What's next?

Garderobenprobe

Das Einsteigen in den Wagen vor dem Charlottenburger Salon war eine Qual in Zeitlupe.

Jede Faser meiner Jeans scheuerte wie grobes Sandpapier über die verödeten, feuerrot brennenden Oberschenkel und das empfindliche Skrotum. Zwischen meinen Beinen saß der Neuköllner Chirurgenstahlring unnachgiebig stramm; bei jedem Niedersetzen auf das Leder des Beifahrersitzes drückte der asymmetrische Rand gegen die geschwollene Dammhaut.

Kaum hatte Loona die Zentralverriegelung betätigt und den Wagen gestartet, wandte sie sich mir zu. Ihre Miene veränderte sich schlagartig: Die herablassende Kälte, mit der sie mich eben noch vor Chiara und Selin vorgeführt hatte, wich einer fast fürsorglichen, intimen Sanftheit. Sie legte ihre Hand auf meinen Oberschenkel – vorsichtig, um nicht auf die geröteten Laserstellen zu drücken.

„Atme durch, mein Kleiner“, flüsterte sie und strich mir eine feuchte Haarsträhne aus der Stirn. Ihre smaragdgrünen Augen suchten die meinen. „Sag mir ganz ehrlich: Ist alles in Ordnung bei dir? War das da drin zu viel für dich? Oder… hältst du das gerne für mich aus?“

Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Dieser jähe Wechsel zwischen rücksichtsloser Bloßstellung und zärtlicher Zuwendung traf mich mit voller Wucht.

„Es… es hat höllisch gebrannt, Loona“, brachte ich heiser hervor und sah sie an. „Als Chiara den Zylinder zur Seite gehebelt hat… der Ring hat mir fast die Haut am Damm zerschnitten. Aber… ich wollte nicht aufgeben. Ich halte das für dich aus. Wirklich.“

Ein leises, tiefes Aufatmen entwich ihren Lippen. Ein Schimmer vollkommener Faszination lag in ihrem Blick. „Du hast keine Ahnung, wie unglaublich heiß ich das finde“, hauchte sie, beugte sich vor und drückte mir einen sanften Kuss auf die Wange, dicht neben das Schloss an meinem Halsband. „Zu sehen, wie du dich vor Scham windest, wie du daliegst und dich für mich beherrschen musst… das treibt mich in den Wahnsinn. Du bist so tapfer für mich.“

Ihre Hand löste sich von meinem Oberschenkel. Ohne den Blick von meinem Gesicht zu nehmen, öffnete sie den Bund ihrer Hose, schob die Finger unter den Stoff und blieb dort einen langen, stillen Atemzug. Ich hörte nur ihr leises, unregelmäßiges Atmen und das ferne Rauschen der Tauentzienstraße. Als sie die Hand wieder hervorzog, glänzten Zeige- und Mittelfinger nass im fahlen Parkhauslicht. Ein feiner Faden zog sich zwischen den Kuppen, bevor er riss.

Sie hielt die Hand mir hin, so nah, dass ich den warmen, schweren Geruch ihrer Erregung roch, vermischt mit dem Lilienwasser, das noch in meinen Haaren hing.

„Rieche“, sagte sie leise, fast zärtlich. „Das ist kein Spiel. Das ist, was du mit mir machst, wenn du stillhältst und dich von ihnen anfassen lässt. Wenn du den Ring zur Seite hebeln lässt und trotzdem bleibst.“

Ich beugte mich vor. Der Duft schlug mir in die Nase, intim und unverstellt. Loona strich mit den feuchten Fingern einmal über meine Unterlippe, dann tiefer.

„Zunge. Langsam. Du leckst, was ich dir gebe, nicht was du dir nimmst.“

Ich öffnete den Mund. Der Geschmack war warm, salzig, eindeutig sie. Meine Zunge glitt über ihre Fingerkuppen, zwischen die Gelenke, bis der Glanz weg war. Unter der Jeans stieß mein Fleisch gegen die Kappe des Zylinders und prallte ab; der Schmerz war klar und nutzlos. Loona atmete aus, als hätte sie genau darauf gewartet.

