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Chapter 9
by
daimon
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Hausarbeit, Überlegungen und eine Nachricht (20. März)
Sandra ließ eine ziemlich verwirrte Schwester zurück. Simone hatte nach der Lebensbeichte, die sie soeben gehört hatte, einiges zu verdauen. Ein Teil von ihr war immer noch der Meinung, es könne sich nur um einen Scherz handeln, es würde gleich an der Tür klingeln und Sandra würde ihr offenbaren, dass sie zum Narren gehalten worden war.
Natürlich klingelte niemand. Natürlich entsprach alles der Wahrheit, das sie soeben gehört hatte. Ihre Schwester hatte angeschafft, hatte sich irgendwelchen Männern für Geld angeboten. Kopfschüttelnd beschloss sie, ihre Wohnung auf Vordermann zu bringen. Es gab zwei Lebenssituationen, in denen sie am besten nachdenken konnte: ausgedehnte Toilettenbesuche (natürlich nur dann, wenn diese nicht durch Durchfall oder andere Krankheiten hervorgerufen wurden) und Hausarbeit.
Simone saugte, putzte, reinigte endlich den vollgesauten Badezimmerboden und wechselte die Bettlaken, die eindeutige Spuren ihres Liebeslebens zeigten.
Ihr Kopf wurde währenddessen immer klarer. Viele Situationen, die sie mit Sandra erlebt hatte, machten jetzt Sinn. Da waren ihre langen Abwesenheiten, in denen sie die kleine Schwester alleine und gelangweilt in ihrer Berliner Wohnung zurückgelassen hatte. Ihre Schwester, die sich so sehr auf diesen Besuch gefreut und allen Freundinnen von den Abenteuern erzählt hatte, die sie mit ihrer tollen großen Schwester erleben würde. Sandra hatte sie nicht aus Hochmut oder, weil sie sich ihrer schämte, im Stich gelassen, sondern sie hatte einen Freier bedient.
Einerseits wollte ihr nicht in den Kopf, wie sich ihre Schwester für so etwas hergeben konnte, andererseits …
Sie genoss den Sex mit Tim. Sehr!
Sie hatte in letzter Zeit immer öfter bemerkt, dass sie auf Männer wirkte.
Es hatte ihr gefallen. Sehr!
Diese Zeichen männlicher Aufmerksamkeit, in manchen Fällen offener Geilheit, hatten sie nicht abgestoßen. Im Gegenteil. Es war ihr dabei ziemlich egal, wie diese Männer aussahen, wie alt oder gepflegt sie waren. Manchmal war sie richtig feucht geworden, wenn einer dieser Blicke sie streifte. War sie eine Schlampe? Hatte sie das früher als Jungfrau nicht bemerkt, weil sie schlichtweg nicht wusste, was sie versäumte, wie es sich anfühlte, wenn ein Schwanz in ihrer Muschi pochte?
Simone putzte wie eine Teufelin und musste sich dennoch eingestehen, dass sie im Moment etwas neben sich stand. Sie kam bei ihrer Selbstbeurteilung nicht so recht auf einen grünen Zweig.
Es sprach allerdings - auch das war ihr klar - Bände, dass es keine Selbstverurteilung war, die sie empfand. Sie betrachtete sich selbst, genau wie ihre Schwester, aus einer ziemlich distanzierten und objektiven Perspektive.
Als sie das Putzzeug zurück in die Abstellkammer stellte, hatte sie wenigstens dahingehend Klarheit, dass sie niemals Prostituierte werden würde, um ihre merkwürdigen Gelüste zu befriedigen.
Als sie sich von der Hausarbeit erschöpft wieder auf ihr Sofa setzte, sah sie am Display ihres Smartphones, das sie auf dem Couchtisch hatte liegen lassen, dass eine neue Nachricht eingelangt war.
„Hi zurück! Ich bin so froh, dass du dich gemeldet hast! Es wäre super, wenn du mich anrufen würdest, oder vielleicht sogar Zeit hättest, mich zu treffen! Liesi“
Mit der Nachricht hatte sie ihr ein Emoji, das einen Strauß roter Rosen darstellte, geschickt.
Simone freute sich! Sofort stellte sich wieder dieses Kribbeln in ihrem Unterleib ein. Diese Liesi wollte es offensichtlich wirklich wissen! Rote Rosen! Bei der ersten Nachricht! Wahrscheinlich waren Lesben einfach direkter als Männer.
Sie legte das Telefon zurück auf den Tisch, wo sie die Nachricht noch einige Zeit anleuchtete, sie lockte, ihr fast zuflüsterte, das Mädchen doch anzurufen, sie aus ihrem Dirndl zu schälen …
Als das Display dunkel wurde, wertete Simone das als Zeichen und beschloss, sich jetzt nicht auch noch mit ihren neu entdeckten homoerotischen Neigungen zu belasten.
Sie raffte sich auf, zog sich an und beschloss, den schönen Tag noch etwas auszunutzen. Leider hatte sie heute Morgen bereits so viel Brot gekauft, dass sie das meiste davon würde einfrieren müssen. Es gab keinen Grund für einen Besuch in der Bäckerei.
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Das Milieu hat viele Gesichter
Erlebnisse junger Dirnen
Mehrere Mädchen begeben sich mehr oder weniger freiwillig ins horizontale Gewerbe. Diese Geschichte ist ein genehmigter Spinoff von "Eine Karriere im Rotlichtbezirk" von Jarl66 https://chyoa.com/story/Eine-Karriere-im-Rotlichtbezirk.34775
Updated on Dec 14, 2025
by daimon
Created on Mar 16, 2021
by daimon
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