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Ein Kaffee und ein Bild vor Augen

Chapter 6 by gruetze

Die Einkaufstasche mit meiner alten Kleidung wird plötzlich schwer in meiner Hand. Sein Blick – dieser unverhohlene, interessierte Blick – fühlt sich an wie warmes Öl auf meiner Haut. Fremd. Aufregend. Ich sollte ablehnen. Ich weiß, dass ich ablehnen sollte. Stattdessen nicke ich leicht. "Warum nicht?" Die Worte kommen von selbst, als würde meine neue Stimme sie ohne mich formen.
Seine Hand gleitet wie selbstverständlich an meine Taille, und mein Körper reagiert, bevor ich denken kann – ein unwillkürliches Zusammenziehen der Bauchmuskeln, eine leichte Gänsehaut unter dem dünnen Seidenstoff des Kleides. Ich werfe ihm einen Seitenblick zu, aber sein Gesicht zeigt nur lässige Gelassenheit, als er mich behutsam über die Straße führt.
Die kleine Glocke über der Cafétür klingelt, als Tom mir die Tür aufhält. Sein Duft – ein Hauch von Zitrus und etwas Würziges – weht mir entgegen, als ich an ihm vorbei ins Innere trete. Meine Highheels klackern auf den alten Dielen, während ich automatisch nach einem Tisch Ausschau halte, der nicht zu auffällig ist. Tom führt mich zu einem kleinen Tisch in der Ecke, halb versteckt hinter einer üppigen Pflanze.
Tom zieht meinen Stuhl zurück, eine Geste, die mich überrumpelt. Seine Finger streifen kurz meine Schulter, als ich mich setze – eine Berührung, die länger dauert als nötig. "Was möchtest du trinken?" Seine Stimme ist tief, fast ein wenig rauchig, während sein Blick über mein Gesicht wandert. "Ich... äh, einen Cappuccino." Meine Stimme klingt zu hoch, zu unsicher. Tom lächelt, als hätte er etwas entdeckt. "Zucker?" "Ein bisschen", antworte ich automatisch – meine Standardantwort.
Tom verschwindet zur Theke, und ich nutze die Gelegenheit, um einen tieferen Atemzug zu nehmen. Meine Finger trommeln nervös auf die Tischplatte, während ich versuche, meine Gedanken zu sortieren. Durch das Fenster sehe ich mein Spiegelbild – eine Fremde, die mich mit großen Augen anstarrt. Wie lange würde es dauern bevor jemand mein Verschwinden bemerkt?
Tom kommt mit zwei dampfenden Tassen zurück, sein Lächeln breiter als zuvor. Seine Finger streifen meine Hand erneut, als er mir den Cappuccino reicht. "Ein Cappuccino für die hübsche junge Frau in blau." Die Milchschaumherzchen auf dem Kaffee sehen aus wie eine stumme Herausforderung. Ich nehme einen vorsichtigen Schluck, während Tom sich mir gegenüber auf den Stuhl fallen lässt, seine Knie, ich vermute absichtlich, nah an meinen.
Der erste Schluck Kaffee brennt mir auf der Zunge, zu heiß, aber der Geschmack ist vertraut – warm und irgendwie beruhigend. Tom beugt sich vor, seine Ellbogen auf dem Tisch, und ich spüre seinen Blick auf meinem Dekolleté, bevor er zu meinem Gesicht hoch wandert. "Du bist neu hier, oder?" Seine Frage klingt harmlos, aber unter der Oberfläche vibriert etwas Anderes. Ich weiß nicht, ob es Neugier oder Jagdinstinkt ist.
Tom lehnt sich zurück, während ich noch an meinem ersten Schluck nippe. Seine Augen mustern mich. "Ich wohne eigentlich hier", antworte ich wahrheitsgemäß , mein Zeigefinger zeichnet nervöse Kreise auf der Tischplatte. "Seit Jahren."
Tom Finger gleiten am Henkel seiner Tasse entlang, das Lächeln spielt immer noch um seine Lippen. "Dann muss ich die letzten Jahre geschlafen haben", entgegnet er. "Denn jemand wie du wäre mir bestimmt aufgefallen." Ich spüre, wie sich mein neuer Körper unter diesem Blick erwärmt - eine fremde, aber nicht unangenehme Reaktion.
"Ich hab mich einfach entschieden, mal ein paar Sachen anders zu machen", sage ich und zupfe nervös an einer meiner Strähnen, die an meinem Gesicht liegt. "So eine Art... Umstyling." Die halbe Lüge rutscht mir leicht über die Lippen, aber meine Finger verkrampfen sich trotzdem um die heiße Kaffeetasse.
Tom lehnt sich über den Tisch, sein Lächeln wird langsamer, absichtsvoller. "Wenn wir schon beim Thema 'anders machen' sind..." Seine Stimme ist etwas herausfordernd. "Ich könnte vielleicht Teil davon sein"
