What's next?

Darian wird wach

Chapter 10 by vaelinalsorna

Kälte.

Sie war überall.

Sie kroch durch Darians Kleidung, brannte auf der Haut und ließ jede Faser seines Körpers schmerzen. Er glaubte noch immer, vom Weißquell mitgerissen zu werden, als plötzlich ein harter Schlag seine Schulter traf.

„Aufwachen!“

Noch ein Schlag.

„Hörst du mich? Wach auf!“

Darian riss die Augen auf.

Keuchend rang er nach Luft.

Für einen einzigen Augenblick war er überzeugt, Orks hätten ihn gefunden. Er wollte nach seinem Schwert greifen, doch seine Hand tastete nur über feuchten Kies.

„Ruhig.“

Eine tiefe Männerstimme drang an sein Ohr.

„Du bist in Sicherheit.“

Langsam wurde sein Blick klar.

Über ihm kniete ein älterer Mann mit grauem Vollbart. Seine Rüstung war verbeult, an mehreren Stellen eingerissen, und über seinem linken Auge verlief eine frische Schnittwunde.

Irgendetwas an seinem Gesicht kam Darian bekannt vor.

Nicht sein Name.

Aber die Erinnerung.

Er hatte ihn gesehen.

Zwischen den Verteidigern am Nordwesttor.

Später, während des Rückzugs.

Immer dort, wo der Kampf am heftigsten gewesen war.

„Ihr... wart in Nordwacht.“

Der Veteran nickte.

„Mein Name ist Aldren.“

Er reichte Darian die Hand.

„Und du hattest Glück.“

Mit Mühe setzte Darian sich auf.

Jede Bewegung schmerzte.

Er blickte sich um.

Der Weißquell rauschte wenige Schritte entfernt vorbei. Das Ufer war mit angeschwemmten Ästen, Steinen und Schlamm bedeckt.

Und mit Körpern.

Einige lagen reglos am Wasser.

Andere halb im Fluss.

Manche trugen noch Rüstungsteile.

Andere hatten sie wohl abgelegt, bevor sie gesprungen waren.

Darian zwang sich, genauer hinzusehen.

Keiner bewegte sich.

Er senkte den Blick.

„Wie viele...?“

„Dreizehn.“

Darian runzelte die Stirn.

Aldren deutete langsam auf die kleine Gruppe, die sich einige Schritte entfernt versammelt hatte.

„Mit dir.“

Darian zählte unwillkürlich nach.

Zwölf Männer.

Die meisten verwundet.

Einige mit notdürftig verbundenen Armen oder Köpfen.

Einer stützte sich auf einen Speer wie auf einen Wanderstock.

Ein anderer hatte den linken Ärmel leer an der Seite hängen.

Dreizehn.

Von einer Garnison, die einst Tausende umfasst hatte.

Darian schluckte schwer.

„Sonst niemand?“

Aldren antwortete nicht.

Er musste es nicht.

Gegen Abend errichteten sie ein kleines Lager am Waldrand.

Niemand wagte es, ein großes Feuer zu entzünden. Nur eine kleine Flamme loderte zwischen einigen Steinen und spendete gerade genug Wärme, um die nassen Kleider etwas zu trocknen.

Die Männer saßen schweigend darum.

Jeder hing seinen Gedanken nach.

Niemand sprach Nordwacht aus.

Niemand sprach von den Menschen, die sie zurückgelassen hatten.

Nicht von Hagen.

Nicht vom Lazarett.

Nicht von Frida.

Darian starrte lange in die Flammen.

Er wusste nicht, ob sie noch lebte.

Er wusste nicht einmal, ob er hoffen sollte.

Schließlich brach einer der Soldaten das Schweigen.

„Wir dürfen keine Zeit verlieren.“

Der Mann war kaum älter als Darian.

„Die Hauptstadt muss erfahren, was geschehen ist.“

Mehrere nickten sofort.

„Wenn Nordwacht gefallen ist, marschieren die Orks weiter.“

„Der König muss das Heer sammeln.“

„Vielleicht können sie die nächste Stadt halten.“

Aldren schwieg.

Doch auf der anderen Seite des Feuers schüttelte ein breitschultriger Veteran langsam den Kopf.

„Der König.“

Er spuckte verächtlich ins Gras.

„Von ihm habe ich seit Monaten nichts gesehen.“

Ein anderer Soldat nickte.

„Nicht einen einzigen Verstärkungstrupp.“

„Keine Vorräte.“

„Keine Entsatzarmee.“

„Gar nichts.“

Die Stimmen wurden lauter.

„Wir haben Nordwacht gehalten!“

„Bis zum letzten Mann!“

„Und was haben wir dafür bekommen?“

„Schweigen!“

Der breitschultrige Mann stand auf.

„Ich marschiere nicht hunderte Meilen, um einem König Bericht zu erstatten, der uns längst aufgegeben hat.“

Einige murmelten zustimmend.

„Ich kenne die Wälder westlich von hier“, fuhr er fort.

„Dort findet uns niemand. Wir können untertauchen. Jagen. Überleben.“

„Und die Menschen im Süden?“, entgegnete ein jüngerer Soldat.

„Sollen sie genauso überrascht werden wie wir?“

„Warum sollten wir unser Leben noch einmal für sie riskieren?“

„Weil sie nichts dafür können!“

„Der König schon!“

Innerhalb weniger Augenblicke war aus der stillen Runde ein heftiger Streit geworden.

Die Männer redeten durcheinander.

Vorwürfe wurden laut.

Enttäuschung.

Zorn.

Trauer.

Jeder hatte Freunde in Nordwacht verloren.

Jeder hatte einen anderen Weg gefunden, mit diesem Schmerz umzugehen.

Schließlich hob Aldren die Hand.

Seine Stimme war ruhig.

Und gerade deshalb verstummten die anderen.

„Genug.“

Langsam sah er in die Runde.

„Wir werden keine Entscheidung treffen, solange nicht jeder gehört wurde.“

Nacheinander blickte er jeden der Überlebenden an.

Dann blieb sein Blick auf Darian ruhen.

„Du warst einer der Letzten, die Nordwacht verlassen haben.“

Alle Augen richteten sich auf ihn.

Das Knistern des Feuers war plötzlich das einzige Geräusch.

„Nun sag uns, Darian...“

Aldrens Stimme war fest.

„Was glaubst du, sollten wir jetzt tun?“

Start your own immersive adult AI roleplay story
Ad

Wie wird sich Darian entscheiden?

Back Start Over View Story Map

0 comments