Nur ganz lose…

… gebundene Schlaufen

Chapter 4 by Atina Hunter Atina Hunter

Die Sonne brennt auf der Außenterrasse des Eiscafés Tiziano. Ich lehne mich zurück in meinem Stuhl, lasse die warmen Strahlen auf meiner Haut tanzen, und genieße jeden einzelnen Moment. Das Main-Taunus-Zentrum liegt vor mir, der Asphalt flimmert in der Hitze, und die Luft riecht nach gebrannten Mandeln und dem süßen Aroma von Vanilleeis, das irgendwo aus einer Eismaschine quillt. Mein Cappuccino steht vor mir auf dem runden Tisch, die Crema bereits leicht zerlaufen, daneben das Croissant, von dem ich gerade ein Stück abgebrochen habe. Die Hunkemöller-Tüte ragte an meinem Bein, das rote Bikini-Oberteil schaut oben heraus, und ich genieße dieses Gefühl von Erwartung, das sich in meiner Brust ausbreitet wie warmer Honig. Ich stelle mir vor, wie die Blicke der Männer auf der Pool Party dann auf mir landen werden, wie sie mich anstarren, wie sie mich begehren... und ein wohliger Schauer läuft mir dabei über den Rücken.

Gerade habe ich einen Schluck von meinem eisgekühlten Cappuccino genommen, die kalte Süße auf der Zunge, da durchschneidet eine Stimme die Sommergeräusche hinter mir. Eine Stimme, die mir durch Mark und Knochen geht. Tief, kernig, mit einer Selbstverständlichkeit, die keinen Widerspruch duldet. Eine wohlwollende Gänsehaut kriecht über meine Arme, und die feinen Härchen an meinem Nacken richten sich auf wie kleine Soldaten, die den Befehl empfangen.

„Hallo. Katharina.“ Ruft ein Mann zu mir

Ich kenne diese Stimme. Ich kenne sie, es ist Marcels Vater, als er gestern seinen unverfrorenen Blick über meine Bluse wandern ließ, wie ein Abtaster, aus dem Moment, in dem er mir gesagt hat, ich solle sexy und scharf aussehen.

Und zufälliger wiese war er hier, Steffen Bramm, Marcels Vater. Ich drehe mich nicht sofort um. Mein Körper tut es für mich – die Schultern straffen sich, der Rücken richtet sich auf, und ich spüre, wie mein Puls in meinem Magengegend klopft. Ein kribbelndes Gefühl, warm und elektrisch, breitet sich aus, zieht von meinem Bauch in meine Schenkel, und ich hasse mich dafür, dass ich es genieße.

„Darf ich mich zu ihnen setzen?“ fragt er mich höflich und zuvorkommend.

Noch ehe ich antworte – noch ehe ich überhaupt den Mund öffne –, höre ich, wie der Stuhl neben mir zurückgezogen wird. Das Schaben der Metallbeine auf dem Steinboden. Er setzt sich. Einfach so. Ohne auf eine Antwort zu warten. Sein Sandelholz- und Lederduft vermischte sich unter dem Vanillearoma der Luft, und sein Arm streifte schnell meine nackte Schulter, so nah rückt er. Ich schaue zur Seite und treffe auf diese blaugrauen Augen, die mich scannen, als wären sie ein Röntgengerät. Sein Gesicht ist markant, die Kieferpartie scharf konturiert, der Dreitagebart akkurat getrimmt, und sein Grinsen – dieses frech, selbstgewisse Grinsen – sagt mir, dass er genau weiß, was er gerade tut. Das ist genau weiß, was er bei mir auslöst.

„Herr Bramm“ , sage ich, und meine Stimme ist kesser, als ich es beabsichtige. „Was für eine Überraschung.“

Er grinst breiter. Sein Blick wandert von meinem Gesicht zu der Hunkemöller-Tüte, die an mein Bein hineinstrahlt. Die manikürten Finger mit dem goldenen Siegelring greifen ohne zu zögern nach dem Henkel der Tüte, und er zieht sie herüber, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt. Als gehörte sie ihm. Als gehörte ich ihm.

„Na und, was haben wir denn Feines eingekauft?“ Seine Stimme ist tief und warm, und während er spricht, greift er schon mit der anderen Hand in die Tüte, schiebt das Seidenpapier zur Seite.

