What's next?
Für mein Haustier
Das Leder des Beifahrersitzes fühlte sich an wie eine glühende Herdplatte.
Jede Bodenwelle auf der Lietzenburger Straße schlug unbarmherzig durch das Fahrwerk direkt in mein Becken. Der asymmetrische Basisring hämmerte gegen meine feuerrot verödete Knochenhaut, während die fünfunddreißig Millimeter fugenloser Chirurgenstahl mein geschrumpftes Fleisch unnachgiebig zusammenpressten. Durch die dünne Baumwolle meiner Stoffhose drang die Hitze der gereizten Haut, und bei jeder kleinsten Bewegung scheuerten die Fasern wie Sandpapier über meine nackten Schienbeine, die Innenschenkel und den kahlen Dammbereich.
Ich starrte stur durch die Windschutzscheibe auf die graue Kolonne vor uns, die Hände verkrampft zu Fäusten geballt, um die polierten Nägel in den Handflächen zu verbergen. Doch vor meinen Augen lief in einer endlosen, brennenden Schleife der Film der letzten Stunde ab.
Ich sah Chiara und Selin vor mir – ihre ungläubigen, aufgerissenen Augen hinter den Schutzbrillen, das erstickte Glucksen, das Prusten hinter den schwarzen Nitrilhandschuhen. Ich sah Sophie mit dem klirrenden Silbertablett, wie ihre Kinnlade herunterklappte und sie fluchtartig die Kabine verließ, nur um draußen im Flur mit zittriger, hysterischer Stimme alles an Jana und die anderen weiterzutratschen.
Mein Magen krampfte sich so heftig zusammen, dass mir übel wurde. Was taten die drei wohl genau in diesem Moment?
Sie standen jetzt garantiert vorne hinter dem champagnerfarbenen Verkaufstresen, lehnten sich über die Vitrinen, tranken von dem Kaffee und lachten sich die Tränen aus den Augen. Chiara würde mit den Händen gestikulieren und Sophie zeigen, wie winzig die fünfunddreißig Millimeter an meinem Körper gewirkt hatten. Selin würde den Kopf schütteln und den Damen auf den Samtsesseln zuflüstern, warum Loona ihren Begleiter so straff an die Leine genommen hatte. Sie wussten es alle. Jede einzelne dieser attraktiven, eleganten Frauen in ihren puderrosa Kasacks wusste nun, dass ich nicht nur vollkommen entmannt und handlungsunfähig war, sondern dass mein Schambein das eingebrannte Siegel trug: *Loonas Eigentum*.
Und das Schlimmste – der Gedanke, der mir das Blut wie flüssiges Blei durch die Adern jagte: Das war erst der Anfang gewesen. Chiaras Worte hallten unbarmherzig in meinen Ohren nach. *Bis zur nächsten Sitzung in vier Wochen.*
In vier Wochen musste ich wieder dorthin. Ich würde denselben Empfangsbereich betreten, denselben Frauen in die Gesichter sehen müssen, während sie genau wussten, was sich unter meiner Hose verbarg. Ich würde mich wieder vor ihnen entkleiden müssen, auf dieselbe Liege klettern, die Beine spreizen und zusehen, wie sie mein versiegeltes Fleisch mit Gel einrieben und darüber witzelten, ob ich morgens brav um Erlaubnis bat. Es gab kein Entrinnen.
Mein Atem ging stoßweise. Und während mein Stolz unter dieser totalen Entblößung verglühte, geschah tief in meinem Körper das Verräterischste von allem: Eine dunkle, erstickende Welle der Erregung schoss in mein Becken. Der Gedanke an die absolute, unausweichliche Wiederholung, an diesen Zustand des vollkommenen Ausgeliefertseins, erzeugte ein schwindelerregendes Verlangen. Mein Schwellkörper versuchte unwillkürlich zu reagieren – und prallte sofort mit schneidender Härte gegen die flache Kappe des Zylinders. Ein scharfer Zugschmerz fuhr durch meine Hodenstränge und riss mich brutal in die Realität zurück.
„Hör auf zu zappeln, John“, riss mich Loonas kühle, samtweiche Stimme aus dem Gedankenstrudel.
