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Chapter 20 by daimon daimon

What's next?

Frühstück mit Liesi (22. März)

Simone erwachte als es bereits heller Tag war. Sie war am Vorabend derart müde, dass sie vergessen hatte, die schweren Vorhänge zu zu ziehen. Vogelgezwitscher drang durch das offene Fenster, das auf einen ruhigen grünen Innenhof hinausging.

Sie blinzelte verschlafen auf ihr Nachttischchen, fand schließlich, was sie suchte, und griff nach ihrem Mobiltelefon.

„Schon 10 vorbei! So ein Mist …“

Wie hatte sie nur so lange schlafen können? Ihr blieb gerade noch eine Stunde bis zu ihrem Frühstücksdate mit dem hübschen Bäckermädel.

Unter der Dusche wunderte sie sich, mit welcher Selbstverständlichkeit sie ihren nächtlichen Liebhaber aus ihrem Enddarm zog, sorgfältig reinigte und in die Seifenschale legte. Leider hatte sie keine Zeit das warme Wasser, das ihre Haut liebkoste, zu genießen. Haare waschen, föhnen, anziehen …

Als sie mit fünfminütiger Verspätung das Lokal betrat, hörte sie schon ihren Namen. Liesi stand an einem Ecktisch in dem gut besuchten Lokal und winkte ihr.

Sie war kaum wiederzuerkennen, hatte sich sichtlich herausgeputzt. Sie gaben sich etwas unbeholfen die Hände, dann trat Liesi um den Tisch und küsste sie auf beide Wangen. Simone hatte sich inzwischen an die hierzulande übliche Art der Begrüßung aus leichter Umarmung und je einem gehauchten Küsschen auf beide Wangen gewöhnt. Als sie aber bemerkte, dass von gehaucht keine Rede sein konnte, schenkte auch sie der anderen Frau zwei Schmätze auf die zart geröteten Wangen.

Als sie sich kurz darauf gegenübersaßen, stellte Simone mit einem Kichern fest, dass sie sich immer noch an den Händen hielten. Liesi beugte sich etwas vor, Simone tat es ihr gleich …

„Guten Morgen meine Damen! Was darf ich ihnen bringen?“

Der selten unsensible Kellner lugte mit gezücktem Stift erwartungsvoll über sein Tablet.

„Könnten wir bitte die Karte haben? Und ich hätte gerne einen Latte.“

„Mir einen Cappuccino bitte,“ orderte Simone.

„Also, Simone, es freut mich sehr, dass du gekommen bist!“

„Bitte entschuldige die Verspätung! Habe etwas verschlafen.“

„Ich hatte schon Angst, du kommst nicht mehr. War viel zu früh dran.“

Simone musste lächeln und fühlte sich geschmeichelt. Hier gab es keine Spielchen. Liesi gab unumwunden zu, dass sie zu früh gekommen war. Es war kein Zeichen der Schwäche, dass sie es offenbar gar nicht erwarten konnte, sie zu sehen.

„Ich kam mir eh schon so blöd vor. Das mit der Telefonnummer auf der Tüte …“

„Du machst das also nicht ständig, Kundinnen aufreißen und so?“

„Du bist die erste Kundin, die mich derart umgehauen hat, dass ich gar nicht anders konnte. Ich wollte nicht warten, bis du wieder Brot brauchst. Und was, wenn ich gerade frei habe oder am Klo bin, oder auf Pause …“

„Du bist …“

„… spontan? Offenherzig? Unwiderstehlich?“

Simone konnte ihr Lachen nicht mehr unterdrücken und hoffte, dass Liesi den Heiterkeitsausbruch nicht missverstand. Liesi zerstreute ihre Bedenken, indem sie in das Lachen einstimmte.

„Bitte sehr. Ein Latte, ein Cappuccino und die Karten.“

Wieder stand der Kerl da und wartete auf die Bestellung.

„Ähm. Dürfte ich noch kurz einen Blick in die Karte werfen und in Ruhe aussuchen? Bitte?“

Simone tat ihre Ungeduld leid. Kaum war der Kellner mit angesäuertem Gesicht verschwunden, meinte sie zerknirscht zu Liesi:“

„Tut mir leid. Normalerweise hasse ich es, wenn meine Begleitung die Bedienung anmacht.“

„Ach was. Du hast ihn doch nicht angemacht. Ich weiß auch nicht, weshalb die immer zu wenige Speisekarten haben.“

Simone nahm ihre Karte, stand auf, und reichte sie dem verdutzten Kellner, der gerade an einem der Nachbartische kassierte.

„Tut mir leid wegen vorhin. Wir brauchen eh nur eine Karte.“

Sie wartete nicht auf eine Reaktion des Kellners, drehte sich um und kehrte zu ihrem Tisch zurück.

„Na der wird sich wundern,“ meinte die feixende Liesi.

