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Chapter 29

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D Joints

Auf dem Weg zur Haustür hatte Heike Mühe, geradeaus zu laufen. Im Flur stützte sie sich mit einer Hand an der Wand ab und drückte die Klinke herunter. Draußen wartete der schlaksige Bote. Der schüchterne junge Mann war eine deutlich willkommenere Erscheinung als sein fetter Onkel, der im Schlafzimmer lag, und sie konnte nicht anders, als ihn anzulächeln.

„Schön, dass du da bist, Nadeem. Komm doch rein.“

Als er sich an ihr vorbeidrückte, wahrte er sichtlich so weit Abstand, wie es der enge Durchgang zuließ. Heike nahm es amüsiert wahr und erinnerte sich nur zu gut daran, wie sie ihn bei ihrer ersten Begegnung geneckt und aufgereizt hatte. Sie konnte nicht anders, als zu kichern. Damals war sie vollständig angezogen gewesen, wenn auch etwas provokant. Nun stand sie oben ohne vor ihm und das letzte kleine Bisschen an Stoff, das sie am Leib trug, war so durchnässt, dass es beinahe durchscheinend war.

Erheitert wollte sie ihm auf die Schulter klopfen, verfehlte ihn aber. Der Schwung trug sie nach vorne, so dass sie befürchtete, das Gleichgewicht zu verlieren. Um sich zu fangen, packte sie sein lockeres Hemd an den kurzen Ärmeln und legte ihre Stirn an seine schmale Brust. Die unerwartete Berührung ließ ihn zur Salzsäule erstarren.

Sie hakte sich bei ihm unter und führte ihn ins Haus, sich gleichzeitig auf ihn stützend.

Am Bett angekommen grinste sie schief. „Hier ist dein Neffe“, nuschelte sie.

Nadeem löste sich vorsichtig von ihr und sie ließ sich ungehemmt auf die Matratze fallen. Ihr Kopf war einfach viel zu schwer, als dass sie alleine aufrecht stehen wollte.

„Dreh uns doch eine“, forderte Mirza den Neuankömmling auf.

Nadeem setzte sich auf die Bettkante und griff in den Stoffbeutel, den er bei sich trug. Daraus förderte er kleine Papiere und eine Tüte voller getrockneter Blüten und Blätter zu Tage, ähnlich wie ein Tee oder ein grobes Gewürz von grünlicher Farbe. Ein würziger, süßlicher Geruch wie von getrockneten Blüten und Heu breitete sich aus.

Sorgfältig faltete er drei Papierchen und füllte sie mit dem Kräutergemisch, ehe er sie zu dünnen Kegeln rollte. Zuletzt leckte er sie vorsichtig an und verschloss sie. Heile hatte sich auf die Seite gedreht, den Kopf auf einem Arm abgestützt und sah ihm aufmerksam zu.

Mirza nahm sich den ersten fertigen, ließ sich Feuer geben und reichte den Joint nach einem tiefen Zug an die Frau neben sich weiter.

Heike sog neugierig an der Kippe. Der Rauch schmeckte bitter und sie hustete heftig.

„Du musst inhalieren“, gab Mirza Hilfestellung, der inzwischen einen zweiten angezündet hatte.

Folgsam atmete sie beim nächsten Zug tief ein und behielt den Rauch in der Lunge, zählte leise auf sieben, ehe sie ihn langsam wieder ausstieß. So war das schon viel besser, stellte sie fest. Und das Beste daran war, dass ihr schwerer Kopf deutlich leichter wurde.

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