What's next?
Kabine 2
Das feine Messingglöckchen über der schweren Glastür der *Maison Beauté* schlug mit einem hellen, schneidenden Ton an.
An diesem Montagnachmittag war das Institut in Charlottenburg bis auf den letzten Platz gefüllt. Gedämpfte Chill-out-Beats schwebten durch die mit Stuck verzierten Altbauräume, vermischt mit dem omnipräsenten, schweren Duft nach Lilienwasser, Kokos und teurem Make-up. Im weitläufigen Empfangsbereich saßen vier gut situierte Damen in Seidenblusen auf den puderrosa Samtsesseln, blätterten in Hochglanzmagazinen oder nippten an Champagnerkelchen.
Hinter dem langen, beleuchteten Tresen standen nicht nur Chiara und Selin. Auch Sophie, Jana und zwei weitere Kosmetikerinnen in ihren taillierten Kasacks sortierten Tuben, buchten Termine in iPads oder reichten Kundinnen weiße Frotteetücher.
Als Loona eintrat – aufrecht, hochmütig und mit jenem unnahbaren Lächeln auf den geschminkten Lippen –, richteten sich einige Blicke beiläufig auf sie. Doch als ich zwei Schritte hinter ihr durch die Tür trat, erstarrte die geschäftige Kulisse schlagartig.
Ich spürte, wie die Blicke an mir hängen blieben. Jana stieß Sophie mit dem Ellbogen an. Selin, die gerade eine Akte ablegte, hielt mitten in der Bewegung inne und ein breites, unverschämtes Grinsen glitt über ihr Gesicht. Chiara lehnte sich mit beiden Händen auf die Marmorplatte des Tresens und musterte mich unverhohlen von oben bis unten – von meinem hochgeschlossenen Hemdkragen, unter dem sich der Samt-Choker abzeichnete, bis hinunter zu meinen Beinen.
Ein getuscheltes Kichern lief hinter der Theke entlang. Sophie hielt sich mit gespreizten Fingern die Hand vor den Mund, während ihre Augen belustigt zwischen mir und den anderen Damen im Wartebereich hin und her zuckten. Die Kundinnen auf den Sesseln bemerkten die plötzliche Unruhe; eine ältere Dame mit Perlenkette senkte ihre Lesebrille und blickte mich kühl und forschend an.
Ich wollte sterben. Mein Magen krampfte sich so heftig zusammen, dass mir schwarz vor Augen wurde. Ich hätte alles dafür gegeben, wenn der polierte Parkettboden nachgegeben und mich einfach in einem bodenlosen Schlund verschluckt hätte. Ich starrte stur auf die Fußspitzen meiner Lederschuhe, während mir die Hitze wie kochendes Wasser in die Schläfen schoss und meine Hände verkrampft in den Jackentaschen vergruben blieben. Jede dieser Frauen wusste es. Jede einzelne von ihnen wusste, was ich war.
„Hallo, die Damen!“, flötete Chiara mit einer Lautstärke, die garantiert jeden im Raum erreichte. „Schau an, Sophie, der verlorene Sohn ist wieder da. Pünktlich auf die Minute!“
„Guten Tag, Chiara“, erwiderte Loona kühl und trat gelassen an den Tresen. Ihre Hand glitt kurz in meinen Nacken und schob mich mit sanfter, unnachgiebiger Gewalt einen halben Meter weiter nach vorn ins Blickfeld aller Anwesenden. „Wir sind bereit für die zweite Sitzung. Die Haare fangen langsam an zu sprießen, und ich dulde keine Nachlässigkeiten an meinem Eigentum.“
Die Dame auf dem Samtsessel blinzelte irritiert, während Jana hinter dem Tresen prustend ein Dokument fallen ließ.
„Aber natürlich doch“, säuselte Selin, schnappte sich ein Klemmbrett und deutete auf den langen Flur nach hinten. „Kabine 2 ist frei. Kommt gleich durch, bevor wir hier den Verkehr aufhalten.“
Ich lief wie betäubt hinter Selin her, Loonas Schritte dicht hinter mir. Jeder Blick der im Flur wartenden Angestellten brannte sich in meinen Rücken wie Säure.
