What's next?

Die Behandlung 2

Selin strich mit den Fingerspitzen über mein Schienbein, verteilte eine frische Bahn des kühlen Gels und sah mit unverhohlenem Spott zu mir hoch.

„Sag mal, John…“, begann sie mit gedehnter, zuckersüßer Stimme, während sie das Handstück justierte. „Wie genau funktioniert das eigentlich im Alltag? Also, wenn du morgens aufwachst und denkst, du wärst ein ganz normaler Kerl… stößt du dann jedes Mal gegen die stählerne Zimmerdecke da unten?“

Chiara kicherte heiser, während sie bereits am anderen Bein ansetzte. „Guck ihn dir doch an, Selin. Der weiß doch gar nicht mehr, was morgendliche Freiheit bedeutet. Ich wette, er muss vorher brav anklopfen und fragen, ob er überhaupt atmen darf.“ Sie warf Loona einen verschmitzten Seitenblick zu. „Gesteh schon, Loona. Hat er wenigstens noch ein kleines bisschen Mitspracherecht, oder ist er zu Hause auch so zahm wie hier auf unserer Liege?“

Loona nippte genüsslich an ihrem Cappuccino, lehnte sich zurück und ließ ihre smaragdgrünen Augen amüsiert über meinen zuckenden Körper wandern.

„Mitspracherecht?“, wiederholte sie mit samtener Herablassung. „Wozu denn? Er ist am glücklichsten, wenn ihm jemand das Denken abnimmt. Wir haben gestern Abend ein klares Arrangement getroffen: vier Wochen absoluter Gehorsam. Kein Murren, keine Faxen. Und wenn er alles tadellos erledigt, bekommt er von mir vielleicht eine kleine Streicheleinheit als Belohnung. Bis dahin gehört jeder Quadratzentimeter seines Körpers mir.“

„Vier Wochen?“, stieß Chiara aus und schüttelte fassungslos den Kopf, während ihre Augen vor diebischer Freude blitzten. Sie beugte sich so tief über mich, dass ihr Parfum mir fast den Atem raubte. „Du Armer. Ganze vier Wochen eingepackt in fünfunddreißig Millimeter Stahl. Und wie gehst du damit aufs Klo? Musst du dich hinsetzen wie ein braves Mädchen?“

Ich presste die Lippen aufeinander, unfähig zu antworten. Die Röte stieg mir bis in die Schläfen.

„Natürlich setzt er sich hin“, antwortete Loona stellvertretend für mich mit kühler Selbstverständlichkeit. „Stehpinkler dulde ich in meiner Wohnung nicht. Und mit der Hülse erübrigt sich jede andere Haltung ohnehin.“

Selin platzte fast vor Lachen. „Oh Gott, das ist zu herrlich! Ein erwachsener Mann, festgenagelt auf dem Deckel!“ Sie setzte das Laserprisma auf meine Kniescheibe.

*Piep. Blitz.*

Ein sengender Stich schoss mein Bein hinauf. Mein Oberschenkel zuckte krampfhaft, doch Chiara hielt meine Wade mit festem Griff auf der Unterlage fixiert.

„Halt still, John“, tadelte mich Chiara schnippisch. „Wer schön sein will, muss leiden. Du willst Loona doch nicht enttäuschen, oder? Stell dir einfach vor, wie toll deine Beine aussehen, wenn wir fertig sind. So zart und unbehaart wie die einer Debütantin. Vielleicht leiht Loona dir ja bald ihre Seidenstrümpfe.“

„Die Idee ist gar nicht so schlecht, Chiara“, bemerkte Loona mit einem gefährlichen Lächeln und strich mit dem Zeigefinger über den Tassenrand. „Vielleicht überrasche ich ihn ja demnächst damit.“

