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Chapter 7 by Papas_Liebling Papas_Liebling

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Sucht

Daniel hatte die ganze Nacht kein Auge zugemacht.

Klara merkte es sofort. An den dunklen Ringen unter seinen Augen. Am Zittern seiner Hand, als er nach seinem Kaffee griff. An der Art, wie sein Blick sofort zu ihr huschte, sobald sie in seine Nähe kam.

Das beunruhigte sie mehr, als sie sich eingestehen wollte.

Freitagabend war ein schrecklicher, leichtsinniger Fehler gewesen.

In den Stunden danach hatte sie sich eingeredet, endlich wieder die Kontrolle über ihr Leben zurückgewonnen zu haben. Dass sie Daniel als das entlarvt hatte, was er war, und das Spiel jederzeit beenden konnte. Sie hatte ihn jetzt in der Hand, oder? Er musste sie freigeben, wenn er nicht riskieren wollte, dass Emily von seinem Fehltritt erfuhr.

Stattdessen weigerte sich das Spiel, beendet zu werden.

Daniel sah aus, als wäre wäre ein Monster in seinem Innern ausgebrochen.

Sein Blick folgte ihr nun ständig und verriet seine Gedanken, selbst wenn er versuchte, undurchschaubar zu wirken.

Klara erwischte ihn dabei, wie er sie ansah.

Wieder.

Und wieder.

Und wieder.

Jedes Mal schien er sich dafür zu schämen. Und doch konnte er seine Augen nicht von ihr lassen.

Am Samstagnachmittag wurde ihr etwas klar: Daniel erholte sich nicht. Es ging ihm immer schlechter.

Sein Niedergang hätte befriedigend für sie sein sollen. Stattdessen fühlte es sich bedrohlich an. Als stünde sie zu nah an einem außer Kontrolle geratenen Feuer, das sie selbst entfacht hatte.

Also tat Klara das, was sie immer tat, wenn ihr etwas Angst machte.

Sie ignorierte es.

Sie scherzte.

Sie benahm sich normal.

Als das nicht funktionierte, wusste sie, dass sie eine Verbündete brauchte. Häufiger als sonst suchte sie die Nähe ihrer Mutter. Sie stellte unnötige Fragen. Führte belanglose Gespräche. Machte harmlose Witze.

Die beiden lachten ständig miteinander.

Für Emily waren es wundervolle Mutter-Tochter-Momente.

Für Klara waren sie ein Schutzschild gegen die Gefahr.

Und die Gefahr wuchs.

Daniel ließ sie nicht mehr aus den Augen. Er belauschte die Unterhaltungen zwischen ihr und Emily.

Er hatte Angst.
Angst davor, was Klara ihrer Mutter erzählen könnte.
Angst davor, was Emily von ihrer Tochter erfahren könnte.
Angst davor, alles zu verlieren.

Wenn sie sich von ihm befreien wollte, musste sie ihm endgültig klar machen, dass er kurz davor stand, alles zu zerstören, was ihm wichtig war.

Selbst wenn das bedeutete, jede Grenze zu überschreiten.

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