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Chapter 3 by Papas_Liebling Papas_Liebling

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Rebellion

Freifräulein Amalia von Hohenried war keineswegs von jener Art junger Damen, die plötzlich und laut gegen ihre Welt aufbegehrten. Dazu war sie zu klug, zu wohlerzogen, zu sehr vertraut mit den feinen Grenzen dessen, was sich ziemte – und dessen, was nicht.

Ihre Rebellion begann allmählich und leise.

Zunächst waren es nur Kleinigkeiten, so unscheinbar, dass selbst ihre Mutter sie nicht sogleich bemerkte. Ein Lächeln, das einen Augenblick zu lang auf ihren Lippen verweilte, wenn der alte Verwalter etwas erklärte. Eine Frage, die ein wenig zu kühn klang für eine junge Dame ihres Standes. Ein Wort, das sie mit einem leicht spöttischen Tonfall aussprach, ehe sie sich rasch wieder in höfliche **** hüllte.

Doch am deutlichsten zeigte sich Amalias stille Auflehnung in jenen Dingen, die ihre Mutter mit nahezu militärischer Strenge überwachte: in Kleidung, Haltung und Erscheinung.

Die Roben, die man für sie auswählte, bestanden aus schweren Stoffen – Samt, Spitze und feinem Wolltuch – stets in dunklen, würdevollen Farben. Amalia jedoch begann, kleine Veränderungen vorzunehmen. So blieb ein Haken am Kragen bisweilen gelöst, sodass der Ausschnitt ein wenig tiefer fiel, als es die Schneiderin vorgesehen hatte.

Man hätte annehmen können, es sei aus Nachlässigkeit geschehen. Doch wusste Amalia sehr wohl, was sie tat.

Für ihre Mutter war dies ein eklatanter Skandal.

„Amalia“, sagte sie mit jener ruhigen, gepressten Stimme, in der sie äußerste Empörung zum Ausdruck brachte. „Eine Dame von Stand zeigt sich nicht derart.“

Amalia hatte gehorsam genickt, den Verschluss wieder geschlossen und dabei verstohlen gelächelt.

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