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[POV Stiefschwester] Unter Frauen

Das Haus lag über der Stadt wie ein abgeschlossener Satz. Hinter den schweren Vorhängen blieb vom Abend nur ein schmales, goldenes Band, das über den Teppich schnitt und die Kanten der Möbel nachzog, ohne sie zu wärmen. Emma hatte den Raum hergerichtet, bevor jemand kam: die Seide glatt, das Glas bereit, das kleine Stativ am Fußende des Bettes ausgerichtet, die Linse dunkel und geduldig. Sie hatte sich eingeredet, das Gerät sei Teil der Rechnung. Beweis. Druckmittel. Etwas, das man später wieder einsammeln konnte. Als sie kniete und wartete, merkte sie, dass die Kamera nicht auf Verhandlung eingestellt war. Sie war auf Behalten eingestellt.

Die Tür ging ohne Eile auf.

Loona trat zuerst ein, adrett bis auf die Ruhe in den Schultern, die teurer wirkte als jedes Kleid. Hinter ihr Nadja, den Blick schon tiefer, schon wärmer vor Genuss. Sie sahen Emma an, wie man einen Raum ansieht, den man bestellt hat. Nackt auf dem Teppich, die Knie im weichen Flor, die Hände auf den Oberschenkeln, der Schmuck noch an den Ohren, als hätte jemand vergessen, das letzte Stück Herkunft abzunehmen.

„Aufblicken“, sagte Loona mit leiser, beiläufiger Bestimmtheit.

Emma hob langsam das Kinn. In Loonas Zügen lag keine Spur von Hast – nur diese unerschütterliche Gewissheit, dass dieser Abend von vornherein verplant war und Emma darin keinen eigenen Raum mehr besaß.

Vom Rand des Bettes aus prüfte Nadja den Bildausschnitt auf dem Display. Sie nickte Loona knapp zu; fast unmerklich erwachte das winzige rote Kontrolllicht am Stativ. Emma schluckte schwer. Das trockene Geräusch hallte ihr selbst in den Ohren, ehe auch nur eine Hand sie berührt hatte.

„Du hast dir das als Handel zurechtgelegt, nicht wahr?“, begann Loona ruhig, während sie das Etui auf dem Sideboard aufklappte. Leder raschelte, Schnallen schlugen leise aneinander. Darunter lag der Strap-on nicht wie ein Spielzeug, sondern wie ein Werkzeug: ein mattschwarzer Schaft aus festem Silikon, länger, als Emma ihn sich in ihrer Rechnung vorgestellt hatte, am Ansatz verdickt, die Oberfläche leicht gerippt, schwer genug, dass er in Loonas Hand nach Absicht aussah. Der Ledergurt war dunkel, fest, mit silbernen Schnallen, die klickten, als Loona ihn über die Hüften zog und so eng schloss, dass der Schaft vor ihr stand wie eine Verlängerung ihres Willens. Sie ließ ihn mit einer geübten, fast gleichgültigen Selbstverständlichkeit durch die Finger gleiten, prüfte den Sitz, wog das Gewicht, und jeder Handgriff erstickte den Einwand, dies könne noch verhandelt werden.

„Ein einfacher Freikauf: Du machst mit, hältst still, und morgen gehört dir dein altes Gesicht wieder.“ Sie trat hinter Emma, strich mit dem kalten Rand des Schafts über ihr nacktes Schulterblatt – glatt, unnachgiebig, ein paar Grad kühler als Haut – und fixierte ihren Blick. „Schau direkt in die Linse, wenn es soweit ist. Nicht zu Nadja, nicht zu mir. Nach vorn. Niemand soll später behaupten können, du hättest nicht ganz genau gewusst, was hier geschieht.“

Emma klammerte sich innerlich an den Gedanken, dass alles vorbei sein würde, sobald sie diesen Raum verließ. Doch der Satz löste sich auf, noch ehe sie ihn zu Ende denken konnte.

