What's next?

Zuhause in Sicherheit

Das Treppenhaus des Altbaus roch nach Bohnerwachs, kaltem Stein und dem fernen Geruch von angebratenem Knoblauch aus dem zweiten Stock. Früher war dieser Geruch die vertraute Schwelle zur Ruhe gewesen, doch heute fühlte sich jede der ausgetretenen Holzstufen an wie eine Strafe.

Meine Oberschenkel brannten. Mit jedem Tritt, den ich mühsam nach oben setzte, sackte der schwere Denim meiner Jeans ein Stück tiefer. Ohne Gürtel fehlte der rettende Halt; ich musste mein Becken krampfhaft nach hinten kippen, die Gesäßmuskeln anspannen und die Knie eng zusammenführen, nur um zu verhindern, dass die Hose vollends auf die Stufen rutschte. Doch jede dieser Ausweichbewegungen rächte sich unbarmherzig: Das stählerne Gehäuse, von Emma in der sterilen Kälte von Kabine drei erst vor einer Stunde in die engste Bohrung gerissen, grub sich wie eine stumpfe Klinge in mein Schambein. Die Kanten des Basisrings schnitten so tief in das geschundene Gewebe, dass mir bei jedem Auftreten der kalte Schweiß über die Schläfen rann.

Und doch – genau dort, wo die Vernunft vor Pein hätte schreien müssen – pulsierte dieser absurde, giftige Widerspruch.

Das gereizte Gewebe im Inneren des Zylinders reagierte auf den permanenten Druck mit einer sturen, unkontrollierbaren Schwellung. Jeder Nerv suchte nach Ausdehnung, nach Erlösung, doch die stählernen Streben gaben keinen Millimeter nach. Der unnachgiebige Druck erzeugte ein taubes, heißes Ziehen, das mir bis in die Nieren strahlte. Es war eine zutiefst entwürdigende Hitze: Mein eigener Körper verriet mich, schöpfte aus der absoluten Enge und der ständigen Angst vor Entdeckung einen dunklen, brennenden Rausch, der meine Knie noch weicher machte. Ich fühlte mich auf eine fast narkotisierende Weise passiv, wie Treibholz in einer Strömung, deren Gewalt ich längst nichts mehr entgegenzusetzen hatte.

Als ich den Schlüssel zitternd ins Schloss unserer Wohnungstür steckte und herumdrehte, hoffte ich nur auf die Stille des Flurs. Ein paar Minuten, um mich an eine Wand zu lehnen, die Hose hochzuziehen, die Augen zu schließen.

Die Tür schwang auf – und mein Herz setzte einen Schlag aus.

Auf dem dunklen Parkett des Flurs standen zwei spitze, schwarze Designer-Pumps mit schwindelerregend hohen Absätzen, achtlos neben die Kommode gekickt. Aus dem Wohnzimmer drang das leise Plätschern einer Jazz-Playlist, untermalt vom satten, süßlichen Duft nach Vanille, schwerem Parfum und Prosecco.

Vanessa.

Sie hatte ihren Zweitschlüssel benutzt. Sie war hier.

Das Blut rauschte mir ohrenbetäubend in den Schläfen. Mein Instinkt schrie danach, auf dem Absatz kehrtzumachen, die Treppen wieder hinabzustürzen. Doch wohin? Der Campus war von Emma überwacht, draußen auf der Straße würde die rutschende Hose mich innerhalb von drei Minuten zum Gespött machen, und um Punkt zwanzig Uhr forderte Loona meine Anwesenheit. Es gab keinen Zufluchtsort mehr. Das Netz war lückenlos.

„John? Bist du das endlich?“, rief ihre Stimme aus dem Wohnzimmer, voll, träge und von einer selbstverständlichen Anspruchshaltung getragen. „Komm rein, Liebling. Und bring mir ein Glas Wasser mit, mir brennt die Kehle.“

Ich zog die Schuhe aus, wobei ich mich an der Wand abstützen musste, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Jeder Zentimeter Stoff, der über meine Hüften scheuerte, war ein elektrischer Schlag. Den weiten Wollpullover zog ich mit beiden Händen krampfhaft nach unten, um den offenen Bund und den zwei Finger breiten Spalt des Reißverschlusses zu verdecken. Dann holte ich mechanisch das Glas aus der Küche und trat mit steifen, schleppenden Schritten ins Wohnzimmer.

