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Chapter 7

Erscheint Yasemin zur Besichtigung?

Yasemin schaut sich um

Scheibner jubelt innerlich, als er Mellers SMS liest. Die kleine Yilmaz hat angebissen und einen Termin fürs Bewerbungsgespräch im Haus vereinbart. Er notiert die Uhrzeit sofort in seinem Kalender und lässt seine Sekretärin alle nachfolgenden Meetings canceln.

Selbstverständlich darf er nicht an dem Gespräch teilnehmen, damit sie keine Lunte riecht. Stattdessen würde er eine Stunde vorher ins Haus gehen und sich die Zeit in einer der WGs vertreiben. Mit Meller hatte er vereinbart, dass der unbedingt den Mietvertrag mit Yasemin schließen und ihr Apartment 3 B geben sollte. Dann würde Scheibner sofort zu ihr gehen und sie gebührend begrüßen. Er glühte schon jetzt vor Anspannung und froher Erwartung.

Zur vereinbarten Zeit wartet Meller vor dem Hauseingang. Schon zehn Minuten früher war die Bewerberin mit ihrem Auto auf einen Stellplatz gegenüber gefahren. Irgendein koreanischer Kleinwagen, der soweit unter seinem Niveau lag, dass Meller sich nicht die Mühe machte, ihn genauer anzuschauen. Er winkt ihr zu und sie steigt aus, nimmt ihre Handtasche vom Beifahrersitz und geht über die Straße auf ihn zu. Ihren Oberkörper verhüllt ein blau-weiß geringelten Sweatshirt und ein langer weißer Rock umspielt beim Laufen ihre Beine.

"Herzlich willkommen, Frau Yilmaz. Was halten Sie davon?" Mit großer Geste weist er auf das vierstöckige Mietshaus hinter sich und setzt sein strahlendstes Verkäuferlächeln auf.

"Guten Tag, Herr Meller. Danke, dass Sie so kurzfristig Zeit für mich haben. Von außen sieht ihr Haus wirklich sehr schön aus. Aber wie ich am Telefon sagte, würde ich gerne die Wohnung von innen sehen, bevor ich mich entscheide. Außerdem hätte ich vorher noch ein, zwei Fragen zum Mietvertrag."

"Wunderbar. Man merkt schon, dass Sie wirklich eine sehr gewissenhafte Frau sind, die alles gründlich prüft, ehe sie ein Urteil fällt. Das gefällt mir. Kommen Sie doch einfach rein. Gleich hier in der ersten Etage ist ein Apartment, das können Sie sich sofort ansehen. Danach gehen wir in mein Büro, um alles Weitere zu besprechen."

Sein Lächeln sitzt wie festgetackert auf seinem Gesicht. Nicht von ungefähr ist er zu einem der erfolgreichsten Immobilienhändler der Stadt aufgestiegen. Er tritt zurück in den Flur und lädt sie mit einer Armbewegung ein, ihm zu folgen.

Die Tür zu Apartment 1 A staeht offen. Meller lässt Yasemin den Vortritt. In dem Zimmer wartet eine hochgewachsene Blondine, die den Neuankömmling freundlich begrüßt. Der Vermieter hätte sie in der halbwegs gesitteten Kleidung fast nicht erkannt.

"Hallo! Ich bin Silvia. Und du musst Yasemin sein. Es freut mich, dass wir bald Nachbarinnen sind." Sie schütteln sich die Hände.

"Silvia ist unsere älteste Mieterin. Niemand kennt das Haus so gut wie sie", erklärt Meller, "sie hat selbst schon etliche neue Mieterinnen an mich vermittelt, wenn eine der Wohnungen leer stand. Was aber nie lange der Fall ist. Sie wissen ja, wie angespannt der Mietmarkt bei uns ist. Freie Immobilien gehen weg wie warme Semmeln. Zumal bei einem derart unschlagbar günstigen Angebot wie bei uns. Und, was meinen Sie?"

Yasemin sieht sich neugierig um. "Wäre das dann meine Wohnung."

"Nicht genau diese. Aber alle Apartments haben den gleichen Zuschnitt. Wenn Sie eines gesehen haben, kennen Sie alle."

"Oh, ich verstehe. Ja, die Wohnung gefällt mir eigentlich sehr gut. Aber wie gesagt habe ich da noch ein paar Fragen."

"Natürlich. Dann gehen wir jetzt am besten ins Vermieterbüro. Dort können wir in Ruhe alles besprechen. - Silvia, kommst du mit? Es wäre für Frau Yilmaz bestimmt hilfreich, wenn ihr jemand aus erster Hand erzählen kann, wie es sich bei uns lebt und was das Besondere an unserer Wohngemeinschaft ist."

"Klar doch, Hubert."

Wie lässt sich Yasemin überzeugen?

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