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Chapter 45 by Bitbuster Bitbuster

In Sophias Büro

Neue (alte) Kollegen und unerwartete Ereignisse

„Hallo“ begrüßte ihn Sophia.
„Hallo, ich war noch bei Frau Alugosi“ wobei er das 'Frau' besonders betonte.
„Oh-oh“ machte Sophia und wußte gerade nicht, ob sie darauf weiter eingehen sollte, oder nicht.
„Es ist erst einmal alles geklärt. Ich wollte Dir nur Bescheid sagen, bevor ich mich umziehe“

Sophia nickte und grinste dann. „Du hast ab sofort wieder Unterstützung“

„Ich habe schon den Probenschneider gehört. Wer ist es denn?“
„Das wirst Du gleich sehen“

„Hm“ machte Patrick und wollte wieder gehen. Gerade als er die Tür erreicht hatte, hörte er von Sophia: „Versau's nicht wieder!“

Er drehte sich um, sah aber nur das breite Grinsen von ihr und wußte, daß er nicht weiter zu fragen brauchte.
Nachdem er sich umgezogen hatte, ging er zum Probenraum, da dort noch immer Proben geschnitten wurden.
Patrick blieb kurz in der Tür stehen und schaute zu der Person, die mit dem Rücken zu ihm stand.

Koshiko“ und „Versau's nicht wieder!“ schossen ihm durch den Kopf.

„Hallo, ähm, Koshiko“ rief er laut, um den Probenschneider zu übertönen.
„Ah, Hallo Patrick. Alles in Ordnung?“ antwortete sie, nachdem sie das Trenngerät abgeschaltet hatte.
„Ja, warum?“
„Du bist spät, ...ich meine... also...“ sagte sie und wurde rot.

Natürlich war sie nicht seine Vorgesetzte und wenn er später zum Dienst kam, dann hatte er sich nur vor Sophia und Steven zu rechtfertigen.

„Du hast mich vermisst“ versuchte er zu helfen und merkte sofort, daß die Wortwahl nicht sehr glücklich war.
„Ähm, äh... ja“ sagte sie und wäre sie nicht schon rot geworden, so wäre sie es jetzt.
„Ich war noch auf der Krankenstation, Routine, Monatstermin“ erklärte Patrick.
„Oh, ja … Du weißt, daß Du mir das nicht zu sagen brauchst, also Dich nicht zu rechtfertigen...“
„Ja, ich wollte aber, daß Du es weißt. Ist ja nichts schlimmes“

Beide mußten über die Situation etwas lächeln.

„Warum schneidest Du so viele Proben? Ich hatte Dich vorhin schon gehört“
„Weil ich dann nur einmal im Staub stehe und vielleicht morgen um das Schneiden herum komme“
„OK, das ist auch eine Arbeitsweise...bleibst Du jetzt länger hier?“
Koshiko holte tief Luft. „Das hatte ich zumindest vor“
„Gut, dann schneide ich gleich mit. Nach der Mittagspause muß ich aber zum Flugdeck, ich meine zum Shuttlehangar. Morgen früh bin ich dann wieder hier“
„Wie laufen denn die Flugstunden?“
„Ganz gut, glaube ich. Der Carl ist ein guter Ausbilder“

Koshiko nickte und schaltete den Probenschneider wieder ein.
Patrick nahm sich ebenfalls einen Schneider und teilte die großen Stücke in analysierbare Grössen.

So verlief der Vormittag ohne weitere Besonderheiten und kurz vor der Mittagspause legte Koshiko den Schneider zur Seite.

„Das sollte für die nächsten drei-vier Tage reichen.“

Patrick schaute über die geschnittenen Probenstücke.

„Oder die ganze Woche. Aber das sehen wir dann. Gehen wir zusammen was essen?“
„Ja, gerne“ antwortete sie und dachte: „Wird auch Zeit, daß Du fragst

Nachdem beide kurz geduscht und damit wieder staubfrei waren, gingen sie zum Turbolift.

„Messe 1?“ fragte er.

Sie lächelte. „Ja, sehr gerne“

Koshiko freute sich, daß er sich daran erinnerte, daß sie lieber in der nicht so überfüllten Messe, als im Kasino, ihre Pause machen wollte.

