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Aufbruch

Chapter 6 by Meister U Meister U

Bevor Betty die Türklinke losließ, hielt sie inne. Ihre Finger lösten sich vom kalten Metall, und sie atmete tief ein. Irgendetwas in ihr sträubte sich gegen die Vorstellung, einfach so hinzugehen, sich auszuziehen und sich den Blicken der Jungs auszuliefern, als hätte sie keine Wahl. Sie hatte eine Wahl. Und wenn sie schon gehen würde, dann nicht als Bittstellerin. Nicht als eines von den Mädchen, die da auftauchten und sich verlosen ließ. Sie würde gehen wie eine Königin, die ihren Untertanen einen Gefallen tat.

Betty trat vom Spiegel zurück und legte den Kopf schief. Ein Gedanke formte sich in ihr, frech und rebellisch, und sie spürte, wie er Wärme in ihr aufsteigen ließ. Sie würde ihnen zeigen, was sie verpassten. Sie würde zeigen, dass sie nicht nur ein Körper unter vielen war – sondern der Körper, den sie alle haben wollten, aber nur einer bekommen konnte.

Sie griff nach dem Saum ihres Pyjamas und zog es über den Kopf. Die Luft im Zimmer war kühl gegen ihre nackte Haut, und ihre Brüste hoben sich, als sie einatmete. Sie ließ das Oberteil auf den Boden fallen, dann war die Schlafanzughose dran. Der Stoff glitt über ihre Hüften, ihre Oberschenkel, und sie stieg aus den Beinen, bis sie nur noch in ihrem schwarzen Slip dastand.

Sie drehte sich vor dem Spiegel und betrachtete sich. Ihre Kurven waren weich und weiblich, ihre Taille schmal, ihre Hüften breit genug, um Männerblicke auf sich zu ziehen. Ihre Brüste fielen frei, schwer und voll, die Nippel bereits hart von der Kühle der Nacht.

Ihre Finger wanderten zum Bund ihres Slips. Sie schob ihn langsam über ihre Hüften, ließ ihn ihre Beine hinabgleiten, bis sie ganz nackt vor dem Spiegel stand. Ihre Scham war glatt rasiert, die Haut darunter zart und rosig. Sie strich mit der Hand über ihren Bauch, über die sanfte Rundung, die zu ihren Hüften führte, und spürte ein Prickeln zwischen ihren Beinen, als sie sich selbst betrachtete. Sie war schön. Sie wusste das. Aber sie hatte es nie so ausgestellt, nie so zur Schau getragen wie jetzt.

Sie ging zum Schrank und öffnete die Tür. Dort standen ihre Schuhe – die hochhackigen, schwarzen Pumps, die sie eigentlich nur mitgenommen hatte, um Chantal irgendwas entgegenzusetzten. Sie hob sie heraus und setzte sich auf die Bettkante, um sie anzuziehen. Der kühle Lack glitt über ihre Füße, und sie spürte, wie ihre Waden sich spannten, als sie aufstand und das Gewicht auf die Absätze verlagerte. Die Schuhe machten sie größer, streckten ihre Beine, ließen ihren Körper in einer Linie stehen, die fast unmenschlich perfekt wirkte. Ihre Pobacken spannten sich, ihre Brüste hoben sich, und ihre Hüften schwingen in einem Rhythmus, der von Natur aus verführerisch war.

Sie trat noch einmal vor den Spiegel. Nackt, bis auf die Schuhe, die sie um fast zehn Zentimeter größer machten. Ihre Brüste standen fest, ihre Taille war schmal, ihre Hüften rundeten sich zu langen, schlanken Beinen, die in den hohen Absätzen endlos wirkten. Sie drehte sich zur Seite, betrachtete ihr Profil, den Schwung ihres Rückens, die Rundung ihres Gesäßes. Sie sah aus wie eine dieser Frauen, die man auf den Covern von Magazinen sah – aber sie war echt, und sie war hier, und sie würde gleich in ein Zimmer voller Jungs gehen, die nicht wussten, was sie erwartete.

Ihr Herz klopfte schnell, und in ihrer Magengegend kribbelte es. Angst war da, ja – tief in ihr, so wie Chantal es vorhergesagt hatte. Die Angst davor, gesehen zu werden, beurteilt zu werden, nackt und verletzlich zu sein. Aber da war noch etwas anderes: ein Gefühl von Macht, das sie nie zuvor gespürt hatte. Sie hatte die Kontrolle. Sie entschied, wann sie ging, wie sie ging, und wie sie sich präsentierte. Die Jungs mochten die Regeln aufgestellt haben, aber sie hatten nicht mit ihr gerechnet. Mit Betty, die still und unscheinbar war, und die jetzt wie eine Göttin vor dem Spiegel stand.

Sie nahm ihr Handy und schickte noch eine letzte Nachricht an Lukas. Ihre Finger zitterten, aber sie tippte die Worte mit einer Klarheit, die sie selbst überraschte:

Betty

Ich komme. Und ich werde nicht nur kommen – ich werde sie alle um den Verstand bringen. Halt dich fest, Lukas.

