What's next?
2.Tag des Rahjamondes
Erst glaubte Lola, sie würde noch träumen, war das gestern wirklich alles passiert? Aber nachdem sie sich überzeugt hatte, dass sie nicht mehr schlief, musste es wohl so sein. Sie drehte sich um und auch Sieglinde war schon wach. Kein Wunder bei dem Geräuschpegel, den Vicky schon wieder an den Tag legte.
“Wird man hier jeden Tag so geweckt?”
“Am Tag nach dem Fest nicht”, Sieglinde umarmte sie.
“Es wird Zeit, dass du gehst.”
Lola raffte sich auf und ging in ihr Zimmer, nicht nur, um sich frisch zu machen, sie hatte auch einiges zu verarbeiten.
“In einer Stunde gibt’s Frühstück", rief ihr Sieglinde noch nach.
In ihrem Zimmer stellte sie fest, dass die Fensterläden zwar gegen Vicky halfen, aber auch die Wärme des Tages festhielten. Noch war es halb so schlimm, aber im Sommer würde sie sich zwischen dem Hitzetod und dieser Geräuschkulisse entscheiden müssen.
James erzählte ihr beim Frühstück nochmal, dass er für dieses wunderschöne Lehen eine Hauptfrau suchte und sie für die Idealbesetzung hielt, ehe er zum dringlichsten Punkt kam: die Begleitung von Vicky zur Baronin El Draco. Als Beherrschungszauberer wusste James selbst, dass die Baronin Vicky gut genug kannte, um mit allen psychologischen Tricks zu arbeiten. Er wollte Vicky Lola zur Seite stellen, um Vicky vor der Baronin abzuschirmen. Lola war jemand, den man weder einfach verschwinden lassen, noch übertölpeln konnte und der er vertraute. Sie sollte in seinem Namen Vicky zur Villa begleiten, sie mit dem Scheck des Grafen auslösen und dafür sorgen, dass alles in geregelten Bahnen lief. Am nächsten Tag sollten sie zu James in die Hauptstadt kommen, um tags darauf gemeinsam nach Glimmerwein zurückzureiten.
Lola hörte sich seine Argumente an und entführte James in den Park, denn sie wollte unter vier Augen mit ihm reden.
Während Lola noch überlegte, wie sie das Gespräch beginnen sollte, fing James an:
“Ich hätte es verstanden, wenn du schon gestern diese Unterhaltung eingefordert hättest”, plauderte er ganz locker drauf los.
“Wie hast du das gemacht? Das war deine Stimme!”, sie starrte ihn an und schien etwas in seinen Augen zu suchen.
“Ich habe nur die eine!” Er mimte den lächelnden Unschuldigen.
“Du weißt genau, wovon ich spreche. Wieso hast du das gemacht?”
“Reiter sind zu langsam und nicht immer zuverlässig. Es war dringend!”
“Du weißt, dass das illegal ist? Besonders ohne Gildensiegel?” Das erste Mal zeigte sie ihren Widerwillen. [Im Reich war nur Gildenmagiern, die natürlich alle über ein Gildensiegel verfügen, das Wirken von Magie gestattet und die Strafen waren drakonisch!]
“Und trotzdem wende ich mich an dich! Sehe es als Vertrauensvorschuss!”
“Und wenn ich dein Vertrauen nicht wert bin?”
“Das wollen wir beide besser nicht herausfinden, aber ich mache mir da keine Sorgen.”
“Wie hast du das geschafft, in meinen Traum zu kommen?”
“Ich habe Haare von dir, aber ich denke, das reicht fürs Erste. Wenn du meine Hauptfrau wirst, werden wir eine Fragestunde abhalten. Ich kann dir noch sagen, dass ich mich über dich informiert habe und die Ergebnisse meinen guten Eindruck von dir bestätigen.”
“Wenn ich eure Hauptfrau werde, bekomme ich dann dauernd Träume zugesandt?”
“Ich verspreche dir, dieses Mittel nur im Notfall einzusetzen und hoffe, ich habe dich nicht zu sehr erschreckt.”
