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Geheimgänge und geheime Gedanken

Chapter 4 by Hammersbald

„Wir haben etwas übersehen“, sagte Katharina und tippte mit ihrem Stiletto-Absatz ungeduldig auf den Marmorboden des Wintergartens. „Der Täter hat die Statue gestohlen, Johanna ermordet und ist verschwunden. Aber wie? Alle Türen waren besetzt, alle Fenster verschlossen.“

Ferdinand nickte mechanisch, aber seine Gedanken waren woanders. Genauer gesagt, bei der Art, wie sich Katharinas Brustwarzen durch den dünnen Satin ihres Kleides abzeichneten. Die Kälte im Wintergarten – Edmund hatte die Heizung abgedreht, um die „Leichenfrische zu bewahren“, wie er es mit seiner Gruft-Stimme formuliert hatte – tat ihr Übriges.

Denk an was anderes. Denk an… Scheiße, denk an sie nackt. Nein! NICHT an sie nackt!

Zu spät. Das Bild explodierte in seinem Kopf: Katharina, das grüne Kleid zu ihren Füßen, nur der G-String, diese perfekten Brüste, ihre Hände in seinem Haar…

„Baumann! Hören Sie mir überhaupt zu?“

„Selbstverständlich“, log er und räusperte sich. „Fluchtweg. Genau.“

Sie verengte die Augen. „Sie sind heute aber extrem… abgelenkt.“

Du hast ja keine Ahnung.

„Ich denke nur nach“, verteidigte er sich und wandte sich demonstrativ der Vitrine zu, um seine wieder erwachende Erektion zu verbergen.

Katharina kam näher – natürlich kam sie näher – und beugte sich an ihm vorbei, um die Glasscheibe zu inspizieren. Ihr Hintern drückte dabei für eine Sekunde gegen seine Hüfte.

Ferdinand biss so hart die Zähne zusammen, dass sein Kiefer knirschte.

„Hier“, murmelte sie und deutete auf winzige Kratzer am Boden. „Schleifspuren. Als hätte jemand etwas Schweres bewegt.“

Sie ging in die Hocke – diese verdammte, unmögliche Hocke, bei der ihr Kleid wieder nach oben rutschte und ihre Oberschenkel…

Ferdinand drehte sich weg und tat so, als würde er die Orchideen studieren. „Vielleicht der Podest?“

„Das Podest steht fest verankert.“ Ihre Stimme kam von unten, was bedeutete, sie war immer noch in dieser Position. „Nein, es muss etwas anderes sein. Helfen Sie mir mal.“

„W-wobei?“

„Schieben Sie das Regal da.“

Das antike Bücherregal an der Wand war massiv – Eiche, mindestens zweihundert Jahre alt, vollgestopft mit verstaubten Erstausgaben. Ferdinand stellte sich daneben und drückte.

Katharina gesellte sich zu ihm, ihre Schulter gegen seine, ihr Parfüm betäubend nah.

„Auf drei“, keuchte sie. „Eins… zwei…“

Sie stemmten sich gemeinsam dagegen. Das Regal bewegte sich – und dahinter kam eine schmale, dunkle Öffnung zum Vorschein.

„Ein Geheimgang!“ Katharinas Augen leuchteten. „Natürlich! Jedes alte Adelshaus hat sowas.“

Sie greifen nach einer der Kerzen und schlüpfte ohne zu zögern in die Dunkelheit.

Ferdinand folgte ihr – und versuchte verzweifelt, nicht auf ihren schwingenden Hintern zu starren, der sich direkt vor ihm bewegte. Das flackernde Kerzenlicht warf Schatten auf ihre Konturen, ließ die Rundung ihrer Hüften noch verführerischer aussehen.

Sie ist eine Verdächtige. Nein, du bist der Verdächtige. Sie ist eine Staatsanwältin. Du wirst dich ins Gefängnis stecken. Konzentrier dich!

Der Gang war eng, feucht und roch nach altem Stein. Nach etwa zwanzig Metern zweigte er sich.

„Links geht zum Weinkeller“, murmelte Katharina und leuchtete in die Richtung. „Rechts… keine Ahnung.“

„Prüfen wir beide“, schlägt Ferdinand vor, dankbar für jede Möglichkeit, etwas Abstand zwischen sich und dieser Frau zu bringen.

Sie nahmen den rechten Gang, er den linken.

Der Weinkeller war genau das – Hunderte von Flaschen, manche davon wahrscheinlich älter als die Bundesrepublik. Ferdinand leuchtete mit seinem Handy (das zwar kein Netz hatte, aber als Taschenlampe funktionierte) die Regale ab.

Nichts. Kein Hinweis auf die Statue, keine Blutspuren, nichts—

Moment.

Da, auf dem Boden zwischen zwei Weinkisten: ein winziges schwarzes Gummistück. Nicht größer als ein Fingernagel.

Er hob es auf. Latex? Ein Stück von einem Handschuh?

„Katharina!“ rief er.

Schritte hallten durch den Gang. Dann erschien sie – atemlos, die Wangen gerötet, das Kleid leicht verrutscht.