Ich komme ihm zuvor. Ich werde nicht das schüchterne Mädchen spielen, das sich von ihm alles aus der Hand nehmen lässt. Nicht heute. „Einen neuen sexy Bikini“ , gebe ich ihm kess zurück, mit einem frech Unterton, der in der Luft hängen bleibt wie ein Duftstoff. Mein Kinn hebt sich einen Zentimeter, und ich schaue ihm direkt in die Augen, während ich es sage. Mein Blick sagt: Ja, ich habe einen sexy Bikini gekauft . Und nein, dich geht es nichts an.

Aber mein Körper sagt etwas anderes. Mein Körper sagt: Tu, was du willst mit mir.

Sein Grinsen veränderte sich. Es wird weicher, wärmer, aber nicht weniger berechnet. Er zieht das rote Bikini-Oberteil aus der Tüte, hält es an der Schnürung hoch und lässt es in der Sommersonne schwingen. Der rote Stoff fängt das Licht ein, und ich sehe, wie seine Augen über die winzigen Cups gleiten, über die dünnen Bänder, die gerade ausreichen, um die absoluten Grundzüge des Anstands zu wahren. Sein Blick bleibt an dem String hängen, der wie ein dünnes rotes Bändchen von seiner Hand baumelt, und ich spüre, wie mir heiß wird. Nicht vor Scham. Vor etwas anderem.

„Hmmm, oh ja. Das, was ich in der Tüte sehen kann, sieht ja schon sehr vielversprechend und sehr sexy aus.“ Er legt das Oberteil zurück in die Tüte und schaut mich an. Sein Blick ruht auf meinem Dekolleté, sichtbar durch die dünne Bluse, die ich über dem Bikini trage. „Aber wieso nur einen neuen Bikini? Da kannst du dich ja gar nicht umziehen, wenn du irgendwann im Pool landest und dann nass geworden bist.“ Er lehnte sich zurück, verschränkte die Arme vor der Brust, und die Seidenkrawatte auf seinem Anthrazitanzug spiegelte das Sonnenlicht. „Und du wirst bestimmt im Pool landen – ganz bestimmt sogar. Denn wir werden alle im Laufe der Party in den Pool hüpfen. Auch du.“

Die Kunst, wie er das sagt – diese absolute Gewissheit in seiner Stimme, diese Feststellung, die keinen Raum für ein Nein lässt – lässt mein Herz schneller schlagen. Er sagt nicht 'vielleicht'. Er sagt nicht „wenn du willst“ . Er sagt 'auch du' . Als wäre es längst entschieden. Als wäre meine Anwesenheit in seinem Pool eine abgemachte Sache, über die nicht mehr zu handeln ist. Als wäre ich bereits sein Eigentum, das er auf seiner Party präsentiert.

Ich spüre, wie meine Wangen warm werden, und es ist nicht nur die Sonne. „Für mehr hat mein Geld nicht gereicht“ , sage ich, und meine kesse Stimme ist plötzlich verschwunden. Was bleibt, ist leise, schüchtern, schnell ein Flüstern. Ich hasse es, dass er mich so klein kriegt. Dass ein einziger Blick aus diesen blaugrauen Augen reicht, um aus der frechen Katharina eine schüchterne Schülerin zu machen, die vor ihrem Lehrer steht.

Herr Bramm schaut mich an. Mitleidig. Diese Kunst von Mitleid, die nicht warm ist, sondern herablassend, auch als betrachtete er eine Kunst, das sein Taschengeld nicht richtig verwalten kann.

Er sagt nichts dazu. Kein Trost, kein „Das macht nichts.“ Stattdessen hebt er die Hand und zwinkert den Kellner herbei. Die Bewegung ist beiläufig, eine Geste, die Gewohnheit ausstrahlt, als würde er in jedem Raum, den er betritt, automatisch zum wichtigsten Menschen.

Der Kellner eilt herbei, und Herr Bramm bezahlt. Mein Croissant. Meine Cappuccinos. Er zieht einen Schein aus seiner Portemonnaie, lässt das Wechselgeld auf dem Tablett als Trinkgeld liegen, und wendet sich wieder mir zu.

Der Lederduft seiner Portemonnaies vermischte sich mit dem Sandelholz seines Herrendufts, und ich atme ihn ein wie ein Betäubungsmittel.