*Piep. Blitz. Piep. Blitz.*

Die beiden Frauen arbeiteten sich synchron an meinen Beinen hoch, witzelten ungeniert über meine Wehrlosigkeit und diskutierten jedes Muttermal, jede Muskelkontraktion, als läge dort kein denkender Mensch, sondern ein zu präparierendes Anschauungsobjekt. Bei jedem Nadelstich des Lasers krallte ich die Finger in das Papier der Liege. Der beißende Geruch nach sengendem Keratin brannte mir in der Nase. Und doch – mitten in diesem unbarmherzigen Kreuzfeuer aus Schmerz, Spott und grellem Scheinwerferlicht – regte sich tief in meinem Bauch wieder dieses dunkle, berauschende Gift. Die völlige Kapitulation vor diesen Frauen, das Wissen, dass meine Männlichkeit Stück für Stück unter ihren Händen weggebrannt und versiegelt wurde, besaß eine verhängnisvolle Süße.

Als die Beine nach endlos scheinenden Minuten blank, gerötet und kühl abgewischt waren, trat Selin an das obere Ende der Liege.

„So, jetzt die Brust und der Bauch“, sagte sie geschäftsmäßig, doch das amüsierte Funkeln war nicht aus ihren Augen gewichen. Sie drückte eine großzügige Ladung eiskaltes Kontaktgel mitten auf mein Brustbein. „Mal sehen, wie viel Pelz wir hier noch roden müssen, bevor du Loonas Ansprüchen genügst.“

Chiara trat heran, verteilte die transparente Masse mit beiden Händen über meinem Brustkorb und strich mit fast schon aufreizender Beiläufigkeit über meine empfindlichen Brustwarzen. Bei der plötzlichen Kälte spannten sich meine Muskeln an.

„Oho“, gluckste Chiara und blickte grinsend zu Loona hinüber. „Ganz schön sensibel der Herr. Spürst du das, John? Keine Sorge, der Laser brennt gleich noch viel schöner.“

Selin schaltete die höchste Frequenzstufe ein. Das Summen des Geräts schwoll zu einem feinen, bedrohlichen Pfeifen an.

*Piep. Blitz.*

Der Schmerz über dem Brustbein war schneidend, heiß und unerbittlich. Ein heiserer Laut entfuhr meiner Kehle. Ich warf den Kopf nach hinten, die Zähne fest zusammengebissen.

„Ganz ruhig, braver Junge“, säuselte Selin mit gespieltem Mitleid und zog die nächste Bahn direkt über die Rippen. *Piep. Blitz.* „Zappel nicht so. Denk an deine Belohnung in vier Wochen. Ein braves Werkzeug hält das bisschen Licht doch wohl aus.“

Loona stand auf, schritt mit langsamem, wiegendem Gang an die Liege und trat direkt an meine Seite. Sie beugte sich hinab, stützte sich mit einer Hand auf der Polsterung ab und blickte mir tief in die schmerzverzerrten Augen. Ihr Duft nach Jasmin verdrängte für einen Herzschlag den Geruch des verbrannten Haars. Mit ihren kühlen Fingern strich sie sanft über meine feuchte Schläfe, eine Geste so tröstend und zugleich so grausam besitzanzeigend, dass mir fast die Tränen kamen.

„Du machst das herrlich, John“, hauchte sie leise, sodass nur ich und die beiden Kosmetikerinnen es hören konnten. „Sieh dir an, wie glatt du wirst. Wenn die beiden mit dir fertig sind, bist du rein. Weich, glänzend, perfekt für meine Hände. Halt durch für mich.“

Unter ihren Worten und ihrer Berührung brach mein letzter innerer Widerstand vollends zusammen. Ich nickte kaum merklich, sog ihren Atem ein und ließ die brennenden Blitze über mein Fleisch ergehen. Ich ergab mich dem Schmerz, dem Spott von Chiara und Selin und der absoluten Gewissheit, dass es aus dieser Hingabe kein Zurück mehr gab.

Die Behandlung zog sich quälend lange hin. Als Selin das Handstück schließlich mit einem leisen Klicken in der Halterung der Laserstation einrasten ließ, verstummte das schrille Fiepen der Kühlung. In der Kabine blieb nur das tiefe Brummen des Belüftungssystems und mein stoßweiser, heiserer Atem.

