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Chapter 17
by
Rotstiftakrobat
Was mache ich am nächsten Morgen?
Strandbesuch und Nachricht von Brad
Ich wache auf, und die Sonne brennt schon durch die dicken Gardinen. Ein Gefühl von Schwere liegt auf meiner Brust, nicht körperlich, sondern psychisch. Ich strecke die Arme aus, und der Stoff meines Tinkerbell-Kostüms knirscht leise. Ich muss hier raus. Ich muss weg von diesem Raum, von diesem Bett, von den Erinnerungen an gestern Abend. Die Nacht war eine einzige, verwirrende Mischung aus Scham und einem seltsamem Hochgefühl, das ich nicht benennen konnte. Ich weiß, dass ich Brad nicht mehr sehen will, nicht jetzt, nicht so schnell. Aber die Frage, die mir im Schlaf nicht aus dem Kopf geht, hallt wie ein Fluch nach: Will ich das hier?
Ich stehe auf und sehe mich im Spiegel an. Das Gesicht ist etwas gezeichnet, die Haare wirr, aber das Auge leuchtet noch immer von dem Abend. Ich bin Jette, die Fußballerin. Die Jette, die Tore schießt. Und jetzt? Jetzt bin ich das Objekt, das er für seine Kamera und seine Kunden aufgehübscht hat. Ich spüre noch immer die Hände der Männer auf meiner Haut, die Blicke, die mir den Stoff vom Körper reißen wollten. Ich hasse es, wie ich mich ausgestellt habe. Aber da ist dieses kleine, stumme Flüstern in meinem Kopf. Du hast es genossen. Du hast es geliebt, die Kontrolle abzugeben.
Ich muss mich entspannen. Der Strand. Das Wasser. Nur ich und das Meer.
Ich gehe in den Kleiderschrank. Mein Koffer ist bleibt verschwunden. Ich seufze und öffne die Schranktür. Darin hängen... Bikinis. Alles, was ich finde, sind String-Bikinis, alles mit "Heigh Waist"-Höschen, also sitzen die Bänder auf meinen Hüftknochen. Die Farben sind grell, fast aggressiv: Neon-Pink, Türkis, leuchtendes Gelb. Sie sind so knapp, dass sie fast nichts bedecken. Sie sind nicht meine Art. Ich mag lieber sportliche Shorts oder Einteiler. Etwas mehr Stoff halt, der meinen großen, durchtrainierten Po verdeckt.
Ich greife nach einem leuchtenden Türkis-Bikini-Set. Es ist eng, viel enger, als ich es je tragen würde. Der String ist tief am Steißbein angeschnitten, die seitlichen Streifen liegen hoch an meinem Hüftknochen auf, und das Bikini-Top hat einen sehr tiefenV-Ausschnitt, pusht meine kleinen Brüste aber trotzdem ein wenig. Die Farbe kontrastiert wild mit meiner Haut. Ich sehe mich im Spiegel an und schüttle den Kopf. Es ist... zu viel. Zu viel Haut. Aber ich habe nichts anderes. Mein Koffer ist weg, und diese Dinge sind das Einzige, was da ist. Ich schüttele meine nun wasserstoffblondem Haare aus und starre mich im Spiegel an.
Ich greife nach dem Schlüssel für meinen Mitsubishi Van. Er ist robust, etwas eckig, aber er fährt zuverlässig. Die Fahrt zum Strand ist eine Flucht. Die Sonne scheint gnadenlos, und das türkisblaue Meer glänzt wie ein smaragdgrüner Spiegel in der Hitze. Ich lenke an die Küste, wo die Aussicht atemberaubend ist. Der Strand ist voll, wie immer in Australien.
Der Weg vom geparkten Bulli zu meinem Platz am Strand ist merkwürdig. Ich schaue mich auf dem Parkplatz um, und sofort spüre ich die Blicke. In Deutschland würde man sich vielleicht verlegen, würde den Kopf senken oder einen Sonnenhut aufsetzen. Hier? Hier sind die Blicke unverhohlener. Sie sind kalt, direkt und laden fast zu einem Wettbewerb ein. Ich suche **** nach einem Platz, wo es nicht so laut ist, wo die Menschenmassen nicht drängeln. Ich finde eine Stelle am Rande, etwas weiter weg vom Treiben, wo der Sand feiner ist und die Wellen sanfter brechen. Es ist immer noch voll, aber zumindest habe ich etwas Platz für mich. Auf dem Weg dorthin starren mich Männer an – nicht nur kurz, sondern lange. Sie schauen sich an, nicken, grinsen und tippen auf ihre Freunde, als wären sie auf einem Markt. Ich spüre, wie meine Wangen heiß werden. Ich bin in diesem knappen Bikini ausgestellt wie eine Muse. Es ist unangenehm, fast schamhaft. Aber dann bemerke ich auch die Frauen. Sie schauen nicht so neidisch, wie ich es erwartet hätte. Sie schauen bewundernd. "Wow, was für eine Figur", höre ich eine Frau flüstern, während sie mich am Strand vorbeigehen lässt. "Der Hintern, die Beine... das ist echt was." Ich spüre wie sich Stolz in mir aufbaut. Jemand, der so sportlich ist, wie ich, wird hier anerkannt. Ich bin kein "verstecktes Mädchen" mehr, ich bin ein Objekt der Begierde. Einfach begehrenswert. Und seltsamerweise, trotz der Scham, genieße ich es ein kleines bisschen. Die Kontrolle zu haben, dass alle so auf mich starren, weil ich gut aussehe.
