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Chapter 3 by Meister U Meister U

What's next?

Zwei Tage später

Franziska trat in die Pedale, die Sonne brannte ihr auf den Nacken, und ihr Herz raste bereits, obwohl sie erst einen Kilometer gefahren war.

Was wenn er wirklich zugeschlagen hätte?

Der Gedanke war ihr nicht aus dem Kopf gegangen. Seit zwei Tagen. Seit sie nach Hause gefahren war, mit zitternden Beinen und einem Gesicht, das so rot gewesen war wie eine Tomate. Seit sie in ihrem Bett gelegen und die Decke über den Kopf gezogen hatte und immer wieder das Gefühl seiner Hand auf ihrem Rücken gespürt hatte.

Was wenn er wirklich...?

Sie schüttelte den Kopf. Aber der Gedanke kam immer wieder. Wie eine Schleife. Wie ein Lied, das man nicht loswurde.

Was wenn er mich übers Knie gelegt und wirklich geschlagen hätte?

Die Vorstellung ließ sie die Lenkstange fester umklammern. Ein Kribbeln breitete sich in ihrem Bauch aus. Es war dasselbe Kribbeln wie vor zwei Tagen. Dieses aufregende, beängstigende, völlig unkontrollierbare Kribbeln.

Das ist doch lächerlich, dachte sie. Du bist achtzehn. Du liegst nicht über irgendeinem Knie, weil du Mathe nicht kannst. So was macht man nicht. So was macht man nur...

Nur was?

Sie wusste es nicht. Sie wusste nur, dass der Gedanke sie wieder in diese seltsame, schwebende Stimmung versetzte. In der alles leichter war. In der sie nicht mehr an ihr Zeugnis dachte. Nicht an die 5 in Mathe. Nicht an das Abitur.

Nur an seine Hand auf ihrem Rücken.

Als sie vor Fredericks Haus ankam, zögerte sie wieder. Aber weniger als beim letzten Mal. Sie lehnte das Fahrrad an den Zaun, ging zur Tür, drückte die Klingel.

Frederick öffnete. Er sah genauso aus wie vor zwei Tagen. Dieselbe Jogginghose. Dasselbe zerzauste Haar. Derselbe Ausdruck von Überraschung und Unsicherheit.

"Du... du bist wieder da", sagte er.

"Ja", sagte Franziska. "Wir müssen lernen. Zwei Jahre sind nicht viel Zeit."

Er trat zur Seite. Sie ging hinein.

Das Zimmer sah aus, als hätte jemand versucht aufzuräumen und dann aufgegeben. Die Bücherstapel waren niedriger, aber dafür lagen mehr Zettel auf dem Boden. Der Schreibtisch war frei geräumt, aber die Karteikarten waren in einer chaotischen Reihe aufgereiht.

"Ich hab mich vorbereitet", sagte Frederick. "Hab die Aufgaben durchgesehen. Vielleicht klappt es heute besser."

"Ja", sagte Franziska. Aber sie dachte nicht an die Aufgaben.

Sie setzte sich auf den Stuhl. Er setzte sich auf die Bettkante. Der gleiche Abstand wie damals. Aber er fühlte sich anders an. Kürzer. Als ob die Luft zwischen ihnen dichter geworden wäre.

"Also", sagte Frederick und hielt die erste Karteikarte hoch. "Hypotenusenquadrat. Was ist das?"

Franziska starrte ihn an. Sie hatte es gelernt. Sie hatte es tatsächlich gelernt. Die ganze Nacht hatte sie sich den Satz des Pythagoras eingeprägt. a² + b² = c². Das Quadrat über der Hypotenuse ist genauso groß wie die Summe der Quadrate über den Katheten. Sie hatte es sich aufgeschrieben. Auf einen Zettel. In ihr Heft. Auf die Hand.

"Kehrwert von drei Vierteln?", fragte er.