In Kabine 2 schlug Selin die Tür hinter uns zu und sperrte den Salonlärm aus. Der Raum war in klinisch weißes Licht getaucht. In der Mitte thronte die verstellbare Behandlungsliege, bedeckt mit weißem Ärztekrepp; daneben surrte leise das massive Diodenlaser-Aggregat. Loona ließ sich ohne zu fragen in den Ledersessel in der Ecke gleiten, schlug die Beine übereinander und verschränkte die Arme.
Chiara schlüpfte ebenfalls herein, schloss die Tür vollständig und zog sich mit einem vernehmlichen *Klatschen* schwarze Nitrilhandschuhe über die Hände.
„So, mein Lieber“, sagte Chiara und wandte sich mit funkelnden Augen an mich. „Hose und Unterwäsche runter. Komplett. Rauf auf die Liege.“
Mit zitternden Fingern öffnete ich die Knöpfe meines Hemdes. Als der Kragen auseinanderfiel, trat das breite, tiefschwarze Samtband mit dem winzigen, baumelnden Vorhängeschloss an meiner Kehle vollends ins Scheinwerferlicht. Chiara hielt mitten in der Bewegung inne und stieß ein heiseres, amüsiertes Glucksen aus.
„Na, sieh mal einer an!“, rief Chiara feixend aus und trat einen Schritt näher an mich heran. Sie streckte die behandschuhte Hand aus und tippte mit der Fingerspitze gegen das glänzende Vorhängeschloss an meinem Kehlkopf, sodass das Metall leise gegen meine Haut klirrte. „Was haben wir denn da Schönes? Selin, schau mal: Ein echtes kleines Hundehalsband! Sogar mit eigenem Miniaturschloss. Wie süß ist das denn bitte?“
Selin trat ebenfalls heran, legte den Kopf schief und grinste unverfroren. „Oh Gott, tatsächlich. Steht ihm aber ungemein. Fehlt eigentlich nur noch die Hundeleine zum Gassigehen.“ Dann sah sie mit hochgezogenen Brauen zu Loona hinüber: „Sag mal, Loona, muss das Ding für die Behandlung eigentlich runter? Wenn wir die Brust lasern, stört das vielleicht – oder musst du ihn dafür erst mit dem Schlüssel aufschließen?“
Ich schluckte mühsam gegen den Samtstreifen an, der sich bei jedem Atemzug straff um meine Luftröhre spannte.
„Auf gar keinen Fall“, erwiderte Loona mit samtener, unerbittlicher Gelassenheit vom Sessel aus und lächelte kühl. „Das Band sitzt hoch genug am Hals. Es bleibt Tag und Nacht verschlossen – genau wie der Zylinder. Mein kleiner Loser soll schließlich keine Sekunde vergessen, wer die Leine hält, selbst wenn er nackt vor euch liegt.“
Chiara kicherte, zog mit zwei Fingern ganz leicht an dem Schloss, bis der Samt mir spürbar die Kehle abschnürte, und ließ es dann mit einem spöttischen Schnalzen wieder los. „Braver Junge. Ein Haustier nach Maß. Na los, jetzt runter mit der Hose, Fiffi. Wir haben schließlich noch Arbeit vor uns.“
Die Hitze schoss mir bis in die Haarspitzen. Vor ihren belustigten Augen schälte ich mich aus der Hose, streifte die Boxershorts ab und kletterte mit brennenden Wangen auf das knisternde Papier der Liege. Als ich die Beine leicht anhob, blitzten die fünfunddreißig Millimeter Chirurgenstahl kalt unter den Deckenstrahlern auf. Die asymmetrische Schiene, der enge Zylinder und die fein gravierte Schrift Loonas Eigentum lagen vollkommen ungeschützt vor den beiden Kosmetikerinnen.
Selin stellte sich an meine linke Seite, Chiara an die rechte. Beide beugten sich gleichzeitig hinab und musterten mein gefangenes Becken mit einer Mischung aus professioneller Distanz und unverhohlener Neugier.
Chiara streckte die Hand aus. Ihre behandschuhten Finger fassten nach dem vorderen Ende der Kappe und drehten den kalten Zylinder leicht zur Seite, um den Übergang zur Dammnaht zu begutachten. Dabei fiel ihr Blick auf das saubere, winzige Loch in der Stirnseite.
Sie stutzte. Mit der Fingerspitze fuhr sie über die Rillen.
„Sag mal, Loona…“, begann Chiara und schaute mit gerunzelter Stirn über die Liege hinweg zu meiner Stiefschwester. „Jetzt muss ich doch mal ganz dumm fragen. Was ist das da vorne eigentlich? Hier, an der Spitze?“
„Was meinst du?“, fragte Loona amüsiert, ohne ihre Haltung zu verändern.