Toms Worte hängen zwischen uns wie ein offenes Angebot, das ich nicht richtig deuten kann. Sein Blick – dieser selbstsichere, lässige Blick – macht mir plötzlich klar, dass ich hier nicht mehr ich von gestern bin, der Typ, der solche Spielchen initiiert. Jetzt bin ich Lara, auf der Empfängerseite dieser unverhohlenen Avancen. Mein Mund wird trocken, als ich seinen Blick halte, während mein Herz gegen meine Rippen hämmert.
In meinem Kopf rasen die Gedanken. Toms Blick gleitet an mir entlang und plötzlich ertappe ich mich bei einem Bild, das mich erschauern lässt: Seine Hände an meiner Taille, das Kleid hochgeschoben, meine Brüste gegen die kalten Kacheln der Café-Toilette gepresst. Ich spüre förmlich, wie seine Hüften gegen meinen neuen, weichen Körper stoßen, wie seine Finger sich in meine Hüften graben. Der Gedanke ist so plötzlich und intensiv, dass mir die Luft wegbleibt.
Mein Cappuccino steht vergessen vor mir, der Milchschaum längst zusammengefallen. Toms Knie berühren meine unter dem Tisch, ein zufälliger Kontakt, der kein Zufall ist. Ich sollte mich zurückziehen. Nervös stelle ich meine Beine um. Plötzlich ist sein Knie zwischen meinen.
Ich kriege meine Gedanken nicht eingefangen. Wo kam das her? Dieses Bild, so plötzlich, so plastisch – es fühlt sich an, als hätte jemand anders es in meinen Kopf gepflanzt. Ich spüre, wie mein Gesicht heiß wird, und greife schnell nach meinem Cappuccino, um es zu verbergen. Die Tasse ist schon lauwarm, aber ein weiterer Schluck gibt mir eine Sekunde Zeit zum Sammeln.
Ich beiße mich auf die Unterlippe, während ich nach einer Antwort suche, die ich als okay empfinde. "Das klingt nach einem interessanten Vorschlag", sage ich schließlich und lasse meine Finger über den Rand der Kaffeetasse gleiten. Meine Stimme klingt spielerisch, aber ich spüre, wie mein Herz gegen meine Rippen hämmert. "Allerdings kenne ich dich erst seit fünf Minuten. Was qualifiziert dich teil meines Wandels zu sein?" ‚Was mache ich hier gerade‘ frage ich mich selbst.
Toms Grinsen wird breiter, als er meine Antwort hört. „Gute Frage," murmelt er und greift nach seiner Tasse. "Aber fünf Minuten reichen manchmal, um zu wissen, dass man mehr will." Seine Augen halten die meinen fest – kein Ausweichen, kein Blinzeln.
Der Gedanke schießt mir erneut durch den Kopf. Mein Kleid hochgerutscht, sein Körper drückt mich gegen die kühlen Fliesen seine Hände an meinen Hüften, während er mich von hinten nimmt. Ich spüre förmlich, wie der Spitzenstring zur Seite gezogen wird, sein Schwanz in mich eindringt - ein schmerzhaft-süßer Moment der Penetration, der mich innerlich erschauern lässt. Was zum Teufel? Das sind nicht meine Gedanken. Das sind... ihre Gedanken. Laras Gedanken. Ich merke, eine unbekannte Hitze in mir, die ihr Zentrum zwischen meinen Beinen hat.
"Fünf Minuten ist für die meisten Sachen nicht viel Zeit" entgegne ich in dem verzweifelten Versuch mit meinen Gedanken im Cafe zu bleiben und nicht dieses Bild in meinem Kopf zu haben.
"Fünf Minuten sind genug", sagt er leise und schiebt sein Knie absichtlich weiter zwischen meine. Die Berührung brennt durch das dünne Kleid hindurch. "Genug, um zu wissen, dass ich dich wiedersehen will." Seine Stimme ist jetzt ein rauchiges Flüstern, das mir direkt in die Magengrube zielt.
Ich schiebe sein Bein wieder etwas zurück – zumindest versuche ich das. Doch meine neue, zierliche Kraft reicht nicht aus. Meine Finger graben sich in seinen muskulösen Oberschenkel, aber er bewegt sich keinen Millimeter. Stattdessen spüre ich, wie sein Knie noch fester gegen meine inneren Schenkel drückt, ein sanfter, aber unmissverständlicher Druck. "Du bist stark", flüstere ich mehr zu mir selbst als zu ihm, während ich realisiere, wie sehr sich mein Körper verändert hat. Früher hätte ich Tom problemlos weggeschoben – jetzt fühle ich mich wie ein Federgewicht gegen einen Schwergewichtler.

Die Vorstellung explodiert in meinem Kopf mit einer Intensität, die mich erschauern lässt. Toms Hände an überall auf mir, sein Körper, der mich gegen die Wand presst – dieses Bild, wie sein Schwanz in mich eindringt, tief und unnachgiebig. Jeder Stoß lässt meine neuen, empfindlichen Nervenenden aufleuchten wie ein Feuerwerk unter der Haut. Und das Schlimmste? Es gefällt mir. Es gefällt mir, seine überlegene Kraft zu spüren, ihn führen zu lassen, mich von ihm nehmen zu lassen.

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