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Chapter 7
What's next?
Gefangen
"Dich werde ich auf jeden Fall behalten", schnurrte der Drache.
Er löste eine silberne Kette, die in seinen gewaltigen Pranken geradezu zierlich aussah, vom Gelenk seiner linken Vordertatze, um die er sie gewickelt hatte. Sie trug vier metallene Schließen, die er beinahe sanft um Katharinas Handgelenke und Fußknöchel einschnappen ließ. Dann zog er die Gefangene an der Kette auf die Füße. Katharina schwankte wie eine Marionette, weniger aus körperlicher Erschöpfung, denn aus dem beschämenden Gefühl, versagt zu haben.
Die wenigen Schritte bis zu dem Pfahl wurden ihr zur Marter, denn ihr ging auf, dass das Mädchen, das daran angebunden war, alles gehört und mit angesehen haben musste. Trotz ihrer Scham versuchte sie, Blickkontakt zu dem Mädchen aufzunehmen, um ihr Trost zuzusprechen. Aber die ließ nur deprimiert ihren Kopf hängen und schluchzte leise.
Mit einer leichten Drehung seines Handgelenks riss der Drache die Kette, an die sein Opfer gefesselt war, aus dem Holz. Dann führte er die beiden Frauen, je eine in einer Pranke, wie zwei Haustiere in die Felsspalte.
In der zunehmenden Dunkelheit bemerkte Katharina, dass der Drache nicht nur Hitze, sondern auch Licht abstrahlte. Die grauen Höhlenwände reflektierten das Rot seiner Schuppen, und sobald sich ihre Augen an dieses Halblicht gewöhnt hatten, konnte sie erkennen, wohin sie gebracht wurden.
Sie hatte sich nie ausgemalt, wie sie sich eine Drachenhöhle vorzustellen hatte. Diesen Anblick aber hatte sie garantiert nicht erwartet. Der Gang endete in einer runden Grotte, deren Wände und Decke völlig glattpoliert waren, so dass sie fast spiegelten. In ihrem Zentrum lag ein gewaltiger Haufen aus Pelzen und kostbaren Tüchern, offensichtlich die Bettstatt des Drachen. In Ihrer Schlichtheit wirkte die Behausung geradezu elegant.
Er schob Katharina bis zur hinteren Wand, wo er ihr bedeutete, sich zu setzen. Dann legte er sich auf die Felle und zog das Mädchen an ihrer Kette langsam zu sich. Sie war vor Angst wie gelähmt und schien keine eigenen Bewegungen mehr machen zu können.
Katharina hatte schon die ganze Zeit über die Stärke ihrer Fesseln getestet und war zur Überzeugung gelangt, dass sie sie unmöglich zerreißen könnte. Auch Flucht kam nicht in Frage, da ihre Beine so eng zusammengebunden waren, dass sie nicht würde rennen können. Also entschied sie sich, genau zu beobachten, was der Drache tat, um daraus vielleicht eine Schwäche zu erkennen, die sie nutzen könnte, um sich und die Jungfrau zu retten.
What's next?
Drachenhöhle
Rettet die Jungfrau!
Katharina hatte noch nicht oft gegen echte Drachen gekämpft. Sie konnte das bedauernswerte Mädchen erkennen, das an einen schwarzen Pfahl gekettet war. Dahinter gähnte im Felshang eine dunkle Kluft, offenbar der Eingang in die Höhle des Drachen. Sie war also noch rechtzeitig eingetroffen, Gott sei Dank.
Updated on Dec 20, 2023
Created on Dec 10, 2023
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