„Siehst du“, flüsterte sie und zog die Hand erst zurück, als ich aufgehört hatte zu lecken. Sie wischte die restliche Feuchtigkeit an meinem Kinn ab, nicht um mich zu säubern, sondern um es sitzen zu lassen. „Du denkst, du erträgst das nur. Dabei machst du mich nass. Vor Chiara. Vor Selin. Vor jeder, die das Gewinde sieht und nicht weiß, wofür es da ist.“

Sie schloss den Bund, startete den Motor und legte die Hand wieder auf meinen Oberschenkel, diesmal ohne Druck.

„Schöneberg wartet. Und wenn du nachher so brav bleibst wie eben… dann reden wir heute Abend über das, was Chiara gefragt hat. Nicht vorher. Jetzt atme. Und halt den Mund, solange ich fahre.“

Sie strich mir noch einmal tröstend über die Wange, ehe sie den Gang einlegte und den Wagen über den Hohenzollerndamm Richtung Schöneberg steuerte.

Vier Wochen eiserne Keuschheit, dachte ich verbissen, während meine Hände in den Taschen ruhten. Vier Wochen, in denen jeder Morgen mit dem entwürdigenden *Kidslox*-Foto begonnen hatte. Als Medizinstudent wusste ich genau, wie heikel diese permanente Kompression war: Das Risiko von Drucknekrosen an der Dammnaht, die Gefahr chronischer Follikulitis durch die Hitzestauung nach dem Laser und die drohende Nervenüberreizung des *Nervus pudendus*. Mein Verstand schlug Alarm, doch tiefer als jede medizinische Vernunft brannte sich Loonas Versprechen in mein Bewusstsein. Die Aussicht auf eine Erlösung am heutigen Abend machte mich blind für alle Warnsignale. Ich war bereit, jeden Gehorsam zu leisten, wenn sie mich danach nur aus diesem stählernen Gefängnis befreite.

Als der Wagen vor dem herrschaftlichen Schöneberger Altbau hielt, schnürte der Samt-Choker mir die Kehle zu. Das Treppenhaus roch nach altem Holz, Bohnerwachs und dem schweren Parfüm meiner Stiefmutter.

Die massive Flügeltür glitt nahezu lautlos auf, gehalten von Arissas manikürter Hand.

Sie stand im Türrahmen wie eine Statue herablassender Noblesse: ein dunkelgrauer, figurbetonter Bleistiftrock, eine makellose Seidenbluse in hellem Champagner und die dunklen Haare mit akkuraten Nadeln am Hinterkopf fixiert. Ihre dunklen Augen musterten mich mit unverhohlener Häme. Der Blick wanderte von meinem hochgezogenen Kragen, unter dem sich der Samt-Choker abzeichnete, an meiner Silhouette hinab bis zu meinen Knien, die nach der Behandlung in Charlottenburg noch immer leicht zitterten.

„Sieh an, die Herrschaften“, flötete Arissa leise, mit jenem spöttischen Singsang, den ich seit meiner Jugend kannte. „Tritt ein, John. Schuhe aus. Vanessa wartet bereits im Ankleidezimmer. Sie hat schließlich nicht den ganzen Nachmittag Zeit für deine Garderobenprobe.“

Ich streifte die Halbschuhe an der Schwelle ab, während die Kühle des gewachsten Fischgrätparketts durch meine dünnen Socken drang. Der vertraute Geruch der Schöneberger Altbauwohnung schlug mir entgegen: altes Eichenholz, teures Bohnerwachs und der schwere, pudrige Duft des Parfüms meiner Stiefmutter. Ich folgte Loona und Arissa durch den hohen Korridor. Jeder Schritt war eine Qual; der Jeansstoff rieb unbarmherzig über die brandroten Oberschenkel, während der Neuköllner Chirurgenstahlring bei jeder Bewegung stramm gegen die geschwollene Dammnaht presste.

Arissa stieß die weiße Flügeltür zum Ankleidezimmer auf.