“Der Traum war halb so wild, aber ich war so aufgewühlt, ich konnte nicht mehr einschlafen. Ich habe gekündigt, meine Sachen gepackt und bin losgeritten.”
“Und ich denke, du wirst es nicht bereuen!”, er nahm sie am Arm und sie drehten wieder um, auf das Schloss zu.
“Eins wäre da noch. Vicky weiß noch nicht viel von meinen Fähigkeiten und das soll auch so bleiben, bis wir uns besser kennen.”
“Wenn du das wünschst, soll es so sein.”
Vicky erwartete sie natürlich schon sehnlichst und war positiv überrascht, als sie schon nach so kurzer Zeit zurückkamen. Sie konnte sich auch gleich in die schon begonnenen Verhandlungen über die Belohnung einschalten und so wurden sie sich schnell einig.
Den Vormittag verbrachten sie damit, sich auf alle Eventualitäten bei der Baronin einzustellen. Lolas Ausbildung hatte neben dem Kriegshandwerk auch Nützliches beinhaltet, so kam ihr jetzt ihr juristisches Wissen zugute und sie deckte damit einen Aspekt ab, den Vicky und James bisher gänzlich außer Acht gelassen hatten. Als es Zeit für das Mittagessen wurde, hatten sie einen guten Plan für alle möglichen Szenarien. Vicky und James fühlten sich zwar immer noch nicht wohl bei der Sache, aber Lolas Souveränität gab ihnen Zuversicht.
Nach dem Essen gingen sie zum Hof und im Zuge eines einstündigen Rittes wurden Lola von James die wesentlichen Teile des Lehens gezeigt, ehe sie die Hitze zurück ins kühle Schloss trieb. Bevor sie sich zur Siesta zurückzogen, wollte Lola noch wissen, ob auch abseits des Beruflichen noch Kontakt gewünscht wäre. James meinte, wenn sie im Schloss wohnen würde, wäre sie quasi Teil der Familie. Lola wollte aber auch noch wissen, wie man mit der gemeinsamen Vergangenheit umzugehen gedenke. James, der darüber noch gar nicht nachgedacht hatte, sagte ihr, dass er das erst mit Vicky besprechen wollte.
Vicky hätte den Ritt gerne mitgemacht, sie fand immer mehr Spass am Reiten, aber ihre einsetzenden Tage schoben dem einen Riegel vor. Vor allem interessierte sie aber, was Lola und James ohne sie besprachen. Es war keine Eifersucht auf Lola, sondern die pure Neugier. In ihrer rosa Blase konnte James höchstens eine Überraschung für sie vorbereiten, dass er ihr wirklich etwas zu verheimlichen hatte, kam ihr gar nicht in den Sinn. Ihre Unterleibsschmerzen wurden immer schlimmer, sodass sie gleich nach Mittag ein Schlafmittel nahm, um den Schmerzen zu entkommen.
Als James sich für die Siesta in seine Räumlichkeiten zurückzog, nahm er an, Vicky würde ihm zumindest noch einen Blowjob zukommen lassen, aber sie lag schon im Bett und schlief. Um die Hitze auszusperren, wurden in den Schlafzimmern tagsüber die Fensterläden geschlossen, aber auch im Zwielicht konnte er an ihrer Haltung erkennen, dass sie nicht ganz schmerzfrei eingeschlafen war. Er sah auch, dass sie ein dickes Höschen trug, sonst schlief sie immer nackt. Er ging nochmals in die Küche, um zehn Minuten später mit einem Kräutersud zurückzukommen. Er weckte sie vorsichtig nur so weit auf, dass sie sein Gebräu trinken konnte. Dann half er noch ein wenig mit seiner magischen Kraft nach, damit sie gleich wieder weiterschlafen konnte. James zog sich aus und legte sich zufrieden neben sie. Er war nicht der Typ, der dem entgangenen Blowjob nachgeweint hätte, viel mehr freute er sich darüber, seiner Liebsten geholfen zu haben, als er neben ihr einschlummerte.
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