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Chapter 4 by Papas_Liebling Papas_Liebling

What's next?

Hunger

(Maras POV)

Er gehört mir.
Das stand niemals in Frage.

Sie drängte sich von hinten an ihn, ließ ihn ihren Körper spüren. Weich und fest zugleich, jeweils genau dort, wo es zählte. Überall, wo er und sie sich berührten, wurde es wärmer.

Unter ihren Finger fühlte sie seine Anspannung, ein feines Vibrieren wie das einer gestimmten Saite. Keine Angst. Unsicherheit. Er wusste nicht, was auf ihn zukam. Aber er glaubte, auf alles vorbereitet zu sein.

Und das machte ihn zu ihrer perfekten Beute.

Menschen waren so einfach zu durchschauen. Sie hatten immer Hunger. Hunger nach Reichtum. Hunger nach Macht. Hunger nach Ansehen. Und es lief immer auf das eine hinaus: Wenn man ihnen anbot, wonach sie hungerten, konnten sie nicht widerstehen.
Männer waren noch einfacher gestrickt. Unter all den scheinbar so großen Sehnsüchten lauerte die eine, simple Wahrheit: Lust.

Sie wollten immer und überall ihre Lust befriedigen. Ging man darauf ein, waren sie verloren. Dieser hier, Elias war da keine Ausnahme.

Sie konnte es schon riechen. Es schmecken. Er war reif. Er würde ihr verfallen. Bald.

Celene hob eine Hand, als wolle sie ihm einen Rettungsanker hinwerfen.

„Elias, sie ist nicht gut für dich. Du kannst ihr widerstehen. Du musst es nur wollen“, flehte sie.

Ihre Stimme klang ruhig, noch ohne Angst. Aber etwas anderes schwang darin mit. Etwas, das Mara in Hochstimmung versetzte.

Celene musste es begriffen haben. Sie konnte Maras Verführungskünsten nichts entgegensetzen. Sie würde hilflos zusehen müssen, wie der Mann der Dämonin verfiel.

Ach, Engelchen. Ihr habt es nie verstanden. Dieser freie Wille, auf den ihr im Himmel immer so stolz seid. Er macht die Menschen nicht stark. Er macht sie schwach. Manipulierbar. Gib ihnen, was sie glauben zu wollen, und sie gehören dir.

Und du, Celene, kannst nichts dagegen tun.

Mara spürte etwas Unerwartetes. Ein Gefühl, das sie längst vergessen glaubte.

Erregung.

Eine echte, unverfälschte Leidenschaft.

Ja, sie würde diesen Menschen verführen. Aber sie würde es tun, während der Engel zusah.

Das war so heiß. Der Gedanke allein ließ sie beinahe aufstöhnen. Ein seltenes Ziehen tief in ihrem Inneren.

Der Mensch war nicht wichtig. Er war es nie gewesen. Ihn zu verführen kaum mehr als eine beiläufige Fingerübung.

Aber sie?

Ein Engel. Rein. Unverdorben. Gebunden durch Pflicht und Moral. Unberührbar.
Das wäre der wahre Sieg!

Das Wasser lief Mara im Mund zusammen.

Sie zu verführen, das wäre wahre Kunst.

Mara küsste Elias‘ Hals, leckte mit der Zunge darüber. Salzig. Bitter.
Ihre Hand wanderte tiefer, tastete, prüfte. Er zuckte kaum merklich, als sie seine Härte erreichte. Ja. Nicht schlecht. Er war bereit.

Die Verführerin hob den Blick, suchte Celenes Augen.

Der Engel stand aufrecht da, äußerlich unbewegt. Doch die zu Fäusten geballten Hände, die Schwingen, die sich bebend aufrichteten, verrieten sie.

Und sie schaute zu.

Oh, kleines Vögelchen, du glaubst tatsächlich, du kämpfst gegen mich. Mara lächelte verschlagen. Aber in Wahrheit kämpfst du gegen dich selbst.

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