Vanessa lag der Länge nach auf dem beigefarbenen Ecksofa. Ihr elegantes Kostüm hatte sie bereits gelockert; der schwarze Bleistiftrock war ein Stück über die Knie gerutscht und gab den Blick frei auf ihre langen, in feinstes, glänzendes Nylon gehüllten Beine. Sie hielt ein fast leeres Sektglas in der Hand, die Augen halb geschlossen, den Kopf in die weichen Samtkissen gebettet.

„Gott sei Dank“, murmelte sie, ohne mich richtig anzusehen, und streckte eine Hand nach dem Wasserglas aus. „Dieser Einkaufstrubel am Kurfürstendamm bringt mich noch um. Mein ganzer Spann pulsiert.“

Sie trank das Glas in zwei Zügen leer, stellte es klirrend auf den Glastisch und wandte ihren Kopf träge in meine Richtung. Ihr Blick glitt prüfend an meiner verkrampften Haltung herab – und ein feines, spöttisches Kräuseln legte sich um ihre Lippen.

„Na, was stehst du denn da herum wie ein Ölgötze? Du weißt doch, was jetzt kommt. Auf die Knie, mein Bester. Meine Fersen fühlen sich an wie rohes Fleisch.“

Eine bleierne Lähmung erfasste mich. Mein Wille, mich zu wehren, war längst zermahlen; die ständige Unterwerfung unter Loona hatte einen Automatismus geschaffen, der meinen Stolz mühelos überrollte. Ich trat an das Sofa heran und ließ mich langsam nach unten sinken.

Das harte Parkett schlug dumpf gegen meine Kniescheiben. In genau diesem Moment geschah das Unvermeidliche: Durch das Einknicken der Beine verlor der schwere Denim jeglichen Halt. Die Jeans sackte mit einem leisen Rutschen weit über meine Hüftknochen ab. Der Saum des Pullovers spannte sich auf, rutschte hoch – und der zarte, elastische Bund der schwarzen Spitze lag völlig ungeschützt frei, scharf kontrastierend zu meiner blassen Haut.

Vanessa schnaubte leise auf. Ein tiefes, ungläubiges Kichern entrann ihrer Kehle, das mich bis ins Mark traf.

„Nicht dein Ernst, John“, sagte sie, hob eine Augenbraue und beugte sich ein Stück vor, um mir amüsiert auf die Hüfte zu starren. „Trägst du diesen Fetzen etwa *schon wieder*? Ich dachte, nach dem letzten Mal hättest du diese bizarre Phase hinter dir gelassen.“

Sie kicherte noch lauter, schüttelte den Kopf und streckte ihren rechten Fuß aus. Die glatte Feinstrumpfhose spannte sich über ihren Spann, als sie die lackierte Zehenspitze fordernd auf meinen Oberschenkel pflanzte – nur eine Handbreit von der Stelle entfernt, an der sich die stumme, zylindrische Wölbung unter dem Stoff abzeichnete.

„Es ist… es ist nur… bequem“, stammelte ich, die Augen starr auf die Holzmaserung des Parketts gerichtet. Die Scham stieg mir wie glühendes Blei in die Wangen, doch noch schlimmer war die absurde, berauschende Woge von Hilflosigkeit, die mich überschwemte. Ihr herablassender Spott, ihr unbedarftes Lachen – sie hielt mich für einen harmlosen Spinner, ein verweichlichtes Männchen mit einer seltsamen Vorliebe, und genau diese Fehleinschätzung machte mich vor ihren Augen zu einer vollkommen entwerteten Kreatur.