Der Raum lag im kühlen Nachmittagslicht, das durch die bodentiefen Sprossenfenster fiel. An der Stirnseite stand der gewaltige, dreiteilige Kristallspiegel mit vergoldetem Barockrahmen. Davor, auf einer petrolblauen Ottomane aus schwerem Samt, saß Vanessa. Sie hielt eine feine Teetasse aus Meissener Porzellan in den Händen, ein ledergebundenes Notizbuch lag neben ihr. Als sie aufblickte, traf mich ihr graublauer Blick mit jener schneidenden, aristokratischen Distanz, vor der ich mich schon als Junge gefürchtet hatte.

Loona trat sofort zur Seite, lehnte sich an die Kante eines Mahagonischranks und verschränkte die Arme. Ein kurzer, kaum merklicher Blickwechsel fand zwischen ihr und Vanessa statt – das stumme, überlegene Einverständnis zweier Frauen, die genau wussten, wer hier wen kontrollierte.

„Pünktlich. Sehr gut“, sagte Vanessa ohne die geringste Regung von Herzlichkeit. Ihre Augen musterten mich wie eine neu gelieferte Ware. „Ich habe keine Lust auf Verzögerungen. Entkleiden, John. Bis auf das Halsband. Wir wollen sehen, was das Geld für deine Behandlungen wert war.“

Mein Mund fühlte sich augenblicklich an wie mit Asche gefüllt. Ich tastete mit feuchten Fingern nach den Knöpfen meines Hemdes, blieb jedoch zögernd stehen.

„Muss… muss Arissa unbedingt dabei sein, Vanessa?“, brachte ich mühsam hervor. Meine Stimme klang heiser und brüchig. Ich versuchte, den Blick nicht zu senken, sondern ihr standzuhalten. „Ich… es ist ohnehin schon beschämend genug vor euch beiden. Kann sie nicht draußen warten?“

Arissa lachte trocken auf, schüttelte den Kopf und trat mit verschränkten Armen neben die Ottomane. „Hör dir den Studenten an. Als ob du dir in deiner Lage noch Scham leisten könntest, Kleiner. Ich habe deine Schmutzwäsche gewaschen, als du noch mit zerschlagenen Knien aus der Schule kamst. Jetzt tu hier nicht so unberührbar und zimperlich.“

„Spar dir die Widerworte, John“, wies Vanessa mich mit scharfer, unnachgiebiger Kälte zurecht. Sie stellte die Tasse mit einem hellen Klirren auf der Untertasse ab. „Arissa führt bei allen meinen Einsätzen die Aufsicht, reicht die Utensilien und sorgt für die Hygiene. Sie muss exakt wissen, wie deine Beschläge sitzen, damit bei der späteren Nutzung keine Pannen passieren. Also zieh dich aus. Sofort. Ich wiederhole mich nicht noch einmal.“

Loona stieß sich leicht vom Schrank ab, trat einen Schritt vor und legte mir zwei kühle Finger unter das Kinn, sodass mein Blick von Vanessa zu ihr gezwungen wurde.

„Du hast mir im Auto ein Versprechen gegeben, John“, hauchte Loona leise, doch unmissverständlich. „Enttäusch mich jetzt nicht vor meiner Familie. Tu genau das, was Vanessa verlangt.“

Ich schluckte schwer. Vor den Augen der drei Frauen begann ich, mich zu entblößen.

Die Knöpfe sprangen auf. Ich ließ das Hemd über die Schultern gleiten; es fiel leise auf einen Polsterstuhl. Meine Brust lag kahl und rötlich da, die feinen Poren von den Laserimpulsen noch deutlich gereizt. Dann griff ich mit zitternden Fingern an meinen Gürtel. Das metallische Ratschen der Schließe hallte durch den stillen Raum. Ich schob den Bund der Jeans mitsamt den Boxershorts über die Hüften nach unten und trat vorsichtig aus dem Stoff.

Die kühle Luft des Zimmers legte sich wie ein Schock auf meine nackte, brennende Haut. Vor mir im dreiflügeligen Spiegel war mein Abbild erbarmungslos zu sehen: Ein erwachsener Mann, dessen Hals im schwarzen Samtband gefangen war, während zwischen den völlig haarlosen, glatten Oberschenkeln der Neuköllner Chirurgenstahlkäfig im Tageslicht aufblitzte. Die Schrift *Loonas Eigentum* trat durch die gereizte Haut scharf und dunkel hervor, und an der Stirnseite des 35-Millimeter-Zylinders funkelte das blanke M10-Feingewinde.

