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Chapter 16
by
Rotstiftakrobat
Und jetzt?
Zweifeln
Die Luft in der Kellertür knistert fast, als würde sie die Hitze und die Stille des Obergeschosses nicht aufnehmen. Ich schaue mich noch einmal um, bevor ich den ersten Schritt hinaus mache, aber mein Blick bleibt an der Wand hängen, wo die schwarzen, überdimensionierten Penisse aufgereiht sind wie Trophäen. Ich schüttle den Kopf, als müsste ich mir damit ein bisschen Wärme ins Gehirn schicken. Was zum Teufel bin ich hier eigentlich? Ich bin eine normale Deutsche, die eigentlich lieber auf dem Rasen Fußball spielt, nicht in einem Laden voller seltsamer Dinge, wo Männer anfangen zu stöhnen, wenn sie mir die Hand auf die Hüfte legen.
Brad gibt mir das Geld. Ein wortloses Geschäft. Er zählt die Scheine auf die Handflache, 40 Dollar pro Stunde und dazu noch diesen Bonus. Die Summe ist so groß, dass ich es gar nicht begreifen kann. Normalerweise verdiene ich in Deutschland nicht mal die Hälfte davon für einen ganzen Tag. Aber als ich die Bündel in meine Hand drücke, fühlen sie sich platt und leere an. Es ist das Geld für dieses… dieses Abenteuer. Für diesen Abend, in dem ich mich fühle, als wäre ich eine Figur aus einem Comic, die nur da ist, um geliebt und angeguckt zu werden.
„Du musst mir deine Nummer geben“, sagt er und nimmt sein Handy aus der Hosentasche. Er wirkt aufgeregt, fast so, als wäre er der, der eine neue Entdeckung gemacht hat. Ich tippe meine Nummer ein, meine Finger zittern ein bisschen, weil ich mich unwohl fühle, meine persönliche Nummer so einer Art Fremden zu geben. Er speichert sie ab und blinzelt. „Ich freue mich, wenn du nächste Woche wieder kommst. Ich habe noch ein paar Ideen für Kostüme. Vielleicht etwas, das noch… mehr deiner sportlichen Seite zeigt?“
Ich schaube ihn an. Mehr meiner sportlichen Seite. Ich denke an das Tinkerbell-Kostüm, das so eng war, dass ich fast nicht atmen konnte. Ich denke an die Männer, die an mir vorbeizogen wie Wölfe um ein Lamm. „Brad, ich… ich weiß nicht“, sage ich leise. „Das war eine Erfahrung. Aber ich brauche eine Pause. Ich muss erst mal wieder ein bisschen zu mir kommen.“
Ich lasse die schwere Ladentür hinter mir ins Schloss fallen. Das laute Klicken hallt in der Stille des leeren Ladens nach und ist wie ein Endpunkt für diesen Abend. Mein Körper schreit nach Ruhe. Jeder Muskel ist verspannt, von den Zehen in den unmenschlichen Sandalen bis zu den Kiefern, die ich stundenlang zum Lächeln **** habe. Die Treppe hoch zur Wohnung fühlt sich an wie der Mount Everest. Jede Stufe zerrt an der Energie, die ich nicht mehr habe.
Der Seiteneingang ist nur ein paar Schritte vom Laden entfernt. Ich schiebe die Tür auf und steige die wenigen Stufen hinauf in den Flur. Die Tür zur Wohnung ist nicht abgeschlossen. Ich trete ein und schließe sie ab, das Schloss fällt mir wie eine schwere Last von den Schultern. Leise. Endlich nur noch Stille.
Die Dunkelheit der kleinen Wohnung empfängt mich. Die dicken Gardinen, die Jack erwähnte, tun ihr Übriges. Nur ein schmaler Lichtstreifen von der Laterne draußen fällt durch den Spalt. Ich lasse das Licht im Flur an. Die pinken Wände leuchten mich im kalten Licht der Glühbirne an. Gar nicht mein Geschmack, aber in diesem Moment ist es mir egal. Es ist ein Raum. Mein Raum.