Sie lenkte den Wagen mit einer Hand gelassen über die Kreuzung, während ihre andere Hand herüberglitt und sich auf meinen Oberschenkel legte. Selbst durch den Stoff brannte die Berührung ihrer Finger auf der frisch gelaserten Haut wie Feuer.
„Aber… meine Haut brennt wie die Hölle, Loona“, presste ich heiser hervor, während Schweißtropfen meine Schläfe hinabrannen. „Der Stoff scheuert bei jedem Schritt. Und die Mädels im Salon… sie wissen jetzt alles. Sie lachen über mich. Sie wissen, dass ich… dass ich da unten völlig eingesperrt bin. Können wir nicht… können wir nicht wenigstens für eine Stunde in die WG fahren? Ich brauche eine kalte Dusche, eine Wundsalbe… bitte.“
Loona lachte leise und drückte ihre Fingerkuppen mit berechnender Härte etwas tiefer in mein brennendes Fleisch. Ein ersticktes Keuchen entfuhr mir.
„Eine Pause? Weil deine Schenkel ein bisschen rot sind?“, säuselte sie mit gespieltem Mitleid und warf mir einen amüsierten Blick aus ihren smaragdgrünen Augen zu. „Stell dich nicht so an, mein Werkzeug. Der Laser regt die Durchblutung an. Die frische Luft auf dem Tauentzien wird dir guttun. Und was Chiara und Selin angeht: Natürlich lachen sie. Sie haben schließlich einen erwachsenen Mann gesehen, der von seiner Stiefschwester wie ein zickiger Teenager diszipliniert wird. Sie finden es herrlich. Genau wie ich.“
Sie nahm ihre Hand von meinem Bein, griff nach dem Schalthebel und bog schwungvoll auf den Tauentzien ein. Vor uns ragte die gewaltige, sandsteinfarbene Fassade des KaDeWe in den Berliner Himmel.
„Und du solltest dich besser an diesen Gedanken gewöhnen, John“, fuhr sie mit beiläufiger Schärfe fort. „In vier Wochen marschierst du wieder erhobenen Hauptes durch diese Glastür. Du wirst die Damen höflich grüßen, dich auf die Liege legen und ihnen danken, dass sie sich um dich kümmern. Du bist kein wilder, ungepflegter Kerl mehr. Du gehörst mir – und ich dulde an meinem Eigentum keine halben Sachen.“
Sie steuerte den Wagen zielstrebig in das Parkhaus des Luxuskaufhauses. Die Schranke hob sich, und wir rollten in das dämmrige, kühle Betonlabyrinth. Loona stellte den Motor ab und wandte sich vollends zu mir herum.
Ihr Blick glitt über meine glänzenden Nägel, die verkrampften Hände und den süßen, pudrigen Duft nach Lilien und Vanille, der den gesamten Innenraum des Wagens ausfüllte. Ein Ausdruck vollendeter Besitzergreifung lag auf ihren Zügen.
„So, und jetzt steigst du aus. Wir gehen in die Accessoire-Abteilung im Erdgeschoss. Du läufst genau zwei Schritte hinter mir, trägst meine Taschen und hältst deinen Mund. Richards Geld wartet darauf, ausgegeben zu werden. Und ich habe schon genau das Richtige im Auge, um deinen Hals passend zu deinem Schambein zu verzieren.“
Das kalte Betonlicht des KaDeWe-Parkhauses brannte in meinen Augen, als ich mich mühsam aus dem Beifahrersitz schälte.
Jede Faser der Stoffhose fühlte sich an wie Schmirgelpapier auf meinen frisch verödeten Beinen. Beim Aufrichten stieß die Kappe des 35-Millimeter-Zylinders schneidend gegen die gereizte Eichel; der asymmetrische Neuköllner Basisring grub sich mit erbarmungsloser Härte in die feuerrote Haut meines Dammes. Mein Körper zitterte unter der doppelten Belastung aus mechanischer Blockade und dem pochenden Hitzeschmerz der Laserbehandlung.
Loona schlug die Fahrertür mit einem satten, metallischen Klacken zu. Sie trug ihren eleganten Wollmantel offen, die Designer-Handtasche lässig über der Schulter. Als sie um den Wagen herumtrat, glitt ihr Blick prüfend an mir herab.
