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Chapter 15
by
Rotstiftakrobat
Was befindet sich hinter der Tür?
Brads Antwort
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Die Kamerablitze sind wie Stroboskoplichter, die meine Sicht trüben, während ich mich durch die Menge zwänge. „Wackel mit den Füßen, Jette!“, rufen sie. Ich zwinge meine Beine in den engen Sandalen, die bei jedem Schritt ein leises, knirschendes Geräusch machen, und wackle sie so gut es geht. Ein breiter Mann mit einem Tanktop, der seine Bauchmuskeln präsentiert, fängt mich mit einer Hand am Oberarm. Dann legt er seine andere Hand locker um meine Hüfte, seine Handfläche liegt direkt auf dem glitzernden Stoff meines Kostüms. Er zieht mich näher an seinen Körper, und ich spüre seine Hitze durch den Stoff. Für einen Moment vergesse ich, wer ich bin. Ich sehe ihn an, und er grinst breit, die Kamera klickt ununterbrochen.
„Woher kommst du eigentlich?“, fragt eine Frau mit einer Frisur, die aussieht wie sie aus den achtziger Jahren stammt, während sie versucht, ein Foto von mir und ihr zu machen, bei dem sie fast doppelt so groß aussieht wie ich. „Deutschland?“, vermutet sie. Ich nicke, nervös mit den Fingern an den weißen Haaren spielend. „Ja, aus Nord-West. Ich fahre hier mit meinem Mitsubishi Bus rum, weißt du?“
„Ein Mitsubishi!“, ruft ein anderer Mann begeistert. „Die sind am härtesten. Wie alt bist du?“
„Achtzehn“, antworte ich die Zahl fühlt sich in diesem Moment fremd und zerbrechlich an. Ein Raunen geht durch die kleine Gruppe, die sich um mich gebildet hat. „Achtzehn und schon so weit weg von zu Hause. Mutig.“ Der Mann, der mich um die Hüfte gefasst hat, drückt leicht zu. „Und du machst das hier? Das ist ja… ein besonderer Job.“
Ich zwinge mich zu einem Lächeln. „Brad hat mich überredet. Er meinte, das Kostüm wäre perfekt für mich.“ Das ist eine Ausrede, aber es ist einfacher, als die Wahrheit zu sagen: dass ich das Geld brauche und dachte, es wäre harmlos.
„Und hast du das schon öfter gemacht? Cosplay, meine ich“, fragt die Frau.
Ich schüttle den Kopf. „Nein, das ist das erste Mal. Normalerweise spiele ich Fußball.“
„Fußball?“, lacht der Mann neben mir und seine Hand rutscht ein kleines Stück tiefer, bis sie fast auf meinem Po liegt. „Echte Fußballerinnen sind ja auch was anderes. Aber du… du siehst aus wie eine Elfe. Eine sehr… sportliche Elfe.“
Mein Lächeln gefriert. Ich fühle mich, als würde ich in einem Käfig aus Glitzer und fremden Händen gefangen sein. Jedes Foto ist eine kleine Invasion, jede Berührung eine Grenzüberschreitung, die ich still zu erdulden scheine. Die Stunden verschwimmen zu einem einzigen, langen Blur aus grellem Licht, lauter Musik und den immer gleichen, gierigen Blicken. Ich bin eine Maschine, die lächelt, posiert und immer wieder dieselben Sätze sagt: „Danke“, „Ja, das Kostüm ist von Brad“, „Nein, ich bin nicht wirklich eine Fee“.
Als die letzten Gäste den Laden verlassen und Brad die Musik leiser dreht, atme ich zum ersten Mal seit Stunden richtig durch. Die Stille, die folgt, ist ohrenbetäubend. Mein Körper schmerzt. Die Füße brennen von den Sandalen, meine Wangen sind steif vom ständigen Lächeln und meine Schultern fühlen sich an, als hätten sie das Gewicht aller Blicke der ganzen Abend getragen.
„Du warst unglaublich, Jette. Einfach unglaublich!“, kommt Brads Stimme hinter mir. Er legt mir eine Hand auf den Rücken, und obwohl die Berührung sanft ist, zucke ich zusammen. „Ich meine es. Die Leute haben dich geliebt. Ich habe die ganzen Reels schon hochgeladen, die Likes explodieren gerade förmlich.“
Er hilft mir, ein paar leere Flaschen und Becher zusammenzuräumen. Sein Lob ist unaufhörlich. „Deine Art mit den Leuten, die Art, wie du dich bewegst… das ist pures Gold. Du bist ein Naturtalent.“ Während er spricht, zählt er das Geld aus der Kasse. Seine Augen leuchten auf, als er die Bündel Scheine durchzählt. Ein breites, zufriedenes Grinsen breitet sich auf seinem Gesicht aus. „Das war der beste Abend seit Monaten. Bei Weitem.“
Ich stütze mich auf ein Regal und sehe ihn an. Die Erschöpfung macht mich mutig. „Brad?“, frage ich, meine Stimme ist leiser und brüchiger, als ich es beabsichtigt habe. „Was ist mit der Tür?“
Sein Grinsen erstirbt. Er blickt von dem Geld auf. „Welche Tür?“
„Die da hinten. Die schwere. Ein paar Männer sind heute Abend durch sie gegangen. Sie haben nichts gekauft, sie sind einfach… verschwunden.“
Er wirkt überrascht, fast ertappt. Seine Augen huschen zur Tür und wieder zurück zu mir. „Ach, die. Das ist… äh… das ist nur der Lagerraum. Für… Sonderbestellungen. Ja.“
Ich schaue ihn an, mein Blick ist fest. „Ich war schon im Lagerraum, Brad. Dort war keine Tür.“
Er räuspert sich und wird nervös. „Das ist… der Keller. Für… Vorräte. Alte Comics. Die sind nicht für die Öffentlichkeit, wissen Sie. Feuchtigkeitsproblem, die Luft da unten ist nicht gut. Willst du nicht lieber ins Bett? Es war ein langer Abend.“
Ich bleibe hartnäckig. „Ein Mann hat mich gebeten, ihm etwas zu holen. Er hat es geplant, Brad. Er wollte, dass ich mich bücke. Er wollte, dass er mich… sehen kann.“ Die Worte kommen heraus, und mit ihnen die Wut und die Scham, die ich den ganzen Abend unterdrückt habe. „Und er ist dann durch diese Tür gegangen. Sag mir die Wahrheit.“
Brad errötet. Es ist kein sanftes Erröten, es ist ein tiefes, sichtbares Rot, das bis in seinen Hals kriecht. Er starrt auf die Bündel Geld in seinen Händen und seufzt dann schwer. „Okay. Okay, du hast Recht. Ich habe dir nicht alles erzählt.“ Er sieht mich an, sein Blick ist eine Mischung aus Schuld und… Aufregung? „Der Laden… er hat zwei Seiten. Die da draußen“, er macht eine Geste in den leeren Verkaufsraum, „ist das, was die Welt sehen soll. Comics, Action-Figuren, Nerd-Kultur. Aber… das ist nicht alles, was die Leute wollen.“
„Was meinst du damit?“, frage ich, obwohl ich eine Ahnung habe, die mir Angst macht.
