What's next?

Vertraute Berührungen

Die Tage bis zur Wochenmitte zogen wie in Trance an mir vorbei. Mein Wecker riss mich jeden Morgen um kurz nach sechs aus dem Schlaf, und der erste Reiz war stets derselbe: die schneidende Kälte des Edelstahlrings, die sich unbarmherzig in mein Schambein grub. Im Studio zwang mich ihr Plan durch Kniebeugen und Ausfallschritte, bei denen jeder Zentimeter Tiefe das winzige Metallrohr gegen die gereizte Haut presste. Danach Einkäufe zu Fuß nach Hause schleppen, Böden wischen und schließlich an Loonas Laptop sitzen. Mit tauben Fingern formulierte ich herablassende Nachrichten an fremde Zahler auf X, trieb Tribute für ihre Findom-Accounts ein und sah zu, wie Summen auf Konten flossen, an die ich keinen Gedanken verschwenden durfte.

Am Donnerstagnachmittag geriet das mühsam aufrechterhaltene Konstrukt fast ins Wanken.

Loona hatte befohlen, dass ich das Abendessen vollkommen nackt zubereiten sollte. Die Hitze der Herdplatten stieg auf, das leise Zischen von Knoblauch und Gemüse füllte die Küche, als plötzlich der Summer der Gegensprechanlage schrillte, unmittelbar gefolgt vom vertrauten Klacken eines Schlüssels im Schloss der Wohnungstür.

Mein Herz setzte einen Schlag aus. Eiskalte Panik schoss mir durch die Adern. Zu früh für Loona.

Ich riss ein großes Geschirrtuch von der Anrichte, wickelte es mir hastig um die Hüfte und presste mich mit klopfendem Puls hinter die Küchentür. Im Flur hallten bereits feste Schritte auf dem Parkett wider.

„Hallo? Ist jemand da?“, rief eine helle, melodische Stimme.

Einen Herzschlag später bog Vanessa um die Ecke.

Sie trug einen eleganten, taillierten Wollmantel über einem schmalen Strickkleid, das Haar makellos frisiert, und blieb mit einem überraschten Lächeln im Türrahmen stehen. Sie wirkte wie immer makellos gepflegt – mit Ende dreißig so jugendlich und geschmeidig, dass Außenstehende sie eher für Loonas ältere Schwester als für ihre Mutter und meine Stiefmutter hielten.

Ihr Blick glitt über mich: barfuß, der Oberkörper frei, die Hände fahrig um das Tuch vor meinem Becken geklammert, unter dessen Saum das blanke Metall gefährlich nah verborgen lag.

„John?“, fragte sie und lachte leise auf, ohne die geringste Verlegenheit zu zeigen. „Gott, erschreck mich doch nicht so! Hast du etwa gekocht wie Gott dich schuf?“

„Ich… das T-Shirt war schmutzig, ich wollte gerade wechseln“, stammelte ich, während mir die Hitze bis in die Haarspitzen stieg.

Vanessa winkte nur amüsiert ab, streifte ihren Mantel ab und warf ihn über eine Stuhllehne. „Spar dir die Ausreden, ich kenne dich doch. Loona meinte, ich soll einfach reinkommen, wenn ich in der Gegend bin. Ich wollte mir endlich anschauen, wie ihr euch eingelebt habt.“

Sie schlenderte ins Wohnzimmer, musterte die hohen Decken, strich über das Sideboard und ließ sich schließlich mit einem tiefen Seufzen auf die Couch fallen. Die Beine streckte sie weit von sich. An ihren Füßen saßen elegante, wadenhohe Lederstiefel, noch kühl vom Berliner Herbstwind.

„Gott, ich bin seit heute Morgen auf den Beinen“, stöhnte sie, warf den Kopf in den Nacken und blickte mit jenem vertrauten, fordernden Lächeln zu mir herüber. „John… sei ein Schatz. Die Absätze bringen mich um. Du weißt doch, wie gut deine Hände tun.“

Es war derselbe beiläufige Tonfall wie damals in der alten Wohnung – die vertraute Selbstverständlichkeit, mit der sie meine Dienste als Erleichterung für ihren Alltag in Anspruch nahm.

Ich schluckte trocken, hielt das Tuch mit einer Hand krampfhaft fest und trat mit brennendem Schambein vor das Sofa. Jeder Schritt war eine Zerreißprobe, da der harte Ring bei jeder Bewegung an den Knochen stieß. Ich kniete mich vor sie auf das Parkett, öffnete vorsichtig die Reißverschlüsse ihrer Stiefel und zog das weiche Leder von ihren Fersen. Ihre Füße steckten in dünnen, schwarzen Feinstrümpfen, warm und zart duftend.