„Es war mir einfach unangenehm.“

„Versteh schon. Hast du gut gemacht, Simone!“

Simone war sich nicht sicher, ob Liesi sie gerade verarschte und schwieg verlegen in sich hinein.

„Weshalb setzt du dich nicht zu mir, dann tun wir uns leichter mit der einen Karte.“

Sie rutschte auf ihrer Bank etwas zur Seite und blickte erwartungsvoll in Simones Augen. Diese ließ sich nicht lange bitten und setzte sich zu dem Mädchen. Sie lehnten sich über die Karte und spürten der Anderen Nähe.

Simone war derart angespannt, dass es sie fast schmerzte. Sie hatte noch nie so für eine andere Frau empfunden und war verwirrt über den Aufruhr in ihrem Inneren. Sie versuchte, ihre verkrampften Oberschenkel etwas zu lockern und berührte dabei Liesis lediglich von einem dünnen Röckchen bedecktes Bein.

Wären nicht all ihre Sinne derart erregt gewesen, hätte sie den leichten Gegendruck durch ihre Hose gar nicht gespürt. Simone liefen heiße Schauer über den Rücken. Dort, wo sie ihr Date berührte, schien ihre Haut zu glühen. Ganz zart spürte sie nun Finger über ihr Bein streichen. Wie von selbst öffneten sich Simones Schenkel …

„Schon ziemlich unpraktisch, so eine Jeans, findest du nicht?“

„Wieso, was …“

Die Finger wanderten jetzt an der Innenseite ihrer Schenkel ganz langsam nach oben und Simone verstand. Trotz des störenden Textils rutschte sie der Hand entgegen.

Ein kurzer Druck auf das Zentrum ihrer Lust, dann war die Hand weg. Fassungslos sah Simone, wie Liesi die Kaffeetasse an die Lippen führte.

„Ist schon fast kalt. Hast du schon etwas gefunden?“

„Nnnein. Ich weiß nicht so recht.“

„Ach komm schon, das Frühstück ist hier wirklich gut.“

Simone wusste nicht, ob sie diesen neuen grausamen Zug an ihrer Freundin schätzte. Wie sollte sie jetzt einen Bissen runterbekommen. Ihr Herz klopfte wie wild. Sie lehnte sich gegen Liesi und versuchte ihr etwas zuzuflüstern.

„Liesi, ich habe keinen Hunger. Können wir nicht …“

„Ach, ich habe mich so auf dieses Frühstück gefreut. Was hast du denn?“

Simone war jetzt empört.

„Also, wenn dir dieses blöde Frühst …“

Weiter kam sie nicht, denn Liesis Lippen versiegelten ihren Mund. Simone erwiederte den Kuss. Sie begrüßte die Zunge, die zärtlich gegen die leicht geöffneten Zähne geklopft hattte, mit der Ihren.

„Haben sie Damen schon gewählt?“

„Wir haben leider nichts gefunden. Die Rechnung bitte,“ sprach Liesi Simone aus der Seele.

Nachdem sie bezahlt hatten, schälten sie sich aus der engen Bank und eilten aus dem Café.

Kaum draußen angekommen, lagen sie sich schon in den Armen. Der zweite Kuss stand dem ersten in nichts nach. Simone war erstaunt, mit welcher Selbstverständlichkeit sie die Lippen einer Frau küsste. Sie war immer besser in der Lage, die Gefühle, die sie zuvor überwältigt hatten, zu genießen.

Schließlich löste sich Liesi von ihr und meinte mit einem eigenartigen Gesichtsausdruck:

„Ich hätte dich eigentlich gerne besser kennengelernt. Ich will nicht, dass das einfach nur so eine Bettgeschichte wird mit uns beiden.“

„Liesi, das ist für mich alles total neu. Du bist die erste Frau, die ich geküsst habe.“

„Im Ernst? Keine beste Freundin mit der du geübt hast? Keine Experimente in der Pubertät?“

Simone rang mit sich, konnte sich der Offenheit Liesis letztlich aber nicht entziehen.

„Du, ich war bis letzte Woche Jungfrau.“

„Echt? Wie kann das sein. Eine Schönheit wie du?“

Simone sah die Freundin an, bewunderte deren offenes Gesicht, die grünblauen Augen …

„Jetzt wirst du auch noch rot! Hast du noch nie ein Kompliment bekommen?“

„Sag, müssen wir das alles hier besprechen? Ich …“

„Ich weiß nicht so recht. Du bist offensichtlich sehr unerfahren. Das ist einerseits sehr reizvoll, andererseits bringt es aber auch eine große Verantwortung mit sich. Ich möchte dich nicht ausnutzen, aber auch nicht verletzt werden …“

„Mann, bist du kompliziert! Ich habe gerade erst die großartige neue Welt meiner Sexualität entdeckt. Willst du ein Teil davon sein oder nicht? Wenn ja, dann komm mit mir, ich wohne nicht weit von hier.“

Simone streckte dem zögernden Mädchen ihre Hand entgegen.

Will Liesi follow her?

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