Sie drückte auf Senden, ließ das Handy auf dem Bett liegen und ging zur Tür. Ihre nackten Füße waren in den Schuhen fest, ihre Schritte sicher, als sie den Flur entlangging. Der kalte Boden unter den Absätzen war ein scharfer Kontrast zur Wärme, die sich in ihrem Körper ausbreitete. Sie spürte jede Bewegung ihres Körpers, das Schwanken ihrer Hüften, das Auf und Ab ihrer Brüste, die leichte Feuchtigkeit zwischen ihren Beinen, die sich bei jedem Schritt rieb.

Die Tür zum Jungszimmer war angelehnt. Durch den Spalt fiel ein warmes, flackerndes Licht. Betty drückte sie auf und trat ein.

Der Raum war in ein weiches, goldenes Licht getaucht – überall standen Kerzen, auf Fensterbänken, auf dem Boden, auf dem Nachttisch. Der Strom war ausgefallen, oder vielleicht hatten sie ihn absichtlich ausgeschaltet. Es roch nach Wachs und nach etwas Süßem, vielleicht Parfüm oder dem Duft von aufgeregten Körpern.

Betty hielt den Kopf hoch. Sie ließ ihren Blick über die Gesichter schweifen: Johannes mit seinem selbstbewussten Grinsen, das für einen Moment verrutschte, als er sie sah. Daniel mit seinem durchdringenden Blick, der über ihren Körper wanderte. Max, der die Augen aufriss und den Mund öffnete. Und dann Lukas, ganz hinten im Raum, mit seinen großen, hellgrünen Augen, die vor Überraschung und Erleichterung weit aufstanden.

Sie lächelte. Ein langsames, fast laszives Lächeln, das sie in ihren Augen funkeln ließ. Sie ging direkt zu dem Tisch, auf dem die Losbox stand.

Sie nahm eine der Kerzen vom Tisch, hob sie vor ihre Brust, und ließ das Licht über ihre Haut tanzen. Die Flamme zeichnete die Konturen ihrer Brüste nach, ließ ihre Nippel in warmen Schatten aufleuchten, die Haut glänzen. Sie drehte die Kerze langsam, sodass das Licht über ihren Bauch wanderte, über ihre Hüften, bis sie sie tiefer hielt, zwischen ihre Beine, und die glatt rasierte Scham in ein goldenes Leuchten tauchte. Einige der Jungs atmeten hörbar ein. Ließen ihre eigenen Sexobjekte kurz unbeachtet.

"Na?", sagte Betty, und ihre Stimme klang ruhig und klar, viel selbstbewusster, als sie sich fühlte. "Seht ihr was, was euch gefällt?"

Sie stellte die Kerze zurück auf den Tisch und griff in die Losbox. Ihre Finger suchten zwischen den übrig gebliebenen Zetteln, zogen einen heraus, faltete ihn auf. Lukas stand da nicht drauf, doch wer außer ihr sollte das wissen?

"Lukas", las sie laut vor. Dann faltete sie den falschen Zettel wieder zusammen und tauschte ihn schnell aus.

Marco murrte - derjenige, der wirklich auf ihrem Zettel gestanden hatte. Betty drehte sich zu ihm um, und ihr Lächeln wurde breiter. "Ach ja, die Regeln", sagte sie, und ihre Stimme hatte einen spöttischen Unterton. "Die Regeln, die ein paar Jungs mit zu viel Testosteron aufgestellt haben, während die Mädchen nicht mal gefragt wurden? Die Regeln, die sagen, dass wir uns nackt ausziehen und dann hoffen müssen, dass einer von euch uns nimmt? Du kennst mich lange genug um zu wissen, dass ich in mancherlei Beziehung noch nie gemacht habe was ich sollte."

Sie trat einen Schritt auf ihn zu, und ihre hohen Absätze klackten laut auf dem Boden. Ihre Brüste wippten bei der Bewegung, und sie spürte, wie seine Augen ihnen folgten.

"Aber", sagte sie, "Wenn du heute wirklich keine mehr abbekommst – dann bin ich die nächsten 24 Stunden deine Sexpuppe – falls du dieser Aufgabe gewachsen sein solltest."

Sie lachte leise, ein helles, freches Kichern, das in dem Kerzenlicht erstaunlich warm klang.

Sie drehte sich um, ging durch den Raum, ihre Hüften schwingend, ihre nackte Haut im Kerzenlicht glänzend. Sie spürte die Blicke auf sich, die Hitze, die von den Körpern ausging, das Flüstern, das durch den Raum ging. Aber sie sah nur Lukas, der ganz hinten auf dem Bett saß, seine roten Haare wild, seine grünen Augen groß und verängstigt und gleichzeitig voller Dankbarkeit.

Sie legte sich zu ihm ins Bett, die hohen Absätze immer noch an den Füßen. „Bitte Fick mich so richtig durch.“

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