„Na, das hier“, sagte Chiara und klopfte mit dem Fingernagel leicht gegen das Metall. Das helle *Kling* fuhr mir wie ein Nadelstich durch die Hodenstränge. „Das ist doch ein Gewinde. Ein richtiges Feingewinde, wie aus dem Baumarkt. Wozu ist das denn bitte da? Was schraubt man denn bitteschön an so ein Ding vorne dran? Eine Verlängerung? Oder einen Stopfen?“
Selin beugte sich ebenfalls tiefer herunter, drückte mit zwei Fingern gegen mein Schambein, um den Sitz zu prüfen, und lachte leise auf. „Stimmt, jetzt wo du es sagst. Ein Gewinde an einem Keuschheitskäfig? Das hab ich ja noch nie gesehen. Was bastelt ihr denn damit? Kommt da ein Schloss dran, oder eine Kette?“
Ich presste die Augenlider zusammen, bis rote Muster vor mir tanzten. Scham schien mich bei lebendigem Leibe zu verbrennen. Wenn sie wüssten, was in dem schweren Karton war, den Timo transportiert hatte – die massive, dunkle Silikonattrappe mit dem stählernen Gegenstück, die darauf wartete, auf genau dieses Gewinde gedreht zu werden, um mich in Schöneberg zu Vanessas willenlosem Spielzeug zu machen…
Loona lachte leise und kehlig. Ein Tonfall purer, überlegener Bosheit.
„Fragt nicht so neugierig, Mädels“, säuselte sie und bedachte mein zuckendes Becken mit einem herablassenden Blick. „Sagen wir einfach: Mein Kleiner hat manchmal noch andere Pflichten zu erfüllen. Und dafür braucht man manchmal… passendes Zubehör.“
Chiara und Selin wechselten einen vielsagenden, amüsierten Blick. Chiara schüttelte schmunzelnd den Kopf.
„Na, solange wir nichts davon abbekommen“, witzelte Chiara, griff nach der großen Flasche mit Ultraschallgel und klatschte eine eiskalte, zähe Ladung direkt auf mein Schambein und den Rand des Stahlrings. „Na gut, genug geplaudert. Wir wollen den Herrn ja nicht warten lassen. Selin, mach den Laser scharf. Wir brennen ihm heute alles weg, was um diese schicke Schraube herumwächst.“
Chiara packte meinen rechten Oberschenkel mit festem Griff und zog ihn weit nach außen, sodass die verbliebenen Haaransätze um den Chirurgenstahlring vollkommen frei lagen. Selin nahm das surrende Handstück auf, setzte die Schutzbrille auf und drückte den eiskalten Glaskopf direkt auf meine empfindlichste Haut.
*Piiiep – ZACK.*
Ein gleißender roter Blitz schoss durch meine geschlossenen Lider, und der vertraute Schmerz aus Feuer und Nadeln fraß sich millimetergenau um die Festung meines Fleisches herum.
Das Zischen des Laserkühlkopfes war im Raum noch deutlich spürbar, als Selin gerade die letzten Reste der Beine nacharbeitete.
Plötzlich klopfte es zweimal kurz an der Schiebetür. Noch bevor Chiara reagieren konnte, schob sich die Tür auf. Herein traten zwei jüngere Mitarbeiterinnen des Salons – Alessa und Miriam –, die bisher noch bei keinem meiner Termine dabei gewesen waren. Beide trugen die puderrosa Salon-Kasacks und wirkten betont geschäftig, hielten leere Klemmbretter in den Händen, doch ihre Blicke wanderten sofort und unumwunden zu der Behandlungsliege.
„Entschuldigt“, begann Miriam mit gespielter Beiläufigkeit, während ihre Augen über meine nackten, frisch verödeten Beine glitten. „Wir suchen nach den neuen Desinfektionsaufsätzen für die Gesichtsbehandlungen. Sind die hier gebunkert?“
„Hinten im Unterschrank ganz links“, antwortete Selin routiniert, ohne innezuhalten.
Alessa ging betont langsam an die Schränke am Kopfende der Liege, tat so, als öffne sie eine Schublade, starrte dabei jedoch unverhohlen auf das stählerne Konstrukt zwischen meinen Oberschenkeln. Die fünfunddreißig Millimeter fugenloser Chirurgenstahl mit der Kappe und dem Feingewinde lagen im harten Deckenlicht völlig ungeschützt da.
