Kapitel 9

Verbotene Wahrheit

Chapter 9 by Hammersbald

Ferdinand lag im Bett, starrte an die Decke und versuchte verzweifelt, nicht an Katharina zu denken.

Es funktionierte nicht.

Jedes Mal, wenn er die Augen schloss, sah er sie. Nackt vor dem Spiegel. Ihre Hand in der Jeans. Das Stöhnen. Die Art, wie sie seinen Namen geflüstert hatte – oder fast geflüstert hatte.

“Mein Körper will ihn trotzdem.”

„Scheiße”, murmelte er und setzte sich auf.

2:37 Uhr. Draußen heulte der Wind, peitschte Schnee gegen die Fenster. Das ganze Anwesen schlief – oder tat zumindest so.

Ferdinand stand auf. Er sollte schlafen. Morgen würde hart werden. Die Verhöre, die Lügen, das Versteckspiel mit der Statue…

Aber seine Füße trugen ihn zur Tür.

Nur nachsehen, ob alles in Ordnung ist, log er sich selbst vor. Sicherstellen, dass niemand durch die Gänge schleicht.

Er schlich durch den dunklen Flur, vorbei an schlafenden Zimmern, vorbei an Edmund, der auf einem Stuhl vor Helenas Tür döste wie ein viktorianischer Wachhund.

Bis er vor Katharinas Zimmer stand.

Licht unter der Tür. Sie war also noch wach.

Seine Hand hob sich, wollte klopfen—

Was zum Teufel tust du hier?

Aber bevor er sich entscheiden konnte, ging die Tür auf.

Katharina stand da, frisch aus dem Bad, in nichts als einem weißen Handtuch, das um ihren Körper gewickelt war. Ihr Haar war nass, klebte an ihren Schultern. Wassertropfen liefen ihr den Hals hinunter, verschwanden zwischen ihren Brüsten.

Sie erstarrte.

Er erstarrte.

„Was zur Hölle machen Sie hier?” Ihre Stimme war ein Zischen.

„Ich… ich wollte…” Ferdinand hatte keine Ausrede parat. Sein Gehirn hatte abgeschaltet, sein Körper übernommen. Seine Augen wanderten über sie – die nackten Schultern, die Kurve ihrer Hüfte, die endlosen Beine.

„Sie wollten SPANNEN!” Katharina zog ihn am Arm ins Zimmer und knallte die Tür hinter ihm zu. „Sie perverser—”

„Ich wollte nicht spannen!” Ferdinand fuhr herum. „Ich wollte… ich musste…”

„Was? Was mussten Sie?” Sie kam näher, die blauen Augen funkelnd vor Wut. „Mich nackt sehen? SCHON WIEDER?”

„Ich musste wissen, ob es dir gut geht!”

„MIR?” Sie lachte ungläubig. „Sie sorgen sich um MICH? Der Mann, der mich die ganze Zeit anlügt? Der Mann, dessen ganzes Leben vermutlich eine Lüge ist?”

„Katharina—”

„Sagen Sie mir die Wahrheit!” Sie stieß ihn gegen die Brust. „WER SIND SIE?”

„Das kann ich nicht!”

„WARUM NICHT?”

„Weil Sie mich verhaften würden!”

Die Worte waren raus, bevor er sie stoppen konnte.

Stille.

Katharina wich zurück, die Augen weit. „Sie… Sie sind ein Verbrecher.”

„Ja.”

„Sie sind kein BKA-Beamter.”

„Nein.”

„Sie sind hier wegen der Statue.”

Ferdinand nickte. Keine Lügen mehr. Er war es leid.

„Sie sind ein Dieb.” Ihre Stimme war tonlos.

„Ja.”

„Und Sie wollten die Venus stehlen.”

„Ja. Aber ich habe Johanna nicht umgebracht! Das schwöre ich!”

Katharina stand da, das Handtuch fest um sich geklammert, zitternd – vor Kälte oder Wut, er wusste es nicht.

„Ich sollte Sie jetzt verhaften”, flüsterte sie.

„Ich weiß.”

„Ich sollte Edmund rufen, Sie fesseln lassen, die Polizei—”

„Ich weiß.”

„Aber ich…” Ihre Stimme brach. „Ich kann nicht.”

„Warum nicht?”

Sie sah ihn an, und in ihren Augen war so viel Verwirrung, so viel Schmerz. „Weil ich… weil mein verdammter Körper…”

Ferdinand trat näher. „Was macht dein Körper, Katharina?”

„Er will dich.” Die Worte kamen gepresst. „Und ich hasse mich dafür. Ich hasse, dass ich dich will. Du bist ein Lügner. Ein Dieb. Ein—”

Er küsste sie.

Hart, verzweifelt, hungrig.

Katharina erstarrte – dann schmolz sie gegen ihn, öffnete ihre Lippen, ließ ihn rein. Seine Zunge drang in ihren Mund, tief, gierig, eroberte sie. Sie schmeckte nach Minze und Wut und purem Begehren.

Ihre Hände krallten sich in sein Hemd, rissen daran. Seine Hände fanden ihren Rücken, die nasse Haut, zogen sie näher—

Das Handtuch löste sich, fiel zu Boden.

Ferdinand spürte ihre nackte Haut gegen sich, die vollen Brüste gegen seine Brust, und ein Stöhnen entriss sich seiner Kehle.

