhalten kann, und im selben Moment denke ich, irgendwo da draußen, hinter dem Dampf und der Bambushecke, könnte jemand zuschauen. Aber der Gedanke verflüchtigt sich sehr schnell, als Manfreds Daumen über meine Brustwarze streicht. Langsam. Kreisend. Der Stoff ist dünn, und daher spüre ich jeden Millimeter seiner Berührung sehr genau, als wäre er direkt auf meiner nackten Haut.
„Gefällt dir das?“ fragt er grinsend, und seine Stimme ist ein Gurren in meinem Ohr, er weiß natürlich das mir das gefällt, aber er will es von mir hören.
Ich antworte nicht. Mein Körper antwortet für mich. Mein Rücken wölbt sich, drückt meine Brust weiter in seiner Hand, und ich spüre, wie sich mein Becken unbewusst nach vorn schiebt. Suchend. Fordernd. Mein Körper hat die Kontrolle übernommen, und mein Verstand ist nur noch ein entfernter Beobachter, der hinter das Glas schauen und nicht eingreifen kann.
Das Liquid Ecstasy singt in meinen Adern. Alles ist weich. Alles ist warm. Alles ist richtig. Und als Manfreds Mund sich meinem Ohr nähert und seine Lippen die empfindliche Haut berühren, als seine Zunge einen feuchten Strich über meine Ohrläppchen zieht, da vergesse ich, dass es einen Ort gibt, der Frankfurt heißt. Ich dachte überhaupt nicht daran, dass dieser Mann ein Zuhälter sein könnte. Dass Herr Bramm irgendwo in diesem Garten steht und über einen Bildschirm zuschaut, wie ich mich hier im Whirlpool von einem Mann anfassen lasse, der mich eigentlich nur als sein nächstes Stück Frischfleisch für sein Eros-Center betrachtet.
Ich vergesse alles. Ich spüre nur.
Die Hitze. Die Hand auf meiner Brust. Den Atem in meinem Ohr. Das Pochen zwischen meinen Beinen, das lauter wird, dringlicher, und das Champagnerglas in meiner Hand, das langsam kippt, als Manfred mich näher zieht, näher an seinen Körper, und das Wasser um uns herum schwappt und schäumt, als würde es mit mir schmelzen.
Viel Dampf und…
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