„Haltung, John“, wies sie mich mit leiser, unmissverständlicher Strenge an. „Schultern zurück. Kinn hoch. Du läufst wie ein geprügelter Hund.“
„Loona, bitte…“, murmelte ich heiser, während Schweißperlen über meine Stirn traten. „Die Haut scheuert bei jedem Millimeter. Und der Duft… die Leute werden es sofort riechen.“
„Sie werden einen Mann wahrnehmen, der vorzüglich gepflegt ist und den Anstand besitzt, seiner Herrin zu dienen“, entgegnete sie kalt, trat dicht vor mich und richtete den Kragen meiner Jacke mit fast zärtlicher Akkuratesse. Ihre rot lackierten Nägel strichen kurz über meinen Hals, genau dort, wo die Lilien- und Vanille-Essenz schwer und süßlich von meiner Haut abdampfte. „Zwei Schritte Abstand. Blick nach vorn. Kein Murren. Wir wollen Richards Geld schließlich nicht auf der Bank verstauben lassen.“
Sie wandte sich ab und schritt mit klackenden Absätzen auf die gläserne Schiebetür zu, die ins Kaufhaus führte. Ich biss mir auf die Zähne, unterdrückte ein Stöhnen und setzte mich in Bewegung. Exakt zwei Schritte hinter ihr. Bei jedem Schritt rieb der Stoff über die kahlen Schenkel, feuerte ein brennendes Signal ins Rückenmark und trieb mir fast das Wasser in die Augen.
Als die Glastür zur Parfümerie- und Accessoire-Abteilung im Erdgeschoss aufglitt, schlug uns eine Welle aus Wärme, sanftem Jazz und glänzender Dekadenz entgegen.
Der Kontrast war überwältigend. Marmorböden spiegelten das warme Halogenlicht, an den Countern von Chanel, Dior und Saint Laurent drängten sich gut gekleidete Kunden, Geschäftsleute und Touristengruppen. Und mittendrin lief ich: innerlich zerstört, entmannt, der Körper unter der Kleidung eine einzige glühende Brandblase, versiegelt in Chirurgenstahl mit der Gravur *Loonas Eigentum*. Bei jedem Schaufenster, an dem wir vorbeikamen, erhaschte ich mein Spiegelbild. Meine Hände hingen stocksteif an den Seiten, und der frische Klarlack auf meinen Nägeln fing das Deckenlicht bei jeder kleinsten Bewegung mit einem unübersehbaren Glanz ein.
Loona steuerte zielsicher auf eine exklusive Boutique für Lederwaren und Damen-Accessoires zu. Eine Verkäuferin in makellosem Hosenanzug trat mit geschultem Lächeln heran.
„Guten Tag. Kann ich Ihnen etwas Bestimmtes zeigen?“
„Ja, bitte“, antwortete Loona mit vollendeter Noblesse. „Ich suche ein schmales Halsband. Tiefschwarz, Samt oder sehr feines Nappaleder. Wichtig ist eine feste, enge Passform – und eine Schließe mit einem diskreten Schloss. Es ist für mein… Haustier zu Hause. Er soll es permanent tragen.“
Die Verkäuferin blinzelte für den Bruchteil einer Sekunde überrascht, doch die bürgerliche Routine siegte sofort. „Natürlich, da haben wir gerade ein wunderbares Stück aus Paris hereinbekommen. Moment bitte.“
Sie trat an eine Glasvitrine, zog mit weißen Stoffhandschuhen ein flaches Samtetui hervor und öffnete es auf dem Tresen. Darin lag ein kaum daumenbreiter Streifen aus nachtschwarzem Samt, innen mit seidenweichem Kalbsleder gefüttert. An den Enden befand sich eine polierte Öse, gesichert durch ein winziges, tropfenförmiges Vorhängeschloss aus glänzendem Chromstahl, kaum größer als ein Fingernagel.