Katharinas Hand schnellte vor – KLATSCH – eine Ohrfeige, die wie ein Peitschenhieb knallte.

„Ich hasse dich”, keuchte sie, die Augen wild.

„Ich weiß.”

„Ich hasse, was du mit mir machst.”

„Ich weiß.”

„Ich hasse, dass ich dich trotzdem will.”

„Zeig mir, wie sehr du mich hasst.”

Sie küsste ihn wieder, diesmal noch wilder, biss in seine Unterlippe, bis er Blut schmeckte. Ihre Finger zerrten an seinem Hemd, rissen die Knöpfe ab. Er schob sie gegen die Wand, seine Hand zwischen ihre Beine, spürte ihre Nässe.

„Du bist so nass für mich”, knurrte er gegen ihren Mund.

„Halt die Fresse.” Aber sie spreizte die Beine, ließ ihn rein.

Ferdinand schob zwei Finger in sie – fest, tief – und Katharina warf den Kopf zurück, stöhnte laut auf.

„Bett”, keuchte sie. „Jetzt.”

Er hob sie hoch – diese perfekte Frau, nackt, heiß, sein – und trug sie zum Bett. Warf sie auf die Laken. Sie lag da, die Beine gespreizt, die Brüste schwer atmend auf und ab gehend, die blonden Haare ausgebreitet.

„Fick mich”, befahl sie. „Sofort.”

Ferdinand riss sich die Hose auf, sein Schwanz sprang heraus – steinhart, tropfend, bereit. Er positionierte sich zwischen ihren Beinen, die Eichel an ihrem Eingang—

„Warte.” Katharinas Hand auf seiner Brust. „Sag mir… sag mir wenigstens deinen richtigen Namen.”

Er sah in ihre Augen. „Ferdinand. Ferdinand Baumann. Das war kein Lügename. Nur die BKA-Geschichte war gelogen.”

„Ferdinand”, wiederholte sie. Dann lächelte sie – dieses gefährliche, sexy Lächeln. „Jetzt fick mich, Ferdinand.”

Er stieß zu.

Hart. Tief. Bis zum Anschlag.

Katharina schrie auf – Lust, Schmerz, Ekstase – ihre Nägel krallten sich in seinen Rücken, zogen blutige Linien.

Ferdinand fickte sie wie ein Mann, der am Verhungern war. Hart, schnell, rücksichtslos. Jeder Stoß trieb ihn tiefer in sie, jeder Stoß ließ sie aufschreien.

„Ja! JA! HÄRTER!” Katharina warf den Kopf hin und her, ihre Brüste hüpften, ihr ganzer Körper bebte.

Er packte ihre Hüften, zog sie höher, änderte den Winkel – und traf genau die richtige Stelle.

„OH GOTT! DA! GENAU DA!” Ihre Beine schlangen sich um seine Hüfte, zogen ihn noch tiefer.

Ferdinand spürte, wie sich alles in ihm zusammenzog. Zu früh. Viel zu früh. Aber er konnte nicht mehr—

„Katharina… ich…“

„Komm in mir“, keuchte sie. „Komm tief in mir!“

Er stieß auf ein letztes Mal zu – hart, tief, verzweifelt – und explodierte. Sein Orgasmus riss durch ihn wie eine Explosion, erfüllte sie, markierte sie, machte sie zu ihm.

Katharina kam gleichzeitig, ihr ganzer Körper spannte sich an, ihre Muschi pulsierte um seinen Schwanz, melkte ihn, sog jeden Tropfen aus ihm heraus.

Dann brach er über ihr zusammen, keuchend, schweißgebadet, erschöpft.

Sie lagen da, ineinander verschlungen, der Atem rasselte.

„Das war…“, begann Katharina.

„Schnell“, vollendete Ferdinand Bitter. „Zu schnell. Tut mir leid.“

Sie lachte – ein erschöpftes, heiseres Lachen. „Für einen Meisterdieb hast du aber wenig Ausdauer.“

„Gib mir zehn Minuten. Dann zeige ich dir Ausdauer.“

Katharina drehte ihren Kopf, sah ihn an. Ihr Haar klebte an ihrer schweißnassen Stirn, ihr Make-up war verschmiert, ihre Lippen geschwollen vom Küssen.

Sie sahen aus wie eine zerstörte Göttin.

„Ferdinand?“

„Ja?“

„Ich hasse dich immer noch.“

„Ich weiß.“

„Aber…“ Sie küsste ihn, sanft dieses Mal. „…ich glaube, ich könnte mich daran gewöhnen.“

Er zog sie an sich, atmete ihren Duft ein.

„Was machen wir jetzt?“ flüsterte sie.

„Wir lösen den Mord“, antwortete er. „Zusammen. Und dann…“

„Dann?“

„Dann sehen wir, ob eine Staatsanwältin und ein Dieb eine Chance haben.“

Katharina schwieg einen Moment. Dann: „Wo ist die echte Statue?“

Ferdinand zögerte. „In meinem Zimmer.“

„Natürlich ist sie das.“ Sie seufzte. „Morgen gibst du sie mir. Und dann suchen wir den Mörder. Deal?“

"Handeln."

Sie küssen sich wieder – langsamer, tiefer, voller Versprechen.

Draußen heulte der Sturm.

Irgendwo im Haus tickte eine Uhr.

Und Ferdinand wusste: Sein Leben würde nie wieder dasselbe sein.

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