„Gibt es hier drüben nicht“, stellte Alessa nach wenigen Sekunden fest, warf Miriam einen vielsagenden Blick zu und kicherte leise hinter vorgehaltener Hand. „Dann schauen wir wohl drüben weiter.“
Die beiden huschten mit getuschelten Worten und unterdrücktem Lachen wieder hinaus auf den Gang, und die Schiebetür glitt hinter ihnen wieder zu.
Kaum war die Tür eingerastet, wandte sich Chiara mit einem amüsierten Grinsen wieder meinem Becken zu.
„So, jetzt kommt der Teil, auf den du dich sicher schon die ganze Zeit gefreut hast, mein Lieber“, spottete Chiara und klatschte eine frische, eiskalte Portion des zähen Ultraschallgels direkt auf meinen Hodensack.
Ein krampfhafter Ruck fuhr durch meinen Körper. Ich schloss die Augen, doch Chiara duldete kein Entziehen. Mit festem, behandschuhtem Griff packte sie die stählerne Röhre meines Zylinders. Ihre Finger schlossen sich um das eiskalte Metall und hebelten den gesamten Käfig mit einer unsanften, ruckartigen Bewegung weit nach links oben weg.
Der asymmetrische Basisring schnitt dabei wie eine Rasierklinge tief in die ohnehin brennende Dammhaut. Ein spitzer Zugschmerz schoss mir durch die Leistenkanäle direkt in den Unterleib, dass mir ein ersticktes Keuchen entfuhr.
„Nicht zappeln, John“, tadelte Selin mit herablassender Schärfe. Sie beugte sich so nah über mich, dass ich ihren süßlichen Kaugummiatem riechen konnte, und sah mir dabei frontal, kalt und forschend direkt in die Augen. „Wenn wir an deine Eier wollen, muss der Zylinder eben zur Seite gedrückt werden. Der bleibt schließlich schön dran, hat deine Stiefschwester gesagt.“
Chiara nutzte die Situation schamlos aus. Anstatt das Metall nur so weit wie nötig zu fixieren, knetete und drückte sie mit den Fingern ihrer freien Hand an meinem empfindlichen Hodengewebe herum, rollte die Hoden zwischen Daumen und Zeigefinger hin und her und straffte die runzlige Haut mit unnachgiebiger Härte nach außen. Es war weit mehr Berührung und Manipulation, als rein kosmetisch notwendig gewesen wäre – ein kalkuliertes, quälendes Begrapschen, das mich vollkommen nackt und wehrlos dastehen ließ. Sie sah mir dabei unverwandt spöttisch ins Gesicht, genoss jede Schamröte, die mir in die Wangen schoss, und jedes Zucken meiner Lippen.
„Schau mal, wie weich das hier alles ist“, kicherte Chiara in Richtung des Sessels. „Fast wie Seide. Aber ganz schön empfindlich der Herr.“
Vom Ledersessel aus beobachtete Loona das Spektakel mit einer fast königlichen Ruhe. Ihre smaragdgrünen Augen glänzten vor dunkler, sadistischer Befriedigung. Sie hatte die Beine elegant übereinandergeschlagen, stützte das Kinn auf die Hand und labte sich an jeder meiner Demütigungen. Sie liebte es, wie ich mich unter den behandschuhten Händen zweier fremder Frauen wand, wie ich die Zähne zusammenbiss, unfähig, mich gegen diese intime Schändung zu wehren.
„Er soll sich nicht so anstellen“, kommentierte Loona gelassen und nippte an ihrem Wasserglas. „Wer glatt sein will, muss eben stillhalten. Er gehört mir, und ich dulde da unten kein einziges struppiges Haar mehr. Macht ihn ordentlich sauber, Mädels.“
Selin setzte den massiven Kopf des Diodenlasers auf die straff gezogene, gefühllose Haut meines rechten Hodens.
*Piiiep – ZACK.*
Ein Schmerz von unbeschreiblicher Schärfe explodierte in meinem Becken. Es fühlte sich an, als würde glühender Draht direkt in mein zartestes Fleisch gepresst. Mein Rücken wölbte sich krampfhaft von der Liege ab, ein wimmernder Laut brach aus meiner Kehle.