Mein gesamter Körper glühte wie nach einem schweren Sonnenbrand. Wo zuvor dichte, dunkle Haare auf Brust, Bauch, Beinen und Leisten gewachsen waren, lag nun blanke, fleckig gerötete Haut frei. Chiara trat mit einem dicken Stapel kühler, feuchter Kompressen heran und begann, die Reste des zähen Kontaktgels von meinem Körper zu wischen. Ihre behandschuhten Hände fuhren über meine nackten Schienbeine, die Innenseiten meiner Oberschenkel und wischten sorgfältig an den Rändern des asymmetrischen Basisrings entlang.

„Das war Schwerstarbeit“, stellte Chiara fest und strich sich eine blonde Strähne aus der Stirn. Sie grinste Loona an, die ungerührt ihren kalten Cappuccino austrank. „Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Drei bis vier Sitzungen noch in den nächsten Monaten, dann wächst da nie wieder ein einziges Härchen nach. Er ist so glatt wie ein Babypopo.“

„Hervorragend“, sagte Loona mit vollendeter Gelassenheit, stand auf und glättete ihren feinen Rock. Ihre smaragdgrünen Augen musterten meine gerötete, haarlose Blöße mit prüfendem Wohlwollen. „Die erste Rate aus Richards Überweisung ist damit bestens investiert. Aber wir sind noch lange nicht fertig. Jetzt kommen die Hände dran.“

Selin nahm die transparente Schutzbrille ab und nickte eifrig. „Setz dich aufrecht an den Rand der Liege, John. Sophie bringt gleich die Maniküre-Schale.“

Ich schwang meine Beine mit zittrigen Knien über die Kante der Liege. Die nackte Haut meiner Schenkel klebte unangenehm am Papierbezug. Bei jeder kleinsten Bewegung stieß mein Schambein gegen die kalten Kanten des Chirurgenstahls, und die Lasergravur *Loonas Eigentum* blitzte im grellen Deckenlicht auf. Ich war versucht, meine Hände schützend vor meine Scham zu halten, doch Loona stand unmittelbar vor mir, legte zwei Finger unter mein Kinn und hob meinen Kopf an.

„Hände flach auf die Knie, John“, wies sie mich mit samtener Strenge an. „Du hast nichts mehr zu verstecken. Die Mädels haben vorhin jedes Detail von dir gesehen. Scham ist jetzt reine Zeitverschwendung.“

Im selben Moment klopfte es leise an der Kabinentür, und Sophie trat herein – mit einer flachen Schale warmem Rosenwasser, Nagelfeilen, Polierblöcken und kleinen Fläschchen. Als sie an die Liege herantrat, glitt ihr Blick ganz automatisch, wie von einem Magneten gezogen, über meinen nackten, haarlosen Bauch hinab zu dem stählernen Zylinder. Ihre Mundwinkel zuckten verräterisch, und ihre Wangen färbten sich leicht rosa, als sie die Schale auf dem Beistelltisch abstellte.

Sie beugte sich zu Chiara hinüber, schirmte ihr Gesicht halb mit der Hand ab und hauchte mit gesenkter, aber für mich überdeutlich hörbarer Stimme: „Draußen am Tresen herrscht gerade auffallend viel Neugier… Sophie und Frau Lindner haben schon gefragt, was für eine aufwendige Spezialbehandlung wir hier drin eigentlich machen.“

Chiara biss sich auf die Lippen, um ein Prusten zu unterdrücken, und warf Selin einen feixenden Blick zu.

Mein Magen krampfte sich zusammen. Das Wissen, dass selbst die Kundinnen draußen im Salon bereits ahnten, dass in Kabine 4 etwas völlig Abwegiges mit mir geschah, brannte tiefer als jeder Laserimpuls.

