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Chapter 3
by
Papas_Liebling
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Die Verantwortung von Mieterinnen
Meller redete unbeeindruckt weiter über die „Verantwortung der Mieterin“, wobei seine Formulierungen immer vager und suggestiver wurden, je länger er sprach. Marie nickte an den richtigen Stellen und klimperte gelegentlich mit den Wimpern, als könne sie ihm nicht ganz folgen und wäre von seinen Ausführungen zunehmend verwirrt. Jedes Mal, wenn sie ihn mit großen, verunsicherten Augen anblickte, beugte er sich weiter vor, von ihrer offensichtlichen Naivität ermutigt, noch mehr Forderungen zu stellen.
Schließlich zog er ein Blatt aus einer Mappe, das bereits zerknittert und verschmiert war von zu vielen geheimen Verhandlungen.
„Hier ist er. Standardvertrag. Die Miete ist jeden ersten eines Monats fällig. Die Modalitäten vereinbaren wir dann persönlich. Nichts Kompliziertes.“
Er holte einen teuer aussehenden Stift aus seiner Brusttasche, legte ihn quer über das Papier und schob beides über den Schreibtisch.
Marie überflog die Seite und unterschrieb dann ordentlich auf der gestrichelten Linie. Sie reichte ihm den Stift mit einem kleinen, erleichterten Lächeln zurück, als wisse sie nicht, wozu sie sich eben verpflichtet hatte.
Meller lehnte sich selbstgefällig zurück. „Braves Mädchen“, murmelte er und tippte mit zwei dicken Fingern auf den Schreibtisch. „Jetzt gehörst du offiziell zu meiner kleinen Hausgemeinschaft.“ Er betonte den Satz, als habe Marie sich an ihn verkauft und sei nun sein Eigentum. Sein Blick huschte zu der fleckigen Couch. „Warum lernen wir uns nicht ein bisschen besser kennen? Mieter und Vermieter sollten eine Vertrauensbasis schaffen, findest du nicht auch?“
Er deutete auf die Couch, seine plumpe Absicht war so leicht durchschaubar, als sei sie mit Neonfarbe auf seine Stirn geschrieben. Mit einer Agilität, die man einem Mann seiner Statur nicht zugetraut hätte, sprang er geradezu auf und trat um den Schreibtisch herum.
Marie stand ebenfalls auf, aber anstatt auf die Couch zuzugehen, machte sie einen Schritt auf ihn zu. Sie hob das Kinn. Ihre Augen, die sie bis jetzt scheu gesenkt hatte, sahen direkt in seine.
„Da stimme ich zu. Vertrauen ist wichtig“, sagte sie mit klarer Stimme, die nichts mehr mit dem süßen Gesäusel vor der Unterschrift gemein hatte. „ Aber ich sollte schon genau wissen, was Sie damit meinen. Geht es um Sex?“
Meller blinzelte, überrascht von der plötzlichen Direktheit. Unwillkürlich machte er einen Schritt rückwärts. „Nun, weißt du...“ Er hustete, lachte verlegen und blickte zur Couch, als könne er dort ablesen, was er sagen solle. „Wir müssen nichts überhasten. Nur ein kleines Kennenlernen. Locker plauschen. Verstehen, was uns wichtig ist, damit es später nicht zu Missverständnissen kommt.“
Marie neigte den Kopf und beobachtete, wie er sich wand. Dann trat sie auf ihn zu, umkreiste ihn, ganz nah, streifte ihn dabei so, dass ihm klar werden musste, dass dies nicht unabsichtlich geschah. Sie ließ ihn stehen, ging zur Couch. Sie setzte sich nicht, sondern fuhr nur mit einem Finger über die Polster, wo der Stoff unübersehbar fleckig war.
„Diese Couch“, bemerkte sie leise, „hat eine Vorgeschichte, nicht wahr? Wie viele Mädchen haben wohl hier gesessen und gedacht, sie hätten ****? Die dachten, sie müssten tun, was Sie wollten.“
Meller öffnete den Mund, um etwas zu sagen. Kam aber nicht dazu.
Marie drehte sich abrupt zu ihm um, ihre grünen Augen funkelten. Die anfängliche hilflose Haltung war von ihr abgefallen, wie eine weggeworfene Maske.
„Aber Sie haben einen Fehler gemacht, Meller.“ Sie lächelte selbstbewusst, wusste, dass sie alle Karten in der Hand hielt. „Ich bin nicht eines dieser Mädchen.“
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Das Studentinnen-Haus
oder: Wie man als Vermieter viel Spaß hat
Beim Immobilien-Unternehmer Meller kann man mietfrei wohnen - wenn man eine junge, hübsche Studentin ist und sich dem Hausbesitzer gegenüber aufgeschlossen zeigt...
Updated on Oct 8, 2025
by Toby Mark
Created on Oct 13, 2020
by Toby Mark
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