What's next?

Deal oder Spiel?

Chapter 12 by gruetze

"Okay, Deal," erwidere ich, während mein Blick automatisch zum Typen an der Bar gleitet. Grünes Hemd, schulterlanges braunes Haar – sieht aus wie jemand, der Yoga macht und über Klimawandel diskutiert. Nicht mein Typ. Aber wenn es Ben hilft... Seine Hand löst sich von meiner Taille.
Der Club ist ein Gewirr aus flackernden Lichtern und pulsierenden Bässen, die mir direkt in die Brust hämmern. Ich bahne mir einen Weg durch die tanzenden Körper, mein Blick fest auf das grüne Hemd an der Bar gerichtet.
"Einen Vodka-E", sage ich mit absichtlich übertriebener Lässigkeit, während ich mich neben den Typen im grünen Hemd schiebe. Der Barkeeper wirft mir einen skeptischen Blick zu, aber ich ignoriere ihn und stütze die Ellenbogen auf die Theke. Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie mich der typ im grünen Hemd zu mir rüber schaut – er hat mich zumindest mal wahrgenommen.
Das grüne Hemd dreht sich vollends zu mir, und ich sehe ein Gesicht, das viel jünger wirkt als ich ihn mir vorgestellt hatte– vielleicht Mitte zwanzig, mit einem Hauch von Bartflaum und Augen, die mich mit einer Neugier mustern, die mir sofort den Atem raubt. "Vodka-E?", fragt er, die Stirn leicht gerunzelt. "Ich dachte es gibt keinen Menschen mehr auf der Welt der das trinkt."
"Hört sich verbittert an. Oder wolltest du mich nur beleidigen?" entgegne ich und lasse meine Stimme absichtlich in der Lautstärke des Clubs verschwimmen. Der Typ – sein Name, wie ich jetzt sehe, ist auf seinem Armband als "Lukas" eingraviert – stutzt tatsächlich. Seine Brauen ziehen sich zusammen, als hätte ich ihn mit einer unsichtbaren Nagel gestochen. Dann, nach einem Moment, in dem sein Blick durch mich hindurchzublicken scheint, nickt er langsam mit einem lächeln was ich nicht zuordnen kann. "Sorry, hatte einen doofen abend." Seine Finger trommeln nervös gegen die Bar, ein schneller, ungleichmäßiger Rhythmus, der etwas Aufregung verrät.
"Ich bin…Annika," sage ich, während ich mich leicht zu ihm hinüberlehne, damit er mich über den Bass hinweg versteht. Ich rieche sein Aftershave – etwas Holziges, das mich unerklärlich an Waldspaziergänge erinnert. Seine Augen, braun mit goldenen Sprenkeln wie Baumrinde im Sonnenlicht, mustern mich mit einer Intensität, die mir die Worte im Hals stecken lässt.
"Lukas," sagt er und deutet auf sein Armband, als würde ich es nicht schon gesehen haben. "Ich hab dich hier noch nie gesehen." Sein Blick wandert über mein Gesicht, bleibt an meinen Lippen hängen, bevor er wieder hoch zu meinen Augen findet.
"Ich war auch noch nie hier," erwidere ich und drehe das Vodkaglas zwischen meinen Fingern. Ich war ständig in diesem Club – an der Bar, an der ich jetzt lehne, habe ich mindestens drei Frauen aufgegabelt. Aber so? So war ich noch nie hier. "Manchmal muss man einfach... den Kopf frei bekommen, weißt du?"
Lukas' Finger bleiben auf der Bar stehen, als er mein Glas fixiert. "Ben hat dich geschickt, oder?" Die Frage kommt so unvermittelt, dass mein Atem stockt. Ich spüre, wie sich meine Finger um das Glas verkrampfen. Schnell lockere ich meinen Griff, lasse die Schultern sinken, ein Lächeln aufspielen.
"Ben? Wer ist Ben?" Frage ich scheinheilig. Lukas' Augen verengen sich, ein langsames.
"Schon okay", sagt Lukas plötzlich mit einem Lächeln, das mich misstrauisch macht. "Hast du Lust, ein Spiel mit ihm zu spielen?"
Sein Blick gleitet über meine Schulter, und ich weiß ohne mich umzudrehen, dass er Ben irgendwo hinter mir entdeckt hat. "Ein Tanz?", sagt er leise, während er sein Glas mit einer präzisen Bewegung zur Seite schiebt. "Eng. Nur um ihn eifersüchtig zu machen." Sein Mundwinkel zuckt nach oben, aber seine Augen bleiben kühl, wie zwei Goldmünzen im Halbdunkel.