„Na dann, komm doch mal bitte mit.“ Seine kernige, dominante Stimme schneidet durch das Summen des Cafés. Keine Frage. Ein Bitte als Befehl, verpackt in ein paar Worten, die wie eine Einladung klingen, aber keine sind. Und bevor ich reagieren kann, bevor ich überhaupt greifen kann, was passiert, schnappt er sich meine Hand. Sein Griff ist fest. Warm. Seine manikürten Finger umschließen mein Handgelenk, nicht grob, aber mit einer Selbstverständlichkeit, die mir sagt: Du kommst jetzt mit. Keine Diskussion. Er zieht mich hoch von meinem Stuhl, und meine Sandaletten mit den neun Zentimeter hohen Stilettos klicken auf den Steinboden, als er mich hinter sich herzieht. Die Hunkemöller-Tüte schlägt gegen mein Bein, während ich versuche, mit seinen großen Schritten Schritt zu halten. Sein Anthrazitanzug ist makellos, und ich sehe, wie die Köpfe der anderen Café-Besucher sich drehen, als er mich vorbeizieht.

Eine junge Frau in Sommerkleid und Stilettos, gezogen von einem älteren Mann im Maßanzug. Eine Szene, die Fragen aufwirft. Der Blicke nach sich zieht. Die mich zu meiner eigenen Überraschung jetzt sogar feucht machen.

Schnurstracks läuft er mit mir zurück zur Hunkemöller Boutique. Die gleiche Boutique, in der ich vor zwanzig Minuten den roten Bikini gekauft habe.

Die Klingel an der Tür bimmelt, als er sie aufdrückt, und die klimatisierte Luft empfängt uns mit einem Hauch von teurem Parfüm und neuem Stoff. Die Verkäuferin – eine Frau Ende dreißig mit blonden, hochgesteckten Haaren und einem professionellen Lächeln – schaut auf. Und dann, als sie Herrn Bramm erkennt, verändert sich ihr Gesicht. Das Lächeln friert ein. Die Augen werden größer. Ihr Blick huscht zwischen ihm und mir hin und ihr, und ich sehe, wie ihre Hand unwillkürlich an ihr eigenes Oberteil greift. Sie schauten verängstigt. Wirklich verängstigt. Als würde sie vor jemandem stehen, der nicht nach Antworten fragt.

Herr Bramm richtet sich in seiner vollen Größe auf. 1,82 Meter eine dominante Körperhaltung, und seine Stimme füllte den kleinen Raum aus, ohne dass er sie heben müsste. „Haben Sie eben der jungen Dame hier diesen Bikini verkauft?“ Sein Ton ist forsch, stark, die Worte wie eine Anklage, die eine Bestätigung verlangt.

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Die Verkäuferin schluckt. Ich sehe, wie sich ihr Adamsapfel bewegt. „Ja, habe ich. Warum?“ Ihre Stimme zitterte leicht, und sie streichelte sich peinsam berührt. eine Haarsträhne hinters Ohr, eine nervöse Geste, die sie nicht zu kontrollieren vermag.

Und dann – plötzlich – verändert sich alles. Herr Bramm fängt an zu grinsen. Das breite, charmante Grinsen, das wahrscheinlich schon hundert Frauen um den Finger gewickelt hat. „Sehr gut. Dann dürfen Sie jetzt der jungen Dame hier noch so einen sexy Bikini verkaufen!“

Die Verkäuferin atmet hörbar aus. Deine Schultern fallen herab, und das Lächeln kehrt zurück. Die Erleichterung steht ihr ins Gesicht geschrieben, und ich sehe, wie sie sich aufrichtet, den Stolz einer Verkäuferin, die einen weiteren Verkauf macht.

„Welche Farbe darf es denn diesmal sein? Blau, Gelb oder wieder was Rotes?“ Sie zeigt auf der Auslage, wo diese Schnürbikinis in verschiedenen Farben hängen wie tropische Schmetterlinge.

Herr Bramm schüttelt den Kopf. Langsam, bestimmt. „Nein. Einen rein weißen Mini-Bikini, wenn ich gebissen werden darf. Und dazu die passenden Accessoires wie bei dem roten Bikini.“ Er sagt 'wenn ich gebissen darf' , aber es ist kein Bitte. Es ist eine Anweisung, verpackt in der Höflichkeit eines Mannes, der nie um etwas gebeten werden muss, weil jeder in seiner Nähe von selbst gehorcht.

