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Chapter 9 by The Pervert

Am nächsten Tag.

Schlechte Nachrichten.

Eine Hand rüttelte an Ihrer Schulter und weckte Sashiira.
Sie öffnete die Augen und blinzelte. Schlagartig fiel Ihr wieder ein wo Sie war und was passiert war. Tavolori stand am Bett und lächelte Sie an. Saahiira rieb sich die Augen und sah nun einen langen ausgesprochen dünnen Mann in der langen Blauen Kutte eines Heiler hinter ihm stehen. Der Heiler wirkte durch seine grösse noch wesentlich schlanker als Sie. Als hätte man einen normalen Menschen in die Länge gezogen. Dabei waren aber sein Mundwinkel auf der Strecke geblieben. Auch war der Mann alt, faltig mit weissen Haaren und bleicher Haut. Nur seine Augen wirkten **** aber auch streng.
„Guten Morgen." grüsste Sie Tavolori.
„Schlechte Nachrichten. Der Heiler ist da und möchte sich deine Verletzung noch einmal ansehen. Vermutlich hat er als er den Mückenstich genäht hat irgendwelche Sache in der Wunde gelassen, die er jetzt zurückhaben will."
Sashiira musste lachen. Wann hatte Sie das letzte Mal richtig lachen können ?
„Also schön Quaksalber. Du kannst Sie untersuchen. Aber sei Vorsichtig. Behalte deine unigalen Griffel bei dir. Neben ihr liegt ein Messer. Falls Du zudringlich wirst schnippelt Sie dir wichtige Teile ab. Glaub´s mir."
Der Heiler verschoss Blicke von einer Giftigkeit das selbst eine Kröte augenblicklich verdorrt währe. Schliesslich waren Heiler nach den Priestern die Personen vor denen man den grössten Respekt haben musste. An Tav prallten die Blicke wirkungslos ab. Er blinzelte Sashiira zu, dann verliess er das Zimmer.
Der Heiler untersuchte Sashiiras Schrammen und blaue Flecken, dann löste er den Verband und untersuchte die Messerwunde. Sashiira erfuhr das die Klinge zum Glück an eine Rippe abgerutscht war. So hatte Sie zwar eine lange blutende Wunde, aber keine ernsthafte Verletzung erlitten. Er hatte die Wunde genäht und war zufrieden das Sie sich nicht entzündet hatte. Als er ging riet er Sashiira Ihre blauen Flecken mit Siim - Wasser einzureiben, und etwas kräftigendes zu essen, dann ging er wieder. Das einzige was Sashiira als beruhigend empfand, war das er Ihre Nacktheit, wie alle Heiler, ignorieren konnte. Doch nun realisierte Sie, das Sie nichts anzuziehen hatte. Ihr Kleid war in der Gasse von den drei Kerlen zerschnitten worden.
Erst jetzt viel Ihr wieder in allen Details ein, was Ihr dort widerfahren war. Obwohl Sie gelernt hatte ein harter Knochen zu sein, und in ihrem Leben schon viele Schlimme Erfahrungen gemacht hatte konnte Sie die Tränen nicht ****. Wie eine Sturzwelle brach es über Sie herein und Sie heulte schliesslich hemmungslos in das dünne Kissen. Erst nach einer ganzen Weile merkte Sie das Sie an einer Schulter lehnte, Arme Sie hielten und eine angenehme Stimme beruhigend auf Sie ein sprach. Tavolori hielt Sie sanft im Arm.
Sie schaute Ihn an und er lächelte.
„Na, geht´s wieder ?"
Sashiira lehnte Ihren Kopf an seine Schulter.
„Ich kann zwar nicht behaupten, das Ich mir vorstellen kann was Du da in der Gasse erlebt hast, Mädchen, aber es ist vorbei. Die Typen werden in nächster Zeit niemanden mehr ****. Du bist eine Kämpfernatur und auch wenn es schwer wird, Du wirst darüber hinwegkommen. Du hast nicht aufgegeben. Schon gar nicht dich. Und durch dein Eingreifen hast Du mich gerettet.