Ohne zu zögern legte sie beide Fersen direkt auf meine Oberschenkel ab. Die Spitzen ihrer Zehen berührten beinahe das notdürftig geraffte Tuch über dem kalten Stahl.

„Feste am Ballen, John“, wies sie mich sanft an, während sie die Augen schloss. „Genauso… oh ja. Du hast das wirklich nicht verlernt. Seit ihr ausgezogen seid, fehlt mir das richtig.“

Ich setzte meine Daumen an, drückte feste Kreise in ihr Fußgewölbe und knetete die Verspannungen aus ihren Sohlen, während mein Atem stoßweise ging. Unter dem Stoff pulsierte der enge Zylinder, gehalten von Loonas Schloss, während ihre Mutter ahnungslos ihre Füße auf meinem Schoß entspannte und das leise Zischen auf dem Herd die Zeit bis zum nächsten Befehl unerbittlich herunterzählte.

Vanessa gab ein tiefes, langes Seufzen von sich, das fast wie ein genüssliches Stöhnen klang. Sie warf den Kopf in den Nacken, vergrub die Hände im weichen Polster des Sofas und schloss die Augen, während meine Daumen tief in das Gewebe ihrer Fußsohle glitten. Der seidige Nylonstoff ihrer Strumpfhose erzeugte bei jedem Reiben ein leises, feines Rascheln.

„Gott, John…“, hauchte sie mit einer heiseren, samtigen Stimme, die mich bis ins Mark traf. „Du hast keine Ahnung, wie sehr mir das gefehlt hat. Seit ihr ausgezogen seid, gibt es niemanden mehr, der mich nach einem harten Tag so anfasst. Du weißt einfach blind, wo du drücken musst.“

In meinem Inneren explodierte ein verstörendes Chaos.

Die Angst saß mir wie ein kalter Stein in der Kehle. Jeden Moment konnte das dünne Geschirrtuch verrutschen. Wenn sie die Augen öffnete, wenn sie den Blick nur ein paar Zentimeter tiefer wandern ließ, würde sie den stummen, blanken Edelstahl sehen – das schmale Röhrchen, das unbarmherzige Schloss, die geschwollene, bläulich gereizte Haut an der Basis meines Schambeins. Was würde sie sagen? Würde sie vor Ekel zurückweichen? Würde sie begreifen, dass ihre eigene Tochter mich wie ein Haustier abgerichtet und verstümmelt hatte? Die bloße Vorstellung schnürte mir die Lunge ab.

Doch unter dieser lähmenden Panik lauerte eine Scham, die so brennend und widerwärtig süß war, dass mir das Blut in den Schläfen hämmerte.

Ich kniete vor meiner Stiefmutter. Nackt, bis auf diesen notdürftigen Fetzen Stoff, den Kopf demütig gesenkt, während sie sich auf dem Sofa räkelte und ihre Beine auf meinem Schoß ausbreitete. Die feine Wärme ihrer Fersen drückte durch das Tuch fast direkt auf das Metallgehäuse. Jeder Impuls meines Körpers, jede instinktive Reaktion auf ihren Duft nach teurem Parfüm, Nylon und warmer Haut wurde von der starren Manschette gnadenlos zermalmt. Es gab keinen Raum, nicht den Bruchteil eines Millimeters. Die Erregung staute sich im Verborgenen an, ein glühendes, eingesperrtes Gift, das nirgendwohin abfließen konnte und sich in pure, pulsierende Qual verwandelte.

Vanessa öffnete langsam die Augen. Ihre Lider waren schwer, ihre bernsteinfarbenen Augen glänzten mit einem verspielten, fast provokanten Schimmer, als sie an ihren Oberschenkeln herabblickte. Sie zog den rechten Fuß leicht zurück und ließ die mit dunklem Nylon überzogene Zehenspitze langsam an meiner nackten Brust hinaufgleiten – millimeterweise, über die Rippen, bis knapp unter mein Kinn.

„Sag mal…“, schnurrte sie leise, und ihre Lippen verzogen sich zu einem vielsagenden Lächeln. „Du wirkst so angespannt, Großer. Dein Atem geht so schnell. Trainierst du eigentlich nur deinen Rücken, oder tust du sonst noch was gegen deinen Stress?“

Ich erstarrte. Die Zehe strich sanft über meine Kehle, fordernd, fast wie eine Liebkosung. Mein Herz schlug so heftig gegen meine Rippen, dass sie die Erschütterung über ihre Fußsohle spüren musste.

„Ich… ich halte mich einfach fit“, stammelte ich, die Stimme kaum mehr als ein heiseres Krächzen.