Die Verkäuferin nickt strahlend. „Natürlich! Ein weißer Mini-Bikini. Ein Moment, bitte.“ Sie dreht sich um und geht voran, und ich folge ihr zu der Auslage mit den extrem knappen Schnürbikinis.

Die winzigen Stoffdreiecke hängen an dünnen Schnüren, und ich erinnere mich daran, wie die Verkäuferin mir vorhin erklärt hat, dass diese Bikinis nass durchsichtig werden. Der weiße Mini-Bikini, den sie mir jetzt zeigt, kommt mir noch knapper als der Rote vor. Die Cups bestehen aus kaum mehr als zwei daumengroßen Stoffstücken, und der String ist ein dünnes Band, das mehr vermuten lässt als es verdeckt.

Ich nehme den Bikini und gehe in die Umkleide. Der Vorhang schließt sich hinter mir, und im Spiegel sehe ich mich – rotwangig, mit großen Augen, die eine Mischung aus Nervosität und Erregung spiegeln, die mich selbst erschreckt. Ich streife mir meine Alltagsklamotten ab und ziehe den weißen Mini-Bikini an. Das Oberteil schneidet knapp unter meine Brüste, die Cups verdecken gerade meine Brustwarzen, aber der Rest meiner üppigen 85C-Büste quillt oben und an den Seiten heraus wie Teig, der über den Rand einer Backform steigt. Der String sitzt tief auf meinen Hüften, und der Stoffstreifen vorne ist so schmal, dass er nur das Allernötigste bedeckt. Ich drehe mich vor dem Spiegel, und die Gänsehaut auf meinen Schenkeln und meinem Bauch hat nichts mit der Klimaanlage zu tun. Der weiße Stoff spannt sich über meine Brüste, über meinen Schamhügel, und ich sehe, wie der Raum zwischen meinen Schenkeln feucht wird. Nicht vom Pool. Von der Vorstellung, was gleich passiert.

In diesem Moment, als ich mich im Spiegel betrachte, höre ich gedämpfte Stimmen durch den Vorhang. Herr Bramm und die Verkäuferin. Er hat sie beiseite genommen, das höre ich an der Kunst, wie seine Stimme leiser wird, aber nicht weniger bestimmt. Ein Flügel, der durch den dünnen Stoff des Vorhangs dringt wie Wasser durch Papier.

Mit seiner dominanten Stimme verlangte er von der Verkäuferin „Bitte tauschen Sie ganz unauffällig diesen Bikini hier gegen eine Nummer kleiner aus. Und bitte sorgen Sie auch dezent dafür, dass auch der weiße Mini-Bikini, den die junge Dame gerade anprobiert, dann ebenfalls eine Nummer kleiner ausfällt, wenn er in ihre Tüte wandert!“

Ich betrachte mich im Spiegel und wäred ich vo dem Spiegel stehen, und sehe, wie der weiße Stoff sich über meine Brüste spannt, wie der Cup kaum meine Brüste bedecket, frage ich mich

Ob der weiße Bikini nicht vielleicht doch etwas zu gewagtist. Doch bevor ich weiter darüber nachdenken kann, höre ich die Verkäuferin: „Gerne mein Herr.“

Ein leises, beiläufiges Lachen. Dann höre ich nur die Geräusche von Papier, was gefaltet wird und das rascheln einer Tüte, in die etwas hineingesteckt wird. Aber ich höre und sehe nicht wie Herr Bramms zu der Verkäuferin leise sagt „Für Ihre besondere Mühe und Ihren guten Service!“ und ihr da auch schon einen 200 Euro-Schein zusteckt.

Ich höre aber, wie die Verkäuferin leise kichert, ein verschmitztes, amüsiertes Geräusch, und ihr Nicken, das ich zwar nicht sehen konnte, das aber von ihr kam.

Ich stehe im Knöchelraum, den weißen Mini-Bikini an meinem Körper, und mein Verstand arbeitet. Aber mein Körper arbeitet schneller. Die Feuchtigkeit zwischen meinen Schenkeln ist nicht zu übersehen, der schmale Stoffstreifen des Strings saugt sich dunkel an, und ich drücke die Schenkel zusammen, als könnte ich es stoppen. Ich kann es nicht. Mein Körper hat längst entschieden, was mein Verstand noch nicht greift.

