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Chapter 79 by Bitbuster Bitbuster

Der Morgen danach

Ach darum

Wie immer wurde Patrick pünktlich vom Computer geweckt.

„Computer: Alarm abschalten“ grummelte er und der Weckton verstummte.
„Ich sollte mir eine Melodie zum Wecken überlegen, dieser Klingelton nervt langsam.“

Noch bevor er seine Bettdecke zur Seite legen konnte, stoppte er in seiner Drehbewegung.

„Moment …da ist…“ er bemerkte, wie ein Arm auf seiner Brust lag „sie ist noch hier“.

Vorsichtig drehte er sich aus Koshikos Umarmung, was mit einem unzufriedenen Gemurmel von ihr quittiert wurde.
Kaum stand er neben seinem Bett und wollte gerade in die sanitäre Einrichtung, als er mit einem verschlafenen „Guten Morgen“ aufgehalten wurde.

„Guten Morgen, gut geschlafen?“ fragte er.
„Wie schon lange nicht mehr. Danke.“

Er wollte weitergehen, als sie ihn erneut stoppte.

„Ich weiß nicht, wie ich mich ausdrücken soll“ sie setzte sich auf „ich möchte dir wirklich danken.“
„Ist schon gut, wenn du gut geschlafen hast, dann war es die Nacht Wert.“

Koshiko stand auf und ging zu ihm. „Nein, wie… ach“ sie umarmte ihn und zog seinen Oberkörper sanft zu sich.

Er merkte, wie sich ihre Brüste gegen seinen Oberkörper pressten. „Jetzt nur nicht falsch reagieren“ waren seine Gedanken, als sie ihm unvermittelt einen Kuss gab.

„Wofür war das jetzt?“ fragte er und kaum hatte er es ausgesprochen, als er die Frage auch schon als „blöd“ einstufte.
„Na, weil du eben doch anders bist und“ Koshiko errötete „ich mich nicht getäuscht habe“
„Getäuscht?“

Sie seufzte. „Ja. Eine Frau kann bei dir Übernachten, ohne dass du über sie herfällst und die Situation ausnutzt.“
„Oh, äh…achso.“ Er kratzte sich etwas verlegen am Kopf.
„Und genau das mag ich.

Er lächelte und musste jetzt schnell reagieren, da in seiner Hose ebenfalls etwas reagierte.

„Ich gehe schon mal Duschen, oder möchtest du als erstes?“ versuchte er abzulenken.

Jetzt war es Koshiko, die sich ein Lächeln nicht verkneifen konnte.

„Geh‘ du ruhig, ich mache mir morgens immer erst einen Tee zum wachwerden.“

Tee, du hättest ihr etwas zu **** anbieten sollen“ dachte er und verschwand aus dem Raum.

Er beeilte sich und stand wenige Minuten später wieder im Wohnbereich.

„Oh, dass ging aber schnell“ meine sie und stellte ihren Becher in den Replikator zum Recyceln.
Auch sie war schneller wieder zurück, als er gedacht hatte.

„Frühstückst du morgens?“ fragte er, da noch etwas Zeit war.
„Nein, normalerweise reicht mir der Becher Tee.“

Patrick fragte sich, warum sie dann fast jeden Morgen zu spät kam, stellte die Frage aber nicht laut.

„Tja, wollen wir dann schon mal ins Labor?“
„Können wir“ antwortete sie mit einem Nicken.

Auf dem Gang und auch im Turbolift trafen sich ihre Blicke immer wieder.
_„Hm, himmelt sie mich etwa an?“_fragte er sich und versuchte bewusst wegzuschauen.

Im Labor hatte Koshiko es plötzlich sehr eilig und verschwand im Umkleideraum.
Wäre er etwas schneller in seinem Teil des Umkleideraumes gewesen, hätte ihn Sophia nicht vorher abfangen können.

Gemeinsam gingen sie in Sophias Büro.

„Teilweise habe ich es schon mitbekommen, was ist denn bei dir passiert?“ fragte Sophia und schaute ihn besorgt an. Patrick erklärte kurz, wie der Abend und auch der Morgen bisher verlaufen waren.

„Verstehe“ meinte Sophia und erklärte ihm: „Koshiko und ihre Quartierpartnerin haben sich immer mal wieder in den Haaren. Da schläft sie dann meistens bei mir oder auch mal bei Svea.“

„Warum versucht sie nicht, das Quartier zu tauschen?“

Sophia lachte. „Nee, so einfach ist das nicht. Susan und Koshiko sind schon seit vielen Jahren ein Paar und ihr habt doch dieses Sprichwort, oder Redewendung. Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.“

„Moment, jetzt verstehe ich das gerade nicht. Koshiko ist mit einer Frau zusammen?“
„Ja“ bestätigte Sophia und nickte zur Bestätigung.
„Und sie ist auch … naja … scharf auf mich?“
„So heiß, dass sie manchmal schon richtig feucht ist, sagte ich dir bereits.“

„Ok, stop. Sie streitet sich mit ihrer...was ist es denn? Frau? Und geht dann zum Typen, den sie heiß findet, um dort zu übernachten, macht aber keinerlei Versuche, irgendwie sexuell aktiv zu werden, sondern freut sich darüber, dass nichts passiert ist?“

„Ja, und du solltest zwischendurch auch mal Luft holen.“ grinste sie ihn an.
„Verstehe ich noch immer nicht“
„Tja, wird ein Mann eine Frau je verstehen können?“ feixte sie.
„Schön, Philosophiestunde beendet. Also?“ fragte er grummelig.
„Ja, gut... „ seufzte sie „Ich versuche es so zu erklären, dass du es verstehst.“
„Danke“ warf er bissig ein.

