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Chapter 8
by
Papas_Liebling
What's next?
Warten
Sonntag Mittagessen.
„Ihr müsst heute Abend nicht auf mich warten“, meinte Klara beiläufig. „Ich treffe mich mit jemandem. Komme wahrscheinlich erst spät nach Hause.“
Daniel verschluckte sich fast an einem Stück Brokkoli.
Emily lächelte.
„Okay, Schatz. Viel Spaß.“
Dann, nach einer perfekt getimten Pause, um ihre mütterliche Neugier zu befriedigen:
„Jemand, den wir kennen?“
„Nein.“ Klara trank einen Schluck Wasser. „Er heißt Kevin.“
Emily hob eine Augenbraue.
Sie sah Klara an, als würde sie auf weitere Informationen warten.
Die zuckte nur mit den Schultern, als wäre es völlig unwichtig, mit wem sie ausgeht.
Auf der anderen Seite des Tisches kaute Daniel an einem Stück Fleisch, als hätte es sich plötzlich in Leder verwandelt.
1:30 Uhr morgens.
Klara hatte einen wunderbaren Abend gehabt.
Nicht mit Kevin.
Soweit es sie betraf, gab es keinen Kevin. Zumindest keinen, den sie gut genug kannte, um die Nacht mit ihm zu verbringen.
Jetzt stand sie auf der anderen Straßenseite unter den ausladenden Ästen einer Platane.
Hinter dem Wohnzimmerfenster brannte noch Licht. Das flackernde blaue Leuchten verriet ihr, dass der Fernseher lief.
Daniel. Wer sonst? Er war noch wach.
Und wenn es nach ihr ginge, würde er heute Nacht auch nicht viel Schlaf bekommen.
Wenn sie die Schrauben fest genug anziehen würde, würde er erkennen, dass es sinnlos war, weiter auf sie zu warten.
Sollte sie deswegen ein schlechtes Gewissen haben?
Sie zuckte mit den Schultern.
Er hatte sie jahrelang schikaniert. Jetzt war es an der Zeit, dass er eine Kostprobe seiner eigenen Medizin bekam.
Sein Handy vibrierte.
> Bist du noch wach?
Seine Antwort kam so schnell, dass er sie geschrieben haben musste, ohne nachzudenken.
< Ist was passiert?
Eine Sekunde später:
< Soll ich dich irgendwo abholen?
Klara ließ sich bewusst Zeit.
Sie zählte still bis hundert.
Danach tippte sie:
> Ich denke an dich.
Pause.
> An Freitagabend.
Auf der anderen Straßenseite stöhnte Daniel.
Sie konnte es förmlich sehen. Seine zitternden Finger. Wie er die Nachricht mehr als einmal löschen und neu tippen musste, bevor er sie abschicken konnte.
Endlich leuchtete ihr Handy wieder auf.
< Kommst du heim?
Klara wartete.
Ein paar Sekunden später erschien eine weitere Nachricht.
< Wann?
Langsam breitete sich ein Lächeln auf ihrem Gesicht aus.
Sie schaltete ihr Handy stumm und steckte es in die Tasche.
Die Hände tief in ihrer Jacke vergraben, schlenderte sie ein paar hundert Meter weiter zum Haus einer alten Schulfreundin – der Freundin, der sie angekündigt hatte, dass sie bei ihr übernachten würde.
What's next?
Hausarrest
Manche Regeln sind da, um gebrochen zu werden.
Als Klara Merkel zurück ins Haus ihrer Mutter zieht, rechnet sie damit, dass es schwierig werden könnte, mit ihrem Stiefvater Daniel auszukommen. Was sie erlebt, ist noch schlimmer. Kontrollwahn, Verbote, Hausarrest. Zunächst glaubt Klara, er sei überfürsorglich. Dann wird ihr klar, dass er eifersüchtig ist. Zunächst versucht sie nur, ihm seine Heuchelei vor Augen zu halten, doch schnell entwickelt sich daraus ein gefährliches Spiel aus Manipulation und Besessenheit. Als die Grenzen zwischen Stiefvater und Tochter verschwimmen, entdeckt Klara, dass Macht erregender sein kann als Freiheit.
Updated on Jun 14, 2026
by Papas_Liebling
Created on Jun 7, 2026
by Papas_Liebling
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