Ich räuspere mich, streiche den Stoff glatt und schiebe den Vorhang zur Seite. Herr Bramm steht drei Schritte entfernt, die Hände in den Taschen seines Anthrazitanzugs, und als er mich sieht, verändert sich sein Gesicht. Das Grinsen verschwindet. Stattdessen etwas anderes – ein Blick, der über meinen Körper gleitet, von den Knöcheln über die Schenkel, die Hüften, den flachen Bauch, die Brüste, die im zu kleinen weißen Cup eingesperrt sind, wie zwei pralle Früchte in einem zu kleinen Korb, bis zu meinem Gesicht. Ähm muss mich. Schätzt mich ein. Wie ein Mann, der die Ware inspiziert, bevor er sie kauft.

Er pfeift leise, durch die Zähne hindruch, ein Ton der Anerkennung. „Nur nicht so zurückhaltend. Ich sehe dich so angezogen eh auf der Poolparty und auch in meinem Pool. Also zeig dich jetzt mal. Lass dich ansehen!“

Ich muss grinsen, als er das sagt. Ich weiß nicht warum. Vielleicht, weil seine Direktheit befreiend ist. Vielleicht, weil ich es genieße, angesehen zu werden wie ein Stück Fleisch in der Auslage. Vielleicht, weil ich die Kunst und Weise, wie sein Blick auf mich ruht, wie eine körperliche Berührung empfinden – heiß, besitzergreifend, unvermeidbar.

Ich stelle mich entsprechend präsentiert vor ihm hin. Eine Hand auf der Hüfte, der Oberkörper leicht gedreht, die Brüste nach vorn geschoben, die Schenkel leicht gespreizt. Eine Pose, die sagt: Hier bin ich. Schau mich an. Ich habe nichts zu verbergen. Auch wenn der Bikini genau das aber nicht leistet.

Herr Bramm kommt näher. Ein Schritt, zwei Schritte, bis ich seinen Sandelholzduft riechen kann, bis die Hitze seines Körpers meine nackte Haut erreicht. Er betrachtete mich von oben bis unten, und ich spüre jeden Zentimeter, den sein Blick berührte, als wäre es ein Finger, der über meine Haut streicht.

„Fast noch etwas zu viel Stoff. Für meinen Geschmack.“ Er sagt es kess, so ganz beiläufig, als spräche er über das Wetter. Und während er das sagt, lässt er seine Hand wandern. Von meinem Hintern – wo sie kurz verweilt, der Druck seiner Handfläche durch den dünnen Stoff des Strings spürbar, ein Druck, der mich meine Pobacke leicht zusammendrücken lässt – bis zu der seitlichen Schlaufe, die den String auf meiner Hüfte hält.

Seine Finger berühren die Schlaufe, spielen mit dem Ende des Bandes, und ich spüre, wie sich die Haut unter seiner Berührung zusammenzieht, wie jedes Haar sich auf meinem Arm aufstellt und erregt Alarm schlägt.

Er beugt sich vor. Sein Mund ist an meinem Ohr, sein warmer Atem streift meinen Nacken, und seine tiefe, dominante Stimme flüstert: „Wenn du meinen Sohn oder wen auch immer... auf meiner Pool Party verführen willst... dann solltest du lieber in die ganzen Schlaufen bei deinem supersexy Bikini keinen Knoten machen. Einfach nur lockere Schlaufen binden. Verstehst du?“

Seine Worte sind heißer Atem auf meiner Haut. Ich verstehe, was er sagt, aber ich verstehe nicht, was er meint. Lockere Schlaufen statt Knoten? Das bedeutet, dass ein Zug am Band – ein einziger Zug – und der Bikini offen sein würde. Dass jeder, der daran zieht, mich entblößen könnte. Dass ich – Aber der Gedanke bleibt nicht zu Ende gedacht, denn mein Körper ist bereits einen Schritt weiter. Die Feuchtigkeit zwischen meinen Schenkeln vermehrt sich, der String saugt sich voll, und ich bin froh, dass der Stoff dunkel genug ist, um es zu verbergen.

Ich nicke, als seine Worte verhallen, denn mehr bringt meine Stimme nicht in den Zustand. Ein Nicken. Ein stummes Ja. Ein Akt der Unterwerfung, der in der stillen Umkleidekabine einer Boutique stattfindet und mehr sagt als tausend Worte.