„Koshiko war lange Zeit mit einem Mann befreundet und als 'es' dann soweit sein sollte, hat sie gesehen, wie er sich mit einer anderen getroffen hatte. Da fiel dann der Entschluss, sich 'nie wieder' mit einem Mann einzulassen. In der Zeit hatte sie dann auch Susan kennengelernt. Du weißt schon, die du im Kasino kennengelernt hast.“

„Ja, da war was. Genau, Koshoko saß mit einer Frau zusammen, als ich mich dazu gesetzt hatte.“
„Das ist aber schon lange her“ meinte er nachdenklich.

„Wie auch immer. Du hast sie beeindruckt und wenn Koshiko noch weiter zögert, wirst du wohl demnächst Besuch von Susan bekommen. Sie ist Bi und versucht ihr die Männer immer mal wieder schmackhaft zu machen.“

„Und woher weißt du das?“
„Das ist ganz einfach. Sie hat es mir gesagt.“
„Wie gesagt? Sie ist zu dir gegangen und hat gesagt: Hallo ich bin Bi und versuche Koshiko an einen Mann zu vermitteln?“

„So direkt nicht. Sie hat gefragt, ob ich etwas dagegen hätte, wenn sie mit dir rummachen würde oder wenn Koshiko mit dir Sex hätte.“

Er schüttelte leicht irritiert den Kopf. „Warum sollte sie dich dazu befragen?“

„Weil sie weiß, dass du unter dem Schutz einer Cait stehst und bevor sie meine Krallen zu spüren bekommt, fragt sie lieber nach“. Sophia lächelte.

Sie umarmte ihn und flüsterte in sein Ohr: „Du hast dich mit einer der gefährlichsten Spezies hier an Bord eingelassen, mein Kater“. Wie zur Bestätigung steckte sie kurz ihre Zunge in sein Ohr.

„Bah, Sophia“ rief er ärgerlich. „Wie oft denn noch?“
„Och, mal sehen“ sagte sie unschuldig. „So und jetzt umziehen, da wartet jemand bestimmt schon auf dich.“

Noch immer mit der Hand am Ohr herum wischend verließ er ihr Büro.

Nachdem er sich umgezogen hatte, ging er zu Koshiko in den Vorbereitungsraum.

„So, da bin ich dann auch“ meinte er und schaute zu den Gesteinsbrocken, die auf dem Tisch lagen.
„Warte“ stoppte ihn Koshiko. „Ich möchte dir noch was sagen...oder erklären.“
„Du brauchst mir nichts zu erklären, Sophia hatte gerade mit mir gesprochen.“

Sie wurde rot. „Nein, darüber bestimmt nicht.“

„Mit Susan und dir?“
„Nein, dass nicht“

Die Stille dauerte nur Sekunden, kam ihm jedoch wie Minuten vor.

„Ich wollte nicht, dass du dich als billiger Ersatz fühlst, nur weil die anderen ihren Frauenabend hatte.“
„Ich verstehe schon“.

Sie schüttelte den Kopf. „Nein, kannst du nicht verstehen.“ Wieder entstand eine lange Pause.

„Nenne es von mir aus altmodisch, oder verklemmt...aber“ sie schaute ihn nun fest an und schluckte „ich möchte, dass es nicht aus einer Notlage oder einem Streit heraus passiert.“

„Sagte ich doch, das verstehe ich. Vielleicht, wenn wir uns besser kennengelernt haben...“
„Nein, du verstehst nicht. Dann ist es zu spät.“
„Wie, zu spät? Das verstehe ich jetzt wirklich nicht.“

Koshiko holte tief Luft. „Du hast Susan, wie auch immer, im Kasino schwer beeindruckt. Naja, und wenn ich nicht mit dir...dann würde sie eben...und ich wäre für sie immer die prüde Jungfer, aber ich möchte eben, dass es doch etwas besonderes ist.“

„Sind das Tränen? Fängt sie jetzt an zu ****? Bitte nicht“ dachte er, aber noch etwas anderes ließ ihn grübeln.
„Wieso prüde Jungfer?“

„Na, weil ich eben noch nie... also... mit einem Mann...“

Patrick schaute sie ungläubig an. „Du willst mir sagen, dass Du, wo hier doch alles so locker zugeht, du noch nie mit einem Mann...“

Weiter kam er nicht, da ihn Koshiko mit einem Kuss stoppte.
Zärtlich drückte er sie an sich und ging auf ihren Kuss ein.

„Ich bin nicht so spontan und ja, vielleicht verpasse ich viel, weil ich zu lange warte. Aber das ist eben meine Art.“
„Ich...äh...ich bin beeindruckt“ war alles, was er herausbrachte, bevor sie sich wieder küssten.

„Wenn ihr einen Tag frei haben möchtet, dann ist das kein Problem“ hörten sie Sophia aus der Ferne sagen.

„Nein, nein, ich bin schon bei der Arbeit“ antwortete Koshiko schnell und nahm sich den Gesteinstrenner und fing an, Probenstücke vorzubereiten.

Sophia schaute zu Patrick und schüttelte grinsend den Kopf, bevor sie wieder in ihr Büro ging.

Mittagspause

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