"Vier Drittel", sagte sie. Das wusste sie noch.

"Größter gemeinsamer Teiler von zwölf und achtzehn?"

"Sechs", sagte sie.

"Und was ist ein unechter Bruch?"

Sie stockte. Sie wusste es. Wirklich. Aber das Wort war weg. Die Definition war weg. Sie starrte ihn an, und plötzlich war da nur noch Leere.

"Ich... ich weiß es nicht", sagte sie leise.

"Ok", sagte er geduldig. "Nochmal. Was ist ein unechter Bruch?"

Sie presste die Lippen zusammen. Nichts.

"Was ist ein unechter Bruch?", fragte er zum dritten Mal.

Die Tränen kamen. Sie konnte sie nicht aufhalten. "Es bringt nichts", schluchzte sie. "Ich schaff das nicht. Ich bin zu blöd."

"Du bist nicht blöd", sagte er.

"Doch. Ich hab's immer gewusst. Ich vergesse alles. Immer. Jedes Mal."

Sie stand auf, wollte gehen. Aber ihre Beine zitterten.

"Leg mich übers Knie", sagte sie plötzlich. Ihre Stimme war fest.

"Was?", fragte er.

"Leg mich übers Knie und hau drauf. Richtig diesmal. Nicht so wie beim letzten Mal."

Er starrte sie an. Sein Gesicht war rot. "Franziska, das ist..."

"Ich will es", unterbrach sie ihn. "Ich will es spüren. Ich will, dass du da bist. Dass ich nicht allein bin."

Er schwieg. Dann, langsam, setzte er sich auf die Bettkante. "Komm her."

Sie legte sich über sein Knie. Diesmal zögerte er nicht so lange. Seine Hand kam herunter. Fester als beim letzten Mal. Es knallte durch ihre Shorts.

Und noch einmal.

Und noch einmal.

Jeder Schlag war anders. Mancher härter, mancher weicher. Aber jeder Schlag ließ etwas in ihr los. Die Tränen kamen, aber es waren nicht die der Verzweiflung.

"Das ist gut", flüsterte sie. "Mach weiter."

Er schlug weiter. Bis seine Hand zitterte. Bis er aufhörte und seine Hand einfach auf ihrem Rücken liegen ließ.

"Warum hörst du auf?", fragte sie.

"Weil ich dich nicht verletzen will", sagte er heiser. "Aber ich mach es trotzdem, weil du es willst. Und das macht mich..."

Seine Stimme brach ab.

Franziska drehte den Kopf und schaute zu ihm hoch. Seine Augen waren glasig. Seine Lippen zitterten.

"Ich hab auch Angst", flüsterte sie. "Jeden Tag. Vor dem Abitur. Vor allem. Aber ich hab keine Angst vor dir."

"Franziska", sagte er leise.

Er beugte sich vor. Sein Gesicht war nah. Ganz nah.

Dann sagte er: "Eigentlich müsste ich dir auch auf den nackten Arsch hauen."

Fredericks Augen weiteten sich, sofort bereute er seine Worte. "Das... das war nicht so gemeint", stammelte er. "Ich wollte nur..."

Aber Franziska hörte nicht mehr zu.

Vor ihm meine Hose herunterziehen, schoss es durch ihren Kopf. Und den Slip. Einfach runter. Vor ihm.

Ihr Atem stockte. Die Vorstellung brannte in ihr wie ein Feuer. Sie wusste nicht, warum der Gedanke so stark war. So überwältigend.

Verdammt, dachte sie. Was für einen habe ich heute morgen angezogen?

Sie wusste es nicht. Der Gedanke daran machte es noch aufregender.

Das Kribbeln kam zurück. Stärker als jemals zuvor. Es begann an ihrem Po, genau dort, wo seine Hand gelegen hatte. Es breitete sich aus – zwischen ihre Beine, wo es heiß und feucht wurde. Es kroch höher, erfasste ihre Brüste, ließ ihre Nippel hart werden. Dann durchströmte es ihren ganzen Körper, bis sie nur noch dieses eine Gefühl spürte. Dieses eine Verlangen.