Loona schloss die letzte Schnalle mit denselben präzisen, kühlen Handgriffen, mit denen sie tagsüber ihre Taschen packte. Der Gurt lag flach über ihrem Unterleib, der Schaft ragte dunkel und fest nach vorn, ein fremder, glänzender Körper zwischen den Stoffen ihrer noch immer adretten Kleidung. Nadja rückte derweil einen schweren Polstersessel heran, setzte sich mit überschlagenen Beinen hinein und stützte das Kinn in die Handfläche. Sie musterte Emma mit der distanzierten Neugier einer Beobachterin, die genau weiß, wie viel Fallhöhe im Spiel ist.

„Leg dich hin“, wies Loona sie an, die Stimme kaum mehr als ein Hauch im gedämpften Licht. „Auf den Rücken. Und mach die Knie auf.“

Emma tat, wie ihr geheißen. Der kühle Stoff des Lakens brannte auf ihrer Haut, über ihr summte leise das Stativ. Als Loona zwischen ihre Schenkel trat, war in der Berührung keine Spur von Zärtlichkeit – nur ein prüfendes, herrisches Abtasten, das die feuchte Hitze freilegte, für die sich Emma bis ins Mark schämte. Der Schaft streifte zuerst ihre Innenseite, schwer, glatt, eindeutig, bevor Loona ihn ansetzte.

„Sieh dir das an“, murmelte Nadja mit einem schmalen Lächeln von ihrem Sessel aus. „Der Körper ist längst bereit, ganz egal, wie sehr sie sich innerlich sträubt.“

Loona antwortete nicht, sondern schob sich vor.

Der Druck kam langsam, tief und unerbittlich. Das Silikon dehnte sie Zentimeter um Zentimeter, nahm ihr mit einem Schlag den Atem und füllte sie vollkommen aus, bis der verdickte Ansatz fest gegen sie stieß und nichts mehr Platz hatte außer diesem einen, fremden Gewicht. Emma versuchte verzweifelt, den Kopf auszuschalten, sich wie eine Unbeteiligte von oben herab zu betrachten. Doch die physische Realität ließ keine Flucht zu; die Kälte des Raumes, das Leder an Loonas Hüften, das gleichmäßige Vorstoßen des gerippten Schafts rissen jede Barriere nieder.

„Schau mich nicht an, Emma“, erinnerte Loona sie mit schneidender Ruhe. „Die Kamera.“

Emma wandte den Blick zur Linse. In dem dunklen Glas war ihr Gesicht kaum zu erkennen – nur das Wissen, dass dieser Moment für immer konserviert wurde, brannte wie Säure. Als die Stöße härter wurden und der Gurt rhythmisch auf ihre Schenkel traf, beugte sich Nadja vor, strich ihr eine feuchte Haarsträhne aus der Stirn und flüsterte fast sanft:

„Spar dir das Bitten um eine Pause. Wenn du den Mund aufmachst, dann sag ihr, dass sie weitermachen soll.“

Der Widerstand in Emmas Kehle brach. Ein heiseres, nasses Flehen entkam ihr, das sich längst nicht mehr nach Gegenwehr anhörte, sondern nach purem Kontrollverlust. Die Welle baute sich unaufhaltsam auf, getrieben von Scham und einer Erregung, die sie nicht verhindern konnte.

Loona spürte das Zittern sofort. „Schon soweit?“, stellte sie trocken fest. „Dann halt es nicht zurück. Nimm es ganz mit, laut und deutlich. Und lass die Augen vorn.“

Der Krampf riss Emma den Boden unter den Füßen weg. Ihre Finger verkrallten sich hilflos im Bettzeug, während Loona das Tempo nicht drosselte, sondern sie mit unbarmherziger Härte durch den Höhepunkt trieb. Der Schaft blieb in ihr, tief, unnachgiebig, stieß durch das Zusammenziehen hindurch, als sei der Orgasmus kein Ende, sondern nur der Beweis, dass der Körper bereits unterschrieben hatte. Die Luft im Zimmer schien aufgebraucht, der Puls hämmerte in ihren Ohren, und noch ehe das Beben ihrer Schenkel nachließ, zog Loona sich langsam zurück.