„Bequem“, wiederholte sie spöttisch und fuhr mit den Zehen langsam an der Kante des Spitzenbunds entlang. Der feine Stoff spannte sich elastisch, zerrte an dem stählernen Käfig darunter und trieb die Kanten des Rings gnadenlos in meine geschundenen Sehnen. Ich biss mir so fest auf die Unterlippe, dass ich das Salz meines eigenen Blutes schmeckte, um nicht aufzuschreien. „Wenn du meinst, Liebling. Solange du meine Füße ordentlich durchknetest, kannst du drunter tragen, was du willst. Fang endlich an.“

Ich hob die zitternden Hände, griff nach ihrer Ferse und begann mit mechanischem Druck, den glatten Ballen zu bearbeiten. Der Duft ihres Parfums vermischte sich mit dem warmen Nylongeruch; meine Finger gruben sich gehorsam in ihre Sehnen, während ich vornübergebeugt im Staub kauerte. Jeder Atemzug ließ das winzige Vorhängeschloss dumpf gegen den Zylinder schlagen – ein ständiges, leises Klacken, das Vanessa glücklicherweise für das Knacken meiner Gelenke hielt.

In der Gesäßtasche meiner halb heruntergerutschten Jeans summte das Telefon. Ein kurzes, ungeduldiges Vibrieren.

Ich wagte nicht, mich zu rühren, doch wenige Sekunden später vibrierte es erneut. Drei harte Stöße hintereinander.

„Dein Handy brennt wohl“, bemerkte Vanessa träge, schloss die Augen und seufzte wohlig unter meinen Daumen. „Schau halt nach. Aber lass meine Fersen nicht los.“

Mit einer Hand klammerte ich mich an ihren Spann, während meine freie, schweißnasse Hand nach hinten tastete und das Smartphone hervorwühlte. Ich hielt es tief über das Parkett, abgeschirmt vor ihren halb geschlossenen Augen.

Drei verschiedene Banner leuchteten auf dem Sperrbildschirm wie die Scheinwerfer eines heranrasenden Zugs.

Das erste stammte von Timo.

*„Bro! Hab gerade den Flixbus für morgen gebucht. Bin um 14 Uhr am ZOB. Sag Loona, sie soll schon mal das Bett beziehen Freu mich aufs Zocken, mein Bester. Lass nachher noch telefonieren!“*

Mir wurde übel. Die Kumpelhaftigkeit, die absolute Ahnungslosigkeit in seinen Worten schnürte mir die Kehle zu. Er kam hierher, um mein Zimmer, mein altes Leben und die Frau zu besitzen, die mich in diesen Eisenring geschmiedet hatte – und er erwartete von mir, dass ich lachend an der Tür stand und ihm die Taschen trug.

Das zweite Banner ließ mein Herz für einen winzigen, verzweifelten Moment schneller schlagen. Nadja.

*„Hey John… Ich musste gerade an unser Gespräch denken. Du sahst heute Morgen an der Uni so furchtbar erschöpft aus. Geht es deinem Kreislauf besser? Mach dir heute keinen Stress mehr und ruh dich aus, ja? Bis bald “*

Die Wärme in ihren Worten fühlte sich an wie eine Oase in einer brennenden Wüste. Ein Teil von mir – der gebrochene, kindliche Rest meines Stolzes – klammerte sich verzweifelt an diese Nachricht. Sie ahnte nichts von meiner Schande. Sie sah in mir einen Menschen, sie schenkte mir Sanftheit. Und während ich vor Vanessas Füßen im Staub lag, loderte der verbotene, quälende Wunsch auf, mich einfach an Nadjas Schulter zu vergraben, ihr alles zu beichten, von ihr gerettet zu werden.

Doch bevor dieser Gedanke auch nur Form annehmen konnte, schob sich das dritte Banner über das Display. Eine Push-Mitteilung über die Kidslox-Admin-Oberfläche, blutrot markiert. Absender: Loona.

*„Vanessa verlässt um 19:30 Uhr die Wohnung. Wenn die Tür zugeht, ziehst du die Jeans komplett aus. Du bleibst in der Spitze und dem Stahl. Du wartest kniend im Flur. Emma hat den Schlüssel zum Hoftor und holt dich um 19:50 Uhr ab, um dich zu mir ins Zimmer zu bringen. Wehe, du rührst dich von der Stelle.“*

Kein Rock. Nur die nackte, ungeschützte Realität des Metalls auf dem kalten Flurboden, ausgeliefert an Emma, die mich vor zwei Stunden in der Toilettenkabine auf die Knie gezwungen hatte.

