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Chapter 6 by Reyhani Reyhani

Wer ist am Apparat?

Oma

„Hallo Pia, mein Schatz, bist du das? Kannst du mir mal Bella geben?“

„Hallo Oma. Die ist schon weg. Du weißt sicher, was heute für ein Tag ist. Mama fährt sie zu ihrer Schulfeier.“

„Ach Mist, ich wollte vorher unbedingt noch mit ihr reden … Jetzt ist es wohl zu spät …“

„Was ist denn los? Du hast uns doch noch nie angerufen und immer durchblicken lassen, dass du mit dem Sextag nichts zu tun haben willst. Muss ich mir jetzt Sorgen um dich machen, Omilein?“

„Nein, gesundheitlich geht es mir gut … jedenfalls so, wie es in meinem Alter möglich ist. Mir ist nur bewusst geworden, dass es mit Bella die letzte Gelegenheit ist, meinen Altersstarrsinn zu überwinden. Und ich wollte mich entschuldigen, dass ich so eine schlechte Oma war. Nicht nur bei Bella …“

„Was soll das denn heißen? Du warst die beste Oma, die wir uns wünschen konnten.“

„Vielleicht als ihr noch kleine Mädchen ward. Aber ich war nicht für euch da, als ihr zu so wunderbaren jungen Frauen geworden seid. Bei meinen eigenen Töchtern hab ich da auch versagt und unnötig Druck aufgebaut.“

„Aber was ist denn auf einmal los? Du hörst dich so verzagt an.“

„Weißt du, Pia, ich habe in den letzten Tagen viel nachgedacht und habe mich an Dinge erinnert, die ich eigentlich für immer vergessen wollte. Aber das ist jetzt nicht so wichtig. Ich wünsche euch heute am Feiertag ganz viel Spaß. Und wenn Bella Lust hat, kann sie mich ja morgen zurückrufen.“

„Das hört sich aber doch wichtig an, Oma. Magst du drüber reden?“

„Lieber nicht. Lasst euch von einer alten Frau bloß nicht reinreden, wie ihr euer Leben lebt.“

„Keine Angst, das tun wir schon nicht. Es hat was mit deinem ersten Sextag zu tun, stimmt’s?!“

„Woher weißt du …? Ich erzähle es dir, aber du musst versprechen, dir die Geschichte nicht zu Herzen zu nehmen. Mein erster Sextag war nämlich eine Katastrophe. Das wurde damals komplett von der Schule organisiert, ein Mädchengymnasium. Wir hatten einen sehr autoritären Klassenlehrer, der uns vor der Feier im Klassenraum antreten ließ. Wir mussten uns über unsere Pulte beugen, die Röcke unserer Schuluniformen heben und unsere Schlüpfer herunterziehen. Dann hat er jede einzelne von uns inspiziert, ob sie auch ordentlich rasiert war. Dabei hat er natürlich an der Scheide herumgespielt, bei einigen Mädchen sogar Witze über ihre großen Schamlippen gemacht.“

„So ein Fiesling.“

„Es geht noch weiter. Dann hat er verkündet, dass die Schule extra für den Feiertag eine neue Erfindung aus Amerika, einen Stimulationsapparat, angeschafft hat. Wir würden als erste in seinen Genuss kommen. Und dann hat er uns der Reihe nach so einen brummenden, vibrierenden Stab auf die Scham gepresst. Es war klar, dass er gar nicht damit umzugehen wusste, denn es hat vor allen Dingen gekitzelt. Aber trotzdem hat es der Lehrer geschafft, uns alle langsam heiß zu machen. Diese komische Mischung aus Erregung und Scham. Ich weiß gar nicht, ob es das heutzutage überhaupt noch gibt. Er hatte leichtes Spiel, denn die meisten von uns waren noch ziemlich unerfahren. Zum Schluss hat er verkündet, dass er einer Schülerin sein Sperma als Auszeichnung für ihre besonderen Leistungen schenken würde. Wir waren natürlich alle sehr gespannt. Ich habe mir nicht geringe Hoffnung gemacht, denn in vielen Fächern war ich Klassenerste. Doch als er Ursulas Namen genannt hat, wäre ich fast von meinem Pult gefallen. Sie war ziemlich hohl und arrogant, die Tochter eines reichen Bauunternehmers.“

