Chapter 8
by
Reyhani
Wohin geht Pia?
Spaziergang im Park
Ich habe beschlossen, kurz in dem kleinen Park unseres Viertels vorbeizuschauen. Am Vormittag, wenn alle in der Schule oder im Betrieb sind, ist in der Regel noch nicht so viel los. Dort sind auch die Infostände zum Sextag aufgebaut, das ist immer ganz interessant. Draußen vor dem Haus begegne ich schon wieder Kowalski. Er sitzt mit einem anderen alten Knacker auf der Bank vor der Haustür und trinkt Bier.
„Hey, Pia, hast ’e mal ’ne Mark für die Stallwache?“, lallt er. Die Stallwache ist so ein alter Sextag-Brauch, der heute eigentlich überflüssig ist. Von Typen wie Kowalski wird er als Vorwand benutzt, um schon am Vormittag umsonst Bier zu ****. Letztes Jahr war ich mal mit Mama unterwegs und wir mussten an einer solchen Rentnertruppe vorbei. Sie hatte zufällig einen Koffer bei sich und musste sich deshalb lauter komische Sprüche anhören. Da hat sie mir alles erklärt.
Früher haben die Häuser am Sextag einen Stallwächter benannt, meist einen der älteren Bewohner, der nicht mehr zur Arbeit musste. Er sollte aufpassen, dass die Frauen nicht geklaut wurden, während die Männer auf der Arbeit waren. Das war nämlich am Sextag legal. Aber eigentlich war das eine unkomplizierte Art der Scheidung, hat Mama gesagt. Für Frauen ein einfacher Weg, aus einer ungeliebten Ehe herauszukommen und neu anzufangen. Sie ließen sich von einem Freund „klauen“ oder zogen einfach alleine ihrer Wege. Wer noch nicht ganz entschlossen war, konnte über den Stallwächter mit seinem Noch-Ehemann in Verhandlungen treten.
Dann kam in den 70ern der Trend mit dem Frauentausch auf. Unter Freunden wurden die Ehefrauen herumgereicht. Tauschen statt Klauen. Und wenn die Frauen nicht zufrieden waren, konnten sie am nächsten Sextag aussteigen. Und irgendwann haben immer weniger junge Leute geheiratet und heute sind wir so weit, dass kaum noch jemand seinen Vater kennt. Wie gesagt, meine **** ist da eher die Ausnahme.
Ich krame in meinem Portemonnaie und reiche Kowalski ein paar Münzen. Bloß weg hier, bevor die noch auf ganz andere Ideen kommen. Wie ich befürchtet habe, stößt Kowalski seinem Kumpel den Ellenbogen in die Seite:
„Die Titten von der Kleinen sind gar nicht mal schlecht. Aber du solltet erst die prallen Möpse von ihrer Alten sehen.“
„Fröhlichen Sextag“, schmettert mir da auch schon Kowalskis Kumpel entgegen. „Lass sie doch mal sehn.“
Ich fluche innerlich. Reicht denn das Geld für mehr Bier nicht aus? Aber natürlich bleibt mir ****. Ich halte allerdings Abstand und öffne nur die oberen Knöpfe meines Jeanskleides und ziehe den Ausschnitt weit auf.
„Ach, Mädchentitten“, kommentiert Kowalskis Kumpel leicht enttäuscht. Dann richtet er sich an seinen Freund: „Aber hast du schon mal die Hupen von der Milena gesehen? Ich sage dir, wenn die hier vorbeikommt, dann ist eine Inspektion fällig. Und die alte Meier, Hänger bis zum Boden.“
Das Bier und die Junisonne haben der Konzentration der beiden Möchtegern-Stallwächter nicht gutgetan. Ich mache mich schnell aus dem Staub. Im Weggehen höre ich noch, wie sie die Brüste im Haus durchgehen. Glück gehabt, ich hatte keine Lust, mir noch mal die Nippel abquetschen zu lassen. Zu mehr wären die beiden eh nicht fähig gewesen.
Nach nur zehn Minuten bin ich am Park. Wie zu erwarten, ist es trotz des schönen Wetters noch nicht besonders voll. Die Besucher sitzen auf den Bänken im Schatten oder drehen ihre Runde. Ohne **** ist es noch friedlicher als sonst. Viele Frauen, die mir entgegenkommen, zeigen ihre Brüste und auch einige Männer sind mit aufgeknöpften Hemd oder ganz ohne unterwegs.
