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Chapter 14
by
Daemony
Was wirft man wem vor?
Ist Heike nun verhaftet?
"Welche Vorwürfe?"
Heike sah den Hauptmann verständnislos an. Was hatte Rami über sie erzählt? Vermutlich hatte der Wachmann alle möglichen Ausflüchte vorgebracht und jegliche Schuld auf sie geschoben, um einer Strafe zu entgehen. Dabei war er es gewesen, der sie bedrängt und dann in ihrer Küche Bier getrunken, was während seines Dienstes vermutlich verboten war. Dass er von seinen Kollegen abgeführt worden war, empfand Heike als eine gewisse Genugtuung. Aber leider schien diese Entwicklung der Ereignisse ihre eigene Situation nicht verbessert zu haben. Sie kam sich vor, als sei sie vom Regen in die Traufe geraten. Dieser Khaled jagte ihr allein schon durch sein Aussehen und aggressives Auftreten Angst ein. Durch seine verspiegelte Sonnenbrille gelang es ihr auch nicht, Augenkontakt aufzunehmen und seine Absichten vielleicht zu erkennen.
Nervös verschränkte sie ihre Arme vor der Brust. Immerhin war sie froh, darüber, sich ungewöhnlich konservativ gekleidet zu haben, was eigentlich gar nicht ihrem Stil entsprach. Die langärmelige Bluse und lange Jeans ließen kaum Haut aufscheinen und das um den Kopf geschlungene Handtuch bedeckte vollständig ihre Haare. An ihrem Aussehen konnte man wirklich keinen Anstoß erregen.
"Heißt das, sie streiten alles ab?"
Heikes Verunsicherung machte allmählich wachsender Verärgerung Platz. Der Kerl sprach in Rätseln. Wie sollte sie etwas abstreiten, von dem sie keine Ahnung hatte, was es war? Ihre Stimme klang somit auch aufgebrachter, als sie es beabsichtigt hatte.
"Hören Sie, ich weiß nicht, was Rami über mich erzählt hat. Aber ich bin mir keiner Schuld bewusst. Wollen Sie mir nicht endlich sagen, worum es eigentlich geht?"
Über dem Steg von Khaleds Brille bildete sich eine scharfe Zornesfalte. Seine Lippen wurden schmal.
"Es ist sehr bedauerlich, dass Sie sich störrisch anstellen. Bei einem offenen Eingeständnis und ehrlicher Reue hätte ich Sie mit einer Verwarnung davonkommen lassen können. Nun müssen wir die Sache leider auf der Wache klären. Kommen Sie!"
Er streckte eine Hand aus, um sie am Arm zu fassen. Reflexhaft schlug Heike diese zur Seite. In derselben Sekunde wurde ihr klar, dass dies vermutlich ein schlimmer Fehler gewesen war. Der Hauptmann packte sie und mit einer geübten Drehung brachte er die Aufsässige unter Kontrolle. "Aua!" **** schoss durch ihren Arm und Heike fand sich plötzlich mit Oberkörper und Gesicht gegen die Wand in ihrem Flur gedrückt wieder. Zu ihrem blanken Entsetzen spürte und hörte sie stählerne Handschellen um ihre Handgelenke klicken.
Sie verstand die Welt nicht mehr. War sie jetzt verhaftet? In Filmen wurden den Delinquenten dann immer ihre Rechte vorgelesen. Sie hatte keine Ahnung, wie so etwas in Wahrheit ablief oder wie die entsprechenden Gesetze in diesem Land hier waren. Konnte der Hauptmann sie überhaupt verhaften? Bisher hatte sie angenommen, dass die Wächter am Tor der Wohnsiedlung von einem privaten Sicherheitsdienst kamen. Jedenfalls hatte sie auf ihren Uniformen nirgends das Wort POLICE oder etwas ähnliches gesehen. Aber auch dazu hatte sie keinen Schimmer, wie die örtlichen Vorschriften waren. Sie ärgerte sich, nicht mehr Informationen eingeholt zu haben, bevor sie sich auf das heikle Abenteuer eingelassen zu haben.
Unsanft wurde Heike wieder herumgerissen und aus der Wohnungstür ins Freie geführt. Die Hitze traf sie wie ein Schlag und sofort begann sie unter ihrer viel zu warmen Kleidung zu schwitzen.
Zu ihrer Überraschung stand Faris neben dem Ausgang. Er sah ziemlich betreten aus und vermied jeden Blickkontakt mit der Frau, die von seinem Vorgesetzten abgeführt wurde. Zwischen zusammengepressten Lippen zischte er: "Tut mir leid."
Was tat ihm leid, fragte sich Heike. Hatte er sie angezeigt? Eigentlich traute sie ihm nicht zu, dass er ihr etwas Böses antun wollte. Eventuell könnte er ja zu ihren Gunsten aussagen und dieses Missverständnis - um nichts anderes konnte es sich schließlich handeln - aufklären. Sie kam aber nicht dazu, ihn zu fragen. Auch der Hauptmann hatte das leise Flüstern gehört und fuhr den Wachmann unwillig an. Faris nahm blitzartig Haltung an, wendete auf dem Absatz und marschierte mit steifen Schritten davon. Heike sah ihm bedauernd nach, bis ihr Kopf nach unten gedrückt und sie durch die offenstehende Wagentür auf den Rücksitz eines SUV gestoßen wurde. Hinter ihr schlug die Tür mit einem lauten, erschreckend endgültig klingenden Knall zu.
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Heike in al-Baha
Sie begleitet ihren Mann ins Ausland.
Heike ist alleine in dem Luxusbungalow, während ihr Mann arbeitet.
Updated on Jun 11, 2025
by Daemony
Created on Sep 3, 2023
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