Chiara rollte auf ihrem Hocker direkt vor mich, nahm meine rechte Hand und tauchte meine Fingerspitzen in das lauwarme Rosenwasser. „Keine Sorge, John“, säuselte sie mit feiner Häme. „Ein hübscher Kerl wie du braucht zarte, gepflegte Finger – und Loona mag es eben sauber und glatt.“

Sie holte ein kleines Rosenholzstäbchen hervor und begann methodisch, meine Nagelhaut zurückzuschieben. Jeder Handgriff saß. Sie feilte meine Nägel in eine exakte, runde Form, polierte die Hornschicht mit einem feinen Buffer und massierte ein intensiv duftendes Mandelöl in meine Fingerknöchel ein.

Loona stand die gesamte Zeit über an meiner Seite. Ihre Hand ruhte besitzergreifend auf meiner nackten, haarlosen Schulter. Sie strich mir mit den Fingerkuppen über das Schlüsselbein hinab zur frisch gelaserten Brust – eine Berührung, die mich trotz der Scham erschauern ließ.

„Schau dir deine Hände an, John“, hauchte sie mir ins Ohr. „Keine rauen Stellen mehr. Keine Kanten. Du wirst lernen, wie sich wahre Pflege anfühlt.“

Chiara griff nach einem kleinen Glasfläschchen mit feinem Pinsel. Ein dezenter Geruch nach Lack stieg auf. Mit ruhiger, präziser Hand trug sie eine glänzende Schicht Klarlack auf jeden einzelnen meiner Nägel auf. Unter dem Neonlicht glänzten meine Fingerkuppen wie poliertes Glas – elegant, feminin und makellos.

„Fünf Minuten unter der UV-Lampe aushärten lassen, dann ist es absolut stoßfest“, erklärte Chiara zufrieden und schob meine beiden Hände in das kleine Gerät auf dem Tischchen. Das violette Licht schaltete sich mit einem leisen Summen ein.

Selin reichte Loona unterdessen einen flachen Zerstäuber aus schwerem Kristallglas. „Das ist das neue Serum aus Paris, Loona. Pudrig, ein Hauch von weißer Lilie und Vanille. Hält den ganzen Tag auf der Haut.“

Loona nahm das Fläschchen, wog es in der Hand und trat wieder dicht vor mich. Sie betätigte den Zerstäuber zweimal. Ein feiner, intensiv blumiger Nebel legte sich kühl auf meine nackte Kehle und meine Schlüsselbeine. Der Duft hüllte mich vollkommen ein – süß, betörend und unverkennbar feminin.

„Von jetzt an riechst du nach mir, mein Werkzeug“, flüsterte Loona mit einem Lächeln, das vor dunklem Stolz funkelte.

Chiara klopfte mir auf die Schulter, als die UV-Lampe erlosch. „So, fertig. Du darfst dich wieder anziehen, hübscher Junge. Bis zur nächsten Sitzung in vier Wochen.“

Ich erhob mich mit steifen Gliedern von der Liege und trat hinter den Vorhang der Umkleide. Beim Anziehen rieb der grobe Stoff meiner Hose schmerzhaft über die frisch gereizte, kahle Haut meiner Beine. Jeder Schritt war eine spürbare Qual. Als ich meinen Pullover überstreifte, stieg mir sofort der Lilien- und Vanilleduft in die Nase. Meine Nägel glänzten makellos.

Als wir die Kabine verließen und durch den gut besuchten Empfangsbereich traten, schwiegen die Damen auf den Samtsesseln. Mehrere Augenpaare musterten mich von Kopf bis Fuß; Sophie und Selin winkten Loona mit verschwörerischem Lächeln zum Abschied zu. Ich hielt den Kopf gesenkt, die Hände tief in den Jackentaschen vergraben, um den schimmernden Lack zu verbergen.

Draußen an der frischen Luft atmete ich tief ein, doch Loona ließ mir keine Pause. Sie zog mich sofort am Arm in Richtung des Wagens.

„Komm, trödel nicht“, sagte sie und warf einen Blick auf ihre Designer-Uhr. „Wir fahren direkt rüber zum Tauentzien. Das KaDeWe wartet. Wir haben noch reichlich von Richards Geld übrig, und ich habe eine ganz bestimmte Abteilung im Auge.“

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