Ich setze mich auf eine Bank, knöpfe mein Kleid auf und lasse die Sonne auf mein Dekolleté scheinen. Am Weg steht eine junge Frau mit einem Eiswagen. Sie macht sich einen Spaß daraus, ihre Kunden verschiedene Sorten zum Probieren von ihren Brüsten schlecken zu lassen. Eine Gruppe Rentner umringt sie. Alle scheinen Spaß zu haben, denn immer wieder ist lautes Lachen zu hören.
„Fröhlichen Sextag, Pia, bist du also doch noch aufgewacht?“, vernehme ich eine mir wohlbekannte Stimme. Mein Herz macht einen Hüpfer.
„Onkel Rufus, das ist ja eine Überraschung. Ich war echt traurig, dass ich dich heute Morgen nicht gesehen habe. Nachdem Ben mir gratuliert hat, bin ich noch mal tief eingeschlafen und dann warst du schon weg. Warum hast du mich nicht geweckt?“
„Du weißt doch, ich war vor allem wegen Bella da. Ich verspreche, das nächste Mal bist du wieder dran. Zum Glück habe ich nur zwei Nichten, sonst würde es unübersichtlich.“
Ich bin von meiner Bank aufgesprungen und umarme Onkel Rufus. Hinter ihm steht eine kleine Gruppe und beobachtet uns interessiert. Er stellt mich kurz vor und erklärt mir dann:
„Das sind ein paar Kollegen und Freunde, die an Architektur und Kunst interessiert sind. Wir vom Denkmalamt haben eine kleine Führung organisiert und gucken uns die Rotunde hinten am Teich an. Ich habe die Schlüssel, damit wir auch ins Innere können. Willst du nicht mitkommen?“
Ich druckse herum. So sehr interessiere ich mich nicht für Denkmäler. Und warum die Führung ausgerechnet heute stattfindet, verstehe ich auch nicht. Doch alle blicken mich weiterhin freundlich an. Es sind zwei Damen und vier Herren, alle deutlich älter als ich und im an den Feiertag angepassten Business-Look. Onkel Rufus nimmt mir die endgültige Entscheidung ab, indem er mich mit sich auf den Weg in den hinteren Teil des Parks zieht.
Ich bereue nicht, mitkommen zu sein. Es tut gut, mit so kultivierten, reifen Leuten zu reden. Sie machen einen fast den ganzen Sextag-Wahnsinn vergessen. Alle sind interessiert an mir und dem, was ich tue. Selbst das Kompliment zu meinen festen Brüsten von dem pensionierten Architekten kommt cool und ehrlich rüber. Natürlich habe ich heute nichts dagegen, dass er auch mal kurz anfasst.
Wir sind an dem kleinen, kapellenartigen Bau am Ufer des Teiches angekommen. Rufus erklärt mir, dass er zu einem Lustschloss des Fürstbischofs gehörte, das damals noch weit vor den Toren der Stadt lag. Das Schloss ist zerstört worden, der Schlosspark mit der Rotunde sind das einzige, was überlebt hat. Er schließt auf und wir betreten das Gebäude durch die kleine Tür. Es besteht aus einem einzigen, runden Raum der durch ein Oberlicht in der Kuppel hell erleuchtet wird. Ringsum läuft eine Bank aus Marmor.
Wir streben alle in die Mitte des Raumes. Dort steht auf einem brusthohen Podest die Statue einer jungen, schönen Frau in spärlicher antiker Kleidung. Es ist ein bisschen kühler in dem alten Gebäude. Mir fröstelt in meinem einfachen, halb offenen Kleid. Irgendwie kann ich mich mit der dargestellten Frau identifizieren. Auch ihre halb entblößten Brüste sind eher klein. Dafür hat sie ein breites Becken mit dem sie an einem Baumstamm lehnt. Mein Onkel räuspert sich:
„Ich freue mich, dass Frau Professorin Zwingel so nett ist, ein paar Worte zur Anlage und dem Kunstwerk zu sagen. Bitte, Ingeborg, … “
Wen stellt die Statue dar?
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#Sextag
Die Geschichte eines Feiertags in einer nahen Paralelwelt
https://chyoa.com/story/Sexw%C3%BCnsche.6565 dieses ist die Geschichte, die ihr dazu lesen solltet. Sie war die Inspiration für diese Geschichte. danke an https://chyoa.com/user/JeffStarkmann
Updated on Apr 23, 2025
by JackTheWolf
Created on Mar 21, 2024
by JackTheWolf
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