„Ich hab was gefunden“, keuchte sie. „Der rechte Gang führt zum Arbeitszimmer von Tante Johanna. Und dort…“ Sie hielt etwas hoch. „…stehen die Tür sperrangelweit offen.“

„Jemand ist also durch den Geheimgang ins Arbeitszimmer, hat dort die Statue versteckt oder rausgeschafft, und dann—“

„—zurück durch den Gang, hat Johanna im Wintergarten überrascht und erstochen.“ Katharinas Augen funkelten. „Der Täter kann das Haus. Sehr gut sogar.“

Ferdinand hielt ihr das Gummistück hin. „Professionelle Handschuhe. Latexfrei, antistatisch. So etwas benutzen Kunstdiebe.“

Ihre Blicke trafen sich.

„Oder BKA-Beamte“, sagte sie langsam.

Scheiße.

„Oder… medizinisches Personal“, improvisierte er hastig. „Olga ist Pflegerin.“

„Olga kann kein Deutsch und ist etwa 1,60 groß. Die Einstichwinkel, erinnern Sie sich?“

Sie kommen näher. Wieder. Immer näher. Der Gang war eng, es gab nirgendwo hin, wo er ausweichen konnte.

„Baumann.“ Ihre Stimme war gefährlich leise. „Sagen Sie mir die Wahrheit. Wer sind Sie wirklich?“

Ferdinand spürte, wie sein Herz raste. Nicht nur wegen der Entdeckung, sondern weil sie jetzt so nah war, dass ihre Brüste seine Brust berührten. Das Kerzenlicht tanzte auf ihrer Haut, ließ ihre Lippen feucht und einladend aussehen.

In seinem Kopf explodierte wieder das Bild: Katharina nackt, auf dem Rücken, diese Beine um seine Hüften geschlungen, die blonden Haare ausgebreitet…

„Ich bin—“

Plötzlich ein Krachen von oben.

Beide fuhren herum.

„Was zum Teufel war das?“ Katharina griff nach seinem Arm – eine instinktive Geste, die seinen Puls nur noch mehr beschleunigte.

„Aus dem Arbeitszimmer“, flüsterte er.

Sie rannten los, durch den engen Gang, Ferdinand hinter Katharina, sein Blick ungewollt auf ihren schwingenden Hintern, während sein Verstand schrie: KONZENTRATION! MÖRDER! GEFAHR!

Aber sein Körper hatte andere Prioritäten.

Das Arbeitszimmer war verwüstet. Bücher lagen verstreut, Schubladen waren aufgerissen, Papiere flatterten im Luftzug.

Und am Fenster – die Silhouette einer Gestalt, die gerade verschwand.

"HALT!" schrie Katharina und rannte zum Fenster.

Ferdinand folgte, riss es auf. Draußen im Schnee sah er Fußspuren – frisch, tief, führten zum Pavillon.

„Da lang!“ Katharina war schon auf dem Weg nach draußen, barfuß, die Stilettos in der Hand wie Waffen.

„Warten Sie! Sie frieren doch –“

„Scheiß drauf!“

Sie war bereits im Schnee, ihr grünes Kleid leuchtet wie eine Smaragd-Vision gegen das Weiß.

Ferdinand fluchte, zog sein Jackett aus und rannte hinterher.

Der Pavillon war dunkel. Die Tür steht offen.

Sie stürmten hinein – und stoppten abrupt.

Da, auf dem Boden: die Venus-Statuette. Unbeschädigt. Einfach… dagelassen.

„Was zur Hölle…?“ Katharina bückte sich.

„NICHT ANFASSEN!“ Ferdinand hielt sie zurück. „Fingerabdrücke!“

Deine Augen weiteten sich. „Sie denken wie ein Dieb, nicht wie ein Polizist.“

Erwischt.

Bevor er antworten konnte, ging das Licht aus.

Totale Dunkelheit.

Katharinas Atem, schnell und panisch, direkt neben ihm.

„Baumann?“

„Hier.“

Er spürte ihre Hand, die nach ihm tastete, seine Brust fand. Sein Körper reagierte sofort – wieder, immer wieder, dieser verdammte Körper.

„Jemand hat uns hier eingesperrt“, flüsterte sie.

Von draußen: Schritte im Schnee. Dann Stille.

Ferdinand griff nach seinem Handy, schaltete das Licht ein.

Katharina stand direkt vor ihm, das Kleid nass vom Schnee, durchsichtig, ihre Brustwarzen deutlich sichtbar durch den Stoff. Deine Haare sind wild. Deine Augen weit.

Sie sahen aus wie eine Göttin. Wie eine Rache-Engel. Wie sein persönliches Verdammnis.

„Wir müssen hier raus“, drückte er hervor.

„Ja“, flüsterte sie, den Blick auf seine Lippen gerichtet. „Ja, müssen wir.“

Aber keiner von beiden bewegte sich.

Der Schnee fällt weiter. Die Statue lag zwischen ihnen wie ein stummer Zeuge.

Und Ferdinand wusste: Diese Nacht würde noch sehr viel komplizierter werden.

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Kapitel 5

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