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Chapter 3 by Papas_Liebling Papas_Liebling

What's next?

Die Ulme

(Elias‘ POV)

Schon aus einiger Entfernung hatte Elias die verkrüppelte Ulme entdeckt, die markierte, wo sich der Weg gabelte. Er wusste, dort müsste er sich entscheiden, welche Richtung er einschlagen würde. Er wollte nicht lange darüber grübeln, sondern die Wahl spontan treffen, wenn er dort ankam. Dem Schicksal oder seiner Laune überlassen, wohin es ihn verschlug.

Er stockte mitten in der Bewegung, als er die zwei Frauen neben dem Baum sah. Wobei Frauen kaum der richtige Begriff zu sein schien.

Die eine blond, weiß, mit Flügeln wie ein Schwan.

Die andere feuerrot und schwarz, mit Fledermausflügeln auf dem Rücken.

War das ein Traum? Falls ja, dann ein sehr interessanter.
Und falls dort wirklich ein Engel und ein Teufel auf ihn warteten, dann wollte er unbedingt wissen, was sie von ihm wollten.

Je näher er kam, desto mehr Einzelheiten erkannte er. Die beiden Frauen waren wunderschön – wenn man nach menschlichen Maßstäben urteilte. Elias hätte nicht sagen können, welche schöner war. Aber eines war sicher: Die Dunkle wirkte aufregender.

Wenn ich zwischen ihnen wählen müsste, dann würde ich mich für sie entscheiden.

Bis auf wenige Schritte näherte er sich ihnen, dann zog er seinen Hut.

„Ich grüße euch, Schönheiten. Mein Name ist Elias. Ich bin auf der Walz, wie ihr sehen könnt. Ich lasse mich durch die Welt treiben, wie ein Blatt im Wind. Habt ihr mir vielleicht einen Rat, wohin ich mich von hier wenden soll?“

Der Gesichtsausdruck der weißen Frau wurde ernst. Sie hob einen Fuß, als wolle sie auf ihn zugehen, doch sie rührte sich nicht von der Stelle. Stattdessen breitete sie die Arme aus, als wolle sie mit einer Geste die ganze Welt umfassen, und sprach ernst:

„Der Mensch ist durch seinen freien Willen ausgezeichnet. Wähle selbst, Elias. Und wähle weise.“

Die Schwarzhaarige schnaubte abfällig. Das Gewebe der Realität flackerte mit einem Mal und ihre Gestalt löste sich in Rauch auf. Elias blinzelte verwundert. Wo war sie hin?

Er spürte sie, bevor er sie sah.

Sie steht direkt hinter mir, nicht wahr?

Vorahnung kribbelte sein Rückgrat hinauf, wie die Berührung unsichtbarer Finger.

„Mehr hast du nicht zu bieten, Celene?“, höhnte sie, „Er möchte keine Rätsel. Er will Antworten. Etwas Handfestes.“

Mit den letzten Worten trat sie dicht von hinten an ihn heran, legte ihre Arme um seinen Oberkörper und packte sein Hemd. Fest, besitzergreifend.
Alles an ihrer Haltung sagte: Er gehört mir.

Die Blonde schwieg. Aber ihre Augen hielten ihn fest. Ein Gefühl flackerte in ihnen, das er nicht einordnen konnte. Sorge? Ärger? Neid?

Er stand zwischen den beiden und ihn beschlich das dumme Gefühl, zu einem Spielball höherer Mächte geworden zu sein.

Eine rote Hand schob sich unter sein Hemd, streichelte über seine Haut, zeichnete die Konturen seiner kräftigen Brustmuskeln nach.

Fühlt sich nicht schlecht an, dachte er und lehnte sich in die Berührung.

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