Kann Laura Marie überzeugen?

Sie legt ein gutes Wort für Walter ein

Marie und Laura saßen am nächsten Tag in der Klasse. Die Stunde war langweilig. Marie scrollte auf ihrem Handy und tippte Laura eine Nachricht.

„100 Euro waren ok. Aber der Typ ist komisch. Hat mich angefasst, hast du das gesehen?.“

Laura las es und antwortete:

„Haha ja! Chill. Er fasst alle an. Dafür zahlt er doch. Wenn du mehr willst, komm nächste Woche wieder. Dann gibt’s vielleicht 150. Du musst nur länger bleiben und ein bisschen lockerer sein.“

Marie starrte auf die Nachricht. 150 Euro. Sie tippte zurück:

„Was heißt lockerer? Ich war MEGA locker! ... der durfte immerhin meinen Arsch anfassen!"

„Dafür sind 100€ aber ganz schon großzügig meinst du nicht."

"LOL" kam es zurück.

"Naja...er mag es, wenn man nicht sofort Nein sagt. Er redet viel, aber er zahlt sofort. Ich mach das schon seit Wochen. Ist nicht so schlimm, wie’s klingt.“

Marie antwortete nicht sofort. Sie schaute schräg zu Laura rüber. Laura putzte gerade ihre Brille und sah nicht hoch. Marie tippte:

"Und was ist mit Frauenthemen?"

"Was ist damit?" fragte Laura.

„Du weißt schon ... Pille! Ich nehm keine. Also nur damit du’s weißt: wenn der Typ irgendwas versucht, geh ich.“

Laura las es. Sie antwortete nach einer Minute:

„Haha... ok aber er versucht immer was. Hat er bei mir auch gemacht. Lass ihn halt nicht machen. Wieso bist du fruchtbar? Wann?“

Marie zögerte. Dann schrieb sie:

„Nächste Woche Dienstag oder Mittwoch. Ich track das nicht ganz genau, aber kommt hin. Warum fragst du?“

„Nur so. Musst dann halt an diesen Tage aufpassen! Am Dienstag sollen wir aufräumen, er hat schon gesagt, dass ich extra kriege, wenn ich mich nett anziehe... Dann ist er gut drauf und zahlt mehr. Wenn du willst ...Ich hol dich ab.“

Marie steckte das Handy weg. Sie dachte an die 150 Euro. Und daran, dass Laura so ruhig darüber redete. Als wäre es normal.

Nach der Schule wartete Laura an der Bushaltestelle. Marie kam dazu.

„Dienstag“, sagte Laura. „15 Uhr. Ich sag ihm, du kommst. Er freut sich. Und er hat schon das Geld da.“

Marie nickte unsicher. „Wenn er wieder anfasst, lass ich ihn machen, aber mehr gibt´s nicht...“

„Mach das“, sagte Laura. „Aber nimm das Geld vorher. Er legt’s immer auf den Tisch. Und trink was. Er hat Hugo im Kühlschrank. Das macht’s leichter.“

Marie schaute sie an. „Warum hilfst du mir?“

Laura zuckte mit den Schultern. „Weil ich weiß, wie’s ist. Die anderen lachen über mich... Und der Typ… der nimmt sich, was er will. Besser, wir nehmen uns auch was. Geld. Und dass er uns anfasst, ist egal. Hauptsache, er zahlt.“

Marie sagte nichts. Sie stiegen in den Bus. Laura setzte sich ans Fenster. Marie saß neben ihr und scrollte. Keine sagte etwas. Aber als der Bus hielt, tippte Marie Laura noch eine Nachricht:

„Dienstag. Aber nur aufräumen, bisschen anfassen und mehr nicht.“

Laura las es und antwortete:

„Nur aufräumen, aber lass ihn auch bisschen Spaß haben, von Arsch anfassen wirst du nicht schwanger! Versprochen. Und 150 Euro. Bar....“

Marie steckte das Handy weg. Sie dachte an Dienstag. Und daran, dass sie keine Pille nahm. Und dass Laura so getan hatte, als wäre das kein Problem.

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Wird Marie ihren (berechtigten) Zweifeln vertrauen?

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