Schwarzer Diamant

Band 1

Chapter 1 by Hammersbald

Die Geschichte ist komplett frei erfunden es kann zu Ähnlichkeiten mit realen Personen kommen dies geschieht völlig zufällig

Viel Spaß mit der Geschichte

Der Schnee fiel wie gepuderter Zucker auf das barocke Anwesen der Johanna von Blaustein, während drinnen die Hochzeitsgesellschaft sich in Champagner und geheuchelter Herzlichkeit suhlte.

Staatsanwältin Katharina Amalia von Blaustein lehnte , gelangweilt an der Marmorbalustrade der großen Eingangshalle und betrachtete ihre ältere Schwester Helena mit einer Mischung aus Mitleid und Schadenfreude. Die Braut – 36, verzweifelt und endlich am Ziel – strahlte in ihrem cremefarbenen Kleid wie eine überreife Butterblume.

„Gott, diese Veranstaltung ist ja peinlicher als eine Betriebsfeier im Finanzamt“, murmelte Katharina und pfte an ihrem hautengen, smaragdgrünen Satinkleid. Sie hasste Hosenanzüge – die waren für kalte Beamtinnen ohne Kurven. Und Kurven hatten sie definitiv.

„Katharina, Liebling!“ Helena tänzelte heran, das Gesicht vor Glück verzogen. „Hast du schon meinen Markus kennengelernt? Markus von Felsenstein!“

Der Bräutigam – ein nervöser Typ Anfang vierzig mit Geheimratsecken und dem verzweifelten Lächeln eines Mannes, dessen Eltern bis zum Hals verschuldet waren – nickte höflich.

„Entzückend“, sagte Katharina mit einer Stimme wie vergifteter Honig. „Sag mal, Helena, war das jetzt eine Liebesheirat oder eine Notfusion?“

Bevor Helena antworten konnte, blitzte es auf.

Der neue Hochzeitsfotograf.

Katharina drehte sich um – und ihr Atem stockte. Der Typ war… verdammt. Dunkle Haare, stahlblaue Augen, ein Maßanzug, der saß wie eine Sünde, und diese Manschettenknöpfe – silbern, mit einem kleinen gravierten „FB“.

„Ferdinand Becker, der Fotograf“, stellte er sich vor und lächelte sie an. Dieses Lächeln. Gefährlich charmant. „Darf ich?“

Ohne auf Antwort zu warten, hob er die Kamera.

„Moment mal“, Katharina kniff die Augen zusammen. „Kennen wir uns?“

„Unwahrscheinlich. Ich hätte mich an Sie erinnert.“ Seine Stimme war Samt mit Widerhaken.

Sie wollte gerade eine schnippische Antwort geben, als ein Schrei das Anwesen erschütterte.

Olga, die osteuropäische Pflegerin von Tante Johanna, kam aus dem Wintergarten gerannt und brüllte etwas auf Polnisch, das sich wie „Kurwa!“ anhörte, was vermutlich nichts Gutes bedeutete.

Katharina rannte los – in ihren Stilettos wie eine bewaffnete Gazelle. Der Fotograf… Ferdinand… folgte ihr auf dem Fuß.

Im Wintergarten, zwischen exotischen Orchideen und einem kleinen Springbrunnen in Form eines pinkelnden Putto, lag Tante Johanna. Knirps. Sehr total. Mit einer antiken Brieföffner-Sammlung im Rücken.

„Scheiße“, sagte Katharina.

„Poetisch formuliert“, bemerkte Ferdinand trocken.

Der stille Butler – ein schmaler Mann namens Edmund Grauwald, der aussah wie der personifizierte Leichenschmaus – trat aus dem Schatten. „Die gnädige Frau ist… verstorben.“

„Ach was, Edmund? Ich dachte, sie macht Yoga!“ Katharina rollte mit den Augen.

Helena stürmte hierin, sah die Leiche und kreischte. Markus war blöd. Die Eltern des Bräutigams – Cornelius und Brigitte von Felsenstein, beide mit dem nervösen Blick chronischer Geldsäcke ohne Geld – tauschten einen vielsagenden Blick.

„Niemand verlässt das Anwesen“, sagte Katharina automatisch. „Ich bin Staatsanwältin. Das ist jetzt ein Tatort.“

„Kein Handyempfang“, murmelte jemand.

„Kein Festnetz“, ergänzte Edmund mit der Begeisterung einer Grabplatte.

Plötzlich trat Ferdinand vor und zückte einen Ausweis. „BKA. Hauptkommissar Ferdinand Baumann. Abteilung Raubkunst.“

Katharina starrte ihn an. „War zum…“

„Ich war hier verdeckt. Wegen der Venus-Statuette.“ Er deutete auf das leere Podest neben der Leiche. „Drei Millionen wert. Jetzt weg.“

Katharina sah von der Leiche zum Podest, dann zu Ferdinand. Ihr Instinkt schreit, dass hier etwas falsch war. Aber dieser Mann… dieser verdammte Mann mit seinen Manschettenknöpfen und seinem undurchdringlichen Blick…

„Auch gut, Hauptkommissar“, betonte sie. „Dann ermitteln wir jetzt zusammen. Und wenn Sie mich verarschen, bringe ich Sie persönlich ins Gefängnis.“

Er lächelte. „Versprochen?“

Die sexuelle Spannung zwischen ihnen hätte Tante Johannas Orchideen zum Welken bringen können.

Irgendwo in der Villa tickte eine Uhr.

Der Winter würde lang werden.

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Kapitel 2

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