Wie geht es weiter?

2 Tage später geht es weiter!

Zwei Tage später kam Janina wieder zur Fahrschule. Diesmal trug sie eine dunkle, eng anliegende Jeans und ein hellblaues, langärmliges Shirt, das etwas tiefer saß als der Pullover von neulich. Die blonden Strähnchen in ihren hellbraunen Haaren fielen ihr locker über die Schultern, sie hatte sie extra so gelassen, statt sie zusammenzubinden. Es war ein kleiner Aufwand gewesen nach der Arbeit im Salon, aber sie mochte es, wenn die Haare so aussahen.

Im Vorraum war es ruhig. Sie setzte sich und checkte kurz ihr Handy. Eine Nachricht von ihrem Freund:

Nachtfahrt nächste Woche? Maier hat’s erwähnt, oder?

Sie tippte zurück: Ja. Bin nicht so begeistert davon, aber muss wohl.

Er antwortete: Wird schon. Hauptsache, du gewöhnst dich dran. Sonst wird’s in der Prüfung blöd.

Janina steckte das Handy weg. Sie dachte kurz an die Kondome zu Hause. Seit dem Absetzen der Pille war das eben der Alltag. Die zwei Kilo hatten sie gestört, und das Training für ihren Po zeigte langsam Wirkung – die Jeans saß heute besonders gut.

Herr Maier kam und blieb kurz vor ihr stehen. Er lächelte, bemühte sich sichtlich, ihr direkt in die Augen zu sehen.

„Na, Janina. Heute Parken und ein Stück Auffahrt. Du warst letztens schon besser unterwegs.“

Beim Sprechen glitt sein Blick für den Bruchteil einer Sekunde nach unten, auf die Stelle, wo das Shirt über ihrer Brust spannte. Er wurde rot, sah sofort wieder hoch und räusperte sich.

„Äh… also. Wir fangen mit dem Parken an. Komm.“

Janina nickte und folgte ihm. Sie hatte den kurzen Blick bemerkt, sagte aber nichts. Maier wirkte selbst nervös deswegen, und sie wollte keine unangenehme Situation daraus machen.

Im Auto stellte sie den Sitz ein. Maier setzte sich neben sie und achtete darauf, den Blick auf die Straße oder auf ihre Hände am Lenkrad zu richten.

„Heute üben wir das Rückwärtsparken richtig. Letztens hast du zu weit ausgeholt. Wenn du in der Prüfung so ansetzt, gibt’s Abzüge.“

„Ich weiß“, sagte sie leise. „Ich versuch’s.“

Sie fuhren los. Die ersten Minuten waren ruhig. Janina konzentrierte sich, blinkte rechtzeitig, hielt den Abstand. Maier korrigierte sie nur knapp.

An einer ruhigeren Stelle ließ er sie anhalten.

„So. Jetzt parkst du da zwischen die beiden Autos. Langsam. Und schau in die Spiegel, nicht nur nach hinten.“

Janina setzte an. Beim ersten Versuch wurde es zu eng, sie musste nochmal neu ansetzen. Maier seufzte, aber nicht genervt.

„Besser als letztens, aber immer noch zu zögerlich. Du wirst unsicher, sobald’s eng wird. Das merkt man.“

Sie nickte nur und versuchte es noch einmal. Diesmal klappte es besser. Maier nickte.

„Geht. Aber in der Prüfung hast du nicht drei Versuche. Und die Auffahrt machen wir gleich noch. Da warst du letztens auch zögerlich.“

Sie fuhren weiter. Janina spürte, wie ihre Schultern wieder verspannten. Maier merkte es.

„Entspann dich. Du sitzt schon wieder steif. Atme mal durch.“

Sie versuchte es. An der nächsten Ampel sah sie im Rückspiegel, wie ein Fahrer hinter ihnen zu ihr herschaute. Sie senkte den Blick und tat so, als würde sie die Schaltung prüfen.

Als sie später zurückkamen, stand Krüger wieder vor der Fahrschule. Er rauchte und sah den Wagen ankommen. Sein Blick blieb an Janina hängen, als sie ausstieg – länger als bei Maier. Sie merkte es, senkte den Kopf und ging schnell an ihm vorbei, ohne ihn anzusehen. Maier blieb kurz stehen und wechselte ein paar Worte mit ihm. Janina hörte nur Bruchstücke: etwas über Stunden und dass es „knapp werden könnte“.

Drinnen holte sie ihre Sachen. Maier kam nach und sagte:

„Nächste Woche machen wir die Nachtfahrt. Ich trag’s ein. Du brauchst das noch.“

Janina nickte. „Okay.“

Sie verabschiedete sich knapp und ging. Auf dem Weg zur Bushaltestelle dachte sie an Maiers rotes Gesicht vorhin und an Krügers Blick. Beides wollte sie nicht länger im Kopf behalten. Sie wollte nur die Stunden hinter sich bringen und den Schein schaffen.

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