„Ein exklusives Einzelstück“, schwärmte die Verkäuferin. „Verstellbar, aber absolut manipulationssicher verriegelbar.“
Loona nahm das Band in die Hand, ließ den samtigen Stoff durch die Finger gleiten und warf mir einen vielsagenden Blick zu. „Es ist perfekt. Wir nehmen es sofort. Und wir probieren es auch gleich an.“
Sie drehte sich zu mir um und deutete mit dem Zeigefinger auf den Boden direkt vor sich. „Herantreten, John. Jacke auf, Kragen frei machen.“
Mein Herz raste. Rings um uns herum standen andere Kunden, begutachteten Handtaschen und Seidenschals. Die Verkäuferin beobachtete mich mit unbewegter, aber hochkonzentrierter Miene. Mit zitternden Fingern öffnete ich den Reißverschluss meiner Jacke und strich den Kragen meines Hemdes nach außen. Der süße Lilien-Duft entwich stoßartig aus dem Halsausschnitt und erfüllte die Luft zwischen uns. Dabei traten meine hochglanzpolierten Nägel direkt in das Licht der Vitrinenlampe. Der Blick der Verkäuferin glitt blitzschnell von meinen glänzenden Fingern zu meinem geröteten Hals.
„Kopf heben“, befahl Loona mit leiser, befehlsgewohnter Sanftheit.
Ich gehorchte wie in Trance, hob das Kinn und streckte die Kehle. Loona trat so nah heran, dass ich ihren Atem spüren konnte. Mit kühlen Fingern legte sie das Samtband um meinen Hals. Das Leder auf der Innenseite schmiegte sich eng, fast erstickend an meine Halsschlagader. Es saß straff – so eng, dass jedes tiefere Schlucken zu einem bewussten Kraftakt wurde.
Sie führte die Ösen zusammen, hängte das Miniaturschloss ein und drückte den Bügel zu.
Ein trockenes, feines *Klick* ertönte.
Das Schloss war eingerastet. Loona zog den winzigen Schlüssel aus dem Bart, ließ ihn mit einem leisen Klimpern in ihrer Handtasche verschwinden – genau dorthin, wo bereits der Zylinderschlüssel meines Neuköllner Käfigs lag – und strich mit dem Daumen über den schwarzen Samt an meiner Kehle.
„Steht ihm ausgezeichnet, finden Sie nicht?“, wandte sie sich beiläufig an die Dame hinter dem Tresen.
„Sehr… adrett“, erwiderte die Verkäuferin mit einem feinen, professionellen Lächeln, in dem jedoch eine deutliche Spur von Belustigung mitschwang. „Macht dann dreihundertachtzig Euro.“
„Zahlen wir mit Karte“, sagte Loona ohne mit der Wimper zu zucken, öffnete ihre Handtasche und zog ihre eigene, glänzende schwarze Kreditkarte hervor.
Sie hielt die Karte mit einer beiläufigen Handbewegung an das Lesegerät des Terminals. Das Gerät quittierte die Transaktion mit einem hellen, bestätigenden Piepen. Richards Leistungsprämie – die sie vorhin am Küchentisch restlos auf ihr eigenes Konto abgezogen hatte – schrumpfte um weitere dreihundertachtzig Euro: investiert in das eng anliegende Samtband, das mich nun auch oberhalb der Kleidung sichtbar als ihr Eigentum auswies.
Die Verkäuferin packte die Quittung und das leere Samtetui in eine edle, weiße Hochglanztüte mit Seidenkordeln und reichte sie mit einem feinen, professionellen Lächeln über den Tresen. Loona nahm die Tasche entgegen und drückte sie mir mit einem kühlen Seitenblick direkt gegen die Brust.
„Zwei Schritte hinter mir, John“, wies sie mich leise an, während sie sich bereits umwandte und ihre Schritte wieder in Richtung der Rolltreppen lenkte. „Und berühre es nicht. Das Band bleibt genau dort, wo es sitzt – Tag und Nacht.“
Ich schluckte mühsam gegen den einschnürenden Druck an meiner Halsschlagader. Unten brannte der Diodenlaser auf meinen nackten, frisch verödeten Beinen und der Chirurgenstahl hielt mein Schambein fest im Griff; oben saß das verschlossene Schloss an meiner Kehle, während ich die Einkäufe meiner Besitzerin im Gänsemarsch durch das belebte KaDeWe trug.
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