Diesmal bestellte sie sich wieder einen grünen Tee und nahm zur Abwechslung eine Sushiplatte Nr. 3.

Fisch ist nicht schlecht“ dachte Patrick und bestellte dann gegrillten Lachs mit Spinat und Wildreis. Er zögerte einen Moment, ob er seine geliebte Cola oder doch einen Tee dazu nehmen sollte. Er entschied sich für schwarzen Tee.

Als beide etwa die Hälfte ihrer Mahlzeit sehr schweigsam gegessen hatten, gab sich Patrick einen Ruck.

„Es tut mir leid, ich habe mich wohl ...naja... nicht so richtig verhalten.“

„Schon gut, Du konntest nicht wissen, wie die Gepflogenheiten in unserer Zeit...“ Koshiko wurde wieder rot, da sie ihn nicht daran erinnern wollte, was mit ihm passiert war „...hier an Bord so sind“

„Wenn Du magst, dann könnten wir vielleicht zusammen... was unternehmen“

„Ja, gerne“ war das einzige, was sie dazu sagen konnte. „Bloß nicht nach 'wann' fragen, das wirkt aufdringlich, auch nicht, was er machen möchte. Und jetzt ruhig bleiben, sonst verscheuchst Du ihn wieder“ waren ihre Gedanken.

„Vielleicht nächsten Dienstag?“ fragte Patrick vorsichtig.
Egal welcher Tag“ dachte sie, sagte aber: „Gerne, gleich nach der Schicht?“

Patrick nickte und aß weiter.
Als sie mit dem Essen fertig waren, stellte er ihr Geschirr zu seinem dazu und brachte es zum Replikator.

„Dann bis morgen“ sagte er und ihr fiel ein, daß er jetzt zur Shuttlerampe musste.
„Ja, bis morgen“ verabschiedete sie ihn.

Als Patrick im Hangar ankam, sah er bereits von weitem Carl mit einer weiteren Person vor einem der Shuttles stehen.

„Hallo“ begrüßte er die Beiden.
„Hallo Patrick, daß ist Frederike, sie soll heute mal zusehen“
„OK“ sagte Patrick mit einem Kopfnicken.

„Wir dürfen noch immer nicht raus, also wieder in den Simulator“ meinte Carl freundlich.

Die Drei gingen zum Simulator und wie gewohnt setzte sich Patrick auf den Pilotensitz.
Carl nahm neben ihm auf dem Copilotensitz platz und Frederike setzte sich auf einen der Gästeplätze hinter Carl.

„Dann mal los, wie bisher gelernt“ sagte Carl aufmunternd und schaute Patrick freundlich an.

Patrick holte sich die Startfreigabe und als sie einige Zeit geflogen waren, startete Carl ein weiteres Programm. Es mußten Asteroidenfelder durchflogen werden, was Patrick heute ausgesprochen gut gelang.

„Dann da hinten den kleinen Planeten anfliegen und auf der angegebenen Landemarkierung landen. Denk an den Atmosphäreneintritt“ sagte Carl monoton.

Patrick steuerte das Shuttle auf den Planeten zu, berechnete den Eintrittswinkel, ließ kurz die Dichte der Atmosphäre auswerten und korrigierte den Winkel entsprechend.

Die Landefläche wurde mit einem kleinen weißen Kreuz dargestellt, welches sich auf der Karte gut abzeichnete. Kaum war der Landeplatz vom Shuttle aus sichtbar, als die automatische Anflugkontrolle ausfiel.

War klar, daß Carl da wieder eine Gemeinheit eingebaut hat“ dachte Patrick „und dann auch noch, wenn es Zuschauer gibt“ grummelte er leise vor sich hin.

„Bitte was? Das habe ich nicht verstanden“ fragte Carl nach.
„Die Automatik ist ausgefallen, ich versuche von Hand zu landen“
„Nicht versuchen, einfach machen“ kam es von Carl.

Frederike grinste leicht, aber das konnte keiner sehen, da die beiden Männer mit dem Rücken zu ihr saßen.
Patrick ließ das Shuttle einige Sekunden über der Landefläche schweben, bevor er dann aufsetzte.

Carl nickte zufrieden und meinte nur knapp: „Dann zurück zum Schiff“

Patrick startete wieder die Maschinen und hob etwas schwungvoll ab, konnte das Shuttle aber etwas abbremsen und flog dann mit vorgeschriebenem Tempo weiter.

