What's next?
Samiras Ankunft in ihrem neuem Zuhause
Monika schälte sich aus ihrem Mantel und warf ihn achtlos auf einen niedrigen Schemel.
Samira, die nichts abzulegen hatte, beobachtete sie dabei. Das Auskleiden war in ihrer Kultur nur in bestimmten geschützten Bereichen erlaubt. Auch in Wohnungen und Häusern gab es Räume, zu denen nur Frauen und enge männliche Familienangehörige Zutritt hatten. Traurig dachte sie an die große Wohnung zurück, die sie in Aleppo bewohnt hatten.
Einerseits bewunderte sie die Beiläufigkeit, mit der ihre Gastgeberin sich ihres Mantels entledigt hatte, andererseits war sie verunsichert und fühlte sich unter Druck gesetzt. Wie sollte sie sich hier jemals zuhause fühlen?
Dann blieb ihr der Mund offenstehen, als sie sah, was Monika unter ihrem Mantel trug. Das fast durchsichtige Negligé reichte nur knapp über die Arschbacken. Die zarte rosa Spitze ließ der Fantasie wenig Spielraum. Die üppigen Brüste pressten die harten Nippel gegen den dünnen Stoff. Was Monikas Scham anging, so war das Licht zu schlecht, um Näheres erkennen zu können, Samira hätte aber schwören können, dass sie keinen Slip trug.
‚Wie kann sie nur so auf die Straße gehen?‘
Samira versuchte instinktiv, einige Schritte zurückzutreten. Nichts wie weg von diesem Ausbund an Schamlosigkeit. Da spürte sie, wie sie mit ihrem Hinterteil etwas streifte. Sie sah gerade noch, wie es zu Boden stürzte und auf dem harten Fliesenboden in tausend Scherben zerbrach.
„Um Gottes Willen! Das fängt ja gut an! Los, hilf mir, die Scherben einsammeln!“
Samira schossen schon wieder die Tränen in die Augen. Wie konnte sie nur so ungeschickt sein!
Zögerlich ließ sie sich neben der spärlich gekleideten Frau auf den Boden sinken.
„Das war ein Familienerbstück! Ein Godemiché aus dem 18. Jahrhundert.“
Samira war Hausarbeit gewohnt und begann, die Scherben einzusammeln. Sie achtete darauf, sich mit den scharfen Porzellanscherben nicht zu schneiden.
Mit den Worten „Warte, ich hole dir schnell einen Besen!“, richtete sich Monika in einer fließenden Bewegung auf.
Samira stockte der Atem. Die fast nackte Frau stand nur einen halben Meter vor ihr. Sie konnte nicht widerstehen und wagte einen Blick unter das süße Nichts aus Spitze. Als sich Monika umdrehte und sich auf die Suche nach dem Kehrgerät machte, präsentierte sie ihren Schritt in all seiner Pracht. Tatsächlich. Kein Höschen. Unglaublich.
Monika war rasiert. Ebenso wie Samira und alle anderen Frauen aus ihrer Familie. Körperbehaarung galt bei syrischen Frauen als äußerst hässlich. Samira musste an die schmerzhafte Prozedur denken, bei der sich die Schwestern gegenseitig unterstützten. Widerspenstige Härchen wurden mit einem Bindfaden entfernt.
Samira hatte deutlich einen roten Faden gesehen, der aus Monikas Scheide hing. Vermutlich hatte sie ihre Tage. Da war die Interpretation des Dings, dass ihr da aus dem Arsch entgegenblinkte, schon schwieriger. Es sah aus wie ein großer Rubin.
‚Was soll so schöner Schmuck an diesem unaussprechlichen Ort?‘ fragte sich Samira.
Der kurze Moment der Unachtsamkeit rächte sich umgehend. Als Monika mit den Putzutensilien zurückkam, fand sie Samira auf dem Schemel sitzend, mit blutender Hand.
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