Zwei Dorfschlampen bekämpfen sich
Weil Silke es so will — Sandy zeigt alles
Später würden sie in Spandau sagen, es sei Nachbarschaft gewesen.
In Wahrheit begann es an einem heißen Nachmittag, als Sandra das Tanktop nicht wechselte und Silke zum ersten Mal zu lange auf ein offenes Fenster starrte.
Silke wollte die Neue nicht kennenlernen. Sie wollte wissen, wie weit eine Frau geht, die noch lächelt, während man sie schon einsortiert.
Der Transporter hielt knirschend vor dem zweistöckigen Mietshaus in Spandau-Hakenfelde. Sandra schob die Schiebetür auf und spürte sofort den Geruch von warmem Asphalt, Lindenblättern und dem leichten, metallischen Hauch vom Wasser her. 163 Zentimeter groß, schlank bis kurvig – und endlich eine eigene Wohnung, die nicht nach schimmel roch. Die Kartons stapelten sich im Flur: Bettwäsche, Küche, Bücher, der alte Fön, den sie nie wegwarf. Die grünbraunen Augen musterten die Haustür, den Briefkasten, die Hecke zur Nachbarseite. „Also Spandau“, murmelte sie und schleppte den ersten Karton die enge Treppe hoch. Der Karton drückte gegen die Brust; unter dem Tanktop spürte sie den Stoß. „Nicht Köpenick. Gut. Neue Luft. Neue Nachbarn. Hoffentlich ruhig.“
In der Wohnung oben rechts roch es nach frischer Farbe, leichtem Staub und dem süßlichen Rest von Reinigungsmittel. Das Wohnzimmer war klein, die Küche noch kleiner. Das Schlafzimmer lag zur Gartenseite: ein breites Fenster, keine Gardinenstange oder Vorhänge. Sandra wischte den Schweiß von der Stirn, streifte die Jacke ab und blieb im engen weißen Tanktop und der kurzen Jeanshose stehen.
Unten im Nachbargarten stand Silke mit der Gießkanne und tat so, als ginge es um die Geranien. Silke war die freundliche Nachbarin mit dem zu hellen Lachen und sie hasste es, wenn jemand mit dem leisen Köpenick-Touch in „ihr“ Spandau einzog. Dann sah sie die Frau am Fenster: Sommersprossen, welliges dunkelblondes Haar, der feste Apfel-Po in der engen Jeans, und diese Titten, die sich unter dem Tanktop nicht verstecken ließen. Silkes Mund wurde trocken. In ihr zuckte etwas Hässliches und Heißes zugleich – Neid, Gier, ein plötzlicher Hunger nach Kontrolle.
„Na, die Neue“, dachte sie und goss Wasser neben die Blumen. „Schau dir das an.“ Gegen Nachmittag klopfte Silke an die Wohnungstür mit einem Glas Johannisbeergelee und einem Lächeln, das einen Hauch zu breit war. Sandra öffnete, noch immer im Tanktop, die Nippel klar durch den Stoff gezeichnet. Die Wangen waren vom Schleppen gerötet. Die Luft zwischen den beiden Frauen roch nach Kaffee und Staub. „Silke, von nebenan. Willkommen in Spandau. Bei uns ist das anders als… naja, woanders.“ Ein kleiner Stich Richtung Osten, den Sandra höflich überhörte, auch wenn sie ihn spürte.
„Sandra. Danke. Ich zieh gerade ein. Ich arbeite im Callcenter, Schichtarbeit – deshalb bin ich oft zu Hause. “
„Wie spannend.“ Silkes Blick huschte ungeniert über die Brust, den schmalen Bauch, dann tiefer: Als Sandra sich bückte, um einen Karton beiseitezuschieben, schob sich das Shirt hoch und zeigte für einen Moment das schwarze Tribal am unteren Rücken – tief sitzend, ornamental, wie ein Stempel, den Silke sofort als billig und geil einordnete. „Wenn du Hilfe brauchst… Möbel, Bohrmaschine. Ich kenn mich hier aus. Spandauer helfen Spandauern.“
Sandra lächelte unsicher. Die grünbraunen Augen suchten Silkes Gesicht und fanden nur Freundlichkeit, die zu glatt war. „Ich brauche noch Vorhänge … scheinbar hatten die vorher keine. Muss ich noch klären. Ich will nicht, dass…“
„Ach, was die brauchst du nicht. “, sagte Silke zu leichtfertig und winkte ab. „Man kann nicht durchgucken. Die Scheiben spiegeln“ In Wahrheit sah man es sehr wohl alles– von Silkes Terrasse aus. Sie half eine Stunde lang beim Tragen. Zwischen Kartons und Küchenzeile fragte Silke nach dem Job, nach dem Freunden, nach dem, ob Sandra allein sei. Jede Antwort speicherte sie ab: Schichtzeiten, keine Partnerin, keine Partner, oft abends allein mit Tee und Hörspielen. Als Sandra sich streckte, um einen Karton auf den Schrank zu heben, zog sich das Tanktop straff über die Brüste. 75 oder 80C dachte Silke noch. und dazu lange Nippel. Silke schluckte, lächelte weiter und bot noch einmal die Bohrmaschine an. Als sie ging, blieb der Geruch ihres Parfüms im Flur – und in Silkes Kopf die genaue Lage des Schlafzimmerfensters, Badezimmers und Wohnzimmers.
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