„Halt still, hab ich gesagt!“, zischte Chiara und drückte den Stahlzylinder mit noch mehr Hebelwirkung zur Seite, während sie meinen Oberschenkel mit dem Unterarm nach unten presste. „Sonst treffen wir das Metall, und dann wird’s erst richtig heiß!“
*Piiiep – ZACK. Piiiep – ZACK.*
Tränen schossen mir unter der Schutzbrille hervor und liefen heiß über meine Schläfen. Die Hitze brannte sich Impuls für Impuls durch die Haarwurzeln des Skrotums und den empfindlichen Übergang zum Damm. Der Geruch nach verbranntem Haar stieg auf und mischte sich ekelerregend mit dem Lilienparfüm des Salons. Chiara ließ meinen Zylinder nicht los; sie fingerte an der Basis herum, tastete die Kanten des Rings ab, zog mein Fleisch nach links, dann nach rechts, um Selin jeden Winkel freizulegen. Beide Frauen kosteten es sichtlich aus, die absolute Kontrolle über den intimsten Teil meines Körpers zu haben, drückten hier ein wenig fester zu, strichen dort überflüssig mit dem Gel über die feuerrote Haut und tauschten dabei amüsierte Blicke aus.
Ich wollte im Boden versinken vor Scham. Mein gesamter Körper war ein brennendes, zuckendes Mahnmal meiner absoluten Entmannung.
Nach quälend langen Minuten nahm Selin den Laserkopf endlich von der Haut und schaltete das Kühlaggregat mit einem tiefen Auslaufen ab. Chiara ließ den Zylinder los, der mit einem dumpfen, schmerzhaften Ruck wieder auf mein gepeinigtes Schambein zurückfederte. Mein gesamtes Skrotum fühlte sich an wie eine einzige, glühende Brandblase.
Chiara griff nach einer Handvoll Papiertüchern und begann, die zähen Reste des Gels grob abzuwischen. Dabei wandte sie sich mit einem breiten Grinsen an Loona.
„Die Mädels draußen reden natürlich schon die ganze Zeit darüber“, sagte Chiara feixend und warf mir einen letzten, spöttischen Blick zu. „Vier Wochen sind es jetzt seit der ersten Sitzung. Sag mal, Loona… hat er in der ganzen Zeit wirklich nichts gedurft? Kein einziges Mal Erleichterung?“
Selin lehnte sich an die Liege und musterte mein gerötetes Becken neugierig. „Ja, ehrlich jetzt? Vier Wochen absolut dicht? Bekommt er denn heute nach der Sitzung endlich mal eine Belohnung? Er hat ja trotz des Gezappels tapfer durchgehalten.“
Ich lag schwer atmend auf dem knisternden Vlies, mein Herz schlug bis in die Kehle, wo der Samt-Choker unbarmherzig eng anlag. Mein ganzer Körper flehte innerlich nach Erlösung, nach einem einzigen Moment des Loslassens nach all diesen Qualen.
Loona erhob sich gemächlaich aus dem Ledersessel, glättete ihr Kleid und trat an das Kopfende der Liege heran. Ein kühles, berechnendes Lächeln lag auf ihren Lippen, gepaart mit jenem Anflug von herablassender Zärtlichkeit, der mich vollkommen willenlos machte. Sie beugte sich zu mir hinab und strich mir mit den rot lackierten Nägeln sanft über die schweißnasse Stirn.
„Vermutlich schon“, erwiderte Loona mit samtener Ruhe an die beiden Kosmetikerinnen gerichtet, während ihre smaragdgrünen Augen unerbittlich auf mir ruhten. „Es hängt allerdings ganz davon ab, was heute noch so passiert – und vor allem, wie er sich dabei anstellt. Wenn er nachher brav pariert und alle weiteren Aufgaben erfüllt, gibt es heute Abend vielleicht eine kleine Erlösung. Aber eben nur, wenn er sich absolut fehlerfrei benimmt.“
Chiara stieß ein leises, amüsiertes Lachen aus und klopfte mir mit dem Finger gegen die noch heiße stählerne Kappe. „Hörst du das, John? Du hast es selbst in der Hand. Na ja, bildlich gesprochen natürlich.“
„Zieh dich an, mein Kleiner“, hauchte Loona mir ins Ohr, und ihre Stimme versprach gleichzeitig Hölle und Himmel. „Das hier war nur die Vorbereitung. Jetzt wartet Schöneberg auf uns.“
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