„Ach ja?“, entgegnete sie amüsiert. Ihr Blick glitt ganz bewusst über meinen nackten Oberkörper, die angespannten Muskelstränge, und wanderte dann langsam tiefer, genau dorthin, wo meine zitternden Finger das Tuch krampfhaft zusammenrafften. Ein wissendes, fast neckendes Blitzen trat in ihre Augen. „Schade eigentlich, dass du dich hinter so einem Handtuch versteckst. Früher warst du doch nicht so schüchtern vor mir. Wenn ich nicht deine Stiefmutter wäre… wer weiß. Eine Frau könnte sich glatt daran gewöhnen, so einen willigen, knackigen jungen Mann im Haus zu haben, der einem jeden Wunsch von den Lippen abliest.“

Vanessa wandte den Kopf zur Seite, stützte das Kinn in die Hand und sah mich mit einem tiefen, fast frustrierten Seufzen an.

„Dein Vater ist ja mal wieder auf seiner endlosen Baustelle in Stuttgart“, murmelte sie, und ein bitterer, ungeduldiger Unterton schwang in ihrer Stimme mit. Sie ließ den Blick über meine angespannten Schultern und den nackten Oberkörper wandern, unverblümt und ohne jede Zurückhaltung. „Seit zwei Wochen allein in dieser riesigen Wohnung. Ich schwöre dir, John… ich bin einfach maßlos untervögelt. Manchmal vergesse ich fast, wie es sich anfühlt, wenn ein Mann wirklich für eine Frau da ist und sich Zeit nimmt.“

Sie lachte leise und rau auf, während sie die bestrumpfte Zehenspitze noch etwas tiefer über mein Schlüsselbein drückte, als wolle sie jede einzelne Faser meiner Verunsicherung auskosten.

„Aber dafür habe ich ja dich, nicht wahr? Wenigstens einer in dieser Familie, der genau weiß, wie man mich anpacken muss, damit ich überhaupt noch etwas spüre.“

Der Schock über ihre Offenheit schnürte mir die Kehle vollends zu. Die rohe Direktheit ihrer Worte traf mich wie ein Stromschlag. Hier kniete ich, eingepfercht in eiskaltes Metall, während die Frau meines Vaters, die mich praktisch mit großgezogen hatte, mich als Projektionsfläche für ihren sexuellen Frust benutzte – vollkommen ahnungslos, dass der Mann, an dem sie sich gerade schamlos aufzugeilen schien, nicht einmal mehr die Kontrolle über seinen eigenen Körper besaß.

Jeder Zentimeter meines Fleisches schrie nach Befreiung, rebellierte gegen das enge Gitterrohr, doch der starre Stahlring schnitt nur noch unbarmherziger in die gereizte Haut meines Schambeins. Es war eine perverse, unerträgliche Mischung aus purer Ohnmacht, Schuldgefühlen und brennender, verbotener Erregung, die mich innerlich fast zerriss, während sie die Augen wieder schloss und sich genießerisch auf dem Polster räkelte.

Das Blut schoss mir mit solcher Wucht ins Gesicht, dass mir schwindelig wurde. Die Zweideutigkeit in ihren Worten, dieser beiläufige, fast verbotene Flirt – es war pure Folter. Sie wusste nicht, wie wahr ihre Worte waren. Sie wusste nicht, dass genau dieser Gedanke bereits Realität war, nur dass nicht sie die Zügel hielt, sondern Loona.

Sie drückte ihre Zehenspitze noch einen Moment leicht gegen meine Unterlippe, lachte leise und melodisch auf und zog das Bein dann geschmeidig zurück.

„Aber gut… ich will dich nicht noch nervöser machen, als du ohnehin schon bist“, sagte sie, reckte sich genüsslich und ließ die Füße vom Sofa gleiten. Mit zwei geübten Handgriffen zog sie ihr Portemonnaie aus der Tasche, fischte den blauen Schein heraus und ließ ihn fast beiläufig auf meinen nackten Oberschenkel fallen, direkt neben das Tuch. „Hier, mein Lieber. Für deine… ganz besonderen Dienste. Verpass dem Essen auf dem Herd lieber mal einen Rührlöffel, bevor Loona heimkommt und mit dir schimpft.“

Sie zwinkerte mir zu, schlüpfte in ihre Lederstiefel, zog die Reißverschlüsse mit einem scharfen Surren hoch und verschwand im Flur.

Als die schwere Haustür ins Schloss fiel, sackte ich nach vorn. Die Stirn auf den kühlen Dielen, den Zwanzig-Euro-Schein unter meiner zitternden Handfläsche begraben, rang ich nach Atem. Das Eisen um mein Becken glühte wie geschmolzenes Blei. Ich war vollkommen zerrüttet, wehrlos und dem Wahnsinn nah – und der Freitag hatte noch nicht einmal begonnen.

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