Ich glaube ganz fest an eine Wahrheit : Wen die Götter am härtesten Prüfen, den Belohnen Sie auch am höchsten." In diesem Moment war es kein Fremder mehr der Sashiira tröstete. Obwohl Sie ihn praktisch nicht kannte.
Sie hielten sich noch einen Moment fest. Dann löste sich Tav vorsichtig von Ihr und ging zu dem Schrank am Ende des Bettes. Er zog ein Stück Tuch daraus hervor.
„Leider kann Ich dir nichts besseres bieten. Ich habe nicht genug Geld um dir ein Kleid zu kaufen. Ich hoffe das Du nähen kannst. Vielleicht kannst Du dir daraus ein Kleid machen.
Er gab Ihr den grauen Stoff, der nicht besonders schön aber haltbar war.
„Tav ?"
„Hey, Du hast dir meinen Namen gemerkt. Prima. Worum geht´s ?"
„Ich ... ich verstehe das nicht. Du kennst mich nicht. Warum tust Du das alles für mich. Ich bin neu in der Stadt und auf Arbeitssuche. Ich kann dir deine Ausgaben nicht zurückerstatten.
Ich meine, ich habe kein Geld. Wenn, ... wenn..."
Tavs Lachen klang nervös.
„Oh Mädchen ..."
„Ich heisse Sashiira, bitte. Oder Sash für dich, - TAV."
„In Ordnung, Sashiira. Also zunächst mal, damit das klar ist. Ich werde nichts von dir verlangen. Weder jetzt noch in Zukunft. Was Ich getan habe und tue mache Ich aus dem Glauben an die Notwendigkeit heraus. Du brauchst Hilfe, also helfe Ich. Ich werde nicht mehr tun als Ich mir leisten kann, und wärest Du ein junger Bursche gewesen hätte Ich bei ihm genauso gehandelt wie bei dir.
Aber damit komme Ich schon zu der ganz schlechten Nachricht für dich. Dein Armreif."
Sashiira erinnerte sich das Demurian Ihn Ihr abgenommen und weggeworfen hatte.
„Tja. der ist weg. Warte, ...
Ich glaube Ich mache uns erst mal Frühstück. Dabei kann Ich dir erzählen was passiert ist. Danach können wir schauen was wir noch machen können."
Während er einen Kessel heisses Wasser aufsetzte und draussen irgendwelche Sachen erledigte schaute Sashiira was Sie mit dem Stoff machen konnte. Sie konnte zum Glück nähen. Zumindest genug um aus diesem Tuch einen brauchbaren Umhang zu machen.
Sie ging in das Tuch gewickelt hinaus. Die Wohnung führte in einen kleinen Hof. Dort gab es einen Abort und einen Waschstein. In einer Wand war ein Tor und die vierte Seite führte in eine offene Werkstatt die derartig unterschiedliche Dinge enthielt das Sie nicht entscheiden konnte was für ein Handwerk Tavolori ausübte. Sie machte Sie sauber. Dabei überprüfte Sie auch ob...
Nein, Er hatte Sie nicht angefasst. Sie hätte eigentlich erwartet jemand in seiner Lage ihrer Hilflosigkeit ausgenutzt hätte. Sie glaubte immer noch nicht das es auf dieser Welt noch Menschen gab die derartig uneigennützig handelten. Sashiira erklärte sich, das er entweder nichts für Frauen übrig hatte, oder aus irgendwelchen Gründen impotent war. Von der dritten Möglichkeit wusste Sie nicht ob Sie Sie gutheissen oder verdammen sollte. Nämlich das Sie ihm einfach nicht gefallen hatte.
Trotz des Versuches sich durch die Arbeit abzulenken kehrten Ihre Gedanken auch immer wieder zu dem Punkt zurück : Ihr Armreif war fort. Ihre einzige Chance darauf ein normaler Bürger zu werden und ein halbwegs normales Leben führen zu können war verloren. Sie würde weiter eine Bettlerin bleiben.
Als Tavolori zurückkehrte hatte er einige Lebensmittel dabei und gab Ihr Nähzeug. Er kochte ihnen Eier und schmierte ihnen Brotscheiben mit Schmalz.
Als Sie schliesslich am Tisch sassen, Sashiira in das Tuch gehüllt, bekam Sie ein Frühstück vorgesetzt, das reichhaltiger war als so manche Mahlzeit die Sie früher in einer Woche zusammengetragen hatte.
