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Chapter 13 by Daemony Daemony

What's next?

Heikes Flucht gelingt - fast

Heike legte den Kopf schief und **** sich zu einem Lächeln. Innerlich drehte es ihr den Magen um. Doch sie wusste sich in diesem Moment nicht anders zu helfen, als diesem Rami vorzuspielen, dass sie ihn attraktiv fand. Wie weit sie gehen müsste, konnte sie noch nicht abschätzen. Ein kleiner Hoffnungsschimmer waren sein unsteter Gang und seine glasigen Augen, die hoffentlich mit verzögerten Reflexen einhergingen. Offenbar war er **** nicht gewohnt, zumindest nicht mehrere Bier auf einmal. Mit etwas Glück könnte sie ihre relative Position zu ihm so verschieben, dass sie ungefährdet zum Ausgang fliehen konnte. Aber wohin sie sich wenden sollte, wenn sie erstmal im Freien war, darüber machte sie sich noch keine Gedanken. Ein Schritt nach dem anderen.

Sie lockte den Wachmann mit einem gebogenen Finger zu sich heran. Doch als er sie mit unsicherem Griff fassen wollte, wich sie flink zur Seite aus. Sie kicherte aufreizend.

"Nanu? Ich dachte, du bist trainiert darin, kleine Unruhestifterinnen einzufangen. Willst du es nochmal versuchen?"

Sein Blick verdunkelte sich kurzzeitig, dann grinste er vergnügt. Das Spielchen schien ihm Spaß zu machen. Sein Gesicht rötete sich und er ging mit weit ausgebreiteten Armen auf seine Beute zu.

Heike schlug das Herz bis zu Hals und sie spürte Schweißperlen an ihren Schläfen herabrinnen. Für sie war es ein Spiel mit dem Feuer. Was Rami mit ihr anstellen würde, wenn er sie tatsächlich erwischte, wollte sie sich lieber nicht ausmalen.

Nach zwei weiteren Runden Hasch-Mich meinte sie, eine gute Startposition erreicht zu haben. Ohne zu zögern spurtete sie los und hatte schon den Durchgang von der Küche zum Flur erreicht, als hinter ihr ein wütender Aufschrei ertönte. Ein lautes Rumpeln zeigte an, dass jemand gegen den Tisch gerannt war, gefolgt von heillosem Fluchen und dem Krachen zur Seite geworfener Stühle.

Sie sah sich nicht um, wie nahe er war, sondern rannte, so schnell sie konnte. Nur noch ein paar Schritte. Hätte sie genug Vorsprung, um die Tür öffnen und nach draußen entkommen zu können, ehe er sie wieder erwischte?

Da ertönte das Sirren des elektrischen Schlosses und plötzlich blendete sie grelles Sonnenlicht. Das einzige, was sie erkennen konnte, war eine scherenschnittartige Gestalt, die breit in der Türöffnung stand und ihren Fluchtweg blockierte. Sie prallte vor der Erscheinung zurück, als sei sie gegen eine gläserne Wand gelaufen. Da rammte sie etwas Schweres in den Rücken und sie ging in einem Durcheinander aus Armen und Beinen zu Boden. Das Gewicht ihres Verfolgers, der auf ihr lag, presste ihr die Luft aus den Lungen. Tränen der Wut und Verzweiflung traten ihr in die Augen. Verdammt, so knapp!

Sie hatte nicht erwartet, dass ihr Peiniger Verstärkung rufen würde, sie hatte ihn eher für den einsamen Wolf gehalten. Für diesen Irrtum würde sie nun teuer bezahlen müssen, fürchtete sie. Zwei paar Stiefel traten auf sie zu. Erst verschwand die Masse, die sie niederdrückte. Dann packte man sie unter den Armen und riss sie in eine aufrechte Stellung.

Ein Mann in Uniform und Sonnenbrille hatte sich mit in die Hüften gestemmten Armen vor Rami aufgebaut und schnauzte ihn an. Mehr noch als das goldene Lametta auf seinen Schultern und seiner Hemdbrust zeigte Ramis unterwürfige Haltung, dass es sich um einen hochrangigen Vorgesetzten handeln musste. Heike verstand kein Wort von dem Schwall schnell hervorgestoßener fremdländischer Worte, doch war der Sinn anhand des Tonfalls mehr als eindeutig. Ramis Anteil an dem Dialog beschränkte sich auf wenige kurzsilbige Antworten.

Ein barscher Befehl sorgte dafür, dass die beiden breitschultrigen Hünen, die Heike bis dahin links und rechts festgehalten hatten, sich ihren kleinlaut gewordenen Kollegen schnappten und diesen abführten oder eher hinausschleiften.

Der Vorgesetzte wandte sich nun voll und ganz der Europäerin zu, die sich an der Wand hinter ihr abstützte. Ihre Knie zitterten. Heike konnte in den verspiegelten Gläsern seiner Brille die Panik in ihren eigenen Augen erkennen. Da er einen Kopf größer war, musste sie zu ihm aufsehen.

Das kantige Gesicht ihres Gegenübers wurde von einem akkurat gestutzten Vollbart umrahmt. Ein Lächeln zuckte über seine Mundwinkel, das vermutlich freundlich gemeint war, den grausamen Zug aber nicht überdecken konnte. Ein herber Männerduft ging von ihm aus, unter dem ein Hauch würzigen Essens mitschwang.

In geschliffenem Englisch stellte er sich vor. "Ich bin Hauptmann Khaled. Was haben Sie zu den Vorwürfen auszusagen?"

Was wirft man wem vor?

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