Mein Körper reagierte auf diesen ultimativen Kontrollverlust mit einer hilflosen, unaufhaltsamen Härte. Das eingesperrte Fleisch bäumte sich gegen die kalten Gitterstäbe auf, drückte sich mit verzweifelter Kraft gegen den Zylinder, suchte Raum, wo es keinen gab, und prallte mit stechendem Schmerz gegen den Schambeinring.

„Uhh, John…“, murmelte Vanessa plötzlich mit belegter Stimme, öffnete die Lider einen Spalt breit und sah auf meine Hände herab. „Du drückst auf einmal so fest zu. Was ist denn los mit dir?“

Sie zog die Brauen zusammen, und ihre Fußspitze wanderte prüfend von meinem Schenkel herab – gefährlich nah an die vordere Wölbung meiner Hose, die sich unter der Zerreißprobe steif und unbeweglich wie ein Stein unter dem Denim abzeichnete.

„Ich… Entschuldigung“, brachte ich mit tonloser, erstickter Stimme hervor, lockerte den Griff um ihre Ferse und senkte den Kopf so tief, dass meine Stirn beinahe das Parkett berührte. „Ich war nur… kurz in Gedanken.“

„Na, dann denk weniger und knete mehr“, gähnte sie, streckte sich behaglich und schenkte sich den letzten Rest des Proseccos ein. „Du hast noch zwanzig Minuten, mein Bester. Dann muss ich los zum Abendessen.“

Ich schloss die Augen. Unter mir das kalte Holz, vor mir die Füße meiner Stiefmutter, in meiner Tasche das eiskalte Urteil meiner Schwester – und in meinem Schritt das brennende Metall, das mich sekündlich daran erinnerte, dass die Uhr bis neunzehn Uhr dreißig unerbittlich ablief.

Jedes Schleifen meiner Daumen über das feine Nylon war eine Verbeugung vor der Uhr. Das Ticken über dem Esstisch fror den Raum ein. Siebzehn Minuten. Zwölf Minuten.

Vanessa seufzte träge, wechselte das Bein und schenkte sich den letzten Schluck Prosecco nach. Ihre lackierte Zehenspitze strich noch einmal über meinen Unterarm, gedankenlos, eine beiläufige Berührung wie bei einem Haustier, das seinen Dienst erfüllt. Sie wusste nicht, dass unter meinen Rippen das Blut hämmerte wie gegen eine Gefängnismauer. Sie wusste nicht, dass die stumme Wölbung zwischen meinen Oberschenkeln mit jedem Atemzug heißer glühte. Die unbarmherzige Bohrung, in die Emma den Stahl getrieben hatte, schnitt tiefer ein, je mehr mein Körper gegen die Demütigung ankämpfte. Die Erregung war wie giftiges Blei: schwer, schmutzig, unentrinnbar. Ich kniete hier im Staub, die Stirn gesenkt, und ertrug das feine Kichern meiner Stiefmutter, während der Countdown für das nächste Tribunal unerbittlich ablief.

Um Punkt neunzehn Uhr neunundzwanzig schob sie meine Hände mit einer trägen Bewegung beiseite.

„Himmlisch, John“, murmelte sie, schlüpfte in ihre Pumps und griff nach der Handtasche auf der Kommode. Ein prüfender Blick in den Spiegel, ein Nachziehen des Lippenstifts. „Du hast wirklich Talent. Aber das mit der Spitze… lass dir das noch mal durch den Kopf gehen, Liebling. Nicht, dass Loona dich irgendwann noch für vollends verloren erklärt.“

Sie kicherte hell, warf mir eine Kusshand zu und trat hinaus. Die schwere Altbautür fiel mit einem dumpfen Schlag ins Schloss. Das Geräusch hallte durch die leere Wohnung wie ein Urteil.

Neunzehn Uhr dreißig.

Die Stille brach über mich herein wie kaltes Wasser.

Ich blieb nicht stehen. Ich konnte nicht. Der Befehl brannte im Hinterkopf wie eine offene Wunde. Mit zitternden Fingern griff ich nach dem Bund der Chino, zog den Stoff mit einer einzigen, fahrigen Bewegung über die Oberschenkel und trat aus den Hosenbeinen. Die kühle Zimmerluft traf meine nackte Haut mit der Schärfe eines Skalpells.