Vanessa lehnte sich leicht vor, ihre Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen. Sie musterte mein entblößtes Becken mit dem ungerührten Blick einer Chefärztin bei einer Visite.

„Sehr ordentlich gelasert“, urteilte sie kühl und nickte leicht. „Keine störenden Stoppeln mehr, die bei Bewegung Reibung erzeugen könnten. Die Haut ist zwar gereizt, aber vollkommen rein. Arissa, die Entwürfe.“

Arissa trat an einen Beistelltisch aus Mahagoni, öffnete eine schwarz lackierte Schatulle und entnahm zwei sorgsam gefaltete Textilien, die in weiches Seidenpapier geschlagen waren. Sie trat an mich heran, das spöttische Grinsen fest auf die Lippen gemeißelt.

„Wir haben zwei Varianten anfertigen lassen“, erklärte Arissa und hielt mir die Stoffe demonstrativ vor die Brust, sodass ich den zarten Duft neuer Seide wahrnehmen konnte. „Nummer eins: französische Spitze in Nachtblau, elastischer Bund, doppelt verstärkte Seidenbänder um den vorderen Rand. Nummer zwei: tiefschwarzer Seidensatin, kaum Eigengewicht, dafür ein deutlich schmalerer Steg. Beide haben exakt dieselbe 35-Millimeter-Fassung. Nun steh nicht da wie eine Salzsäule, John. Welches Modell soll es zuerst sein? Du darfst schließlich mitentscheiden, was du tragen musst.“

Mein Blick glitt von dem filigranen Spitzenstoff zu dem glatten, kühlen Satin hinüber. Meine Wangen glühten vor Scham, doch ich wusste, dass Schweigen mich nur noch schwächer wirken lassen würde. Ich zwang mich dazu, den Kopf aufrecht zu halten und Vanessa anzusehen.

„Das… das blaue Modell wirkt etwas nachgiebiger“, sagte ich, und meine Stimme fand mühsam einen Rest von Festigkeit wieder. „Die Spitze hat mehr Elastizität. Wenn ich mich darin bücken oder knien muss, schneidet der Stoff vermutlich weniger in die Leiste ein als der feste Seidensatin.“

Ein feines, amüsiertes Schmunzeln umspielte Vanessas Mundwinkel. „Eine erstaunlich pragmatische Antwort. Du beginnst tatsächlich mitzudenken, anstatt dich nur in Selbstmitleid zu ergehen. Arissa, probieren wir das blaue Stück an.“

Arissa entfaltete den nachtblauen Stoff und kniete sich mit fließender Bewegung vor mir auf das Parkett. Die Kühle des Holzes schien ihr nichts auszumachen. Sie fasste nach meinen Knöcheln; ihre warmen, manikürten Finger glitten über meine Schienbeine, als sie die feinen Beinausschnitte über meine Füße streifte. Bei jeder Berührung auf den frisch verödeten Hautpartien zuckten meine Muskeln reflexartig zusammen.

„Ruhig stehen, John“, mahnte Arissa leise, fast beiläufig, während sie den Bund langsam an meinen Knien vorbei über die Oberschenkel zog. Als die grobmaschige Synthetikspitze die noch feucht-klebrigen, erhitzten Follikel an den Innenschenkeln berührte, entfuhr mir ein scharfer Atemzug.

Arissa spürte das Zucken, sah auf und grinste kalt. „Gleich nach dem Laser brennt die Spitze natürlich ein wenig, Kleiner. Die Poren sind noch geschwollen. Aber keine Sorge, das kühlt ab. Gewöhn dich dran, bis morgen ist das Ödem weg.“

Sie hielt die verstärkte, kreisrunde Aussparung mit beiden Händen auf Spannung.