Das Brot obwohl vom Vortag war frischer als vieles das Sie üblicherweise ass, vom Schmalz gar nicht zu reden und Sie verdrückte unter Tav´s aufforderndem lachen drei grosse Hühnereier. Er stand dem nicht nach.
Dazu goss er eine schwarze bittere Brühe in die Tassen. Sashiira roch an dem Zeug, das Sie nicht kannte. Es duftete nicht uninteressant. Trotz der Warnung von Tav überraschte Sie der recht bittere Geschmack. Aber nach der halben Tasse hatte Sie sich daran gewöhnt.
„Was ist das ?" fragte Sie.
„Das Zeug heisst Kifa und kommt aus dem Süden. Es ist eine Schote die man mehrfach aufbrühen oder auskochen kann. Schmeckt etwas merkwürdig, gibt aber Kraft und macht wach. Wenn man sich daran gewöhnt hat, möchte man es nicht mehr missen."
Sashiira spürte tatsächlich eine gewisse neue Energie in sich. Tav wurde unruhig, denn es war Zeit endlich ein paar unangenehme Sachen zu besprechen.
„Herausschieben hilft nichts. Also zur Sache.
Du hattest Glück das Ich dich schreien gehört habe. Ich war grade bei einen Kunden in der Gasse. Da Ich jederzeit mit Überfällen rechnen hatte Ich mein Schlagseil dabei und dachte mir, das Ich mal nachschaue was los ist. Zum Glück hast Du den zweiten Kerl abgelenkt als mich der andere beim Wickel hatte, und so habe Ich erst den einen, dann den anderen Schlafen gelegt.
Ich habe gesehen das Du Hilfe Brauchst und habe die Burschen schnell verpackt damit Sie nicht stiften gehen.
Anschliessend habe Ich dich hierher gebracht, zu meiner Werkstatt und Wohnung. Zum Glück ist das nicht weit von dieser Gasse weg. Ich habe der Stadtwache Bescheid gegeben und einen Heiler geholt. Der hat dich verarztet. Danach habe Ich dich etwas saubergemacht. Dabei sah Ich das dein Armreif fehlte. Nachdem Ich dich im Bett verpackt hatte bin Ich noch mal die Gasse absuchen gegangen, aber von deinem Armreif habe Ich keine Spur mehr gefunden. Am nächsten Tag hatte Ich zuviel zu tun aber gestern dann habe Ich noch mal bei der Stadtwache nachgefragt ob die drei einen Armreif dabei gehabt haben."
„Heisst Das Ich bin schon zwei Tage hier ?" unterbrach Sahiira ihn erstaunt.
„Drei. Als der Heiler kam gab er dir eine Medizin. Er meinte Du bräuchtest zuerst mal Schlaf. Am nächsten Morgen hattest Du leichtes Fieber das er auf die Messerwunde zurückführte.
Jedenfalls ist dein Armreif verschwunden."
„Der eine hat es platt getreten und in die Gasse geschmissen."
„Ich habe nichts metallisches dort gefunden. Du weißt vielleicht das Neuankömmlinge mit etwas Geld sich hier schwarz Reife besorgen können um schneller eingebürgert zu werden. Deshalb werden die Dinger immer wieder gestohlen."
Sashiira liess den Kopf hängen. Aus. Die Stadtmeisterei vergab nur einmal solche Armreife. Gingen Sie verloren hatte man Pech gehabt. Es blieb dann nur noch die Hoffnung das man eine Möglichkeit fand die Insel erneut zu verlassen. Nur wenn man eingetragener Bürger einer anderen Insel oder Staates war durfte man eventuell in eine ansässige **** einheiraten.
Reiflose waren Bettler und diejenigen „Rechtlose" die die schmutzigsten und gefährlichsten Arbeiten annehmen mussten wenn Sie überhaupt etwas verdienen wollten. So jemand wurde kein Bürger.
„Es tut mit leid." Tavs Pranke legte sich auf Ihre Hand.
Was sollte nun werden ? Immerhin Sie lebte. Sie würde auch das hier überstehen. Irgendwie würde es weitergehen.

Wie geht es weiter ?

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