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Chapter 16 by tease94

Ob Antje da richtig liegt?

Natürlich nicht

Gemeinsam hasten Antje und Sabine die Treppen hinab. Die beiden Mädchen haben es eilig, sie haben keine Lust irgendeinem ihrer Mitbewohner zu begegnen. Unbehelligt erreichen sie das Foyer und durchqueren die Eingangtür, deren matte, verdreckte Glasscheiben hinreichend Zeugnis vom sozialen Status der Mietshausbewohner ablegen. Schon beim Einziehen hatten die beidem Mädchen ein mulmiges Gefühl gehabt, doch ihre dünnen Geldbeutel hatten keine großen Sprünge gestattet.

Draußen ist es sonnig und hell. Antje und Sabine blinzeln in die Morgensonne. Das Mietshaus teilt sich eine Wohnanlage mit drei weiteren, fast baugleichen Betonblöcken. Dürre Bäumchen eines fehlgeschlagenen Begrünungsprojektes kämpfen tapfer gegen die langen, grauen Schatten der hohen Wohngebäude. Von schäbigen Terrassen wehen bunte Reihen aufgehängter Wäsche. Vom kleinen Spielplatz zwischen den Gebäuden 3 und 4 ertönt um diese Uhrzeit noch Kindergeschrei. Später wird von dort das rhytmische Bollern von Rap-Sound schallen, wenn die ansässigen Jugendgruppen den kleinen Platz in Beschlag nehmen.

Die beiden Freundinnen nehmen von alledem keine Notiz. Hastig eilen sie in Richtung der Hauptstraße, wo sich in knapp hundert Metern Entfernung der kleine Supermarkt befindet. Sie umrunden die Hecke, die das Mietgelände von der Straße trennt. Plötzlich stehen sie vor einer Gruppe junger Türken und Arabern, die an der Bushaltestelle herumlungern.

"Shit," murmelt Antje.

Die beiden Mädchen haben bereits an den Vortagen mit den Türkenjungen Bekanntschaft gemacht. Die anzügiglichen Kommentare, die ihnen entgegen gerufen wurden, hatten ihre Wangen glühen lassen. Auch dieses Mal ist es nicht anders. Nur sind Antje und Sabine heute wesentlich freizügiger gekleidet als zuvor.

"Na, hallo! Wer kommt denn da! Die neuen Jungnutten aus Gebäude 2!"

"Woot, sexy Klamotten, Older!"

"Ey, Mann. Die hamm sich wohl für'n Teeniestrich schick gemacht!"

"Oder für uns, Bruder!"

Die letzte Bemerkung wird von brüllendem Lachen begleitet. Die Freundinnen ziehen ihre Schultern ein und versuchen die gierigen Blicke der Jungs zu ignorieren. Antje deutet auf die andere Straßenseite. Sabine nickt nervös. Ein brummender Möbellastwagen scheppert vor ihren Nasen vorbei, gefolgt von einem alten Opel Astra. Antje kann es kaum erwarten, dass der Astra vorbei ist. Da wird sie plötzlich am Arm gepackt.

"Hey, Süße. Was läufst'e denn so eilig weg?"

Antje wirbelt herum. Ein hochgewachsener Jungtürke mit zerrissener Jeans und engem, schwarzen Muskelshirt steht neben ihr und hält ihren Arm. Neben ihn steht ein etwas kleinerer Teenager mit buschigen Augenbrauen, pickeligen Wangen und frechen Augen.

"Bitte. Lasst uns in Ruhe," erwidert Antje bange. "Wir haben einen dringenden Termin in der Stadt, den dürfen wir nicht verpassen."

"Vielleicht habt ihr auch einen dringenden Termin mit uns?" meint der pickelgesichtige Junge.

"Ich verstehe nicht..." meint Antje.

"Na, du weißt schon..." Der Größere von den beiden grinst vielsagend. Noch immer hält er Antjes Hand. Sabine duckt sich ängstlich hinter ihrer Freundin und sieht sich ständig um. Plötzlich zieht der Kerl Antje zu sich her und greift ihr ungeniert unter den kurzen Minirock. "Habt ihr beiden nicht Lust ein wenig zu ficken?"

Instinktiv reagiert Antje so, wie sie es bei jedem Schwerenöter daheim im Dorf auch getan hätte. Sie wischt ihm saftig mit einer Hand über die Wange, dass es nur so klatscht.

"Ouch!" ruft der Jungtürke und fasst sich an die Backe.

Antje nutzt seine Überraschung und reißt sich von ihm los. Schnell schaut sie die Straße hinab. Von links und rechts kommen Fahrzeuge angebraust. Doch noch ist ein wenig Zeit. Geschwind greift Antje die Hand ihrer Freundin. "Los, komm schnell!" Sabine versteht sofort was ihre Freundin meint. Geschwind laufen die beiden Mädchen über die Straße. Es ist knapper, als es zunächst aussah: Ein weißer Golf III muss heftig bremsen, um Antje nicht über den Haufen zu fahren.

"Mensch, bist du blöd!" ruft der Fahrer wütend. Seinem Akzent nach vermutlich ein Serbe oder Albaner.

"'tschuldigung," erwidert Antje mit pochendem Herzen. Mit wildem Blick schaut sie sich um. Eine ganze Reihe von Fahrzeugen huscht vorbei. Die jungen Ausländer auf der anderen Seite gaffen die beiden Mädchen wütend an. Einige rufen ihnen weitere Obszönitäten und auch Drohungen hinterher.

"Los, weiter!" sagt Antje zu ihrer Freundin. Sabine ist nicht minder verwirrt wie die Rentner diesseits, von denen die beiden sexy gekleideten Mädchen irritierte Blicke ernten. Von den notgeilen Jungs war genauso eine Bedrohung ausgegangen, wie von den Männern am Wochenende. Widerstandslos lässt Sabine sich von ihrer blonden Freundin mitschleppen. Gehetzt schaut sie sich um. Ob die junge Meute ihnen wohl folgen wird?

Folgen die Türkenjungs den beiden Mädchen?

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