Da war nichts mehr, was mich schützte. Nur das hauchdünne, schwarze Gewebe, das sich wie eine durchscheinende Membran über den starren Edelstahlzylinder spannte. Die Kanten des Basisrings traten dunkelblau und gerötet unter der Haut hervor; der Zylinder selbst lag kalt und unbeweglich vor mir, versiegelt durch das Messingschloss, dessen Schlüssel in Emmas Manteltasche steckte.

Ich schleppte mich in den Flur. Die Dielen waren eisig unter meinen nackten Knien, als ich mich auf den Boden senkte.

Die Haltung war demütigend vertraut: Oberschenkel zusammengepresst, den Oberkörper aufgerichtet, die Hände flach auf die Schenkel gelegt. Bei jeder kleinen Gewichtsverlagerung rammte sich die untere Kante des Schlosses gegen das Schambein, ein stechender Schmerz, der mich für einen Atemzug die Zähne zusammenbeißen ließ. Doch darunter wuchs wieder diese dunkle, narkotisierende Unterwerfung. Ich wartete. Ich war kein Bruder mehr, kein Student, kein Mann. Ich war ein Körper, der darauf wartete, dass sich die Tür öffnete und das fremde Urteil vollstreckt wurde.

Neunzehn Uhr neunundvierzig.

Draußen im Hof quietschte das schwere Eisentor. Ein Geräusch, das ich im Magen spürte.

Sekunden später folgten die Schritte im Treppenhaus. Hart. Zielstrebig. Das rhythmische Klacken von Absätzen auf den Holzstufen, das mit jedem Stockwerk lauter wurde.

Emma.

Sie hatte den Schlüssel. Sie wusste, was sie vorfinden würde.

Mein Herz schlug bis in den Hals, mein Atem ging flach durch die Nase. Als der Schlüssel von außen ins Schloss glitt und der Riegel mit einem scharfen, metallischen Schnappen zurücksprang, schloss ich für den Bruchteil einer Sekunde die Augen.

Die Tür schwang auf.

Emma stand im Rahmen. Der dunkle Wollmantel war offen, darunter die Bluse und der schmale Rock aus dem Institut. Ihre Augen waren schmal, kühl und vollkommen frei von jener verspielten Leichtigkeit, die Loona manchmal besaß. In ihrem Blick lag nur die harte Genugtuung einer Vollstreckerin, die genau wusste, wie tief sie mich vor zwei Stunden in den Staub gedrückt hatte.

Ihr Blick glitt an mir herab. Von meinen verkrampften Schultern über die blasse Brust bis hinab zu der schwarzen Spitze, die sich straff über das geschrumpfte Metall spannte. Ein dünnes, bösartiges Lächeln zuckte um ihre Mundwinkel.

„Brav“, sagte sie leise, schob die Tür mit dem Absatz hinter sich zu und ließ die Handtasche auf die Kommode gleiten. „Keine Sekunde zu spät.“

Sie trat auf mich zu, die Schritte schwer und bedrohlich auf dem Parkett, bis die Spitzen ihrer Schuhe nur wenige Zentimeter vor meinen Knien verharrten. Der Geruch nach kaltem Herbstwind, Leder und Zigarettenrauch umwehte sie.

Langsam zog sie ihre Lederhandschuhe ab, Finger für Finger, ohne den Blick von meiner geschundenen Leiste abzuwenden.

„Sie ist noch in der Bahn“, sagte Emma mit einer grausamen, ruhigen Genugtuung in der Stimme. „Sie hat mir geschrieben, dass sie um Punkt acht hier aufschlägt. Das heißt, wir beide haben noch zehn ganze Minuten für uns allein.“

Sie beugte sich herab, packte mein Kinn mit eisigen Fingern und zwang mein Gesicht nach oben.

„Steh auf“, zischte sie, und das Glitzern in ihren Augen verhieß nichts Gutes. „Wir bringen dich ins Schlafzimmer, damit alles bereit ist, wenn sie zur Tür hereinkommt. Und bild dir bloß nicht ein, dass sie Mitleid mit deinen blauen Flecken haben wird.“

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