„Der Keller…“, sagt er leiser. „Der Keller ist für Erwachsene. Für die… andere Seite der Fantasie. Er ist 18+.“
Enttäuschung und eine kalte Wut durchfluten mich. Er hat mich benutzt. Mich, die schüchterne Jette aus Deutschland, als Lockvogel für seinen schmutzigen Laden. „Zeig ihn mir“, verlange ich. Meine Stimme zittert nicht mehr. Sie ist hart und kalt.
„Jette, ich glaube nicht, dass…“
„Zeig. Mir. Den. Keller. Jetzt.“
Er schluckt, nickt dann langsam und führt mich zur schweren Tür. Ein lautes Klicken, als er den Schlüssel im Schloss umdreht. Die Luft, die uns entgegenweht, ist anders. Sie ist kühl, schwer und riecht nach einer Mischung aus altem Papier, etwas Süßlichem und einem Hauch von Chemikalien. Wir gehen eine steile Treppe hinunter, und das Licht wird dämmrig. Was ich sehe, lässt mir den Atem stocken.
Die Wände sind voller Regale, aber dort liegen keine Spiderman-Comics. Es sind Mangas, die aufgeschlagen sind auf Seiten mit expliziten Zeichnungen. Hentai. Daneben stapeln sich DVDs mit Titeln wie „Cosplay Cuties“ oder „Fairy Tail Fantasy“. In den Ecken stehen kleine, abgetrennte Kabinen – Video Booths – mit dunklen Vorhängen. An der Wand hängt Kleidung. Fetisch Wear. Latexkleider, die so eng aussehen, dass sie die Atmung behindern, und dann… das Spielzeug. Eine ganze Wand ist voller Sextoys. Aber sie sind nicht normal. Es sind unnatürlich große Dildos, einige geformt wie Tentakel, andere wie die Gliedmaßen von Pferden. Und dazwischen, in einer Reihe, die besonders hervorsticht, schwarze, überdimensionierte Penisse.
Ich bin geschockt. Mein Verstand weigert sich, das zu verarbeiten, was ich sehe. Das ist die Welt, zu der die Männer oben gehören. Die Welt, für die mein Tinkerbell-Kostüm nicht nur niedlich war, sondern eine Provokation.
Brad steht neben mir und redet leise, als spräche er zu sich selbst. „Die meisten von ihnen… sie sind harmlose Nerds, weißt du. Aber sie haben ihre Fetische. Cosplay ist ein riesiger. Junge Frauen, die zierlich sind wie du. Die es mögen, ihren Körper zu präsentieren. Sie träumen von Cosplayerinnen, die oft gepierct und tätowiert sind. Sie sehen dich und sehen die Verkörperung ihrer Fantasien.“
Ich schaue auf meine Hände. Die grünen Clip-on-Nails fühlen sich plötzlich lächerlich an. Mein Sixpack, auf das ich so stolz war, fühlt sich wie ein Merkmal in einem Katalog an. Ich bin sauer. Ich bin wütend auf Brad, weil er mich hierher gelockt hat. Ich bin enttäuscht von mir selbst, weil ich so naiv war. Aber unter der Wut und der Scham ist etwas anderes. Eine seltsame, prickelnde Hitze in meinem Bauch. Eine Erregung, die ich so noch nie gespürt habe.
Und jetzt?
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Jette‘s Abenteuer Down Under!
Ein verrücktes Lebensveränderndes Jahr in Australien
Jette ist 18 Jahre und kommt aus einer recht wohlhabenden im Nord-Westen Deutschlands. Sie hat gerade ihr Abi mit hervorragenden Noten abgeschlossen, aber weiß noch nicht so richtig, was sie machen soll, also los: Ab ins Abenteuer. Ein Jahr Work and Travel in Australien. Weit entfernt von ihrer , ihren Freunden und ein echter Neustart in ein selbstbestimmtes Leben und das Ganze in einem Van. Vanlife: Here she cums!
Updated on Mar 14, 2026
by Rotstiftakrobat
Created on Jan 9, 2026
by Rotstiftakrobat
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