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Chapter 18 by rallebonn

Ich stand reglos da, nervös und aufgewühlt. Über den Steinplatten lag plötzlich ein feiner Nebel, obwohl die Nacht warm war. Vom Garten her drang das leise Klirren einer Kette zu uns, einmal, dann ein zweites Mal, als würde dort draußen etwas im Dunkeln ungeduldig werden. Johannes sah mich nur an. In seinen Augen spiegelte sich das matte Licht der Laternen, doch sein Gesicht blieb seltsam unbewegt. „Hast du Angst, Schatz?“, fragte er leise. Ich errötete, blickte zu ihm auf und sagte nichts, nickte aber. Irgendwo hinter den hohen Hecken knackte ein Ast. Keiner der Anwesenden wandte den Kopf, als hätten nur Johannes und ich es gehört. Er lächelte beruhigend, doch das Lächeln erreichte seine Augen nicht. „Bist du bereit?“, fragte er. Im selben Augenblick erlosch am anderen Ende der Terrasse eine Laterne.

Ich errötete und antwortete leise: „Ja.“ Das Wort schien länger in der Luft zu hängen, als es hätte dürfen. Zufrieden lächelte Johannes. Hinter mir stand die Frau so nah, dass ich ihren Atem im Nacken spürte. „Sie wirkt gefasst“, flüsterte sie. Ihre Stimme kam mir plötzlich bekannt vor, doch ich wusste nicht, woher. Bevor ich mich umdrehen konnte, legte sich erneut dieses schwere Schweigen über die Terrasse. Aus dem Inneren des Hauses schlug eine Uhr dreimal, obwohl es noch lange nicht Mitternacht war. Die Männer wechselten einen kurzen Blick. Dann öffnete sich hinter uns langsam eine Tür, die zuvor nicht dort gewesen zu sein schien. Dahinter lag kein beleuchteter Flur, sondern vollkommene Dunkelheit. Johannes hob die Hand und deutete hinein. „Dann können wir beginnen“, sagte er. Niemand fragte, womit.

Ich schluckte und zögerte. Die Frau beugte sich zu mir, bis ihre Stimme kaum mehr als ein Hauch an meinem Ohr war. „Du darfst vorgehen“, flüsterte sie und schob mich mit einer leichten, aber bestimmten Bewegung vorwärts. Vor mir stand die Tür offen. Dahinter führte ein schmaler Gang in die Tiefe des Hauses, kühl und so dunkel, als hätte das Licht ihn seit Jahren gemieden. Als ich die Schwelle überschritt, verstummten die Geräusche der Gala hinter mir. Selbst der Nebel schien an der Tür zurückzubleiben. Jeder meiner Schritte hallte zweimal wider – einmal vor mir und einmal irgendwo hinter den Wänden. Nach einigen Metern erschien in der Ferne ein flackernder Lichtschein, bleich und unruhig. Für einen Augenblick zeichnete sich darin eine Gestalt ab, doch beim nächsten Flackern war sie verschwunden. Hinter mir folgten die anderen. Ich konnte ihre Schritte hören, langsam und gleichmäßig, aber es waren mehr, als Personen auf der Terrasse gestanden hatten. Kurz vor dem Ende des Ganges sagte Johannes: „Bleib stehen.“ Seine Stimme kam aus der Dunkelheit dicht hinter mir. Ich blieb stehen.

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