„Aber das war doch ein Glück, dass der Lehrer nicht dich ausgesucht hat. Du hast doch gesagt, du mochtest ihn nicht.“

„Mir ging es um Gerechtigkeit, Pia. Deshalb habe ich auch lautstark protestiert. Der Lehrer ist ausgerastet, dass ich seine Autorität in Frage gestellt habe. So war das halt damals. Er hat mich gepackt und zum Direktor geschleift. In meiner Erinnerung hat er nicht mal seine Hose geschlossen, aber ich mag mich täuschen und habe das ein bisschen dramatisiert.“

„Und was hat der Direktor gesagt?“

„Gesagt hat er erst mal nicht viel. Hat sich ganz ruhig die ungerechten Verleumdungen meines Lehrers angehört, während ich zitternd vor Wut vor ihm stand. Dann ist er aufgestanden, hat mich auf seinen Schreibtisch gedrückt und hat mir den Rock angehoben. Ich wollte noch einmal protestieren, doch ich konnte nur noch schreien und ****. Er hat mir mit dem Rohrstock dermaßen den Hintern verprügelt …“

„Du Arme, das war erlaubt?“

„Wir sind schon noch gelegentlich geschlagen worden, aber meist nur auf die Finger. Für härtere Sanktionen, musste man schon dolle was ausgefressen haben. Die Sache war, dass der Direktor die unumschränkte Macht hatte und meine **** nicht in der Position war, sich zu beschweren. Einer Ursula wäre das nicht passiert. Zu dem brennenden **** kam die Demütigung hinzu. Der Direktor war ein Sadist. Meine Bestrafung hat ihn erregt. Er hat seinen Penis nur leicht zwischen meine Schamlippen gepresst und ist sofort gekommen. Ich war noch so mit meinem **** beschäftigt, dass ich davon nichts mitbekommen habe. Erst als mir in der Schulaula das Sperma die Beine herabgetropft ist, habe ich mir zusammengereimt, was passiert ist. Dort musste ich der Festgesellschaft meinen rot leuchtenden Po zum Beweis meines Ungehorsams präsentieren. Mit dem Gesicht zur Wand konnte ich den Festreden und den Darbietungen meiner Schulkameradinnen zuhören. Meine Eltern müssen vor Scham im Boden versunken sein. Wir sind direkt nach der Veranstaltung geflohen. Mein Vater hat es mir lange übel genommen, dass er nicht an der Tombola teilnehmen konnte.“

„Oh mein Gott, dein Papa hat dir nicht geholfen? Das muss ja schrecklich gewesen sein.“

„Ja, da hat er es sich mal wieder ziemlich leicht gemacht. Aber wahrscheinlich hätte er auch nicht so viel ausrichten können. Ich habe die Lektion gelernt, dass ich für mich selbst kämpfen muss. Ich bin trotz der Schande weiter zur Schule gegangen und habe Abi gemacht. Ich habe ein Stipendium bekommen und habe studiert. Im Studium habe ich Gleichgesinnte in meinem Kampf für Gerechtigkeit und gegen das System gefunden. Unser Motto war: Make love not sex.“

„Oma, warst du etwa eine Terroristin?“

„Bei aller Liebe, Pia, du solltest langsam alt genug sein, um nicht mehr jeden Unsinn nachzuplappern, den sie euch auf der Schule eintrichtern. Wir haben gegen die autoritären Strukturen und die hirnlosen Traditionen wie z.B. den Sextag gekämpft. Wenn einige aus der Bewegung bei ihren Aktionen über die Stränge geschlagen sind, so waren wir noch lange keine Terroristen. Ich bin jedenfalls stolz, dass ich dabei war. Und ich glaube, wir haben viel erreicht.“

„Natürlich, so ist das nicht gemeint. Ich bin nur so überrascht. Ich habe ja gar nicht gewusst … Du musst mir alles darüber erzählen, was ihr …“

„Das werde ich, aber jetzt sollst du erst mal den Feiertag genießen. Und grüß auch die anderen von mir.“

„Das mach ich. Mama ist grade wiedergekommen. Möchtest du sie auch noch sprechen?“

„Danke, aber jetzt nicht, das würde zu lange dauern. Ich bin erst mal froh, dass ich mich getraut habe, offen mit dir zu sprechen. Ich hoffe, du verstehst mich jetzt ein bisschen besser.“

Was steht als nächstes an?

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