Ich lege mich auf den Sand, der unter der Sonne glüht. Ich greife nach meiner Sonnencreme. Es ist mühsam, mich selbst einzureiben, besonders mit den langen Haaren und der engen Kleidung. Ich arbeite mich langsam von den Beinen nach oben, bis ich meinen ganzen Körper einschmiere. Die Hitze ist erdrückend, aber auch beruhigend. Der Sand ist durch mein Strandtuch hindurch warm unter meinem Rücken, und das salzige Meerwasser duftet in der Luft. Ich lege meine Arme über den Kopf, schließe die Augen und lasse den Kopf in den Nacken fallen. Die Wellen rauschen eine ruhige Melodie, und die Erschöpfung aus der Nacht fängt an, sich in meinem Körper zu lösen. Ich schlummere fast sofort ein, tief und fest, gefangen in einer traumlosen Dunkelheit.
Als ich erwache, ist die Sonne bereits tiefer gesunken, und die Luft ist kühl geworden. Ich schrecke hoch, als meine Handfläche vibriert. Mein Handy liegt neben mir im Sand, der Bildschirm leuchtet im Abendrot auf. Ich drehe mich auf meinem Bauch. Mein Herz pocht ein bisschen zu schnell. Ich öffne die Nachricht.
Es ist Brad.
„Hey Jette! Wie geht es dir? Hast du den Abend verarbeitet? Ich musste nochmal nachdenken... wie wäre es mit nächsten Woche? Cosplay-Job wieder? Ich würde dir 50 Dollar pro Stunde zahlen, das ist echt viel! Sorry wegen des Kellers gestern, ich wusste nicht, wie du darauf reagieren würdest. Aber jetzt weißt du ja, was los ist. Lass es mich wissen!“
Ich lese die Nachricht noch einmal, langsam. 50 Dollar pro Stunde. Das ist fast viermal so viel wie ich in Deutschland pro Stunde verdiene. Das wäre schon nett. So könnte ich mit einem kleinen finanziellen Polster aus dem Van-Unbau gehen oder mir eine neue Garderobe zulegen, falls mein Koffer nicht mehr auftauchen sollte. Ich tippe auf die Taste, aber meine Hand zittert. Ich will "Nein" schreiben. Ich will sagen, dass ich zu schüchtern bin, dass ich mich wie ein Stück Fleisch fühlte, dass ich nicht nochmal in den Keller will. Aber dann denke ich an das Kribbeln in meinem Bauch. An die Blicke der Männer gestern Abend. An dasGefühl, wenn Brad die Kamera auf mich richtete. Ich war nicht nur ein Objekt. Ich war begehrt. Ich war... wichtig.
„Vielleicht... ich weiß noch nicht“, tippe ich und lade die Nachricht hoch. Es ist keine klare Antwort, aber es ist eine Antwort. Und in mir kocht die Neugier. Wie würde es sich anfühlen wenn ich mich wieder ausstelle? Wenn die Blicke wieder auf mir ruhen?
Das Ende des Tages?
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Jette‘s Abenteuer Down Under!
Ein verrücktes Lebensveränderndes Jahr in Australien
Jette ist 18 Jahre und kommt aus einer recht wohlhabenden im Nord-Westen Deutschlands. Sie hat gerade ihr Abi mit hervorragenden Noten abgeschlossen, aber weiß noch nicht so richtig, was sie machen soll, also los: Ab ins Abenteuer. Ein Jahr Work and Travel in Australien. Weit entfernt von ihrer , ihren Freunden und ein echter Neustart in ein selbstbestimmtes Leben und das Ganze in einem Van. Vanlife: Here she cums!
Updated on Mar 14, 2026
by Rotstiftakrobat
Created on Jan 9, 2026
by Rotstiftakrobat
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