Seine Hand wanderte. Seitlich, langsam, die Fingerspitzen kaum berührend, aber genug, um eine Spur von Feuer auf meinem Rücken zu hinterlassen. Von meiner Hüfte über die Taille, die Wirbelsäule hinauf, und ich spüre, wie sich meine Brustwarzen unter dem weißen Stoff verhärten, wie der ohnehin zu kleine Tasse noch enger wird, wie die Stoffränder sich über meine harte Spitze spannen, und ich beiße mir auf die Unterlippe, um keine Laute von mir zu geben. Die Gänsehaut, die sich über meinen Rücken ausbreitet, ist nicht angenehmer. Sie ist elektrisierend, stromdurchflossen, und sie zieht sich von meinem Nacken bis zu meinem Steiß, bis in den Stoff des Strings, der sich zwischen meinen Pobacken schiebt.

Dann – seine Finger erreichen die Schlaufe von meinem Bikini-Oberteil am Rücken. Er verharrt dort, und ich höre sein frech grinsen, bevor ich es sehe. Sein Mund wieder an meinem Ohr, und seine kernige, bestimmende Stimme: „Auch hier wirst du dir nachher nur eine schöne lockere Schlaufe binden. Deinen sexy Bikini mit irgendwelchen dummen und unnützen Knoten zu verschandeln, wäre ja eine Schande und... wäre nur ein Hinderniss sowie unnötige Zeitverschwendung!!!“

Ich schaue ihn an. Ungläubig. Mein Verstand sucht nach dem verborgenen Sinn, nach der doppelten Bedeutung, nach dem, was er mir eigentlich sagt. Knoten sind Zeitverschwendung? Lockere Schlaufen? Äh, dass mein Bikini bei der kleinsten Berührung aufgehen kann? Dass jeder, der daran zieht, mich entblößen kann? Dass ich auf seiner Party in einem Bikini herumlaufe, der nicht einmal richtig geschlossen ist? Der nur lose Schlaufen hält, die ein einziger Zug löst? Aber der Gedanke bleibt nicht zu Ende gedacht, denn mein Körper hat längst geantwortet. Die Feuchtigkeit zwischen meinen Schenkeln ist nicht mehr zu sehen, und der schmale Stoffstreifen des Strings ist so nass, dass er sich dunkel färbt, und ich bete, dass er es nicht sieht. Aber er sieht alles. Er sieht immer alles.

Ich schaue ihn an, und ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, was er mir sagen will. Aber ich höre mich selbst, wie ich leise sage: „Ja. Nur lockere Schlaufen. Ganz so, wie Sie es wollen, Herr Bramm.“ Und während ich es sage, spüre ich, wie sich etwas in mir ergibt. Nicht die Worte. Der Ton. Die Kunst, wie mein Körper sich entspannt, wie meine Schultern fallen, wie mein Kinn sich senkt. Unterwerfung. Und er spürt es auch. Ich sehe es an seinem Blick, der weicher wird, aber nicht weniger besitzergreifend. Ein Blick, der sagt: Sehr Gut... und bald gehört schon du mir .

Herr Bramm gibt mir einen Klaps auf den Hintern. Leicht, aber bestimmt, die Handfläche auf der nackten Haut unterhalb des Strings, wo meine Pobacke beginnt, und der Ton hallt durch die leise Boutique wie ein Schuss. Er wendet sich der Verkäuferin zu, die an der Kasse steht und mit gesenktem Blick so tut, als hätte sie nichts gesehen.

„Gekauft!“ Ruft er, und im gleichen Moment zieht er seine Kreditkarte aus dem Portemonnaie und reicht sie ihr. Die Verkäuferin nimmt die Karte entgegen, und ich sehe, wie sie ihm zuzwinkert – eine kleine, verschmitzte Geste zwischen Verschwörern, die ich nicht deute, weil ich nicht verstehe, was sie bedeutet.

Ich gehe zurück in die Umkleide und ziehe mir den weißen Mini-Bikini aus. Meine Hände zittern leicht, als ich mir meine Alltagsklamotten wieder anziehe – die dünne Bluse, den kurzen Jeansrock, die Sandaletten.