"Ein Tanz?" Die Worte rutschen mir heraus, bevor ich sie zurückhalten kann. Meine Finger verkrampfen sich um das Glas, das plötzlich schwer in meiner Hand liegt. Ich bin kein guter Tänzer – und schon gar nicht auf hohen Schuhen. Der Gedanke fühlt sich an wie ein Sturz in unbekanntes Terrain. Doch Lukas steht bereits auf, seine Hand ausgestreckt, eine stumme Aufforderung, die ich nicht ablehnen kann ohne misstrauisch zu wirken.
Lukas' Hand schließt sich um meine, bevor ich antworten kann – seine Finger sind warm und leicht feucht vom Glas, aber fest genug, um mir keine Wahl zu lassen. Er zieht mich vom Barhocker aber auf den Highheels knicke ich fast um ein. Seine Hand legt sich blitzschnell um meine Taille, fängt mich auf und zieht mich an seine Hüfte.
Geschickt zieht er mich an sich. Seine Hüfte presst gegen meine, ein fester, unmissverständlicher Druck, der mich atemlos macht. Die Musik hämmert in meinen Schläfen, ein dumpfer Bass, der meinen Herzschlag übertönt. Sein Griff um meine Taille wird fester, als ich unsicher zurückweiche – nicht weil ich es nicht will, sondern weil mein Körper noch nicht weiß, wie er sich in dieser neuen Form bewegen soll.
Lukas' Griff ist sicher, als ich mich instinktiv gegen seine Hüfte stemme – nicht aus Ablehnung, sondern weil mein Gleichgewicht in den Highheels noch immer fragil ist. Seine linke Hand gleitet höher, landet zwischen meinen Schulterblättern, während die rechte meine Hüfte umklammert. Zu nahe. Viel zu nahe. Ich spüre jeden Atemzug gegen meine Stirn, den leicht süßlichen Geruch seines Aftershaves vermischt mit Schweiß. "Entspann dich", flüstert er, und seine Lippen streifen dabei mein Ohr. "Es ist nur ein Spiel."
Die Musik wechselt zu einem langsameren Beat, und plötzlich fühlt sich unser "Spiel" nicht mehr nur wie eine Show für Ben an. Lukas' Körper bewegt sich gegen meinen, seine Hüften schwingen in einem Rhythmus, der mich zwingt, mitzugehen. Seine Hand auf meinem Rücken führt mich wie von selbst, als hätte mein neuer Körper schon immer darauf gewartet, so geführt zu werden. Ich spüre die Hitze seiner Handfläche durch den dünnen Stoff, spüre, wie meine Brustwarzen sich unter dem Spitzen-BH verhärten – eine Reaktion, die mich erschreckt und gleichzeitig elektrisiert.
Lukas' Daumen streicht zufällig über die Stelle, wo mein Kleid die Taille spannt - eine Berührung, die so leicht ist, dass ich sie fast nicht spüren sollte. Doch mein Körper reagiert sofort: Die Haut dort scheint plötzlich elektrisch aufgeladen, jedes Härchen steht zu Berge. Ich spüre, wie meine Atmung flacher wird, während seine Hand auf meinem Rücken mich stützt.
Gekonnt spielt er im Tanz mit meinem Körper, als würde er jede meiner Bewegungen schon vorhersehen. Seine Hände führen mich, drücken mich mal näher, lassen mich dann wieder kurz los, nur um mich im nächsten Moment mit einer fast brutalen Entschlossenheit wieder an sich zu ziehen. Zwischendurch sind sich unsere Gesichter so nah, dass ich davon ausgehe, dass er mich küssen möchte – sein Atem streift meine Lippen, aber dann dreht er mich plötzlich weg, als sei es nur ein Spiel für ihn.
Lukas dreht mich plötzlich weg von sich, doch seine Hand bleibt fest um meine Hüfte geklammert. Der Raum wirbelt um mich, Lichter verschwimmen zu farbigen Streifen, während der Bass durch meine Brust hämmert. Für einen Moment verliere ich das Gleichgewicht – doch statt mich fallen zu lassen, zieht er mich mit einem Ruck zurück gegen seinen Körper. Mein Rücken prallt gegen seine Brust, sein Atem heiß und schnell an meinem Hals.
Sein Atem ist jetzt deutlich schneller als der Beat der Musik – heiß und unregelmäßig gegen meinen Nacken. Seine Hände, die eben noch so sicher geführt haben, zittern leicht an meinen Hüften. Ich spüre seinen Herzschlag durch seine Brust gegen meinen Rücken.
