Disable your Ad Blocker! Thanks :)
Chapter 8
Wie lässt sich Yasemin überzeugen?
Silvia und Yasemin auf dem Vermietersofa
Meller führt die beiden jungen Frauen in sein Büro im Erdgeschoss. Dann entschuldigt er sich nochmal kurz und lässt sie alleine. Anstatt einen der Besucherstühle zu wählen, setzt sich Silvia auf das Sofa an der Längswand und bietet Yasemin den Platz neben sich an. Auf dem breiten, niedrigen Möbelstück endete schon manches Bewerbungsgespräch und der Bezug wurde entsprechend oft gereinigt, so dass seine Farbe ziemlich ausgebleicht ist. Aber das macht ihr nichts aus. Sie lehnt sich entspannt in die bequemen Polster zurück. Die Neue hingegen sitzt stocksteif aufgerichtet, die gefalteten Hände auf den eng zusammengepressten Knien.
"Du bist wirklich sehr nett. Ich denke, du würdest prima in unsere Gemeinschaft passen", beginnt Silvia, um das Eis zu brechen.
"Danke. Ich finde dich auch nett. Sag mal, habe ich das eben richtig gehört, dass du Herrn Meller mit dem Vornamen angesprochen hast."
"Ja, klar. Wir gehen hier alle ganz locker miteinander um. Wir sind fast so etwas, wie eine große ****."
"Das würde mir gefallen. Aber sag mal, diese Mietvereinbarung, die ist doch schon ein bisschen komisch, oder?"
"Ich würde sagen: Außergewöhnlich. Außergewöhnlich günstig nämlich."
"Aber du schläfst doch nicht wirklich mit dem Vermieter, damit du hier wohnen darfst?"
"Doch, natürlich."
Die Bewerberin schaute sie mit großen Augen und offenem Mund an. "Also, ich weiß nicht, ob ich das kann."
"Du, da ist nicht viel dabei. Hubert ist echt lieb und wenn ich ehrlich sein soll, ist es für mich eigentlich gar keine Bezahlung, sondern mehr ein Bonus. Außerdem könnte keine von uns sich so eine schöne, zentral gelegene Wohnung leisten, wenn er als Vermieter nicht so ein großes Herz hätte und uns hier kostenlos wohnen ließe."
Yasemin nagt an ihrer Unterlippe. "Ja, schon. Das Apartment gefällt mir ganz gut. Und ich würde echt gerne hier einziehen. Aber eigentlich möchte ich nicht, dass er mich anfasst."
"Du, dann sag ihm das doch einfach. Er wird das sicher verstehen und dich vielleicht auf Probe wohnen lassen, bis du dich endgültig entschieden hast." Silvia sieht die unerfahrene junge Frau aus zusammengekniffenen Augen aufmerksam an. Sie hat schon so manche skeptische Studentin davon überzeugt, die Konditionen zu akzeptieren und hier einzuziehen. Dabei erreicht sie eine gewisse Meisterschaft. Sie legt sich dafür so ins Zeug, weil es sie erregt, sich vorzustellen, wie Meller die Neuen zum ersten Mal rannimmt, wenn sie noch scheu sind. Auch jetzt ist sie schon ganz feucht im Schritt. Ihr Blick zeigt ihr, dass es nur noch einen winzigen Stups braucht, bis Yasemin soweit ist.
"Meinst du?", fragt die Kleine, doch deren Unterton ist eher hoffnungsvoll, als zweifelnd.
"Ja, unbedingt. Er ist doch kein Unmensch."
Meller, der die ganze Zeit vor der Tür gewartet und gelauscht hat, nimmt das zum Stichwort für seinen Auftritt.
"Ah, die beiden Damen haben es sich schon gemütlich gemacht, wie ich sehe."
Er geht zum Barschrank, schenkt sich einen Cognac ein und hält den Besucherinnen die Flasche hin. "Auch einen?"
"Nein, danke", lehnt Yasemin ab, während Silvia grinsend erklärt: "Du kennst mich doch. Ich trinke lieber Prosecco."
"Der steht schon kalt, um die Vertragsunterzeichnung zu feiern." Er tippt auf den eingebauten Mini-Kühlschrank. "Dann machen Sie uns doch das Vergnügen, mit uns anzustoßen, Frau Yilmaz?"
"Nein, das ist sehr freundlich, aber ich trinke grundsätzlich keinen ****."
'Aha', denkt sich Meller, 'das werden wir auch noch zum Besseren ändern.'
Er setzt sich an seinen Arbeitsplatz, schwenkt das bauchige Glas unter seiner Nase und inhaliert das weiche Aroma.
"Haben Sie den Antrag ausgefüllt und mitgebracht, Frau Yilmaz?"
"Ja, natürlich." Dies ist eine Sprache, die die Verwaltungs-Azubine versteht. Rasch gräbt sie ein gefaltetes Papier aus ihrer Handtasche, steht auf, stellt sich kerzengerade vor den Schreibtisch und reicht dem Vermieter ihre Unterlagen.
"Sie werden sehen, es ist alles in Ordnung."
Kann Meller Yasemin überzeugen?
Disable your Ad Blocker! Thanks :)
Das Studentinnen-Haus
oder: Wie man als Vermieter viel Spaß hat
Beim Immobilien-Unternehmer Meller kann man mietfrei wohnen - wenn man eine junge, hübsche Studentin ist und sich dem Hausbesitzer gegenüber aufgeschlossen zeigt...
Updated on Oct 8, 2025
by Toby Mark
Created on Oct 13, 2020
by Toby Mark
- All Comments
- Chapter Comments