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Chapter 28

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D Vodka

„Ich muss pissen“, beschied Onkel Mirza sein Fotomodel und gönnte ihm eine Pause. Unter lautstarkem Rülpsen stemmte er seinen gewichtigen Körper hoch und watschelte in Richtung Bad. Kaum war er durch die Tür, die er selbstverständlich nicht schloss, nutzte Heike die Gelegenheit, ihre Unterwäsche einzusammeln und in einen Beutel zu stopfen. Das Apartment war nicht mit einer Waschmaschine ausgestattet, so dass ihr nur die Option blieb, den Reinigungsservice zu nutzen. Notgedrungen würde sie einen Tag ohne BH und Höschen auskommen müssen.

Den Slip, den sie noch trug, behielt sie an, obwohl er mittlerweile völlig durchweicht war, um einen winzigen Rest von Würde zu behalten.

Noch während sie überlegte, ob sie es wagen sollte, auch das Bettzeug abzuziehen, kehrte ihr Peiniger zurück, eine Flasche Vodka schwenkend. Schwer ließ er sich auf die Matratze fallen und winkte die Frau zu sich. Gefügig legte sie sich neben ihn.

„Wollen wir mal schauen, wie die Bilder geworden sind“, meinte er fröhlich.

Eigentlich wollte Heike wegsehen, während er durch die Fotogalerie blätterte. Doch befiel sie eine morbide Neugier und sie besah sich die Aufnahmen auf dem kleinen Display. Bei manchem, was sie sah, hielt sie den Atem an. Und zwar nicht, weil die Abbildungen schonungslos und obszön waren. Nein, schockiert und peinlich berührt war sie, wenn sie auf den Bildern lasziv erschien oder auf einigen geradezu erotisch wirkte.

Es juckte sie in den Fingern, sich das Telefon zu schnappen und den Speicher zu löschen. Als habe er ihre Gedanken gelesen, feixte Mirza: „Alles automatisch in die Cloud hochgeladen. Damit werde ich noch viel Spaß haben.“

Wie zum Trost reichte er ihr die Schnapsflasche. Entschieden schüttelte Heike den Kopf. Zum einen mochte sie das Gesöff gar nicht, zum anderen hatte sie nicht die Absicht, sich tagsüber zu betrinken. Er quittierte es schulterzuckend: „Wenn du nicht willst, dann muss ich wohl die Flasche allein leer ****. Das wird aber eine Weile dauern. Wann genau kommt dein Mann zurück?“

Bestürzt hörte Heike die unverhohlene Drohung. Kaus würde nicht verstehen, was sie getan hatte. Zumindest würde es ihn schwer verletzen. Nein, nie sollte er etwas davon erfahren.

Entschlossen, ihm das zu ersparen, setzte sie die Flasche an. Kaum nahm sie den ersten kleinen Schluck, drückte der Eindringling hinterhältig den Flaschenboden nach oben. Die klare Flüssigkeit schoss in ihren Mund und überrascht konnte sie nicht anders, als zu schlucken. Das scharfe Getränk brannte in ihrer Kehle und eine plötzliche Wärme breitete sich in ihrem Bauch aus.

Als der Fiesling endlich lockerließ, hustete und prustete sie, einen Sprühnebel aus Vodka auf ihrem nackten Körper und den Bettlaken verteilend. Entgeistert registrierte sie, dass mehr als Hälfte aus der Flasche verschwunden war.

Sie blinzelte, weil ihre Sicht mit einem Mal an den Rändern unscharf wurde. Die Hitze aus ihrem Magen kroch nach oben und als sie nach unten sah, ob das Wärmegefühl sich auch irgendwie äußerlich zeigte, bemerkte sie irritiert, dass ihre Brustwarzen sich aufgerichtet hatten. Ihr Kopf wurde leicht und aus einem unerfindlichen Grund musste sie Grinsen.

Der Dicke hielt sein Telefon ans Ohr.

„Ja, Nadeem?“ … „Bist du noch draußen im Auto?“ … „Gut. Dann komm rein.“ … "Ach, und bring den Beutel mit."

Er warf der Liegenden einen Seitenblick zu.

„Sei doch so nett, Blondie, und öffne meinem Neffen die Tür.“

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