„Nun mach schon, hilf mit“, wies sie mich sachlich an. „Du musst ihn selbst durchfädeln.“

Ich atmete tief ein, senkte die Hände und griff nach dem kalten Metall des Zylinders. Mit vorsichtigen Fingern richtete ich das vordere Ende auf das runde Loch in der Spitze. Meine Nägel, die noch immer den glänzenden Schutzlack trugen, glänzten im Licht. Das Metall glitt millimetergenau durch die seidig eingefasste Öffnung. Der elastische Spitzenbund schnappte über meine Hüftknochen, schmiegte sich fest an mein Schambein und umschloss die stählerne Schiene so exakt, dass der gesamte Zylinder samt Kappe und Feingewinde frei nach vorn ragte.

„Und? Wie liegt es an?“, forderte Vanessa von der Ottomane aus eine präzise Rückmeldung.

Ich schluckte trocken gegen den Samt-Choker, dessen Schloss bei jeder Kehlkopfbewegung gegen meine Haut stieß.

„Der Stoff fühlt sich weich an“, erklärte ich wahrheitsgemäß, während die Hitze der Beschämung mir bis in die Schläfen stieg. „Aber die Ränder um den Basisring sitzen extrem stramm. Es zieht spürbar am Damm, sobald ich das Gewicht von einem Bein auf das andere verlagere. Wenn vorn noch der Hebel der Prothese ansetzt, wird der Zug auf den Knochen enorm sein.“

Arissa erhob sich, strich über den Bund und nickte sachlich. „Er hat recht, Vanessa. Der Slip ist die optische und hygienische Hülle, damit kein Schweiß auf die Bettwäsche gerät. Aber für den mechanischen Einsatz müssen wir zusätzlich den Schaftgurt unter der Spitze anlegen. Sonst hebelt das M10-Gewinde bei jedem Stoß den Ring an der Schambeinfuge aus. Aber die Aussparung hier sitzt perfekt: Das Gewinde liegt absolut frei, ohne dass Fasern stören.“

Vanessa stand langsam auf. Die Seide ihrer Kleidung raschelte leise, als sie an mich herantrat. Sie blieb nur eine Armlänge vor mir stehen, musterte mein Spiegelbild und blickte dann direkt auf meinen verpackten Unterleib.

„Mach ein paar Schritte, John“, befahl sie leise. „Dreh dich um die eigene Achse.“

Ich zwang meine Füße in Bewegung. Ich ging langsam drei Schritte auf den Spiegel zu, drehte mich auf den Fersen um und lief zurück. Die nachtblaue Spitze schmiegte sich eng an mein Gesäß und meine Hüften, während das schwere Metall starr nach vorn zeigte.

„Es scheuert kaum beim Gehen“, gab ich Rückmeldung, bemüht um eine sachliche Haltung. „Aber der Zug auf den Stahl ist permanent da. Man kann die Spannung im Metall nicht vergessen.“

„Das ist der Zweck von Maßarbeit“, urteilte Vanessa mit einem Hauch von Genugtuung in der Stimme. Ihr Blick glitt zu Loona. „Hervorragend gepflegt, Loona. Wir behalten beide Modelle; der schwarze Satin bleibt als Reserve bereitliegen. Pack alles wieder ein. Du nimmst das Set mit in die WG.“

Loona lächelte dünn und neigte leicht den Kopf. „Mit Vergnügen, Vanessa. Er wird einsatzbereit sein.“

Vanessa ging zurück zur Ottomane und griff wieder nach ihren Papieren, als sei die Angelegenheit damit vollständig erledigt.e

„Zieh dich wieder an, John“, sagte Arissa, nahm die Schatulle und wandte sich ab. „Wir sind für heute durch.“

Als ich die Kleider hastig wieder überstreifte, hämmerte mein Puls im Hals. Die Anprobe war überstanden. Kein Fehltritt, kein Aufbegehren. In meinem Kopf hallten einzig Loonas Worte aus dem Auto nach: „...dann reden wir heute Abend über das, was Chiara gefragt hat.“ Die quälende Ungewissheit, ob sie ihr Versprechen halten oder den Schlüssel doch in ihrer Tasche behalten würde, schnürte mir die Kehle enger zu als das Schloss an meinem Halsband.

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