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Unter dem LKW

Chapter 8 by BestBoy

Das schrille, trommelfellzerreißende Pfeifen der nächsten Rakete füllte den gesamten Himmel. Die Luft schien zu vibrieren. Karsten, Sabine, Sascha und Désirée rannten um ihr bloßes Leben über das freie, ungeschützte Vorfeld. Der Weg zum Munitionsbunker war abgeschnitten – vor ihnen stob bereits die erste Erdfontäne durch den Naheinschlag in den Himmel.

„Unter die Fahrzeuge! Raus aus dem Freien!“, brüllte Sascha, seine Stimme sich überschlagend vor reinem Adrenalin.

Ein paar Meter vor ihnen hatten vor kurzem die Fahrer der Logistikbrigade ihre massiven 8x8-Militär-Lkw abgestellt. Sie boten die einzige nahe Chance, der hagelnden Splitterwirkung zu entkommen.

Die vier warfen sich ohne zu zögern auf den staubigen, steinigen Boden und krochen und rollten sich in wilder Angst unter das Fahrgestell eines schwer beladenen MAN-Lkw. Der Raum zwischen dem heißen Differentialgetriebe und dem harten Untergrund war extrem eng. Sabine verklemmte sich mit ihren breiten Hüften kurz an der starren Achse, keuchte auf, als das heiße Metall schmerzhaft ihr Fleisch quetschte, und riss sich mit roher Gewalt durch den Dreck weiter nach innen.

Zu viert lagen sie im Staub, dicht aneinandergedrückt. Der Gestank von heißem Motorenöl, Staub und Schweiß hüllte sie ein.

Die Angst war kein abstraktes Gefühl mehr, sie war eine körperliche Folter. Das Dröhnen der nächsten Detonation ließ das Metall des Lkw über ihren Köpfen wie eine Stimmgabel erzittern. Karsten krallte seine Finger so fest in den steinigen Boden. Neben ihm zitterte Sabine am ganzen Körper; ihre üppige Brust hob und senkte sich in rasenden, flachen Atemzügen, sie schob sich noch ein wenig zu ihm, presste sich gegen Saschas Schulter. Dann nahm sie Saschas Hand, presste sie auf ihr Geschlecht und stöhnte „Halt mich, bitte halt mich!“ Trotz seiner Angst griff Sascha beherzt zu.

Désirée lag flach auf dem Bauch, den Kopf in den Staub gedrückt, die Hände über den Nacken geschlagen. Ihre Augen waren weit aufgerissen, starre Pupillen voller nackten Horrors. Die schiere Endgültigkeit des herannahenden Todes schnürte ihr die Kehle zu. Ihr Körper gehorchte ihr nicht mehr. Der unerträgliche Druck im Unterleib, getrieben von der absoluten Todesangst, entlud sich ungehemmt. Sie spürte, wie sich eine heiße, nasse Welle in ihrer Hose ausbreitete und den Stoff durchnässte, doch Scham existierte in diesem Moment nicht mehr. Es gab nur noch die gellende Panik.

**BUMM!**

Die Welt um sie herum explodierte. Eine Rakete schlug zwei Fahrzeuge weiter in ein anderes Fahrzeug ein. Die Druckwelle war wie ein gigantischer Vorschlaghammer, der ihnen den Luftsauerstoff aus den Lungen trieb und sie taub machte. Ein Hagel aus glühenden Schrapnellen und Trümmern peitschte gegen den Laster über ihnen.

Sofort folgte eine sengende Hitzewelle. Der Treibstofftank des Lkw riss auf. Sprit ergoss sich über den Boden und der Geruch von Diesel war plötzlich überall.

„Weg hier! Er explodiert gleich!“, brüllte Sascha.

Die Hölle war über ihnen ausgebrochen. Die Hitze des neben ihnen brennenden LKW war unerträglich, der Dieselgestank vernebelte ihnen die Sinne. Jetzt zählte nur noch das Überleben. Kreischend, völlig von Sinnen und getrieben vom reinem, tierischen Überlebensinstinkt begannen die vier, unter dem Wrack hervorzukriechen.

Désirée schrie ununterbrochen einen zusammenhanglosen, gellenden Laut der Panik heraus, während sie sich mit Ellbogen und Knien durch den Dreck scharrte. Ihre nasse Hose saugte den beißenden Staub auf. Sabine hinter ihr kämpfte panisch mit der Enge zwischen den brennenden Reifen – ihre breiten Hüften blieben an einem kochend heißen Auspuffrohr hängen. Mit einem verzweifelten Aufschrei und dem Geruch von verbranntem Stoff und versengter Haut riss sie sich los.

Schlammig, verbrannt, hustend und kaum noch bei Bewusstsein vor schierem Terror robbten sie Zentimeter für Zentimeter unter dem LKW heraus, während um sie herum die Welt in Trümmern sank.

Sie waren schon ein paar Meter weg vom LKW, als dieser mit einem **WHUUUUSCH!** plötzlich in Flammen stand. Erst jetzt bemerkte Desiree, dass ihre linke Hinterbacke fürchterlich brannte.

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