What's next?
zu schnell
"Stopp." Mein Wort fällt scharf zwischen uns wie ein Messer. Meine Finger zittern leicht, aber meine Stimme bleibt fest. "Ich kann nicht." Tom zuckt zurück, als hätte ich ihn geschlagen. Sein Lächeln gefriert für einen Moment, dann entspannt sich sein Gesicht wieder zu diesem lässigen Grinsen. "Entschuldige", sagt er und zieht sein Knie langsam zurück. "Ich wollte dich nicht bedrängen."
"Alles gut, ich bin... noch nicht ganz sicher, was ich will", entgegne ich, um ein vages Ende an den Flirt zu setzen. Die Worte hängen schwer zwischen uns, während meine Finger nervös die Kaffeetasse umklammern. Toms Gesicht zeigt für einen flüchtigen Moment echte Verwirrung – ein Bruchteil einer Sekunde, in der sein sorgfältig gepflegtes, lässiges Image Risse bekommt. Dann ist die Maske wieder da, dieses selbstsichere Grinsen, das mich gleichzeitig anzieht und abstößt.
Der Moment dehnt sich unangenehm zwischen uns aus. Ich starre in meinen Cappuccino, wo sich der Milchschaum längst in eine hässliche braune Schicht verwandelt hat. "Kann ich dir wenigstens meine Nummer geben?" fragt er schließlich, und in seiner Stimme schwingt eine Art von Resignation mit, die mich überrascht. Er zieht ein abgegriffenes Bierdeckel aus der Tasche seiner Jeans und kritzelt etwas darauf, bevor er ihn mir über den Tisch schiebt.
Ich nehme den Bierdeckel und stecke ihn ein, meine Finger zittern leicht, als sie den rauen Karton berühren. Die Geste fühlt sich an als würde ich damit etwas in Bewegung setzen, das ich nicht mehr kontrollieren kann. Der Deckel verschwindet in meiner neuen Umhängetasche.
Der letzte Schluck Cappuccino hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack auf meiner Zunge, während ich die Tasse mit zu festem Griff abstelle. "Ich sollte gehen", sage ich und schiebe meinen Stuhl zurück, wobei mir plötzlich klar wird, wie wenig Raum mir die enge Café-Ecke lässt. Tom steht sofort auf – zu schnell, zu nah – und ich spüre seine Wärme, seinen Duft nach Zitrus und Leder, während er mir den Weg freimacht.
Seine Augen brennen auf mir, als ich aufstehe. Nicht diskret, nicht höflich. Sein Blick wandert ungeniert von meinem Ausschnitt hinunter zu meinen Hüften, bleibt an meinem Po haften, als ich mich leicht drehe, um meine Tasche zu greifen. Ein Blick, den ich selbst hundertfach Frauen zugeworfen habe – jetzt spüre ich, wie er mir unter die Haut kriecht, wie er mich von innen aufheizt.
Mein Highheel verfängt sich im Dielenboden, als ich mich abrupt umdrehe, und ich muss mich an der Tischkante festhalten, um nicht zu stürzen. Toms Hand schießt vor, um meinen Arm zu stützen – seine Finger schließen sich um mein Handgelenk, fest genug, um mich zu stabilisieren, aber nicht fest genug, um Schmerzen zu verursachen. Die Berührung hinterlässt eine Spur von Hitze auf meiner Haut, die noch lange nachwirkt, nachdem er schon losgelassen hat. "Vorsicht", murmelt er, und sein Atem streift mein Ohr. "Die Dielen hier sind tückisch."
Seine Finger lösen sich von meinem Arm, aber die Wärme bleibt, als würde er mich immer noch berühren. Ich nicke ihm kurz zu – ein zu hastiges, nervöses Nicken – und bahne mir einen Weg zwischen den eng stehenden Tischen hindurch. Das Klackern meiner Highheels auf den Dielen klingt in meinen Ohren wie ein Metronom, das meinen Herzschlag beschleunigt. Jeder Schritt fühlt sich an, als würde ich mich weiter von meinem alten ich entfernen und tiefer in Lara hineinschlüpfen.
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