Ich lasse meine Handtasche fallen. Die 240 Dollar Stundenlohn und der Bonus von Brad fühlen sich in meinem Portemonnaie fremd an, fast schmutzig. Ich ziehe die Sandalen aus und ein Stöhnen entweicht mir, als meine Füße den kalten Boden berühren. Ich stütze mich am Türrahmen ab und schaue in die Wohnung. Das Gaming-Setup glänzt im Dunkeln, das Ringlicht neben dem Bett wirkt wie ein Auge, das mich beobachtet.
Ohne meine Kleidung auszuziehen, falle ich einfach auf das riesige Bett. Die Matratze fängt mich auf, weich und tief. Ich starre an die Decke. Mein Kopf ist ein Rummelplatz. Die Bilder des Abends jagen sich. Die gierigen Blicke. Die Hände auf meiner Hüfte. Brad, wie er das Geld zählt. Der Keller. Die Wand mit den Spielzeugen. Und dann… der dunkelhäutige Mann. Sein triumphierendes Grinsen. Die Art, wie seine Augen auf mir lagen, als ich mich bücken musste. Die Hitze, die in meinem Bauch aufgestiegen ist.
Eine Welle der Frustration überrollt mich. Will ich das? Das ist doch nicht ich. Ich bin Jette. Fußballerin. Die schüchterne Mädel aus dem Norden. Ich will Tore schießen, nicht… das. Was auch immer das war. Ich hasse das Gefühl, ausgestellt worden zu sein. Ein Objekt. Ein Lockvogel. Die Wut auf Brad ist körperlich, ein bitterer Geschmack im Mund. Er hat mich benutzt. Er hat meine Unschuld, meine Schüchternheit ausgenutzt.
Aber dann… da ist dieses andere Gefühl. Dieses kleine, heimliche Kribbeln, das sich durch die Scham und die Wut bohrt. Es ist schändlich. Es ist falsch. Aber es ist da. Als ich mich gebogen habe und mein Kleid hochgerutscht ist… da war dieser Moment. Ich war machtlos. Ich wusste, was passiert, und ich habe es nicht verhindert. Und ein winziger, verräterischer Teil von mir hat es genossen. Die Kontrolle zu verlieren. Im Mittelpunkt einer so intensiven, so verbotenen Aufmerksamkeit zu stehen. Es ist so anders als die Aufmerksamkeit auf dem Fußballfeld. Dort bin ich stark. Da bin ich die Jägerin. Dort war ich die Beute. Und mein Körper hat darauf reagiert.
Ich rolle mich auf die Seite, ziehe die Knie an die Brust. Die Pailletten meines Kostüms scheppern leise. Ich bin so verwirrt. Bin ich pervers? Bin ich kaputt? Warum fühlt sich die Erinnerung an diesen Moment der Demütigung gleichzeitig so… elektrisierend an?
Mein Blick wandert zur Tür des begehbaren Kleiderschranks. Ich weiß, was dort hängt. Die Kostüme der letzten Bewohnerin. Lack und Leder. Fast nichts. Ich frage mich, wie es sich anfühlen würde, so etwas zu tragen. Nicht als süße Tinkerbell, sondern als… etwas anderes. Etwas Stärkeres. Etwas, das Befehle gibt, anstatt sie zu empfangen.
Die Gedanken wirbeln durch meinen Kopf, bis sie sich in einen unruhigen, flachen Schlaf auflösen. Träume von grellem Licht, von Händen, die mich greifen, von einer schweren Tür, die sich öffnet, und von einem tiefen, grollenden Lachen, das durch die Dunkelheit hallt.
Was mache ich am nächsten Morgen?
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Jette‘s Abenteuer Down Under!
Ein verrücktes Lebensveränderndes Jahr in Australien
Jette ist 18 Jahre und kommt aus einer recht wohlhabenden im Nord-Westen Deutschlands. Sie hat gerade ihr Abi mit hervorragenden Noten abgeschlossen, aber weiß noch nicht so richtig, was sie machen soll, also los: Ab ins Abenteuer. Ein Jahr Work and Travel in Australien. Weit entfernt von ihrer , ihren Freunden und ein echter Neustart in ein selbstbestimmtes Leben und das Ganze in einem Van. Vanlife: Here she cums!
Updated on Mar 14, 2026
by Rotstiftakrobat
Created on Jan 9, 2026
by Rotstiftakrobat
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