Lukas' Finger graben sich plötzlich fester in meine Hüften, als der Song in einen dumpfen Breakdown übergeht. Sein Körper presst sich von hinten gegen mich, jede Kontur seiner Brust deutlich spürbar durch die dünnen Stoffe. Ich sollte mich wegdrehen, mich befreien – stattdessen lasse ich meinen Kopf gegen seine Schulter sinken, während sich mein Rücken unwillkürlich in seine Brust schmiegt.
Geschickt dreht er mich erneut, während unsere Körper ganz nah sind. Ich blicke auf zu ihm, und in diesem Moment scheint die Zeit stillzustehen. Seine Augen, diese goldgesprenkelten braunen Tümpel, halten meinen Blick gefangen, als würden sie etwas suchen, das ich noch nicht einmal selbst kenne. Dann – fast wie in Zeitlupe – neigt er seinen Kopf und unsere Lippen treffen sich.
Der Kuss ist nur kurz – nicht sanft, nicht zögernd. Seine Lippen sind fest, aber nicht hart, sie bewegen sich gegen meine mit einer Sicherheit, als hätte er schon tausendmal genau so geküsst. Seine Zunge streift meine Unterlippe, nur kurz, ein Fragezeichen, das meinen ganzen Körper elektrisiert. Ich spüre, wie meine Finger sich unwillkürlich in sein grünes Hemd krallen, als würde ich gleich fallen.
"Was ist mit Ben?" Frage ich unsicher und schockiert als sich der Kuss löst. Mein Atem kommt in kurzen Stößen, meine Finger zittern noch immer im Stoff seines Hemdes.
"Du hast recht," sagt Lukas mit einem Lächeln, das mir den Atem raubt – und im selben Moment dreht Lukas mich geschickt von sich weg, direkt in Bens Arme. Er fängt mich geschickt ein. Bevor ich protestieren kann, senkt er seinen Kopf und küsst mich – nicht zögernd, nicht fragend, sondern mit einer Innigkeit, die mir die Knie weich werden lässt.
Bens Mund ist warm, ein leichter Geschmack nach Bier. Seine Zunge findet meine, ein flüchtiger Kontakt, der mich erschauern lässt – nicht vor Ablehnung, sondern vor der plötzlichen Intimität. Meine Hände, die reflexartig seine Brust gestoßen haben, krallen sich jetzt in sein weißes Shirt, als würde ich sonst ins Bodenlose fallen. Die Musik scheint zu verstummen, der Club um uns herum verschwimmt zu einem Farbwirbel aus Neonlichtern und schwitzenden Körpern.
Seine Lippen lösen sich von meinen, aber der Geschmack bleibt noch einen Moment auf meiner Zunge zurück. Bens Augen halten meinen Blick gefangen. Seine Hände sind noch immer um meine Taille, seine Finger graben sich leicht in meinen Rücken, als würde er mich festhalten wollen, falls ich versuche zu fliehen.
Ich verstehe nicht. Waren die beiden kein Paar? Nicht schwul? War das ihre Masche? Bens Lippen sind noch warm von meinem Mund, sein Atem schwer gegen meine Wange, als ich versuche, den Wirbel aus Verwirrung in meinem Kopf zu sortieren. Lukas steht einen Schritt entfernt, die Arme verschränkt, ein selbstgefälliges Lächeln auf den Lippen – kein Anflug von Eifersucht, keine Enttäuschung. Nur diese seltsame Zufriedenheit, als hätte er genau das erreicht, was er wollte.
"Also..." Mit meiner Hand schaffe ich mir ein wenig Platz zu Bens Brust, während ich mich leicht zurücklehne, um beide gleichzeitig sehen zu können. Die Musik dröhnt um uns herum, aber in diesem Moment höre ich nur das Blut, das in meinen Schläfen pocht. "Erklär mir das mal. Ihr seid... was genau?"
"Zwei Tänzer?!" kriege ich als freche Antwort, während Bens Daumen unmerklich über meine Hüfte streicht.
Bens Griff an meiner Hüfte wird fester, während Lukas von hinten näher kommt. Ich spüre, wie sich seine Brust gegen meinen Rücken presst. Die Musik wechselt zum nächsten Track und plötzlich bewegen sich beide synchron, als hätten sie das schon hundertmal geübt. Lukas vor mir, seine Hände jetzt auf meinen Schultern, zieht mich nach vorn, während Ben von hinten gegen mich drückt. Ich bin eingeklemmt zwischen ihren Körpern, jeder Atemzug eine Mischung aus Holzaftershave und Bier. Das habe ich nicht kommen sehen.