Der Austritt aus der Atmosphäre verlief ohne Probleme und es wurde auch das Schiff nach wenigen Sekunden sichtbar.
Landeerlaubnis einholen, warten, daß sich die Hangartore weit genug geöffnet haben und dann landen. Alles ausschalten und sichern.

Patrick schaute zu Carl, der sich zu der Frau umdrehte.

„Bis auf die Nichtbeachtung der Anziehungskraft beim Start war aus meiner Sicht alles in Ordnung“ meinte sie.
Carl nickte zustimmend. „Wobei er das Shuttle dann noch gut abgefangen hatte“
„Ja, kann man so sagen“ stimmte sie zu und stand auf.

Patrick hatte sich zwischenzeitlich ebenfalls zu Frederike gedreht und schaute zu, wie sie das Shuttle verließ.
Als die Beiden alleine waren, beendete Carl das Programm und stand ebenfalls auf.

„Tja, das war es dann. Sie wird ihren Bericht schreiben, ich habe meinen soweit schon vorbereitet.“
„Wie, das war es dann?“ fragte Patrick sichtlich irritiert.

„Oh, Entschuldigung, ich bin wohl momentan mit zu vielen Vulkaniern zusammen. Können ist kein Glück, daher erübrigen sich Glückwünsche. Aber in deinem Fall: Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung“

„Wie, Prüfung?“ Patrick hatte zwar verstanden was Carl gesagt hatte, konnte es jedoch nicht so wirklich glauben.

„Das war Dein Prüfungsflug. Und weil Du den bestanden hast, wird es eben keine weiteren Trainingsflüge geben, darum ein 'das war es dann' “

„Warum hattest Du denn nicht gesagt, daß es die Prüfung war?“

„Weil ich Dich nicht zusätzlich unter Druck setzen wollte. Außerdem, warum hätte Frederike sonst dabei sein sollen?“

„Um zu sehen, wie andere fliegen, daraus lernen, oder weil es ihre erste Flugstunde war und sie erst einmal zusehen sollte?“

Carl lachte schallend. „Du weißt nicht, wer Frederike ist“

„Nö“

„Sie ist die Leiterin der CON/OPS Abteilung“

Schlagartig fiel ihm wieder ein, daß Svea gesagt hatte, er solle sich die Führungsoffiziere und Leiter der Abteilungen einprägen, alles andere würde später automatisch dazu kommen.

„Hm, naja, jetzt zu ihr zu gehen wäre wohl Blödsinn, oder?“

„Warum, oder anders. Was möchtest Du denn von ihr?“

„Na, ich sollte mich schon irgendwie entschuldigen, oder?“

„Ich weiß, daß unsere, wie drücke ich es aus, Beziehung, nicht die Beste ist, möchtest Du trotzdem einen gutgemeinten Rat?“

Patrick nickte.

„Laß es. Entschuldigungen sieht sie als Schwäche an und dazu kommt, daß Du ein Mann bist.“

„Verstehe ich nicht“

Carl seufzte. „Auch wenn die meisten hier an Bord sehr offen sind, was Kontakte zu anderen angeht, so gehört sie doch zu einer speziellen Typizität.“

Patrick schaute ihn fragend an.

„Mann, sie ist lesbisch“

„Achso“, murmelte Patrick

Als sie den Simulator verlassen hatte, bedankte Patrick sich noch einmal bei Carl und verließ den Hangar.

Sein Weg führte ihn in sein Quartier, wo er sich eine Cola mit Rum bestellte.
In Gedanken ließ er noch einmal die gesamte Prüfung an sich vorbeiziehen, nippte dabei immer mal wieder an seinem Glas. Beherzt tippte er auf seinen Kommunikator und wollte Svea sprechen.

Zu seiner Verwunderung und so ganz anders als in 'seiner' Fernsehserie, hörte er eine Art Anrufbeantworter, oder Mobilbox, die ihm mitteilte, daß Svea gerade nicht direkt zu sprechen sei, er jedoch entweder eine Nachricht hinterlassen, oder ihr eine E-Mail senden könne.

Er entschied sich für die Sprachnachricht und fragte, ob sie heute Abend schon etwas vor habe und ob sie sich treffen wollten.

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