Durch den Vorhang höre ich das Klacken der Kasse, das Rascheln von Tüten, und ich weiß, dass die Verkäuferin gerade meine Einkaufstüte packt. Was ich nicht weiß: In diesem Moment tauscht die Verkäuferin heimlich den roten Bikini gegen einen aus der eine Nummer kleiner ausfällt. Die Größe, die ich anprobiert und gekauft habe, wanderte in die Rücklage. Was in meiner Tüte kommt, ist eine Nummer kleiner. Die Größenangaben sind bereits ausgeschnitten, die Etiketten entfernt, und bei beiden Bikinis – dem roten und dem weißen – gibt es keine Möglichkeit mehr, nachher zu kontrollieren, ob ich die richtige Größe eingepackt habe. Die Verkäuferin hat ihre Arbeit gründlich gemacht. Zweihundert Euro erkaufen sich viel Gründlichkeit. Wenn man will... und Herr Bramm wollte das!

Ich komme aus der Umkleide, und die Verkäuferin reicht mir die Tüte. Sie grinst verschmitzt, ein Lächeln, das ich für Freundlichkeit halte. „Viel Spaß damit!“ sagt sie, freundlich, amüsiert, und in ihrer Stimme liegt ein Unterton, den ich nicht deute. Ein Unterton, der sagt: Du wirst Spaß haben. Aber nicht auf die Weise, die du erwartest.

„Vielen Dank,“ sage ich artig und nehme die Tüte entgegen. Ich nehme sie einfach an, lächle, und wende mich Herrn Bramm zu, der an der Kasse steht und seine Kreditkarte zurücksteckt. Seine Rolex Uhr glänzt an seinem Handgelenk, die Uhr bewusst nach unten getragen, ein Detail, das ich bereits kenne, aber das mich jedes Mal wieder fasziniert.

Wir verlassen die Boutique. Die Hitze des Main-Taunus-Zentrums empfängt uns, und der Asphalt glüht unter meinen Sandaletten. Herr Bramm bleibt stehen. Er dreht sich zu mir, und sein Blick trifft mich. Tief. Eindringlich. Diese blaugrauen Augen, die mich scannen, die mich durchschauen, die mich sehen, als wäre ich aus Glas. Sein Blick ist so bestimmend, so dominant, dass meine Knie weich werden. Wirklich weich. Ich muss mich aufrichten, um nicht zu schwanken, und ich spüre, wie mein Körper sich zu ihm hinneigt wie eine Pflanze zur Sonne.

„Bis nachher. Ich freu mich schon darauf, dich in deinen supersexy Bikinis auf meiner Pool Party zu sehen!“ Seine Stimme ist warm, aber unter der Wärme liegt Stahl. Eine Ankündigung, kein Wunsch. Er wird mich sehen. In diesen Bikinis. Auf seiner Party. In seinem Pool. Und ich werde dort sein, in den viel zu kleinen Bikinis, mit den locker gebundenen Schlaufen, die er mir befohlen hat, und ich werde tun, was er will, weil – weil ich es auch will. Weil mein Körper es will. Weil das Kribbeln in meinem Magengegend, das Pochen zwischen meinen Schenkeln, die Gänsehaut auf meinem Rücken alles dasselbe sagen: Ja. Ja. Ja.

Ich nicke. Ich lächle. „Ja, ich freu mich auch. Bis nachher, Herr Bramm.“

Er dreht sich um und geht. Sein Anthrazitanzug glänzt in der Sonne, seine Schritte sind gleichmäßig und sicher, und ich stehe da, mit meiner Hunkemöller-Tüte in der Hand, und schaue ihm nach. Mein Herz klopft bis in die Kehle. Die Feuchtigkeit zwischen meinen Schenkeln ist noch da, ein stetiges, wärmendes Pochen, das mich daran erinnert, dass mein Körper längst entschieden hat, was mein Verstand noch nicht begreift.

Ich schaue auf die Tüte in meiner Hand. Zwei Bikinis. Ein roter und ein weißer. Beide eine Nummer kleiner als ich glaube. Beide ohne Größenangaben. Beide mit der Anweisung, lockere Schlaufen zu binden statt Knoten. Ich weiß es nicht. Ich weiß nichts davon. Ich stehe an dem Busbahnhof des Main Taunus Zentrums in der Sommersonne, und freue mich auf eine Poolparty, auf der ich – ohne es zu wissen – zu einer Attraktion werde.

Die Gänsehaut auf meinen Armen will nicht verschwinden. Ich lächle und warte auf meinen Bus.

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Gefangene der…

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