Mein Herz rast so heftig, dass ich fürchte, sie können es zwischen unseren Körpern hören. Lukas' Daumen streicht über mein Schlüsselbein, eine Bewegung, die zu sanft ist für die Spannung, die zwischen uns knistert. "Was sucht 'heute Annika' alleine im Club?" flüstert er, während Ben hinter mir seinen Mund an meinen Nacken presst. Die Kombination aus ihren Berührungen löst eine Welle von Hitze aus, die mir direkt in den Unterleib schießt.
Mein Atem bleibt stehen, als Bens Lippen meinen Nacken berühren – eine einzige, flüchtige Berührung, die wie ein elektrischer Schlag durch meinen Körper jagt. Sein Stoppelbart kratzt leicht über meine Haut, während Lukas vor mir mich mit diesem Blick fixiert. Ich spüre, wie sich mein Rücken unwillkürlich gegen Bens Brust lehnt, während meine Hände an Lukas' Hemd zupfen.
Ich war sowieso auf der Suche nach einem Mann. Warum nicht einer von ihnen, denke ich. Die Erkenntnis trifft mich wie ein Schlag – klar und unausweichlich. Lukas’ Blick hält mich gefangen, während Bens Hände sich fest um meine Hüften legen.
Ich bleibe die Antwort schuldig und blicke einfach nur zurück.
Die Musik scheint sich zu verlangsamen, als Lukas mich mit einem Blick fixiert, der direkt in mein Mark dringt. Seine Finger unter meinem Kinn heben mein Gesicht leicht an, und bevor ich reagieren kann, sind seine Lippen wieder auf meinen – diesmal fordernder, hungriger. Hinter mir spüre ich, wie Ben sich enger an mich presst, seine Hände gleiten von meinen Hüften nach oben, über die Seitennähte meines Kleides, als würde er jede Kurve abtasten wollen.
Lukas' Finger unter mein Kinn, lenken meinen Kopf seitlich – eine sanfte, aber unmissverständliche Führung. Der Kuss bricht ab, doch bevor ich protestieren kann, spüre ich bereits andere Lippen auf meinen: härter, fordernder, mit dem Geschmack von Bier statt Whisky. Ben. Sein Bart kratzt gegen meine Wange, während seine Hand meinen Nacken umfasst.
Ich bin gefangen zwischen den beiden. Jeder von ihnen ist einen guten Kopf größer als ich, ein menschliches Sandwich, bei dem ich die zerdrückte Wurst in der Mitte bin. Lukas' Brust presst gegen meine, sein Atem warm während Ben von hinten seine Hüfte gegen meinen Po drückt. Ihre Hände sind überall: Lukas' Finger graben sich in meine Hüften, während Ben meinen Nacken umfasst, sein Daumen streicht über seitlich an meinem Hals.

Die Musik pulsiert durch meinen Körper, ein ständiger Rhythmus, der meine Bewegungen steuert, als wäre ich eine Marionette in ihren Händen. Lukas führt mich mit einer Selbstverständlichkeit, die mich erschauern lässt – seine Hände kennen meinen Körper besser als ich selbst. Ich spüre jeden Druck seiner Finger auf meiner Hüfte, jede kleine Bewegung, mit der er mich lenkt. Dann, abrupt, dreht er mich weg von sich, direkt in Bens Arme.

Ich bin zu erregt, um den beiden ihr Spiel mit mir übel zu nehmen. Jeder Nerv in meinem Körper steht unter Strom. Irgendwie gefällt es mir mal nicht Jäger, sondern die Beute zu sein. Begehrt zu werden und geschehen zu lassen.
"Verdammt, ich muss was trinken." Die Worte rutschen mir heraus, bevor ich sie zurückhalten kann. Meine Kehle fühlt sich ausgetrocknet an, als hätte ich stundenlang im Wüstenwind gesprochen. Lukas Hand an meiner Hüfte schiebt mich seitwärts. "Komm", sagt er und zieht mich ohne Widerstand mit sich zur Bar. Ben folgt dicht hinter uns.
"Whiskey sour, doppelt", sagt Lukas zur Barkeeperin, ohne mich zu fragen. "Und für sie noch einen Vodka-E" Seine Finger berühren dabei leicht meine Handgelenk, eine flüchtige Berührung, die ein Kribbeln auf meiner Haut hinterlässt. Ben lehnt sich neben mich gegen die Bar, sein Ellbogen streift meine Schulter. Absichtlich?
"Was will 'Annika heute Abend' noch so alles sein?", flüstert Ben plötzlich gegen mein Ohr, während seine Finger über meinen Handrücken streichen. Die Frage hat eine klare Intention.

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