"Frederick", flüsterte sie. Ihre Stimme war kaum mehr als ein Hauch.

Er schaute sie an. Seine Augen waren dunkel. Seine Lippen leicht geöffnet.

Wie fremdgesteuert stand sie auf. Ihre Finger zitterten, als sie den Knopf ihrer Shorts öffnete. Der Reißverschluss surrte leise. Sie schob die Hose hinunter, bis sie in ihren Kniekehlen hing.

Dann zögerte sie einen Herzschlag lang. Nur einen.

Ihre Hände griffen unter den Bund ihres Slips. Schwarz. Sie hatte heute Morgen schwarz angezogen. Der Gedanke schoss durch sie, ließ das Kribbeln noch intensiver werden. Sie schob den Slip nach unten, bis auch er um ihre Knie hing.

Die kühle Luft traf ihre Haut.

Sie drehte sich um. Legte sich wieder über sein Knie. Diesmal spürte sie alles: die raue Struktur seiner Jogginghose unter ihrer nackten Haut, die Wärme seines Beins, das Zittern, das durch seinen Körper lief.

Frederick atmete scharf ein. Seine Hand lag auf ihrem Rücken. Er bewegte sich nicht. Er sagte nichts.

Franziska schloss die Augen.

Fünfmal ließ er seine Hand niedersausen.

Der erste Schlag traf sie unerwartet hart. Ein scharfer, brennender Schmerz, der ihr den Atem raubte. Sie biss die Zähne zusammen.

Der zweite traf dieselbe Stelle. Der Schmerz intensivierte sich, breitete sich aus wie eine Welle.

Der dritte war noch härter. Ihre Hände krallten sich in die Bettdecke, ihre Finger fanden Halt im Stoff.

Der vierte Schlag ließ sie die Luft anhalten. Es tat weh. Richtig weh. Aber das Feuer in ihr brannte stärker.

Der fünfte Schlag traf, und ein leises Stöhnen entwich ihren Lippen. Sie konnte es nicht unterdrücken. Es war nicht laut, nicht schrill – ein erstickter Laut, halb Schmerz, halb Erleichterung.

Dann hörte er auf.

Seine Hand blieb auf ihrem Po liegen. Wärme breitete sich von seiner Handfläche aus. Ihre Haut brannte, pulsierte unter seinen Fingern.

Sie spürte seine Finger. Nur wenige Zentimeter von ihrem Heiligtum entfernt. Einen einzigen Atemzug. Eine einzige Bewegung.

Ihr ganzer Körper war angespannt. Jede Faser lauschte. Auf ihn. Auf sich selbst. Auf diesen winzigen Abstand zwischen seinen Fingern und dem Ort, den sie nie jemandem gezeigt hatte.

Ihr Atem ging flach. Sie wagte nicht, sich zu bewegen. Sie wollte nicht, dass er aufhörte. Sie wollte nicht, dass er weitermachte.

Sie wusste nur, dass seine Hand dalag. Und dass sie nichts anderes spürte als diese eine Hand. Diese fünf Finger. Diesen Millimeter, der sie trennte.

Sie zog sich wieder an.

Ohne ein Wort. Ohne einen Blick. Ihre Finger fummelten am Slip, an der Hose, während ihr Rücken ihm zugewandt war. Sie spürte seinen Blick auf ihrer Haut, aber sie drehte sich nicht um.

Dann setzte sie sich auf den Stuhl. Er saß auf der Bettkante. Die Karteikarten lagen zwischen ihnen.

"Die nächste Frage", sagte er. Seine Stimme klang normal. Fast zu normal.

Franziska atmete tief ein. "Ja. Die nächste."

Sie machten weiter, als wäre nichts geschehen.

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