Das Silikon glänzte nass im gedämpften Licht, als sie die Schnallen öffnete. Leder knarrte. Loona löste den Gurt von den Hüften und reichte ihn Nadja, ohne ein Wort zu verlieren, nur mit einem Blick, der Tempo und Besitz weitergab.

Nadja lächelte schmaler. Sie trat aus dem Sessel, schloss den Gurt um sich, enger, ungeduldiger, prüfte den Sitz des schweren Schafts mit einer Hand, die nicht kühl war wie Loonas, sondern warm vor Vorfreude. Dann kniete sie zwischen Emmas noch zitternde Schenkel.

„Gleich noch einmal“, sagte sie leise. „Du bleibst hier, bis nichts mehr von dir übrig ist.“

Sie schob sich mit einem Zug hinein. Wo Loona methodisch gewesen war, war Nadja gieriger, näher, der Schaft ebenso fest, doch der Rhythmus unregelmäßiger, tiefer in den Pausen, härter, wenn Emma den Laut nicht halten konnte. Loona setzte sich derweil in den Sessel, die Beine überschlagen, und beobachtete, wie Nadja Emmas Hüfte festhielt und sie auf den noch nassen, überreizten Körper setzte.

Jede verbliebene Fassade aus Stolz, bürgerlichem Status und Arroganz wurde mit jedem Stoß tiefer in die Kissen gedrückt. Als der zweite Orgasmus durch Emmas Körper fuhr, drang ein Schrei durch den Raum, der nichts mehr mit dem Mädchen aus dem Grunewald gemein hatte. Nadja hörte nicht auf. Sie fickte sie durch das Zittern hindurch, bis Emma den Blick kaum noch in der Linse halten konnte, und erst dann, nach einem Blick zu Loona, zog sie sich zurück und löste den Gurt.

Loona nahm ihn wieder.

Ohne Eile. Die Schnallen klickten ein zweites Mal. Der dunkle Schaft glänzte jetzt von Emma, schwer und eindeutig, als Loona sich erneut zwischen ihre Beine stellte, sie festhielt und erneut eindrang – tiefer als zuvor, langsamer, als wolle sie der Kamera Zeit lassen, den Unterschied festzuhalten: erst sie, dann Nadja, dann wieder sie, und Emma dazwischen nur noch nass, offen, aufgebraucht.

„Sag es laut“, forderte Loona über ihr, während ihre Atmung ruhig und gleichmäßig blieb. „Damit es auf dem Band ist: Wem gehörst du ab jetzt?“

Emma brachte kaum die Luft hervor. Die Antwort kam stoßweise, heiser und gebrochen, während der Schaft sie fest ausfüllte: „Euch.“

Nadja lächelte kühl, strich ihr über die nasse Wange und sah zufrieden ins Objektiv.

Loona stieß noch einmal durch, bis ein drittes, schwächeres, hilfloseres Zusammenziehen Emma den Rest aus dem Leib presste. Erst als ihr Körper völlig erschöpft zusammensank und nur noch ein unkontrolliertes Zucken durch ihre Muskeln ging, löste sich Loona langsam von ihr. Das Leder knarrte, als sie die Schnallen öffnete. Der Schaft glitt aus Emma, glänzend, schwer, und blieb einen Moment lang im Licht, bevor Loona ihn beiseitelegte wie etwas, das seine Arbeit getan hatte.

Nadja ließ das Display noch einige Sekunden weiterlaufen – fing den gebrochenen Blick, die Blöße, das Chaos auf dem Bett und den feuchten Abdruck des Gurts auf dem Laken ein –, ehe sie die Aufnahme mit einem leisen Tippen beendete.

Das rote Licht erlosch. Die Stille kehrte schlagartig in das Penthouse zurück.

Loona griff nach einem Glas Wasser, ohne noch einmal hinzusehen. Im Hintergrund ertönte das vertraute Pling einer versendeten Datei auf Nadjas Telefon – ein trockenes Geräusch, das die Tür hinter Emma endgültig zuschlug.

„Räum das Zimmer auf“, sagte Loona beiläufig über die Schulter. „Zieh dich an und mach das Bett.

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